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Jüdische Wochenschau · 1968-10-18 · 2290 (18.10.1968) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2290 (18.10.1968)
Date
1968-10-18
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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\ « JÜDISCHE lUOCKEnSCUnU PUEYRREDON 2190 — 1? izq. JfcJeniOHaJsAjaeliia T. E. 83 - 2613 Año XXXIX BUENOS AIRES, VIERNES 18 DE OCTUBRE DE 1968 -ä: I N* 2290 Die Extreme berühren sich von JEHUDA GOTTHEMER Die Methoden der Diktaturen, ihre Regierungen zu führen und ihre Ziele durchzusetzen, sind voneinander nicht erheblich, jedenfalls nicht grundsätzbch verschieden, mag es sich nun um eine schwarze, braune oder rote Gewaltherrschaft handeln Die Unterdrückungs¬ und Zwangsmassnahmen der Gestapo unterschieden sich nicht von denen der sowjetischen Geheimpolizei oder der Inquisition. Jede freie Meinungsäusserung, jede eigene Initiative, jede Abwei chung vom offiziellen Kurs werden grausam verfolgt und rücksichtslos unterdrückt. Den Russen gefiel es nicht, wegen ihrer letzten gegen die CSR gerichteten Aktion, die gegen jedes Völkerrecht verstiess, kritisiert zu werden. Dass aber in Moskau selbst einige wenige beherzte Männer und Frauen es wagten, das russische Vorgehen zu verurteilen, genügte für einen neuen Schauprozess, der mit harten Strafen endete. Als Hauptschuldiger wurde ein Enkel Litwinows angesehen, des langjährigen sowjetischen Aussenministers der stalinistisclien Aera, der von seinem Posten weichen musste, als der Hitler—Stalin—Pakt zustandekam. Die tschechischen Liberalisierungsvei suche haben eine Kette von Reaktionen der roten Machthaber ausgelöst, die sich nicht nur gegen die Rebellen in der CSR, sondern gegen alle Kommunisten wandten, die sich mit dem Kurs des Kreml nicht oder nur unter Vorbehalten einverstanden erklären. Die Rumänen und sogar die Jugoslaven befürchteten eine gegen sie gewandte militärische Aktion und versuchten, Präventivmassnahmen zu ergreifen. Diese Gefahr dürfte im Augenblick nicht mehr bestehen, obwohl man bei der hinterhältigen russischen Politik niemals wissen kann, wohin der nächste Schritt gerichtet sein wird. Auch insofern ist ein Vergleich mit der hitleristischen Expansionspolitik durchaus angebracht. Wer wird das nächste Opfer sein, das war die Frage, die sich die Nachbarn des Dritten Reiches stellen mussten und tatsächlich gestellt haben. Die Vorgänge in der CSR nahmen die Russen zum Anlass, um ernste Vorwürfe gegen die Bundesrepublik Deutschland zu erheben, die nach der sowjetischen Version die liberalen Elemente der CSR ermuntert und unterstützt haben soll. Da in den letzten Monaten ein Anwachsen der Reaktion in Deutschland und ein Vorschreiten der alten oder neuen Nazis zu beobachten war, versteifte sich der russische Standpunkt gegen die Bundesrepublik und führte zu offenen Bedrohungen und der unverhüllten Ankündigung, dass sich Russland aufgrund der alten, internationalen Abmachungen zwischen den Siegerstaaten zu direktem Eingreifen in Westdeutschland berechtigt ansehe. Der starke Truppenaufmarsch an der gemeinsamen Grenze der CSR mit der Bundesrepublik sollte die Ernsthaftigkeit der sowjetischen Noten und Kritiken unterstreichen. Es musste auffallen, dass unter den Satelliten Russlands, die dem Kreml unbedingte Folge leisteten, in erster Linie die Deutsche Demokratische Republik (DD R) gewesen ist, die bereits bei den Krawallen der polnischen Studenten wie bei jedem von einer anderen kommunistischen Macht gemachten Versuch, die Bande der Abhängigkeit vom Kremier Joch zu lockern, unverbrüchlich auf der Seite der Sowjets stand. Man behauptet, dass der Chef der DDR, Walter Ulbricht, noch immer ein Anhänger der sonst überholten stalinistischen Linie sei. So kam es, dass die Russen sich nicht scheuten, auch ostdeutsche Truppen bei dem Ueberfall auf die CSR einzusetzen. was überall besondere Empörung auslöste und auch in Bonn mit Unbehagen bemerkt worden ist. Die Erinnerung an die Invasion im Jahre 1939 ist noch zu frisch, um