Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1968-04-19 · 2264 (19.4.1968) · p. [Seite 8]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2264 (19.4.1968)
Date
1968-04-19
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9616703-9616177-9616295--5179-9616303
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

O (¡Q o £ FRANQUEO PAGADO Corrí Argent Central Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELIT/ An« XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 19 DE ABRIL DE 19«* Arabische Untergrundgruppen K EL EJEMPLAR 30.- 1 en toda la República 1 PUEYRREDON 2190 Buenos Aires 1* ¡aq. >164 T.E. 83 - 2613 In dem Prozes*; gegen den Studenten KaJil Toama, den Sekretär des Verbandes arabischer Studenten an der Jerusalemer Universität, er schien ein bemerkenswerte! Zeuge. Toama war augeklagt, einem jungen Araber Ahmed Kalifa Unterschlupf gegeben zu haben, der einer der Führer der Untergrund- Organisation ,,A1 Kumiun al Ar.ab" ist. Hier handelt es sich um eine panarabi'sche. nationalistische Vereinigung, die in mehreren arabischen l ändern besteht und die ihre Ziele durch Terror und Sabotage-Akte gegen Israel zu erreichen versucht. Der bemerkenswerte Zeuge war ein israelischer Sicherheitsoffizier. dessen Namen nicht veröffentlicht wurde und der auch nicht photographiert werden durfte In seiner Vernehmung vor Gericht entwickelte der Zeuge erstaunliche Kenntnis auf dem schwierigen Gebiet der verschiedenen arabischen Untergrund- und Terror-Verbände, deren Zahl schon das Dutzend überschritten hat. Das Wissen von E. JACOB dieses lind anderer Zeugen macht e-s Israel möglich, in steigendem Masse gegen die Plage der Untergrundverbände vorzugehen und ihnen zu beweisen, dass — im Gegensatz zur Theorie dieser Organisationen — Israel weder mit Algerien noch mit Vietnam zu vergleichen ist In der letzten Zeit konnten die israelischen Sicherheitebehörden wichtige Erfolge im Kampf gegen die Untergrund - Gruppen verzeichnen; die Angehörigen der Gruppe, die einen drusischen Wächter bei Jerusalem ermordet hatte, wurden bald dingfest gemacht, und bei dieser Gelegenheit wurden zwei Führer der Terrorverbände verhaftet. Bald darauf wurden Saboteure nachts schon an der Grenze gestellt, und drei Saboteure im Kampf getötet, bevor sie tiefer nach Israel eindringen konnten ‘ Bis Anfang März wurden 26 israelische Soldaten und 15 Zivilisten durch Sabot a- Die 11. DV ist nichtig von HORST WINCKEER Nach vielen Jahren hat r.vnmehr der deutsche Bundesverfassungsgerichtshof in Karlsruhe entschieden, dass die berüchtigte 11. Durchführungsverordnung zum nazistischen Reichsbürgergesetz vom 25. November 1941 nichtig sei. Die schändliche Verordnung regelte die au tomatische Ausbürgerung aus rassischen Gründen. Durch die*5e DV verloren z B. alle Juden deutscher Staatsbürgerschaft ihre bisherige Staatsangehörigkeit und wurden damit staatenlos Hierzu führte der Bundesverfassungsgerichtshof u. a. aus, dafiä den nationalsozialistischen .,Rechtsvorschriften“ die Geltung als Recht aberkannt werden müsse, wenn sie fundamentalen Prinzipien der Gerechtigkeit so evident widersprechen, dass der Richter, der sie anwenden oder ihre Rechtsfolgen anerkennen wollte, Unrecht statt Recht sprechen würde. In dieser Ausbürgerungs Verordnung habe, so führte der Bundesgerichtshol weiter aus. „der Widerspruch zur Gerechtigkeit ein so unerträgliches Mass erreicht, dass sie von Anfang an als nichtig angesehen werden“ müsse. Die auch vom Bundesverfassungsgerichtshof ausdrücklich erwähnte Folge dieser Entscheidung, ist die, dass Verfolgte, denen während des Dritten Reiches