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Jüdische Wochenschau · 1968-08-16 · 2281 (16.8.1968) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2281 (16.8.1968)
Date
1968-08-16
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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r o (O © 5 - U r II o!$ O?£ < O FRANQUEO PAGADO Concesión 90S TARIFA REOUCIOA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 1« I»E AGOSTO I»E 196* N» 2261 EL EJEMPLAR en toda (a República 30, PUEYRREDON 2190 t» tag. Buenos Aires T.E. 33 - 2613 Moskau und die Terroristen Die moskauer „Prawda“ nennt sie „arabische Patrioten', und Jakob Malik spricht vom „legitimen Widerstand“. Das könnte na' türlich bedeuten, dass die Sowjetunion heute die ara bische Terrorbewegung ge' gen Israel unterstützt. Ebenso möglich ist es aber auch, dass sie der Kraft und des Einflusses entbehrt, sich ihr entgegenzusetzen. Im merhin lohnt es sich, das Verhalten der Sowjetunion gegenüber den arabischen Terroristen näher zu untersuchen, wenn auch nur deshalb. weil wenig Aussicht auf Einstellung der antiisraelischen Provokationen und entsprechender israelischer Reaktionen besteht, falls und solange die Sowjetunion an der Fortsetzung der Politik der Nadelstiche wahrhaft interessiert ist- Es besteht kein Zweifel, dass die Sowjetunion vor dem Sechstagekrieg den arabischen Terror missbilligte und ihm sogar Einhalt zu gebieten versuchte. Der Guerilla-Krieg als eine Form des „Volksbefreiungskrieges“ ist ja auch ein chinesisches und kein sowjetisches Rezept. Im Gegenteil: die ernsthaften Differenzen zwischen Moskau und Havanna. die Kuba zum Fernbleiben von dem Budapester KP-Treffen veranlasst hatten, sind darauf zurückzuführen, dass Fidel Castro in den bourgeoisen lateinamerikanischen Staaten Guerilla-Bewegungen aufziehen möchte, während die sowjetische Regierung an guten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit den bestehenden lateinamerikanischen Regimen interessiert ist und sich deshalb dem chinesischen und Von ZEEV BARTH kubanischen Vorwurf aussetzt, „die Revolution verraten“ zu haben. Aber Moskau hat für die Schonung der lateinamerikanischen Staaten seine eigenen Gründe: es hofft über kurz oder laug die dort bestehenden und eher wachsenden Anti- Yankee - Ressentimens für eigene Zwecke einspannen zu können und durch die Hintertür Eintritt und Einfluss zu gewinnen, wie sie im Nahen Osten dank der arabischen Anti-Israel-Ressentiments ohne Sturz der bestehenden nationalistischen Regime auskam und die arabischen Obristen und Generäle in „Sozialisten“ verwandelte. KEINE HILFE FlIER SCHUKEIRI Bis zum 5. Juni 1967 hatte Moskau sowohl der „Palästinensischen Befreiungsbewegung“ Achmed Schukeiris als auch der von Syrien ausgehenden Konkur. renz, der El Fatach-Organisation, jegliche Anerkennung und Hilfe versagt. Diese erfreuten sich vielmehr einer Unterstützung in Form von Waffen und Ausbildung aus China. Moskau soll zuverlässigen Informationen zufolge auch mehrmals vor dem Krieg den Versuch unternommen haben, die Syrer zur Mässigung zu bewegen und ihnen die Einstellung des Terrors ans Herz zu legen. Ob der sowjetische Einfluss nicht ausreichte, um die Syrer zu massigen, oder ob die Sowjets ihre Versuche aus Angst vor zunehmendem chinesischen Einfluss und vor einer Auseinandersetzung mit der radi- Begegnung in London London. — UN-Schliehter Dr. Gunnar Jarring wird nach Beendigung seiner 10tägige. Ferien die er in Schweaer’ verbringt, wieder in den Mittelosten reisen, um neue Verhandlungen zu führe*-, die er wieder von vom beginnet, muss, da seine früheren Gespräche die ■Lage in keiner Weise geklärt oder gar gebessert haben. Dies verlautete nach einer Begegnung, die hier zwischen