Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1968-05-10 · 2267 (10.5.1968) · p. [Seite 8]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2267 (10.5.1968)
Date
1968-05-10
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616703-9616177-9616326--5210-9616334
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

O os O c « — *“ c « K l* n FRANQUEO PAGADO Concesión 908 ° ¿ 5 < o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 MANA ISRAELITA Afio XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 10 DE MAYO DE 1968 N“ 2167 EL EJEMPLAR wi toda la República 30.- PUEYRREDON 2190 1» fceq. Buenos Aires T.E. 83 - 261» Diskussion um Mil itaer-Parade von B. B. SAMUEL Grosszügigkeit hinweggegangen ist. ohne daraus weitere ■ Probleme zu machen. Weder der Sicherheitsrat noch der besorgte U Thant haben bisher ein Wort darüber gesagt, dass Nasser erneut und offen mit Krieg und Vernichtung droht. Weder U Thant noch der Sicherheitsrat haben irgendwelche Schritte gegen Transjordanien unternommen oder auch nur ein Wort der Warnung geäussert. dass von transjordanischem Gebiet aus täglich Angriffe auf israelische Siedlungen oder Terrorakte auf israelischem Gebiet von gedungenen Banden ausgeübt werden. Hierzu schweigen sie alle, U Thant, der Sicherheitsrat, die Grossmächte. Auch die von den UN eingesetzten Beobachter schweigen, wie sie immer geschwiegen haben, wenn arabische Terroristen in Aktion getreten sind Aber über einen Parade-Plan werden Beschlüsse gefasst und diplomatische Schritte unternommen. Bisher haben sich die UN auch noch nicht dazu geäussert, dass die transjordanischen Behörden während ihier Besetzung des cisjordanischen Gebietes und vor allem der Altstadt von Jerusalem in der übelsten Form die Heiligen Stätten der Juden, Synagogen und Friedhöfe, geschändet haben. Einen vermeintlichen, erst bevorstehenden ,,Bruch“ des Waffenstillstandes durch Israel wegen der Abhaltung einer Parade haben die UN dagegen zum Vorwand genommen, um gegen Israel Stellung zu ergreifen... Vor einigen Tagen fand in Aegypten ein Plebiszit statt, um die Politik Nassers zu bestätigen. Das Ergebnis spricht für sich: 7.315 419 Ja-Stimmeu stehen 798 Neinstimmen gegenüber. In Prozenten; 99,989 Prozent der Bevölkerung erklärten sich für Nasser. Wo man solche „Abstimmungen“ findet, ist nur allzu bekannt Zu diesem internen Terror schweigen die UN nicht nur sondern sind gewillt, diese Ergebnisse ernst zu nehmen. Auf diesem Wege werden die Demokratien nicht die Demokratie retten. Israel sollte eine grosse Aktion einleiten, um einmal mehr zu versuchen, die Welt vor ihrem eigenen Untergang zu warnen und die gerechtdenkenden Menschen zu ermutigen, dem Recht zum Siege zu verhelfen. Hierzu ist es niemals zu spät. Vom Jom Haazmaut Richter wurden verurteilt JAKOB KATZ-ROGASEN Die beiden angeklagten ehemaligen NS-Sonderrich* ter Ferber und Hoff mann, die wegen ihrer Mitverantwortung am Todesurteil gegen den jüdischen Kaufmann Katzenberger angeklagt waren, sind inzwischen zu drei bzw. zwei Jahren Kerker verurteilt worden. Ob es bei dieser Entscheidung bleiben wird, steht dahin. Jedenfalls «st das Urteil im Verhältnis zur Ungeheuerlichkeit der Tat ausserordentlich milde ausgefallen, und die ursprüngliche Schärfe des Vorsitzenden gegen den angeklagten früheren Landgerichtsdirektor Ferber schlug in^Milde um. Sicherlich gibt es Fälle, in denen die Totschläger, Mörder, Schinder und Henkersknechte der Konzentrationslager noch viel billiger davongekommen sind als diese beiden früheren Richter, von denen man aber erwarten musste, dass sie, — selbst wenn sie keine andere Bildung hatten, — zumindest mit den Gesetzen vertraut gewesen sind. Sie