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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-03-01 · 6-7 (3.1876) März-April · p. Seite 196

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
6-7 (3.1876) März-April
Date
1876-03-01
Page
Seite 196 (sequence 40)
Language
German
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196 * II. Dort weilten unsere Ahnen in den Mauern der alten Gottesstadt, an dem Orte, den der Herr sich erwählt hatte, ״dort opferten sie das Peßach am Abend bei Sonnenuntergang, der Zeit des Auszuges aus Mizrajim"; da erwachte wieder die Erinnerung an die trübe Vergangenheit, und Freude hob die Brust ob der lichten Gegenwart; da bereiteten sie freudig und genossen froh an dem Orte, den der Herr sich erwählt hatte. Ganz Israel weilte daselbst und hört das Wunder! ״Dicht gedrängt stand עומדים צפופים ומשתחוים דוחים Einer neben dem Andern, Kopf an Kopf, und dennoch, wenn sie sich zur Gottesverehrung versammelten, da hatten sie alle Raum genug, und nicht sprach Einer zum Andern: Zu enge ist mir der Ort!" (Abot 5, 5). Verwundert hört ihr, m. Br. u. Schw., die Worte und wähnet in ihnen ein Mährchen aus uralten Zeiten, und ihr fraget; מ״ש ראשונים דמתרחש להן ניסא ומ״ש אבן דלא מתרחש לן ניסא?ד,דמאי הוו מסרי נפשייהו אקדושת השם ׳אנן ״ לא מסרינןWas ist's, daß den frühem Generationen solche Wunder geschahen, und warum ereignen sich nicht auch in unserer Zeit solche? Die Antwort hieraus aber ist leicht! Die Alten waren see-, lenstark, wo es galt, den Namen des Herrn zu heiligen im Leben;' wir aber sind zu schwach, wo es gilt, seine Heiligung durch unfern Wandel zu bewähren," (Berachot 20 a), und die Heiligung und Er- Höhung Gottes mußt du, so es dir einst darum zu thun ist, draußen auf dem Markte des Lebens, in deinem Handel und Wandel, in deinem Wirken und Schaffen bekunden; nicht in d e n Augenblicken allein, io du erscheinst vor seinem Antlitze, nicht in diesen allein bekundest du deine Gotteskindschast, vielmehr, ״ob du sitzest in deinem Hause, ob du wandelst in der Fremde, ob du wachest oder ruhest," in den! ganzen Leben mit den Deinigen, in deiner Arbeit auf dem Felde, das dir übergeben ward, in dem Umgänge mit den Menschen, die gleiches Recht mit dir auf alle Erdengüter haben, והארון נתן לבני אדם — hat er doch die Erde allen Menschenkindern gegeben (Po. 115, 16) — da giebt sich kund dein Werth und deine Größe, deine Tugend und deine Frömmigkeit, deine Gottebenbildlichkeit und deine Menschenwürde. Weißt du, warum die Alten trotz der großen Zahl der Anwesenden in Jerusalem Räume genug hatten? Weil Liebe sie im Leben einigte und Friedfertigkeit sie verband, weil ein gutes Auge und ein gutes Herz sie mitbrachten, und ein gutes

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