Israels Aussenm-inister Abba Eban und Dr. Jar.ing stattgefunden hat. Für den Stand der Dinge ist bezeichnend, dass Eban die gleiche Sprache wie bei seinem ersten Zusammentreffen mit Jarring führte. Die beiden trafen sich in der Priv itwohnung des israelischen Botschafters. Der Unt ''haltung wohnten Geschäftsträger Jeschajahu Anug und der Direktor des Auis^nministeriums in Jerusalem, Emanuel Shimoni, bei. Ueber den Verlauf der Beratung berichtete ein Sprecher der Israel - Botschaft folgendes-, „Der Sonde auttragte des UN-Ge- Vieralsekretäcs und der israelische Aussenminister waren zum letzten Mal Ende Mai im Haag zusanv mengetroffen. Dieses Mal besprachen sic die Mission Jarrings die darin besteht, ein Abkommen über einen gerechten und definitiven Frieden zu fördern. Aussenminister Eban übermittelte die Zust'mmung seiner Regierung zu der Ansicht des Generalsekretärs, dass es nützlich sei. dass Jarring seine Bemühungen fortsetzt. Er verlieh auch der Bereitschaft Israels Ausdruck, weiter mit Jarring zusammenzuarbeiten. Wahrscheinlich werden Di. Jarring und der Aussenmirister erneut ln Jerusalem Zusammentreffen, wenn dieser wieder d »r hin zurückgekehrt sein und jener Kontakt mit anderen Aussenministern der Zone genommen haben wird.“ Wie verlautete, erwähnte Dr. Eba i auch die Frage des gekaperten Flugzeugs, ohne jedocn besondere Wünsche zu formulieren, da die UN sich mit diesem Fall beschäftigt und verschiedene Fühlungnahmen eingeleitet wurden. Abba Eban liog nach dieser Unterhaltung zur Konferenz mit den israelischen Repräsentanten nach Afrika. kalen Baat-Fütnung lieber aufgegeben haben, ist kaum feststellbar. Der Umstand, dass die fortgesetzten Provokationen der Syrer usd die Angst vor einer israelischen Vergeltungsaktion dann zu einer derartigen Zuspitzung der Lage führten, die den Sechstagekrieg unvermeidlich machte, sollte eigentlich die Russen überzeugt haben, dass ihre ursprünglichen Einwände gegen die Terror, bewegung berechtigt waren. Dennoch scheint es. dass sich in Moskau nach dem Sechstagekrieg eine gewisse Aenderung in der Haltung gegenüber dem arabischen Terror duruhzusetzen vermochte, insbesondere sofern er von transjordanisehem Gebiet allein ausgeht Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass die Sowjets zur Ueberzeugu ng gelangt seien, sie könnten sich dem Terror nicht widersetzen, und deshalb lieber versuchen, ihn für eigene Zwecke zu benützen. Objektiv geurteilt dürfte es den Russen wirklich ni^-ht leicht fallen, ihren arabischen Schützlingen heute die Liquidierung der Terrorbewegung zu empfehlen, nachdem diese im „VoJksbefreiungskrieg“ die einzige Chance erblicken, die verlorenen Gebiete zurückzuerlangen. Die Sowjetunion hat den Arabern während des Sechstagekrieges keine Hilfe I geleistet und nach dem Kriege nicht vermocht, die militärische Niederlage in einen politischen Sieg zu verwandeln. So ist es verständlich, dass es Moskau heute kaum wagen kann, den Arabern die einzige Hoffnung zu nehmen, durch Terror in den besetzten Gebieten und in Israel die Bereitschaft Israels zu Kompromissen und zum Verlassen der besetzten Gebiete zu erhöhen. Hinzu kommt auch die Angst Moskaus vor einer Einbusse an Prestige und Einfluss in den radikalen arabischen Staaten und vor dem Anwachsen eines chinesischen Einflusses, vielleicht aber auch das Unvermögen, die arabischen Staaten durch Vernunftsargumente zu überzeugen, dann schliesslich auch der Unwille. sich in einen offenen Konflikt ,mit der El Fataeh und ähnlichen Organisationen einzulassen. IN SOWJETISCHEM INTERESSE Immerhin konnte sich Moskau zu der Ueberzeugung dtirchringen, dass der Terror in der jetzigen Form den sowjetischen Interessen dient. Bisher haben sich die prosowjetischen arabischen