haben auch nicht spontan gehandelt, sondern Monate, Wochen und viele Stunden Zeit gehabt, über das nachzudenken, was vor ihren Augen und unter ihrem Mitwirken vor sich ging. Diese Begebenheiten mit „Rechtsbeugung“ a'bzutun, würde bedeuten, dass wir uns über die tatsächlichen Vorgänge auch heute noch hinwegsetzen. Denn „Rechtsbeugung“ war nur ein typisches Merkmal der NS-Herrschaft von der ersten Stunde der Machtübernahme an. Wie in allen Prozessen gegen die NS-Verbrecher haben auch Exrichter Ferber und Hofmann, dieser sogar noch bis heute Rechtsanwalt, sofort gewusst, wem sie Verantwortung und Schuld für das von ihnen zuletzt eingestandene Verbrechen zuschieben konnten: ihrem damaligen Vorgesetzten, dem inzwischen verstorbenen Landgerichtsdirektor Rothaug, der als Vorsitzender des Sondergerichts nach allen Feststellungen tatsächlich die treibende Kräft für das Zustandekommen des Todesurteils gewesen ist. Wie das gemacht wurde ,kann man auch heute noch genau feststellen, denn alle Unterlagen sind erhalten geblieben. Beim Lesen des Urteils steige« Ekel und Abscheu, Entsetzen und Verachtung in jedem objektiven Leiser empor, dass sich akademisch gebildete Männer dazu hergaben, mit einem uniibertreffbaren Zynismus und erkennbaren Sadismus dem Unrecht aus Hass und aus anderen niedrigen Motiven zu frönen, wie der Hoffnung auf diese Weise Karriere machen zu können. Erstaunlich bleibt auch die widerliche Darstellung und die Niederschrift der vermutlichen geschlechtlichen Verbindungen zwischen den beiden Angeklagten, die durch nichts erwiesen wurden und nur auf den nicht weiter zu qualifizierenden Hypothesen der Richter beruhten. Die ungewöhnlich ordinäre Ausdrucksform in der schriftlichen Urteilsbegründung spiegelt den „Geist“ dieser barbarischen Epoch wieder Die gegen die beiden Beisitzer im Sondergericht nunmehr erhobene Anklage war in ihrer Zielsetzung bereits wohlwollend und deswegen bemerkenswert, denn mau warf ihnen nur vor, sie seien einer offensichtlichen Rechtsbeugung des Vorsitzenden Richters nicht entgegengetreten. Dabei-wird geflissentlich übersehen, dass ohne die Mitwirkung der beiden Beisitzer das Urteil niemals zustandegekommen wäre, es also genügt hätte, wenn sie zu dem von Rothaug angestrebten Todesurteil nein gesagt hätten. Dass sie das nicht taten, war Rechtsbeugung und nicht nur ein Versagen gegenüber dem Verlangen eines Dritten. In diesem Zusammenhang ist eine eidesstattliche Erklärung des Angeklagten Ferber interessant, die er im Jahre 1947 gegeben hat und deren Wortlaut vorliegt. Seine damaligen Schilderungen enthalten eine schwere Belastung des Rothaug, aber ungewollt auch eine Anklage gegen sein eigenes Versagen und damit ein Eingeständnis der eigenen Verantwortung und Schuld. Zu Punkt 9 heisst es dort: „Die Prozessvorbereitung und die Verhandlungsleitung durch Rothaug bedeuteten nach Form und Inhalt eine Vergewaltigung meiner freien richterlichen Entschliessung als Beisitzer. Es war deutlich geworden, wie stark Rothaug als Willensvollstrecker für den Vemichtungswillen^ der Parteiinstanzen aufzutreten, gesonnen war.“ Das erklärte Ferber 1947. Trotzdem wirkte er am 13 März 1942 am Todesurteil gegen Katzenberger mit, dei dann einige Monate später hingerichtet wurde. Aus welchen Gründen Ferber bei dieser Sachlage nicht als Mittäter am Mord, sondern nur wegen Totschlags verurteilt wurde, bleibt unerfindlich. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ersuchte Israel durch einen einstimmigen Beschluss, die geplante Militärparade ln Jerusalem aus Anlass seines 20. Una'hhängigkeitstages nicht in der geplanten Form abzuhalten da die Parade in einem Teil Jerusalems beginnen sollte — und begann —, der früher vom transjordanischen Königreich okkupiert war. Die israelische Regierung wies darauf hin, dass ein solche- Beschluss einen Eingriff in die Souveränität des Staates Israel bedeutet und deswegen nicht beachtet werden könne. Die Militärparade fand im vorgesehenen Rahmen statt und verlief ohne jeden Zwischenfall. Man kann schon darüber diskutieren, ob die UN und ihr Sicherheitsrat keine anderen Sorgen haben, als sich darum zu kümmern, obwo und in welcher Form ein Mitgliedstaat seinen Unabhängigkeitstag feiert. Derartige Resolutionen, die keinen praktischen Wert haben, sind leere Demonstrationen und Versuche, den Staat Israel vor der Weltöffentlichkeit ins Unrecht zu setzen. Dass sich die westlichen Grossmächte zu solchem durchsichtigen Spie! hergeben. ist nur ein Beweis mehr für ihre unsichere Politik deren letzte Weiheit immer darin besteht, auf Kosten anderer, kleinerer Völker, Wie in diesem Fall aui Rechnung Israels, den Arabern, den Ostmächten oder anderen offenen oder versteckten Gegnern einen , Gefallen“ zu erweisen. Völlig unverständlich aber ist die einseitige Stellungnahme des UN-Generalsekretärs U Thant, der eine Kote an die israelische Regierung richtete, die beabsichtigte Parade im sogen. Ostsektor Jerusalems verstoßse gegen die Abmachungen des Waffenstilltandes, der zwischen Israel und Transjovdanien — von ihm immer noch Jordanien genannt — abgeschlossen wurde. Mit Recht wies Israel diese Einmischung U Thants als nicht gerechtfertigt zurück. Das \ orgehen des UN-Generalsekretärs hat in Israel Verbitterung hervorgerufen, und Dicht nur in Israel. Der Plan, eine Parade zu veranstalten, rief die Aufmerksamkeit des Herrn U Thant hervor, der sich zu einem „aktiven Eingreifen“ entschloss, desselben Generalsekretärs, der vor einem Jahr aus eigener Machtbefugnis die UN-Truppen aus dem Gaza-Streifen zurückzog, nur weil Nasser dies in der Annrhme verlangte, er könne seinen lange vorbereiteten Angriff auf Israel bequemer vollziehen, wenn die e UN-Truppen verschwinden würden. Dass Nassers und vielleicht auch U Thants Rechnung nicht aufging, unterstreicht nur diesen übereilten Schritt des UN-Genera’.Sekretärs, dessen Truppen im übrigen aktiv — wenig tens an einigen Stellen — m Kampf gegen Israel te nommen haben, eine T; t iche. über die Israel sehiiesslich iu irrtümlicher I DIPLOMATISCHER EMPFANG Jerusalem. — Am Vorabend des Jom Haazmaut versammelte sieh das vollzählige Diplomatische Korps im Hause des Staatspräsidenten Salman Shazar, um ihm seine Glückwünsche auszusprechen. Unter den Besuchern waren auch alle jene Diplomaten, deren Re gierungen Jerusalem nicht als Hauptstadt Israels anerkennen, u. a. der USA-Bot schafter Walworth Barbour und Englands Botschafter. GAESTE DES GENERALSTABS Tel Aviv. — Die Chefs de” Generalstäbe von Ekuador, Uganda und Malgasch nah men in Israel an der Jom Haazmau.t-Parade teil. Sie waren Gäste ihres israelischen Kollegen, des Generals Chaim Bar Lew. TOURISTEN Jerusalem. — Tausende Israelis aus den verschiedenen Landesteilen und Touristen aus Uebersee erlebten die Parade in Jerusalem Man schätzte die Zahl der Zuschauer auf über eine halbe Million Menschen. AM VORABEND Jerusalem. — Nach dem Ende der Trauerfeiern um die Kriegsgefallenen, die alljährlich am Tage vor dem Jom Haazmaut in ganz Israel stattfinden, tönten in den Abendstunden in allen Städten die Sirenen, und überall flammten bunte Lichter auf. Die Fahnen, die auf Halbmast geweht hatten, gingen hoch, die Autos Hessen ihre Hupen ertönen, und das ganze Volk wurde von Freundenstimmung erlasst. Die Begeisterung ar. diesem Unabhängigkeitstag der fast e‘n Jahr nach dem grössten Sieg Israels gefei