Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 ו») zwischen den Zweigen hindurchdringe und zu dir spräche: ״ הוי בנה עיר בדמים וכונן קריה בעולהWeh über den, der da baut ein Stadt mit Blut und sich gründet einen Palast mit Unrecht!" Und kennt ihr diesen Jemand, der die Sünde verfolgt? Er ist derselbe, der die erstem Menschen ausgesucht und von ihnen Rechenschaft gefordert, es ist der himmlische Gott! Kennt ihr die Stimme, deren erschütternde Wirkung ihr verspürt? Die Menschen nennen sie die Stimme des Ge- Wissens, in Wahrheit aber ist sie die wirkliche Stimme Gottes, die schon Adam und Eva erzittern gemacht! Und wer diese zürnende Gottesstimme vernommen, sollte der es wohl wagen, dieselbe von Neuem freventlich herauszufordern! Wie kommt es aber doch, daß wir die alten Sünden nochmals und abermals wiederholen? Die Antwort ist: ״Es verbirgt sich Mann und Weib vor Gott dem Ewigen unter den Bäumen des Gartens!" Denn heißt das nicht, sich mit der Sünde verbergen vor Gott, wenn man das wahre Aussehen derselben verbirgt, wenn man allen Scharfsinn anwendet, um das Unrecht als Recht hinzustellen! Und wie meisterhaft verstehen wir diese Kunst! Wie gewandt sind wir darin, selbst das Unlauterste mit Hunderten von Gründen als lauter anzugeben. Und wenn schon wirklich die bessere Stimme sich nicht ' abweisen läßt — nun, so denkt man, was verschlägt's, wollen wir uns dadurch beirren, in unseren Lebensgewohnheiten stören lassen? Verstecken wir uns noch tiefer in dem Garten, pflücken wir nur immer noch mehr von den verbotenen Früchten — zuletzt wird uns schon der göttliche Mahnruf etwas Gewohntes und Gleichgültiges werden, und wir werden uns. durch ihn nicht mehr belästigt fühlen! Und so geschieht es in der That, ״sobald man sich einmal an 'die Sünde gewöhnt, bemerken die Alten, wird das Unerlaubte dem Erlaubten gleich", macht jenes keinen schlechteren Eindruck als dieses! ״So hören sie denn die Stimme Gottes des Einigen wandeln im Garten in der Richtung des Tages, aber es ver-