Nachbarn Israel — Aegypten und Syrien — darauf be schränkt, den Terroristen nur propagandistische Schüt zenhilfe zu leisten, während ihre Operations- und Ausgangsbasis Transjordanien wurde. So kam es, dass sowohl am 15. Februar als auch am 21. März die israe Jische Gegenaktion sich ausgerechnet gegen den „amerikanischen Schützling“ Transjordanien gerichtet hatte, was den Russen nur gelegen kommen kann. Sie dürfen in ihrer Propaganda damit prahlen, dass die Is. raelis nur gegen das prowestliche Trarisjordanien vorzugehen wagen, während sie aus Angst vor der Sowjetunion zu keinerlei „Aggression“ gegen Aegypten und Syrien schreiten. Das nordamerikanische Prestige soll auf diese Weise neue Einbusse erleiden und vielleicht in Transjordanien den Wunsch heraufbeschwören, sich ebenfalls lieber des sowjetischen als des amerikanischen Schutzes zu erfreuen. Trotz aller schönen Reden Jakob Maliks zur Verteidigung Transjordaniens bzw. zur Verurteilung Israels. steht fest, dass die Sowjets von Hussein schwer enttäuscht sind. Nach dem j Besuch des Königs Hussein i in Moskau hatten die Rusj sen sicherlich gehofft, ihn { ebenfalls für die prosowjetij sehe arabische Front zu gewinnen, insbesondere nach- 1 dem sie ihm Waffenlieferun-; gen angeboten hatten. Aber- Hussein blieb bei aller Verbindlichkeit schwerhörig. Er verliess sich weiterhin auf den Westen. Nun wissen die Russen, dass sie wenig Aussicht auf ein tatsächlich sowjetfreundliches Regime in Transjordanien haben, solange Hussein auf dem Thron bleibt. Arabischer Terror und israelische militärische Aktionen gegen Tr ans Jordanien könnten jedoch Husseins Ende beschleunigen und damit auch die Etablierung eines linksorientierten Regimes, das die Anlehnung an England und die USA aufgeben und sich für eine Politik a la Nasser entscheiden würde. POLITISCHE GRUENDE Auch sonst haben die Russen manche politischen Gründe für eine Unterstützung des arabischen Terrors. Im Gegensatz zu den lateinamerikanischen Staaten können sie an Israel keinerlei Hoffnungen knüpfen. Der Terror könnte aber ihren Erwartungen gemäss die Position der USA schwächen, indem er Israels Stellung schwächt. Und schliesslich haben vielleicht doch die Araber mit der Annahme recht, dass Israel die besetzten Gebiete erst verlassen wird, wenn man den Is raelis das Leben in diesen Gebieten und im eigenen Lande durch fortgesetzte Terroraktionen zur Hölle macht. Es gab eine Zeit, da ausländische politische Beobachter ein lebhaftes israelisches Interesse an der Jarring-Mission feststellen zu können glaubten. Wenn ein solches jemals vorhanden war, so besteht es heute keineswegs mehr. Die Russen sind zwar nicht an einem neuen Krieg interessiert, weil sie wissen, wie unfähig ih're Schützlinge sind, gegenwärtig einen solchen zu führen, aber sie sind auch nicht darauf erpicht, dass Jarrings Mission Günstige Kommentare Jerusalem, — Die hiesigen politischen Beobachter begriissten die Aufstellung Richard Nixons als republikanischer Kandidat für die Präsidentschaft der USA. Die erste Reaktion aut diese Nachricht war der Hinweis auf die „positive Einstellung“ Nixons zu Israel, die seinen verschiedenen Erklärungen in der Zeit der Kampagne für die Vorwahl zu entnehme« war. Allerdings äusserten die Kommentaristen, es sei kaum wahrscheinlich, dass ein Wandel in der Haltung der USA zu Israel eintreten werde, gleich wer in das Weisse Haus als Präsident einziehen sollte. Im besonderen wurde unterstrichen, dass Richard Nixon sich für die Lieferung von Waffen an Israel eingesetzt hat, um das Rüstungsgleichgewicht im Mittelosten zu wahren. Einige Beobachter erinnerten daran, dass Nixon schon als Vizepräsident während der Regierung. Eisenhower für die Probleme Israels Verständnis