Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2265 (26.4.1968)
- Date
- 1968-04-26
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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PUEYRREDON 2190 — 1’ izq. JfaJeftuutciJsfocj&liici T. E. 83 - 26 1 3 Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 26 DE ABRIL DE 1%8 N° SU» Israels 20. van JEHVDA GOTTHEIMER „Ich werde mein Volk Israel wiederherstellen; sie werden verödete Städte erbauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und ihren Wein trinken und Garten anlegen und ihre Frucht gemessen. ,,Ich werde sie pflanzen auf ihrem Boden, dass sie nicht wieder ausgerissen werden von ihrem Boden, den ich ihnen gegeben, hat der Herr, dein Gott, gesprochen.“ — Diese schlichten Worte de*-. Propheten hat das jüdische Volk in seinem Herzen alle Jahre seiner Zerstreuung getragen. Es war die Hoffnung auf Wiederherstellung des Landes, die Liebe zu Zion, die das jüdische Leben durchglühte, wo immer das Schicksal in unserer langen Geschichte die unsteten Wanderer hintrug. Die Weissagungen, von denen unts die Bibel berichtet, werden alle von dieser Stimmung und Erwartung auf die künftige Erlösung getragen, von den Zeiten unserer Befreiung aus Mizrajim durch die langen Jahrhunderte der Leiden und der Verfolgungen bis in die schmerzensreiche Tage unserer jüngsten Vergangenheit, an die wir uns anlässlich der 25. Wiederkehr der Erhebung im Warschauer Ghetto erinnert haben. Nur ein halbe*; Jahrzehnt trennte den heldenhaften Kampf des Ghetto von jenem Tage, an dem vor nunmehr 20 Jahren der Staat Israel proklamiert worden ist, der Staat Israel, der von einem neuen „Geschlecht der Makkabäer“ erbaut wurde, von einer neuen Generation, die in Freiheit leben und arbeiten wollte. Israels kurze Geschichte ist der Beweis dafür, dass aus der Verbindung de*; alten und neu gewordenen Volkes Israel mit seinem alt-neuen Lande etwas Neues geschaffen worden istdie erträumte Renaissance des Volkes ist Wirklichkeit geworden. Da« sind nicht mehr dieselben Juden, die sich Jahrhunderte verfolgen liessen, die gezwungen wurden, von Land zu Land und von Kontinent zu Kontinent zu ziehen. Das sind die neuen Juden, die Israelis, die „nicht wieder ausgerissen werden aus ihrem Boden“, und die — leider — in den zwanzig Jahren der staatlichen Selbständigkeit Israels hierfür täglich den Beweis und die Bewährung liefern mussten. Was von Israel in den 20 Jahren an Leistungen vollbracht worden ist. wurde von Juden wie Nichtjuden, soweit sie nicht böswillig waren, gern als ein Wunder bezeichnet. Wie die einfache Tatsache de*; jüdischen Ueberlebens trotz aller Leiden und Nöte während der Jahrtausende kaum verstanden werden kann, wie das Inferno kaum vorstellbar und begreifbar ist, durch das die Juden unseres Zeitabschnittes gehen mussten und dennoch die Kraft hatten, weiter zu bauen und zu arbeiten, soweit sie überlebten, so ist gewiss der Prozess der Umwandlung eines Volkes der Händler und der Intellektuellen in ein Volk der Bauern, der Arbeiter und der Soldaten bewundernswert und schwer zu verstehen Aber in diesem Unerwarteten und Eigenartigen liegt das Geheimnis unserer Ge schichte, liegt jene irrationelle Kraft, die ein Volk in der Weltgeschichte bestehen liess, obwohl dies mit allen Gesetzen der Logik schwer vereinbar ist. Und doch wäre es ein Irrtum, wolle man diese „wundersame“ Entwicklung und den Bestand des Staates Israel und seines „wunderbaren“ Volkes auf ein Wunder zurückführen oder wolle man sich mit einer solchen Erklärung zufrieden geben. So einfach kann man sich die Erklärung unseres Zeitgeschehens nicht machen auch dann nicht, wenn man geneigt ist, die Fügungen unseres Schicksals auf göttliches oder überirdisches Walten zurückzuführen. Der Lauf der jüdischen Geschichte nahm erst dann seine Wendung, als zum Glauben und zur alten Zionsliebe, die sich durch alle Zeiten wie ein glühender Faden durch unsere Geschichte zieht, der gestaltende Willen unseres Volkes hinzutrat, Glauben und Wirklichkeit durch menschliche Kraft in einen Einklang zu bringen. Das war die historische Funktion der Zionistischen Bewegung, die vom Vater des Judenstaates, von Theodor Herzl, gedacht und in konkrete Formen gelenk' worden ist. Auch wenn man nicht vom