Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
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86 Und ein reicher Vorrath von fachlichem und allgemeinem Wissen, von weisen Erfahrungen und tiefgründender Erkenntniß stand ihm zur Seite. Er theitte daraus die reichen Schätze aus an Groß und Klein, mit vollen Händen streute er sie hin auch in alle Fernen, unverdrossen bemüht, die Wissenschast zu sichten, zu kläre!: und zu mehren. Ohne darum der Zunft des pp ״ עשות ספרים הרבה איןdes endlosen Büchermachens" anzugehören, welche schon Koheleth als eitel und nichtig bezeichnet, setzte er der Forschung neue Lichter auf, gab er den Strebenden neue Anregung und Richtung. — Was er war, was er durch sich und aus sich!vurde, erhält doppelten Werth und Bedeutung, wenn man bedenkt, daß er in einen: fernen culturentlegenen Wi!:kel des Nachbarlandes, außerhalb der Welte::strön:ung, einen stillbegrenzten Wirkungskreis gefunden. Eine seltene Geistesfrische, ein unverwüstlicher Forschungsdrang bewahrten ih!: davor, da drunteu zu raste!: und zu roste!:. Ein lebendiger Sinn für das, was die große Welt erregt und bewegt, ein warmer Eifer für die neuen Erscheinungen und Erfolge aller Wissenschaft erhielten ih!: in stetem geistige!: Verkehr mit den Fachgelehrten aller Lande und Richtungen, erhielten ihn — auf der Höhe der Zeit. ומגדל מכאן. Und die andere Seite jener David-Münze zeigte eine!: ״hohen, festen Thurm". Der Verblichene ragte hervor unter seinen Genossen!:icht bloß durch Herzenslauterkeit und weit umfassendes Wissen, er ragte hoch empor vor Anderen durch Seelenstärke, durch sittliche Größe. Mit den: Heldenmuthe eines Märtyrers ertrug er Jahre lang all' die unsäglichen Leiden einer qualvollen, tückischen Krankheit, und mitten unter deren Schauern entrang sich doch keine Klage seinen zuckenden Lippen, auch nicht als bei den öfteren Heilungsversuchen der Stahl des Arztes in seinen Eingeweide:: wühlte. Die Kraft zum Dulden und Ertragen, zum Leiden und Entsagen fand er in seinem felsenfesten Gottvertrauen, in seinem rastlosen Forschungstriebe durch die Vertiefung im Gottesgesetz. Wie oft rief er mit dem Psalmisten: לולי