Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 11-12 (8.1876) August-September
- Date
- 1876-08-01
- Page
- [Seite 12] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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314 raels in der Wüste zusammen, ein Bild, in beut weder Licht noch Schatten fehlen. Es heißt.- ״ משה כתב ספרו ושפר בלעםMoseh schrieb sein Buch und das Buch Bileams." Ein seltsames Wort, wenn wir dies ״sein Buch" auf die Thora beziehen sollen; denn die Schrift ist ja nicht des Moseh, sondern Gottes Buch, sodann sind ja die Ansichten des Bileauts als ein Theil, der Thora eingereiht; wozu also werden sie besonders erwähnt. Aber dieser Satz verliert seine Dunkelheit, wenn wir den Ausdruck sein Buch nur auf die Reden beziehen, welche Moseh aus freien Stücken an's Volk gerichtet hatte. Moseh wollte sie in die Thora aufnehmett uitb der Herr gewährte es ihm, aber so hieß ihn der Allgerechte: Du selbst mußt die Sprüche Bileam's baneben schreiben; sonst geschähe meinem Volke keilt Genüge; Du selbst mußt anerkennen, daß auch im Lobe des Heiden eilt gut Theil Wahrheit enthalten ist. Wer sonach ein Jünger Moseh sein und seine Lehre fördertt will, der muß gerade in der Form der Belehrung nicht ausschließlich ihm folgen, der muß sich erinnern: ״Moseh schrieb seine und und Bileam's Reden" ttnd bekannte dadurch selbst, daß, wer als Lehrer des Volkes nützlich wirkett will, den Tadel nicht scheuen, aber auch das Lob nicht verhehlen darf. Die Sprüche der Väter nennen Diejenigen, welche dazu berufen sind, die Jünger Bileam's zu bekänipsett, Jünger Ab r ab am' s,'und doch war es Moseh und nicht Abraham, der dein Bileant etttgegettstand. Jndeß Abrahatu, der in der Gotteserkenntniß dem Moseh nicht gleichkam, war ausgezeichnet durch Sanftheit des Charakters, durch Milde der Sitte; Zornesstürme haben wohl nie seilte klare Seele getrübt; nun wohl, wer die Lehre Moseh verbreiten, wer die Jünger Bileam's abwehren will, er thue es wie Abraham. Auch für den Prediger der Gotteslehre gilt: ״Der Mensch wandte stets auf dev Mitte der Straße und nicht att ihren Enden, denn alt den Endett, an den Ext re tuen lauern böse Gewalten." Nicht das Gute überschwänglich rühmen, tticht das Böse übertreibend tadeln, nicht wie Bileant schtneicheln, nicht wie Moseh zürnen, sondern in All und Jedem der Wahrheit die Ehre geben, das soll der, der an feinem Theile Mitwirken will, an der Erziehung seiltes Volkes zu der großen Aufgabe, die sein Gott ihm gesetzt hat. Die Worte der Menschen sind oft wie scharfe Schwerter . verwundend, oft wie glänzendes Gewand, den Schaden verhüllend׳