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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 4 (1877) · p. Seite 268

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
4 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 268 (sequence 16)
Language
German
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268 Jahrhunderts haben viele bethört, und zu Ueberhebung und Selbstvergötterung geführt. Wir belächeln die thörichte Selbst« Überschätzung des alten Geschlechts, das, weil es in der Kunst der Bauwerke vorgeschritten war, nun auch glaubte diese bis zur Höhe des Himmels hinaufführen zu können. Und doch treten uns nicht heute ähnliche Wahrnehmungen entgegen? Weil der Mensch Vieles und Großes geschafft, wähnt er gar Alles und Jedes zu vollbringen, weil der Verstand Vieles ergründet, meint er nun auch, daß Nichts ihm verschlossen und verborgen sein dürfe. Er hat gar tiefe Gesetze der Natur erkannt und will deshalb sein Vernunftgebäude bis in den Himmel erheben, die Geheimnisse des Übersinnlichen mit sinnlichen Augen durchschauen, maßt sich sogar an, über die Gottheit selbst zu Gerichte zu sitzen und über sie leichtfertig abzuurtheilen! — Dadurch wollen sie sich einen Namen machen, glauben dadurch der Welt eine größere Einheit und Festigkeit zu erringen. Aber welche Täuschung! ״Gott läßt sich herab, um die Stadt und den Thurm zu sehen, den die Menschenkinder sich bauen. Und er spricht: Wohl ist es ein Volk — und eine Sprache ihnen allen, und das haben sie angefangen zu thun, dieses große Bauwerk haben sie begonnen, — aber sollte ihnen denn wirklich Nichts versagt bleiben von dem, was sie voröaben zu thun, sollten sie sich wirklich einbilden dürfen, daß ihren Gedanken und Entwürfen gar kein Ziel, keine Grenze gesetzt sei. Nein, ,ד,מ״ Wohlan! Ihrem himmelstürmenden ״Wohlan" setze ich mein allmächtiges ״Wohlan" entgegen; הבה נרדה ונבלה שם שפתם אשר לא ישמעו איש שפת ״ רעהוWohlan, wir wollen gehen und verwirren ihre Sprache, daß sie nicht verstehen Einer die Sprache °des Andern." Wohl arbeitet man auch heute — und das ist anzuerkennen — wacker an dem Bau der Einheit und Gleichheit und tritt muthig ein für die Erringung gleicher Rechte und gleicher Pflichten — aber woher kommt es denn doch, daß sich in unserer Zeit manche Gegensätze neu entwickelt haben, wie sie den früheren Geschlechtern in einer solchen Schärfe unbekannt waren, woher kommt es, daß gerade in der Jetztzeit im gesellschafilichen Leben

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