ert wurde, schlug besonders hohe Wellen. Zahlreiche offizielle Feiern fanden in den Nachtstunden statt. Auf dem Herzlberg leitete der Knesset-P”äsident Kadisch Luz eine Massenveranstaltung. An vielen Orten wurden, durch das gut? Wetter begünstigt, improvisierte Feiern abgehaiten. IN LONDON UND WASHINGTON London. — Botschafter Aharon Remez veranstaltete am Jom Haazmaut einen Galaempfang, zu dem ein Mitglied der Königstamilie, Mitglieder des Kabinetts und die Chefs der diplomatischen Vertretungen von 50 Ländern, sowie hochgestellte jü dische und zionistische Persönlichkeiten erschienen. Die Minister wurden von Minister Michael Stewart und dem Ratspräsidenten Richard S. Crossman angeführt. Die königliche Familie wurde vom Prinzen Michael von Kent repräsentiert. Washington. — Vizepräsident Hubert H. Humphrey, der als Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaft ausersehen ist, wohnte dem vom Israel-Botschafter General Jizchak Rabin veranstalteten Empfang bei. Ferner erschienen zahlreiche Mitglieder des Parlaments, Botschafter, Regierungsbeamte und hohe Militärs. GLUECKWUNSCH DE GAULLES Paris. — General de Gaulle sandte dem Präsidenten Shazar ein Kabel, in dem er ihn anlässlich des 20 Unabhängigkeistages Israels beglückwünschte und seine „ausserordentlichen und aufrichtigen Wünsche iiir den Präsidenten Shazar und das israelische Volk“ aussprach. RESOLUTION DES USA-SENATS Washington. — Der Senat der Vereinigten Staaten hatte am ‘l: Mai einfe Resolution angenommen, in der der Staat Israel am 20. Jahrestag seiner Unabhängigkeit beglückwünscht wurde. Gleichzeitig erinnerte der USA-Senat darin an eie Hilfe, welche das amerikanische Volk bei der Wiederaufrichtung einer unabhängigen jüdischep Nation auf ihrem alten historischen Heimatboden geleistet hat, und sprach die Hoffnung aus dass Juden und Araber binnen kurzem zu einer friedlichen Regelung ihrer Differenzen gelangen mögen. DIE PARADE Jerusalem. — Die Parade, die in den letzten Wochen Gegenstand internationaler Kontroversen gebildet hatte, zog bei strahlender Sonne durch d’e Strassen der Hauptstadt, während die Luftflotte am Himmel eine Schau von Israels Mache und der akrobatischen Geschicklichkeit ihrer Piloten bot. Der Aufmarsch vollzog isch ohne Zwischenfälle. Die Behörden hatten strenge Sicherheitsmassnahmen getroffen. Ausser einigen Fällen, in denen Menschen einen Hitzsehlag bekamen, war der einzige Zwischenfall eine Panne, die ein von den Aegyptern im Sechstagekrieg erbeuteter riesiger Stalin-Tank erlitt, dessen Motor sich überhitzte, so dass der Tank in Brand geriet und abgeschleppt werden musste. Die Ehrentribüne, von der Präsident Shazar, Premierminister Eskol und Verteidigungsminister Dajan in Uniform die Ankunft der Fahne stehend begrüssten. war auf einem Hügefim Osten der Stadt aufgestellt der die Strasse beherrscht, auf welcher die Arabische Legion im Jahre 1943 in die Jerusalemer Altstadt einzog. Generalmajor Bar Lew empfing den Ehrengruss der defilierenden Truppengattun gen. Das weisse Haupt des ehemaligen Premierministers Ben Gurion war zum ersten Mal in 20 Jahrer. nicht auf der offiziellen Tribüne zu sehen. Der 82jährige Staatsmann wohnte dem Ereignis auf seinen Wunsch von einer allgemeinen Tribüne bei.' Die arabische Bevölkerung Ostjerusalems war durch wahrscheinlich aus Amman stammende Flugblätter aufgefordert worden, während der Parade in ihren Häusern zu verbleiben und die Fenster zu schliessen. Doch die Araber sahen dem Aufmarsch von den Baikonen und hinter den Rolläden zu. Impreso en la Imprenta ^PpLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual ' N9 ‘ 947 226 1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.