polittechen und militärischen Kampf spricht, der Israe1 seit seinen Anfängen aufgezwungen wurde, darf man selbst nicht im Angesicht der grossartigen Leistungen des jungen Staates auf allen Gebieten des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, erzieherischen und wissenschaftlichen Lebens von Wundern sprechen und sich damit begnügen. Denn hinter all dem Wunderbaren, was erreicht und erkämpft worden ist. steht jeder einzelne Israeli, Mann, Frau und Kind, mit •seinem persönlichen Opfer, mit seiner Hingabe für die gemeinsame Sache des Volkes und des Staates, mit seiner unbedingten Einsatzbereitschaft. zur Stelle zu sein, wann und wo man immer ihu ruft. Die hohe Mo- Um die Verjaehrungsfrist Bonn. — Die Regierung der Deutschen Bundesrepublik hat angekündigt, dass das Kabinett in allernächster Zeit den Entwurf zu einem Gesetz prüfen wird, durch das die Verjährung von Verbrechen wie Mord und Völkermord aufgehoben wird, damit die Naziverbrecher, deren man noch in Zukunft habhaft werden kann, vor Gericht gestellt werden können. Die Verjährungsfrist von 20 Jahren, welche 1965 abgelaufen war, wurde mit dem Argument, dass die deutsche Justiz nicht imstande gewesen ist, während der ersten vier Jahre nach Kriegsende die Naziverbrecher vor Gericht zu ziehen bis zum 31. Dezember 1969 verlängert. Der Regierungssprecher Konrad Ah" lers hat nunmehr mitgeteilt das Kabinett habe dem Verlangen des Justizministers Gustav Heinemann stattgegeben, über eine Gesetzesvorlage zu debattieren, um die obenerwähnten Verbrechen von einer Verjährung auszuschliessen. Ein Sprecher des Justizministeriums bestätigte später, dass das Justizministerium den entsprechenden Gesetzentwurf ausgearbeitet hat. Die Unabhängigkeits-Erklui 1 der Bevölkerung ist und feil wurde. A'*; der Staat im Jahre 1948 proklamiert wurde, lebten 600.000 Juden in seinen Grenzen, unbewaffnet, unvorbereitet für die Ausübung staatlicher Funktionen, gezwungen, von der britischen Mandatsmacht ein zerstörtes Erbe zu übernehmen und sofort in einen Krieg mit sechs organisierten, aufgerüsteten arabischen Staaten einzutreten. Schon damals sah die Welt ruhig zu. als der Ueberfall der arabischen Feindstaaten auf Israel erfolgte, obwohl die Proklamierung des Staates auf einer Entscheidung der UN beruhte. Die Vereinten Nationen blieben ebenso tatenlos wie die Grossmächte Russland und Nordamerika, die in einmütiger Resolution die Schaffung eine*; jüdischen Staates beschlossen hatten. Sie warteten ab. wie sie im vergangenen Jahr abwarteten, als der letzte konzentrierte Ueberfall auf Israel vorbereitet wurde... Ende 1957 betrug die Bevölkerungsziffer (nur Juden): 2 365 000 Seelen. In den beiden vergangenen Jahrzehnten wurden verschiedene Judenheiten in ihrer Gesamtheit nach Israe1 überführt, Judenheiten, die gefährdet waren, vor allem au*; den arabischen Länden, aber auch die ehemaligen DP’s aus den europäischen Sammellagern, die aufzunehmen die freie Welt sich unfähig gezeigt hatte. Heute steht Israel nach dem Sechstagekrieg durch die Uebernahme einer grossen Zahl von Arabern vor schwierigen Problemen, die lureh die besondere politi sehe Lage und durch die Struktur der arabischen Bevölkerung geschaffen wurden. Hierüber können Einzelheiten in diesem Zusammenhang nicht erörtert werden. — Das Durchschnittsalter der iüdischen Bevölkerung Israels beträgt 29 Jahre. 32 Prozent sind Kinder unter 15 Jahren. Zwei Fünftel der Israelis sind im Lande geboten, aber nur 16 Prozent der Sabras (im Lande Geborene) haben Eltern, die auch Sabras sind. Israel spielen die Drus< die im Jahre 1957 von d israelischen Regierung; eine besondere religiöse G mein*;chaft neben Christ und Mohammedanern ane kannt worden sind. Eine R he von Gesetzen, die für d se Gemeinschaft in ander Ländern erlassen wurde sind übernommen worde Die Beziehungen der Drus zum Staat sind loyale, c Haltung der Drusen in kl tischen Tagen wurde v der Israel-Regierung an* kannt. Im Oktober 1£ wurde eine Delegation d drusischen Führung vc Ministerpräsidenten Eshl empfangen, der ihnen f ihre Treue dankte und m teilte, dass alle Angelege heiten der Drusen nie mehr einer besonderen Ko: mis*sion, sondern den en sprechenden Ministerien? geteilt werden. Das geisti LA IGUALDAD DE LOS HOMBRES Nueva York. — Las