Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 3 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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226 Aber auch Ihnen, w. Braut, eröffnet sich mit dem heutigen Tage ein Kreis segensreichen Wirkens, ein zwar etwas stillerer und engerer Kreis, aber immerhin weit und würdig genug, um Ihre ganze Zeit und Ihre beste Kraft daran zu wenden. Sie werden solch würdige Arbeit nicht erst lange zu suchen brauchen, das Leben in seiner bunten Mannigfaltigkeit wird sie Ihnen in "Fülle von selbst herzutragen. ,]כי לא יחדל אביו ״ בקרב הארץAn keinem Orte, in keinem Lande fehlt es an Nothleidenden, Hilfbedürftigen," überall giebt es Noch zu mindern und Schmerz zu lindern, überall ist der Boden empfänglich für die goldene Saat edler Werke. Sehen Sie sich um im Kreise Ihrer Angehörigen, hier finden sie reichlich Anregung und Aufmunterung, wie eine Frau ihre Pflichten in und außer dem Hause am schönster und am würdigsten erfüllen kann. Bilden Sie nur in sich fort den Geist, unter dessen heilsamer,Wirkung Sie bisher gestanden, den Geist der Frömmigkeit und Gottesfurcht, des Biedersinnes und des Wohlthuns, führen Sie diesen in Ihr neues Hauswesen ein, dann wird Sie auch der Friede geleiten in neues Heim, sich neben Ihnen dauernd niederlassen und Ihnen die Trennung vom Elternhause erleichtern. So mögen Sie denn glücklich durch und mit einander in edlem Wetteifer nur Gutes erstreben, nur Segen verbreiten und dadurch sich selbst immer mehr veredeln und erheben! Amen. IV. Trauungsrede Lei einem Haubstummen *) von Dr. Adolf Salvendi, Bez.-Rabb. in Dürkheim a. d. H. Meine liebe Braut! Sie werden es selbstverständlich finden, daß ich mich mit meiner religiösen Ansprache an Sie allein wende, eben darum aber auch muß ich der Bitte an Sie, Ausdruck *) Ich bemerke hiezu, daß der taubstumme Bräutigam jahrelang in einer Anstalt gewesen, lesen und schreiben konnte, und eine Verständigung mit ihm auf diesem Wege möglich war.