bereits vergessen zu sein .. Mit der russischen Bedrohung laufen auch verschiedene „Aktionen“ der Ostdeutschen parallel, die sich bemühen, die Lage durch ihr Verhalten zu verschärfen und eigenen Nutzen insbesondere in der umstrittenen Berlin-Frage herauszuschlagen. Alle beteiligten Länder dürften sich darüber im Klaren sein, dass ein Angriff auf Berlin einen neuen Weltkrieg auslösen könnte, zumal die Amerikaner mehrmals versicherten, der Bundesrepublik jede er forderliche Hilfe leisten zu wollen. Inzwischen haben die ostdeutschen Propagandisten mit Unterstützung der Moskauer Zentrale den Nervenkrieg wieder angekurbelt, sodass nicht nur die bonner Republik, sondern viele europäischen Länder nervös und unruhig den kommenden Ereignissen entgegensehen. Aber die Kreml-Spezialisten haben nicht allein die Bundesrepublik zur Zielscheibe ihrer Angriffe gemacht, sondern seit dem Sieg Israels über seine arabischen Angreifer beinahe ohne jede Unterbrechung ihre zynischen Attacken gegen Israel erneuert. Bereits seit mehr als einem Jahr wurden die „Zionisten“ in zahllosen Erklärungen, Berichten, Informationen, Sendungen und Zeitungsartikeln beschuldigt, die wahren Unruhestifter und Imperialisten zu sein, die ihre armen arabischen Nachbarn — offensichtlich mitten im Frieden — überfallen und unterjocht hätten, und selbst mit dem erreichten Ergebnis ihres Angriffkrieges nicht zufrieden seien... Als die Studenten und Arbeiter in Warschau und anderen polnischen Städten rebellierten und für Meinungsfreiheit eintraten, — man würde besser formulieren: für geringere Unterdrükkung, — setzte sofort eine Hetze gegen die „Zionisten“ ein, die für alle Vorfälle verantwortlich gemacht wurden. Da man vermeiden will, in den Verdacht des alten, rüden Antisemitismus zu gelangen, sprach man nicht von den Juden, die das Volk gegen die Regierung aufputschen, sondern von AN DER DIPLOMATISCHEN FRONT Kairo. — Die Aussenminister der arabischen Länder haben sich entschlossen, solange an den UN-Debatten teilzunehmen, bis sich das Resultat der Bemühungen um den Frieden im Mittelosten voraussehen lässt. Dies berichtete die offiziöse Zeitung ,,A1 Ahram” die häufig den Standpunkt der Regierung Nassers wiedergibt. Wie die Zeitung schreibt, glauben die Aussenminister, dass diese Kontakte die letzte Hoffnung zur Vermeidung eines neuen Mittelost-Krieges darstellen. Die arabischen Delegationen in den UN sind bemüht, der Mission des UN-Schlichters Gunnar Jarring zum Erfolg zu verhelfen, so versichert „Al Ahram“. In diesem Zusammenhang werden als hauptsächliche Vermittler der französische Aussenminister Michel Debré und sein englischer Kollege Michael Stewart genannt. Die Beobachter in Kairo befürchten den erneuten Ausbruch von Feindseligkeiten, falls es den Vereinten Nationen nicht gelingt, eine friedliche Regelung herbeizuführen, denn unaufhörlich strömen nordameri kanische und sowjetische Waffen in grossen Mengen Israel und den arabischen Ländern zu. Verbrechen, die nicht verjaehren Vereinte Nationen. — Das UN-Comite der Generalversammlung für soziale und humanitäre Fragen hat den verbesserten Text des ersten Artikels einer aus 10 Punkten bestehenden Konvention angenommen, die jeder zeitlichen Begrenzung der gerichtlichen Untersuchung und Bestrafung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit ein Ende setzen soll. Der Artikel wurde in namentlicher Abstimmung mit 59 gegen 10 Stimmen und 27 Stimmenthaltungen approbiert. In dem Artikel wird erklärt, dass es für die folgenden Verbrechen, gleich zu welcher Zeit sie begangen worden sind, keine Verjährung geben soll: Kriegsverbrechen der vom Internationalen Nürnberger Gericht mit Beschluss vom 8. August 1945 definierten Art und Verbrechen gegen die Menschheit sowohl in Kriegswie in Friedenszeiten, die in dem gleichen Dokument begrifflich bestimmt worden sind. (ITA) den Zionisten und verfolgte die Juden . . Denn im Grunde genommen sind die beiden Ausdrücke „Jude“ und „Zionist“ Synonyme. Die Form de-“ Ausdrucksweise und die gleichgelagerten