principales instituciones judías de los Estados Unidos se solidarizaron con las del país y con la comunidad negra para llorar la muerte del Dr Martin Luther King, Jr.. asesinado a mansalva en la ciudad de Memphis. Entre las entidades que formularon en mensajes a sus deudos y por la prensa el pésame del judaismo estuvo la Sección Estadounidense del Congreso Judío Mundial. El Rabí Arthur J. Lelyveld. Presidente del Congreso Judio Americano, dió un mensaje en el que instó a Norteamérica a “salvar su imagen, *;u dignidad y su tranquilidad” eliminando por entero los resabios y las prácticas de discriminación racial. “Debemos llorar no solamente por la muerte de un gran hombre bueno” declaró el líder del Congreso Judío en su mensaje: “también debeme*; llorar por la imagen de América que se ha distorsionado por los prejuicios malignos y la violencia. Martin Luther King. Jr. creía con toda su alma en la no-violencia, pero a sabiendas de que él sería la víctima de una muerte violenta. Honrado en el mundo entero por su consagración a la paz, no pudo hacer la paz en su propia tierra...” La ola inmensa de destrucción y violencia que se lía desbordado sobre el país después del asesinato cobarde del Dr. King, indujo al portavoz judío a exhortar a toda la nación: “A la hora de compartir el dolor y la ignominia, ¿no podemos unirnos todos para restaurar la América que amamos, construir *;us ciudades y la dignidad de su pueblo, borrar su fealdad y hacer que vuelva ser el baluarte de la fraternidad, la libertad y la justicia para todos?“ DIE GLEICHHEIT ALLER MENSCHEN New York. — Die grossen jüdischen Institutioien der Vereinigten Staaten solidarisierten sich mit der Elite des Landes und mit der schwarzen Gemeinschaft in der Trauer um den Tod von Dr. Martin Luther King jun., der in der Stadl Memphis meuchlings ermordet wurde. Unter den Organisationen, die an seine Hinterbliebenen und durch die Presse das Beileid de*; Judentums aussprachen, befand sich die nord amerikanische Sektion des Jüdischen Weltkongresses. Rabbi Arthur J. Lelyveld, Präsident des Amerikanischen Jüdischen Kongresses, sandte eine Botschaft in der er Nordamerika ersuchte, „sein Gesicht, seine Würde und «eine Ruhe“ zu retten und die Misstände und Praktiken der rassischen Diskrimination auszumerzen. „Wir müssen nicht nur den Tod eines guten grossen Mannes beweinen“, erklärte der Leiter des Jüdischen Kongresses in seiner Botschaft, „wir müssen auch um das Bild Amerika*; weinen, das durch die bösartigen j Vorurteile und die Gewalttätigkeit verzerrt worden ist. I Martin Luther King glaubte mit ganzer Seele an die Gewaltlosigkeit. doch im Bewusstsein, dass er das Opfer eines gewaltsamen Todes sein werde. In der ganzen Welt für seine Hingabe an den Frieden geehrt, konnte er in seinem eigenen Land nicht den Frieden hersteilen . .. . “ Die riesige Welle der Zerstörung und Gewalt, die nach dem feigen Mord Dr. Kings das Land überflutete, veranlasste den jüdischen Sprecher der ganzen Nation zuzurufen: „In der Stunde, da wir Schmerz und Schmach teilen, können wir uns nicht alle vereinen, um das Amerika, das wir lieben, wiederherzustellen, seine Städte und die Würde seines Volkes zu rekonstruieren, dass es wieder seine Position als Bollwerk der Brüderlichkeit, der Freiheit und der Gerechtigkeit für alle wird?“ ISRAEL-PREIS FUER BEN GURION Jerusalem. — Am Unabhängigkeitstag wird David Ben Gurion als Anerkennung für sein Lebens werk be1 einer Feier, zu der Staatspräsident Salman Shazar sein Erscheinen zugesagt hat. den Iisrael-Preis erhalten. Dieser Preis ist die höchste Auszeichnung, die der Staat zu vergeben hat. Unter den 22 Preisträgern, die ihr ganzes Leben verschiedenen Zweigen der Wissenschaften und Künste geweiht haben, sind Prof. Alexander Duschkin, der sich der Erziehung gewidmet hat. der Präsident des Obersten Gerichtshofes Schimon Agranat als Jurist Prof. B. Mazar. der jüdische Studien betrieben hat und der Gouverneur der Israel-Bank David Horowitz für seine Verdienste um Sozialwissenschaften Der Preis, der Ben Gurion verliehen wird, stellt eine An erkennung für seine Rolle bei der Gründung des jü dischen Staates und seine Bemühungen um den erzieherischen und wissenschaftlichen Fortschritt dar — (ITA) (Schluss auf Seite 2)