die Staatsangehörigkeit aberkannt worden ist, auch jetzt roch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, wenn sie nicht ihren gegenteiligen Willen zu erkennen geben. Allerdings müsse derjenige, der inzwischen eine andere Staatsangehörigkeit erworben lat, einen entsprechenden Antrag stellen, falls er die deutsche Staatsangehörigkeit wieder erwerben wolle. Dies ist nicht erforderlich, wenn er erneut seinen Wohnsitz in Deutschland nimmt. Diese Entscheidung ist für viele, die ausgebürgert worden sind und dadurch staatenlos wurden, von grosser praktischer Bedeutung. Sie bestätigt die Auffassung, dass die NS-Unrechtsgesetze nichtig sind, also nicht besonderer Aufhebung bedürfen, um ausser Kraf* gesetzt zu werden. Dass die deutschen zuständigen Stellen bisher verlangten, zur .Wiedererlangung“ der deutschen Staatsangehörigkeit se! ein Antrag auf Wiedereinbürgerung erforderlich, ist UNGESETZLICH gewesen, also ein neues Unrecht, das von der deutschen Demokratie begangen worden ist Dass der oberste Veriassungsgerichtshof so lange Zeit benötigte, um die Nichtigkeit einer der deutlichsten NS-Unrechtsgesetze feistzustellen, ist bedauerlich und bedenklich. Jedenfalls ist das ganze Wiedereinbürgen;! gstheater nichts andere; als eine Farce gewesen, und es haben diejenigen Recht behalten, die das Recht vertraten; man kann nicht etwas zurückverlangen, was man nicht verloren hat. Auch die jetzt vom Verfassungsgericht geforderte Beantragung der Wiedereinbürgerung bei Erwerb einer neuen Staatsangehörigkeit ist nicht gerechtfertigt, aber diese Frage mögen diejenigen ausfechten, die ein Interesse daran haben sollten, ihre aite Staatsbürgerschaft in jedem Fall viederzueihalten. geakte (meistens Minen-Attentate) getötet, demgegenüber mussten die Untergrund-Verbände 85 Tote — meistens in offenen Kämpfen verbuchen, ausserdem konnten die israelischen Behörden 1.400 Mitglieder von Untergrund-Gruppen ins Gefängnis bringen. Ein Teil von ihnen ist schon zu langjährigen Strafen verurteilt worden. Die Aktionen der Terror- Verbände gingen seit dem Ende des Sechstagekrieges in mehreren Wellen vor sich. Zuerst hofften die Mitglieder der El Fatach und ähnlicher Gruppen mit Hilfe von Bombenanschlägen die besetzten Gebiete und auch das „alte“ Israel in Unruhe bringen zu können. Ihre Pläne misslangen, und dann müssten sie sehen, dass die Bevölkerung der eroberten Gebiete in ihrer grossen Mehrheit kriegsmüde war und dem seit 1948 anhaltenden Blutvergiessen ein Ende machen wollte. In der zweiten Phase spielten die Minenattentate und Ueberfälle an Strassen und an den Grenzen eine Rolle, zuletzt begannen die Angehörigen der Terror-Verbände mangels geeigneter Stützpunkte in den besetzten Gebieten über den Jordan herüber zu schiessen Alle diese Aktionen brachten nicht die erwarteten Erfolge, und nach der Verhaftung der Gruppe die den drusischen Wächter bei Jerusalem ermordet hatte, konnten sogar grosse Waffen verstecke, die man sehr gut getarnt hatte, ausfindig gemacht werden. Die dauernden Schläge gegen die Untergrund-Griipp«*'- haben natürlich zu nachdenklichen Ueberlegungen im arabischen Lager Anlass gegeben. Die libanesische Zeitung ,,A1 Hawadat“, die über die Erfolge der israelischen Sicherheitsbehörden konsterniert ist, veröffentlichte kürzlich einen Artike1 eines Mitarbeiters Rhiad Jiatar, der die Methoden des israelischen Informationsdienstes zu analysieren versucht. Er bringt einige Fälle, in denen die Mitglieder arabischer Untergrundgruppen schon kurze Zeit nach ihrem Auftreten in den besetzten Gebieten von den Israelis ausfindig gemacht Polnische Juden