Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 2 (11.1875)
- Date
- 1875-11-01
- Page
- Seite 64 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9616701-9617075-9617118--0414-9617150- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
64 mm m Herzensfreude getrübt durch den Gedanken an Ihre bei Gott weileni den Eltern, aber jene Verklärten, sie blicken in himmlischer Seligkeit, auf Sie herab, um Ihr Ehebündniß zu segnen. Und Ihre Ehe, geehrtes Brautpaar, wird auch in Wirklichkeit eine gottgesegnete sein,: wenn Sie nicht blos heute, sondern Zeit Ihres Lebens beherzigen; und bethätigen die Worte: ״ וסעדו לבכם אחר תעברוfestiget Euer i Herz und Euren Sinn, dann werdet Ihr vereint durchs ׳Leben schrei- Len." Besteht ja doch die himmlische Freude ehelicher Treue eben darin, daß sie Geist und Gemüth veredelt, daß sie unser Denken und Fühlen läutert und erhöht, daß sie unsere That- und Willenskraft festiget und stählt. Ihnen, geehrte Braut, habe ich^s wohl nicht nöthig zu sagen, auf welche Weise der beseligende Friede jüdischen Familienlebens geschaffen und erhalten wird. Sie hatten ja das hohe Glück im Elternhause wahrhaft sein zu genießen, sie haben es mit eigenen Augen gesehen und erkannt, daß nur das segensreiche Walten echten und rechten Frauensinnes über Haus und Habe seinen Frieden ausbreitet. Sie werden treu Ihrem Vorbilde die Priesterin Ihres eigenen Hauses sein und in ihrer wie in ihres Mannes Brust das heilige Feuer mit Sorgfalt und Umsicht bewachen. Aber auch Sie, geehrter Bräutigam, werden sicherlich mit Bereitwilligkeit den Geist einer wackern Frau in ihrem Hause walten und gewähren lassen, weil Sie ja alsbald in dem über Alles gehenden Familienfrieden die Quelle irdischer Wohlfahrt und geistiger Veredelung erkennen werden. Denn wo die Gattin das Herz des Mannes mit reinen, selbstlosen Gefühlen veredelt, wo der Gatte den Geist der Frau durch das milde Licht des Verstandes beleuchtet, wo mann- Haftes Denken und weiblich Fühlen sich verbinden und ergänzen, da müffen Herz und Sinn in Leid und Freud, in sonnigen wie in trüben Tagen gefestigt sein und bleiben, da muß der Gottesfriede in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit nach allen Seiten hin Segen spenden. Und dieser Friede, er wird Sie stets umschweben, er wird Sie durchs ganze Leben leiten und begleiten! Amen.!reitende der g Mders m bei ■M'. I*