Argumente, Verdächtigungen, Beleidigungen und Beschuldigungen zwangen den Vergleich mit der Sprache auf, die von der ehema ligen Nazipresse Jahrzehnte hindurch geführt worden ist Für den aufmerksamen Beobachter und den Kenner dieser traurigen Materie konnte kein Zweifel daran bestehen, dass man die Phraseologie und die Argumente von den Nazis übernommen hat. Hierfür lieferte die Deutsche Nationalzeitung neues Material, die sich in hemmungslosen und hasserfüllten Angriffen gegen Israel nach dessen Sieg über die arabischen Verbündeten der Neonazis ereiferte und in ihrem Ton an die üblen Nazi-Organe wie den Goebbels’schen Angriff oder den Stürmer erinnerte. In der CSR erschien vor einiger Zeit ein Brief, den man auf einem nachgemach ten Briefbogen des Dokumentationszentrums des Bundes jüdischer Verfolgter des Naziregimes in Wien mit der faksimilierten Unterschrift des Leiters dieser Institution verbreitet hatte ein gefälschtes Dokument, das dem Stil der „Protokolle der Weisen von Zion“ angepasst war. Der Brief enthielt die erfundene Mitteilung, dass die Demokratisierung der CSR „im Interesse des Judentums und Israels“ liegen würde. Diese Provokation rief den Leiter des Dokumentationszentrums, den bekannten Ing. Simon Wiesenthal, auf den Plan, der ein unermüdlicher Vorkämpfer für das Recht und die Beseitigung der noch vorhandenen nazistischen Rechtsbrecher ist. Wiesenthal hat sich nun nicht damit begnügt, die allgemeinen Vergleichsmöglichkeiten im Jargon der braunen und roten Presse vor allem Ostdeutschlands, festzustellen und auf die Aehnlichkeiten in der Ausdrucksform, in den Gedan kengängen und bei den Verleumdungen hinzuweisen. S Wiesenthal leistete gründliche Arbeit, studierte die verschiedenen Publikationen der ostdeutschen Presse und ging den Lebensläufen der verantwortlichen Redakteure. Herausgeber und Schreiber nach. Das Ergebnis seiner mit Energie, Fleiss und umfassender Sachkenntnis durchgeführten Untersuchungen liegt vor. Er übergab das von ihm erforschte, umfangreiche Material auf einer im September in Wien abgehaltenen Pressekonferenz. Das uns übermittelte Schriftstück trägt den Titel „Nationalsozialistische Elemente in Presse und Propaganda der Deutschen Demokratischen Republik“. In der Einleitung heisst es u.a.: „Wir halten es für geboten, mit dieser Dokumentation den Hintergrund besorgniserregender internationaler Entwicklungen zu beleuchten und Zusammenhänge aufzuzeigen, weiche Historiker und Politiker zu sehr ernsten Ueberlegungen und ARABER GEGEN TERRORISTEN Hebron, — Etwa 200 arabische Führer im Westbezirk haben in einer Botschaft an den israelischen Verteidigungsminister Mosche Dajan gegen die Aktivitäten der arabischen Guerillas in diesem Gebiet und im besonderen gegen den letzten Angriff der Terroristen protestiert. In der Höhle von Machpela in Hebron hatten sich insgesamt 47 israelische Pilger eingefunden, als eine Bombe explodierte, die von Terroristen gelegt worden war. Fast alle Pilger wurden verletzt. Die Israelis schritten sofort zu Repressalien und sprengten die Häuser verschiedener Araber, welche sie im Verdacht hatten, mit diesem Attentat in Verbindung zu stehen. Die im Hause des Bürgermeisters von Hebron, Scheich Mohammed Ali Chiabarai, versammelten Notabein brachten Mosche Dajan ihr Bedauern über den Zwischenfall zum Ausdruck, beschwerten sich jedoch gleichzeitig über die israelischen Vergeltungsmassnahmen. Nur zwei der anwesenden arabischen Führer hatten sich geweigert, diese Botschaft zu unterzeichnen. Auf Vorschlag des Scheichs wurde ferner der Beschluss gefasst, eine Delegation nach Amman zu entsenden, um die Führer der arabischen Kommandos aufzufordern, von den Sabotageakten im Westbezirk abzulassen, und die transjordanischen Behörden zu ersuchen, durch Radio Amman einen Aufruf in diesem Sinne zu verbreiten. Contra el Genocidio Naciones Unidas. — España, la España franquista, ha accedido a la Convención Internacional contra el Genocidio, dice un comunicado de prensa de las Naciones Unidas. El instrumento de accesión fue entregado a la Oficina