Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 10 (7.1876)
- Date
- 1876-07-01
- Page
- Seite 282 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Und endlich ״ ומנחליאל במותvom Gottesbesitze kommt man zu den Höhen". Wann steht Israel auf den Höhen? Wenn kein Makel an ihm wahrzunehmen, keine Blöße an ihm sichtbar, vor Allem, wenn es ein in sich geschloffenes, einheitliches Ganze bildet. Denn die Einheit ist immer, das höchste, weil am schwersten zu erringende Ziel im Leben der Völker gewesen; sie ist der beste Beweis, daß eine Nation sich zu einer höheren geistigen Reife erhoben hat, weil sie bekundet, daß die Einzelnen es gelernt, dem großen Ganzen sich einzufügen und unterzuordnen. Welche Genossenschaft hat aber eine solche Reife glänzender bezeugt, als die israelitische? Zersprengt über den ganzen Erdenrund, haben doch alle ihre Glieder sich das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit zu einer einheitlichen Macht sich verbunden gefühlt, und wenn mitunter die eine Glaubensgemeinde in mehrere Richtungen sich zu spalten drohte, da haben die großen Männer in unserer Mitte es verstanden, die auseinandergehenden Strömungen wieder in das gemeinsame Bett zurückzuleiten. Freilich ist es, als ob das heutige Israel dem alten Ideal, ein נוי אתת, ein einheitliches Volk zu bilden, nicht mehr die rechte Treue bewahre; die Einheit ist stark erschüttert und statt ihrer in manchen Gemeinden Trennung und Spaltung, Zerrissenheit und Zerfahrenheit eingetreten. Aber dadurch wird nur noch dringender die Mahnung, Zeugniß dafür abzulegen, ״daß die Wege der Thora seien Wege der Anmuth und alle ihre Pfade des Friedens", und mag diese Aufgabe auch oft schwierig sein, unausführbar ist sie nicht, so nun ganz Israel auf ״ נחליאלauf göttlichem, heiligen Boden" steht. Wenn wir nun alle in wirklicher Begeisterung von reinen und lauteren Beweggründen geleitet werden und einander keine unreinen und unlauteren zuschieben — wahrlich, mögen auch da die Ansichten auseinandergehen, auf dem Grunde des göttlichen Wortes werden wir uns schon gegenseitig verständigen. Mögen wir auch nicht mehr durch staatliche Gesetze zur Einheit gewaltsam getrieben werden, nun so werden wir freiwillig Zusammenhalten, und die Macht des freien Willen wird sich noch stärker erweisen, als Zwang und Nothwendigkeit. Und dann wird Israel auch stehen auf der Höhe der allgemeinen Achtung, und verstummen werden die Anklagen und Anschuldigungen, die noch immer gegen uns geschleudert werden. Ihre letzte Widerlegung werden die lebenskräftigen Schöpfungen in unserem Gemeindeleben sein, und selbst Vorurtheilsvolle und