Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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64 allenfalls in erschütternder und ergreifender Weise den Menscheu vor Stolz und Hochmuth warnt und zur Demuth und Bescheidenheit mahnt und aufruft — das dritte Moment ist der Tod, die Todesstunde — wie unser Text sagt הנשמה״ כשעה שיוצאת מן הגוף" die Seele — der Gottesfunke — wenn er aus dem Körper zieht". Die zwei ersten Momente, die Sonne und der Regen, lassen sich, wenn auch nur in geringem Maaße — dennoch theilweise ersetzen — Licht und Wärme können wir uns in beschränktem Maaße selber schassen — auch in Bezug auf's Wasser sind wir nicht ausschließlich auf den Regen angewiesen, das Leben aber, wenn es Gott . einmal genommen, läßt sich in keinerlei Weife und durch keinerlei Mittel ersetzen, der Tod in keinerlei Weise, durch keinerlei Mittel verscheuchen. Was können wir — arme Staubgeborene — leisten und wirken, wenn die Todesstunde einmal geschlagen, wenn sich die Augen einmal für immer geschloffen! Me Sonne deines Lebens, dein Vater, deine Mutter, die dir im Leben gestrahlt und geleuchtet, dich mit der Gluth — mit dem Feuer ihrer Liebe umfaßt und durch's Leben getragen, sie liegen todt, leblos zu deinen Füßen, da der Segen deines Hauses, deine Gattin, dein Kind — die sonst dein Auge leuchten, dein Herz jubeln gemacht, sie liegen erstarrt und bewegungslos vor deinen Augen.da! Was kannst du nützen und helfen! Kannst du das Licht, das erloschen, wieder von Neuen anzünden, den dir der Tod, entrissen, wieder zu neuem Leben aufrufen! Rufe alle Gelehrte, Aerzte, Heilkünstler, Männer der Wiffenschaft, sie werden dir alle sagen, ja, da ist unsere Kunst, unser Wiffen zu Ende, der Gottesfunke, der unsterbliche, hat sich losgelöst vom Staube, und das irdische Leben ist für alle Zeiten dahin. Ach wie gerne möchten wir oft den Waisen und Wittwen, die um ihre Theuren und Lieben schreien und jammern, helfen und beistehen, wenn wir nur könnten, ihnen das unwiederbringlich Verlorene nur wiederzugeben vermöchten! Aber, ״Kein Mensch ist Herr über den Geist, zurückhalten den Geist ואיו שלטון כיומ המות״" und keine Gewalt giebt's