de Asuntos Jurídicos de la ONU el día 13 de septiembre. Con esta accesión van ya 72 naciones las que han ratificado el trascendental pacto internacional. La Convención contra el Genocidio entró en vigor el 12 de enero de 1961. Sus adhérentes no sólo se comprometen a prevenir y castigar los actos de genocidio, sino también a tomar medidas legales para poner el pacto en vigencia en los territorios bajo su propia jurisdicción. Así mismo, quedan obligados a conceder la extradición de los culpables en casos de genocidio. Indícase que la extradición de verdugos nazis que participaron en el genocidio contra el pueblo judío ha sido, desde hace muchos años, uno de ios grandes objetivos que persigue el Congreso Judío Mundial, pero muchos de esos genocidas siguen aislados incluso en países que han accedido a la Convención de Genocidio. (OJI) Gegen den Voelkermord Vereinte Nationen. — Spanien Franco-Spanien, ist der internationalen Konvention gegen den Völkermord beigetreten, so besagt ein Presse-Communiqué der Vereinten Nationen. Die Beitrittsurkunde wurde dem Büro für Rechtsfragen der UN am 13. September übergeben. Mit diesem Beitritt haben jetzt schon 72 Nationen dieses überaus wichtige internationale Abkommen ratifiziert. Die Konvention gegen den Völkermord trat am 12. Januar 1951 in Kraft. Ihre Mitglieder verpflichten sich nicht nur, Akte des Völkermordes zu verhüten und zu bestrafen, sondern auch gesetzliche Massnahmen zu ergreifen, um in den Gebieten unter ihrer eigenen Jurisdiktion den* Abkommen Gültigkeit zu verschaffen. Ferner sind sie ver* pflichtet, der Auslieferung von an Fällen des Völkermords Schuldigen stattzugeben. Es wird darauf verwiesen, dass die Auslieferung von Nazihenkern, die am Völkermord gegen das jüdische Volk beteiligt waren, seit vielen Jahren eines der grossen Ziele darstellt, welche der Jüdische Weltkongress verfolgt, doch viele dieser Völkermörder leben immer noch im Asyl auch in den Ländern, die der Konvention gegen den Völker* mord beigetreten sind. (OJI) Vergleichen anregen könnten“. Mit Recht weist Wiesenthal darauf hin, dass die Aehnlichkeit zwischen den Presse-Erzeugnisse der DD R und den ehemaligen Naziproduktionen so stark ist, dass nicht nur ein nachgeahmter Stil oder übernommene Argumente hierfür entscheidend sein mussten, sondern auch die Produktoren selbst, die Sehreiber möglicherweise die gleichen wie ehemals sind. Dafür sprach der erhebliche Unterschied, den man in den Polemiken der übrigen kommunistischen Länder und der DDR beobachten musste, Wiesenthal machte ein kleines Experiment und kam zu der Ueberzeugung; „Wenn man in den Kommentaren der DDR-Blätter das Wort „Israeli“ durch „Jude“ sowie „fortschrittliche Kräfte“ durch „Nationalsozialismus“ ersetzt, glaubt man plötzlich eine Vorlage aus Goebbels’ Propagandaministerium vor sich zu haben. Die Aehnlichked der Gedan ken und Begriffe ergab sich aber auch, wenn man den umgekehrten Weg ging und probeweise Artikel aus der NS-Zeit mit Vokabeln aus dem DDR-Wortsehatz ausstattete“. — Das Experiment führte zu überraschenden Ergebnissen. Das Dokumentationszentrum stellte eine Liste von nicht weniger als 39 Personen zusammen, die der NSDAP angehörten und in der NS-Zeit einflussreiche Posten innehatten und die heute noch in der Presse, im Rundfunk sowie in den Propagandastellen der DDR mindestens den gleichen Einfluss ausüben. In dem Memorandum Wiesenthala (Schluss auf Seite 2) Sonderstempel Jerusalem, — Die rumänische Postverwaltung hat ein Sonderkuvert mit der Aufschrift „Sonderflug“ herausgegeben, die anlässlich der israelischen Nationalen Briefmarken-Austellung in Jerusalem erschienen ist. Rumänien ist das erste fremde Land, das offiziell von der Ausstellung Kenntnis genommen hat. und diese Geste wird hier als besonders freundschaftlich betrachtet. Der auf dem Kuvert über die Marke gedruck te Text besagt; „Sonder flug zur Nationalen Briefmarken - Ausstellung in Jerusalem“ Das Kuvert trägt das Emblem der Heiligen Stadt. (ITA)

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