Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 3 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 228 — diesem Zauberspruche beschwichtigt der Fromme alle in ihm aufsteigenden, sein Inneres mächtig erregenden, sein Herz und Gemüth mit tiefer Wehmuth und Niedergeschlagenheit zu erfüllen angethanen Gedanken. מה׳ יצא הדבר Aus diesen Worten schöpft das gläubige Gemüth immer von Neuem Kraft und Liebe zum unermüdlichen Fortstreben auf den Gebieten, die anzubauen es freiwillig, oder, wie dies beim Weibe im Allgemeinen der Fall ist, von der Natur besonders darauf hingewiefen, zu feinem Lebensberufe gemacht. — מה׳ יצא הדבר An diese Glaubenswahrheit klammern Sie, m. l. Braut, sich stets mit unerschütterlicher Festigkeit, was immer das Leben Ihnen bringen, wie ungeahnt auch der Inhalt desselben für Sie sich gestalten sollte, — und Sie werden dann auch die schwere Aufgabe, die Ihr muthiges Herz auf sich genommen, in glücklicher, und Sie selber befriedigender Weise zu lösen im Stande sein! — Ein zweites, fast könnte man sagen untrügliches Mittel, das Ihnen, m. l. Braut, zu einem still zufriedenem, Sie und den Mann Ihrer Wahl das erhoffende ehelige Glück wirklich finden lassenden Dasein zu verhelfen vermöchte, ist — ein äußerst milder und wohlwollender Sinn. Von dem fünf auserlesenen seiner zahlreichen Jünger, denen R abban Jochanan ben Saccai die Frage vorlegte: Was wohl das Beste sei, daß der Mensch erstreben und festhalten solle? erhielt Rabbi Eleasar ben Arach um deßwillen das hohe Lob, die Wahrheit erkannt zu haben, weil er darauf mit 21V ״ לבein gutes Herz" antwortete. Ist nun Sanftmuth eine Tugend, die im Allgemeinen das Weib viel häufiger und in viel höherem Grade als den schon durch seinen Lebensberuf leicht in Erregtheit und Unmuth verfallenden Mann ziert, und deren dasselbe auch diesem gegenüber sehr oft bedarf, wenn es die letzteren durch seine milde Zusprache beseitigen, oder wenigstens bedeutend verringern, nicht aber, durch Verfallen in denselben Fehler sie noch weit erhöhen, und den häuslichen Frieden wie das häusliche Glück dadurch in bedauerlicher Weise beeinträchtigen soll: in welch' hohem Maaße