Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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302 und Sterne nach der Brüder Zahl! der Vater auch und die, so ihn erzogen, zollen in Umkehr der Naturgesetze ihm Verehrung. Ganz unverniittelt, in. A., und ohne jeden Uebergang folgt auf dies schrankenlose Traumleben, auf des Stolzes abschreckend Phantasiegebilde die liebliche Wirklichkeit, die demüthig kindliche brüderliche That. Gehorsam dem Rufe des Vaters eilet der Jüngling hin ohne Begleiter durch das öde Land — die Brüder auszusuchen/ ihr Wohl und ihre Wünsche zu erkünden. Erfassen mir, m. Th., dies unter den Gesichtspunkten, welche Einer unserer bedeutendsten Schristerklärer, welche Don Jsak Abrabanel dafür angegeben hat, so werden die Gegensätze noch schärfer zugespitzt — führen jedoch vielleicht deßhalb schneller und leichter zu einer befriedigenden Lösung hin. — Jacob rief dem Joief zu: ״Sieh', deine Brüder weilen in Sichem. Aus, zu ihnen will ich dich senden, damit auch du nicht ferner in träger Ruhe müssig dahinbringest der Jugend Tage: ויאמר לו הנני. Sofort erklärt der Jüngling sich bereit, beiu Gehorsame zu opfern alle Träume stolzer Höheherabzusteigen und gemeinsam mit den Brüdern zu streben, durch seiner Hände Arbeit zu erhalten und zu mehren des Vater- Hauses Erbbesitz. Schon wankend aber war geworden des Greises Entschluß, zu brechen mit der unheilvollen, haßerweckenden Verzärtelung. Wieder machte ihn die Liebe schwach und blind für die Folge, — nicht vermochte er sich zu nehmen des Lieblings Umgang, nicht seine Freude aufzuopfern dent wahren Wohle seines Kindes. Im Geben nahm er wieder schon zurück seine Gabe: Geh' hin, erkunde ihr Wohl und bringe bald mir Antwort! Und Joses eilte fort. Wie wunderbar, daß auch nicht die geringste Angst und Furcht ihn anwandelte, da er allein es wagte, inmitten der von ihm so Schwergekränkten zu erscheinen? M. Th.! In den Worten: Vs״ את אחי ‘אנכי מברIch suche ja meine Brüder", darin liegt die Begründung der Ahnungslosigkeit, damit gipfelt und endet seine freudenreiche, und auch schwächenreiche Jugendzeit. Zu spät war es, daß der Vater, wenn auch nur halb, einen neuen, dem rechten Wege mehr zustrebenden Plan zu seiner