Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 6-7 (3.1876) März-April
- Date
- 1876-03-01
- Page
- Seite 164 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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164 tm in unseren Tagen der Fall ist. Vorn heutigen Israel gilt in wahren Sinne des Wortes ״Ihre Häuser sind in Frieden, sondei; Angst, und die Ruthe Gottes kommt nicht über sie, sie singen laut be Pauke und Zitter, und freuen sich beim Klang der Harfe, sie vev bringen in Glück ihre Tage, in Annehmlichkeit ihre Jahre." (Hiok 21, 9). Wie viel Schönes, Großes und Herrliches könnte das heutige Israel für die jüdische Religion, für das Judenthum leisten! Zu welcher Größe und Höhe, zu welchem Ruhm und Glanze könnte die jüdische Wissenschaft befördert werden! Welch eine gottesfürchtige, begeisterte, tugendhafte Generation könnte nicht herangebildet werden, wenn sich Alles mit Wärme und Liebe diesem göttlichen und erhabenen Ziele widmen wollte! Nie hat das Judenthum noch die Sonne des Glücks so hell leuchten und strahlen gesehen, wie in unseren Tagen! Was könnte da Alles zur Kräftigung und Festigung der Religion und Gottesfurcht geschehen! Was thut aber das Heutige Israel! Anstatt mit der gegebenen Freiheit, mit den gegebenen Gütern und Reichthümern, die Säulen der Religion zu stützen und zu festigen, werden diese Säulen immer mehr erschüttert und die noch bestehenden Reste niedergerissen, und wieder sagt und ruft Gott: "בתיהש שלום מפחד" Ihre Häuser sind in Frieden, sonder Angst, "והיא שגרמח" und das ist die Ursache, daß sie zu Gott sprechen: ״Weiche von uns, und Erkenntniß deiner Wege begehren wir nicht." Ja, m. F., wir werden in unseren Tagen recht lebhaft erinnert an das Wort R. Janai's: ״אין ארי נוהם• אלא מתוך קופה של בשר״ ״Nicht beim Stroh, sondern wenn er sich an Fleisch satt gegessen, brüllt der Löwe. . ." Das Thun und Lassen des heutigen Israel läßt sich nicht besserund genauer bezeichnen als mit dem Worte Undankbarkeit. Und vor dieser schweren Sünde will uns der heutige Wochenabschnitt eindringlich warnen. Die Reihe der Feste schließt "באםפבם את תבואת הארץ" mit dem Erntefest, ״da die Früchte des Landes eingesammelt waren. Die Kammern, die Speicher, die Kelter waren gefüllt mit göttlichem Segen. Wie leicht hätten da die Menschen mit dem Sintfluthgeschlecht sprechen können: ״ "כלום אנו והימין לו״Wozu brauchen wir Gott, wir haben ja Alles in Hülle uub Fülle, können leben in Saus und Braus, wozu noch an Gott denken, uns an Gott erinnern! Thut nicht also, Israeliten, sagt die Thora, vergesset nicht Desjenigen, der allen Segen verleiht und spendet, denket an