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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 3 (1877) · p. Seite 233

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
3 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 233 (sequence 69)
Language
German
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233 des Allmächtigen zu bauen. Die Religion war der Stab, auf den Ihr Euch auf der mühseligen Pilgerfahrt gestützt, das Gottvertrauen die Burg, in die Ihr Euch vor den Stürmen und Aengsten geflüchtet. ״Unter dem Schatten seiner Fittige jubelt Ihr." Gott hat Euer Vertrauen nicht zu Schanden werden lassen. Eure Hoffnungen hat er erfüllt. Euer mühsames Schaffen und Ringen für die Bedürfnisse des täglichen Lebens war nicht vergeblich, Eure Arbeit hat der Herr gesegnet. All' die Jahre habt Ihr Euch gemüht, sorgfältig Euer Feld, Euren Acker bestellt, jetzt, im Jubeljahr dürft Ihr Euch ausruhen, die Segnungen genießen! Wenn auch die Schätze, die Ihr eingeheimst, nicht übergroß sind, sie reichen doch hin. Euch einen behaglichen Lebenswinter zu schaffen, Euch vor den reichen Sorgen desselben zu schützen. Erfüllt von Dank zu Dem, der Euch geleitet, geschützt und gesegnet, sprechet Ihr: ״Du warst mir ein Beistand, unter dem Schatten Deiner Fittige jubele ich." 50 Jahre! Welcher Zeitraum! Als Ihr einst vor Gottes Altar standet, wäret Ihr in blühender Jugendkraft, in voller Jugendfrische. Heute steht Ihr hier, zwei Greise, gebeugt von der Last der Jahre. Hin ist Eure Jugendfrische, gebrochen Eure Jugendkraft, aber neu wieder erstanden, voll wieder erblühend in Eurer Nachkommenschaft, in Euren Kindern und Enkeln, die am Jubelfeste so zahlreich Euch umschaaren. Sind auch nicht Alle da, die Euch der Herr geschenkt, schleicht auch eine Wehmuthsthräne in Euer Auge bei den Gedanken an die, die Euch wieder genommen wurden, die heut in dem Kreise fehlen, so schwindet sie bald wieder vor dem namenlosen Glücke, das Euch geblieben. Vergessen sind all die schlaflosen Nächte, all die kummervollen Tage, die Euch die Erziehung der Kinder gebracht, vergessen all die Sorgen, die Ihr um das Gedeihen derselben gehabt. ״Denn Gott war Euer Beistand." Ihr aber, Ihr Kinder, die Ihr das seltene Glück genießet, das Jubelfest Eurer Eltern, ihre goldene Hochzeit, zu feiern, die Ihr so frohen Herzens das greise Paar umsteht, Euch möchte ich mahnen, an Alles zu denken, was Eure Ellern für

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