bewiesen hat. (ITA) Kampf gegen El Fatah Tel Aviv. — Die Entschlossenheit Israels, seine Grenzkolonien zu schützen und die Terroristen überall dort zu vernichten, wo sie ihre Basen haben, wurde von Ministerpräsident Levi Eshkol und zwei Ministern kundgetan. Verteidigungsminister Mosche Dajan erklärte bei einem Besuch im Kibbuz En Jahaw im Negew, dass die Sicherheit der Grenzkolonien heute an der Spitze der militärischen Notwendigkeiten figuriert. En Jahaw wurde von einer Bande angegriffen, die bis auf transjordanisches Gebiet verfolgt wurde, wobei fünf Marodeure getötet und zwei verletzt und gefangen wurden. General Dajan versprach, dass die Armee weiterhin das Leben und Eigen, tum der Grenzbewohner schützen und die Saboteure vernichten wird. Premierminister Eshkol sprach auf einer Versammlung der Fallschirmspringer und erklärte, dass Israel einen Zustand nicht dulden werde, der es den Fatachigelingt. Sie haben bei den Verhandlungen des Sicherheitsrates letztens erfahren, dass es auch wenig sinnvoll wäre, das gesamte nahöstliche Problem neu aufzurollen, weil nach wie vor keine Mehrheit für einen anderen Resolutionsvorsehlag zu mobilisieren wäre als für den britischen vom November vorigen Jahres. Unter diesen Umständen bleibt der Sowjetunion kein anderer Ausweg, als die Bemühungen der Amerikaner und Jarrings, ein friedliches Arrangement im Nahen Osten zu treffen, gerade dort zu torpedieren, wo beide am empfindliehesn reagieren: durch Terror und die unausbleiblichen israelischen Gegenmassnahmen. Solange aber die Sowjets die Hoffnung hegen, der Terror fördere ihre Interessen und zwar trotz oder gerade wegen der israelischen Gegenaktionen, ist kaum damit zu rechnen, dass die arabischen Staaten von sich aus zur Ueberzeugung gelangen, sie führten einen Kampf mit falschen Waffen und an einer falschen Front. sien und anderen Saboteur ren gestattet, nach ihrem Belieben anzugreifen uiv* sich später ihrer Bestrafung durch Flucht auf tranajordanisches Territorium za entziehen. Er fügte hinzu, die Marodeure, welche de« Ueberfall auf En Jahaw unternahmen, hätten wahrscheinlich zeigen wollen, dass Israels Luftangriff gegen die Basen der El Fatach in Transjordanieh in der Nähe des Dorfes Es Salt unwirksam gewesen sei. Informationsminister Isr*» el Galili kündigte in Jerusalem an, dass Israel weiter systematisch gegen die Terroristen vorgehen wird. Andernfalls, so betonte er, würden die Terroristenorga. nisationen unbehindert das Leben der Zivilbevölkerung bedrohen und ihre Kräfte bis zu einem neuen Krieg sammeln. Minister Galili sprach auf einer Versammlung der Arbeiterdeputierten. EXPLOSIONEN Jerusalem. - Eine neue arabische Organisation rühmte sich in Flugblättern, für die Explosion verantwortlich zu sein, die sich im Café Oriente ereignete und eine« Gast verwundete. Die Gruppe, welche sich „Studenten und Schüler aus dem Westbezirk“ nennt, erklärte sich auch für eine kleinere Explosion verantwortlich. Die andere Explosion beschädigte einige Tage später das Gebäude eines Generators, der zu einer Farm des Ackerbauministeriums nördlich von Gaza gehört, die den arabischen Bauern der Gegend dient. Der Generator selbst wurde nicht ausser Betrieb gesetzt. Bei dem Attentat gegen das Café Orient wurden etwa 500 Gramm eines starken Sprengstoffs in einem Depot zur Explosion gebracht. In diesem Augenblick befanden sich ungefähr 50 israelische Gäste in dem Café, von denen einer durch einen Glassplitter verletzt wurde. Später kam es auf der Strasse zu eklem Handgemenge zwischen israelischen und arabischen Jugendlichen. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavía UF Registro de ia Propiedad Intelectual N* 947 Zíf

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