Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 11-12 (8.1876) August-September
- Date
- 1876-08-01
- Page
- [Seite 33] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/9616701-9617075-9617394--0691-9617427- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
335 ltl Si'öüi-־ ihr Znlken und ihr 1׳ die ihrer sollen, sowie H die De- ז diejenigen, Lippendienst 'igen in Beallein aus l allen rufen דטיןמרא : t nach Lust Lottes Geist der Fröin-!bette seiner אל תתיר* ממי שא נן Pharisäer ״ וGefärbindeln wie tleberhand- )sen Formme Maske, >on Gutem 0 grenzennerruf des M אס em stndet rstrebt, so ner, nicht inzen Gettesdienste >lche Berin erster -eten, die! terderbten! Achtung sich erzwingen. Allein והרעים פשעו בי והנביאים נבאו־ ״ בבעל ואחרי לא יועילו הלטSelbst die Hirten handeln treulos gegen mich, die Propheten prophezeien den Götzen des Tages, so streben sie Heillosem nach!" Die geistigen Führer der damaligen Zeit Lheilten die allgemeine Gesunkenheit! In tiefer Erkenntniß des Menschengeistes zeichnen unsere Weisen das Laster, welches die Führer jener Zeit beherrschte, und seine Folgen mit den Worten ״ לא חרבה ירושלים אלא בשביל שלא הוכיחו זה את זהJerusalern ging unter, weil sie Einer den Attdern nicht zurechtwiesen!" Wohl den niedriger Gestellten, dem Volke, wie man zu sagen pflegt, gegenüber ließen an Ermahnung, an Zurechtweisung sie es nicht fehlen! Aber unter Gleichgestellten, und noch mehr unter Höherstehenden verstummte ihr sonst so beredter Mund! Kein Tadelwort, keine Abmahnung wurde laut! Die Gemeinheit schien edler, das Laster immer mehr zur Tugerrd zu werden, je höher die gesellschastliche Stellung seines Trägers ward! Ein solch Verfahren kann nur giftgeschwängerte Früchte zeitigen — Gleichgültigkeit, Verachtung der Religion, die solchen Dienern, solchen Lehrern anvertraut war, wurde allgemein! Ward dem Angesehenen der Speichellecker, der ihm stets zum Munde redete, widerwärtig, so fluchte das Volk den Unwürdigen, die sein höchstes Gut, seinen einzigen Trost, die sein Hoffen, seinen Glauben ihm raubten, da sie mit ungleichem Maße dessen Lehre, dessen Beseeligung je nach Ansehen der Person zu vertheilen schiene. Die gerechte Verachtung solcher nicht gottessondern götzendienerischer Priester und Propheten stieg mit der Zeit über die ihr zugetheilte Grenze hinaus und wandelte den Glauben in Zweifel, das Vertrauen in Lästerung. So ward Israel durch seine Leiter des Einzigen beraubt, was ihm Halt hätte leihen können im Glücke wie im Unglücke! ״Die Vornehmen sprachen nicht: Wo ist der Ewige; die an der Lehre hielten, erkannten mich nicht, die Hirten handelten treulos gegen mich, die Propheten huldigten den Götzen — so erstrebten sie Alle Unnützes, Heilloses!" So, m. A., wird uns ein grauenvolles Bild entworfen von den verwahrlosten sittlichen Zuständen jener Zeiten — sodaß sie der Ewige nur heilen konnte, indem er die Träger der Verderbniß vernichtete. Und schmerzlich genug, daß wir es aussprechen müssen — Israel dankt seine Erhaltung dem Untergange jenes Geschlechtes! Denn gleichwie das jähe Dahinsterben des ersten Wüstengeschlechtes die aufwachsende R a h m e r's Israelitisches Predigt-Magazin. August-September 1876. 22