London. — Die londoner „Times“ teilte mit dass die antijüdischen Massnahmen in Polen derartige Ausmasse angenommen haben, dass das State Department in Washington angekündigt hat, die USA würden Anträge polnischer Juden, die auszuwandern wünschen, „wohlwollend“ erledigen. (ITA) Brandstiftung London. — In der Synagoge von Grove, Slough, wurde Feuer gelegt. Nach Auffassung der Polizei lag | Brandstiftuug vor. und liquidiert werden konnten; Kurze Zeit nachdem eine Gruppe von Führern der Widerstands-Bewegung sich bei Nablus zu geheimem Treffen versammelt hatte, erschien ein grosser israelischer Helikopter, und die Kräfte des „Feindes“ konnten alle Mitglieder der Gruppe gefangen nehmen. In einem anderen Falle konnte der israelische Informationsdienst einen Führer der Widerstandsorganisationen schon 24 Stunden nach seinem Eintreffen im westjordanischen Gebiet überraschen und dingfest machen. Nach Meinung der libanesischen Zeitung war er ein „Opfer“ der Methoden des israelischen Informationsdienstes, der vom Verfasser des ganzen Berichte als „höchst gefährlich“ bezeichnet wird. In einem dritten Fall traf ein junger Araber aus Europa im Westufer-Gebiet ein, nachdem er (natürlich illegal) die Grenze überschritten hatte. Die Verwandten und Bekannten veranstalteten für ihn einen feierlichen Empfang, und nach wenigen Stunden sass der Rückkehrer im Gefängnis, denn der israelische Informationsdienst schob ihm ganz andere Absichten als blosse Rückkehr zu seiner Familie zu. . In dem ganzen Artikel wird — fast mit Bewunderung — vdm israelischen In formationsdienst gesprochen, und der Verfasser weist^ darauf hin, dass die Juden seit langem1 „gefährliche Spione“ sind,¿vor denen man sich in Acht nehmen müsse Rhiad Matar macht darauf ay^merksaiö* dass der israelische Informationsdienst geeignete Elemente (besonders orientalische Juden, die Arabisch beherrschen und die arabische Mentalität kennen) in die Untergründ-Verbände anscheinend einzuschleusen versteht und auf diese Weise seine Erfolge erzielt. Bei allem möchte Rhiad Matar den '“Untergrundkampf fortsetzen, aber im Libanon wurden schon mehrfach Stimmen von Politikern laut, die diese Art des Kampfes als sinnlos bezeichneten. Diese Lehre wird auf die Fanatiker in Syrien nicht wirken, die hinter dem ganzen „Befreiungskrieg“ stehen. Aber der Verlust von 1.400 Mann macht sich natürlich bemerkbar und schreckt andere junge Araber ab. Nicht ohne Grund waren letztens Nachrichten in Umlauf, dass die Untergrund-Verbände ihre Aktionen neu organisieren wollen, dass sie sich doch enger zusammenschliessen möchten, da die bisherige Aufspaltung den Israelis zugute kommt. Auch wenn die Zentrale von El Fatach über die Nachrichtenbörse von Beirut ruhmredige Berichte über Guerillakämpfe in „Palästina" veröffentlicht, so handelte es sich bei allen Aktionen in letzter Zeit um bedeutungslose Zusammenstöße, die örtLich unangenehm B«HI oben: Ministerpräsident ESHKOL beobachtet Aktionen der Israel-Armee. — Israelische Soldaten bei Abwehr terroristischer Attentate. — Unten; Ein Gefangener der arabischen Terror-Organisation Al Fatah wird abgeführt. sind, die jedoch den Zielen der Araber in keiner Weise dienen können. Auch diese örtlichen Sabotageakte werden immer schwieriger, da die israelische Abwehr mehr und mehr verfeinert wird. und da den Banden an der Grenze nach dem grossen Zusammenstoß mit Transjordanien die Hilfe der Armee Husseins nicht mehr so wie früher zur Verfügung steht. impreso en la imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 947 226 ta - lu _....

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.