Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2261 (29.3.1968)
- Date
- 1968-03-29
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Correo Argentino Central B FRANQUEO PAGADO Concesión 908 SEMANA ISRAELITA Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 29 DE MARZO DE 1968 N» 2261 EL EJEMPLAR Oft 1 en toda la República JU, TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 PUEYRREDON 2190 1° izq. Buenos Aires T.E. 83-2613 ' ‘ ‘ "---“ Die Schlaehí ant Jordan Kommunismus und Antisemitismus Daßs es in der vergangenen Woche zu einer erneuten bewaffneten Auseinan dersetzung zwischen Israel lind seinen arabischen Nachbarn gekommen ist. haben Israel und mit ihm das jüdische Volk bedauert. Israel hat vorübergehend und erstmalig transjordanißches Ge biet besetzt, das nach abge schlossener militärischer Ak tion wieder geräumt wurde. Dass eine neue israelische Intervention bevorstand, war nach den während zwanzig Jahren gemachten Erfahrungen vorauszußehen. nicht nur von politischen Beboachtern unj erfahrenen Journali steil, sondern auch von der Arabern selbst. Dies umsomehr, weil die Araber diese Massnahmen provoziert haben. auf die sie besten; vorbereitet waren... Nasser lenkte ab. indem er die Presse mit Nachrichten über die Umbildung seines Kabinetts beschäftigte, die dann auch tatsächlich in einem überraschend grossen Umfang erfolgte und die neuen Schwächen des nasse ristischen Systems enthüllte. Einen anderen Beitrag konn te er zur Auseinanderset zung am Jordan nicht leisten. Aegyptische Streitkräfte wurden von den Israeli« dort nicht angetroffen, dagegen aber irakische Truppen. die wohl auch nach der Meinung der UN dort nichts zu suchen haben. Irgendeine antiirakische Stellungnahme der UN oder ihres Sicherheitsrates wurde allerdings nicht bekannt. U Thant dürfte noch nicht einmal von der irakischen An Wesenheit in Transjordanien überrascht gewesen sein, denn sein Bevollmächtigter Jarring und sein ständiger Repräsentant Odd Bull wa ren über Einzelheiten informiert. Es dürften auch die Iraker gewesen sein, die ge meinsam mit den Resten der transjordanischen Levon B. B. SAMUEL Terroristen London. — Die augenscheinliche diplomatische Unfähigkeit, irgendeinen Fortschritt im arabisch-israelischen Streit zu erzielen, vergrössert den Zulauf vor, „jungen, gebildeten Männern“ zu den arabischen Guerilla-Organisationen, so berichtet die „Times“ aus Beirut. Nach Aussagen dieser Zeitung operieren heute 19 einzelne Organisationen, die arabische Kommandos aufgeslellt haben, gegen Israel und die von den Israelis besetzten Gebiete, und „ihre Aktivitäten gewinnen an Bewunderung in der arabischen Welt“. (ITA) Audienz beim Papst Rom. — Der israelische Botschafter Ehud Avriel wurde kürzlich vom Papst in Privataudienz empfangen. Er dankte ihm für seine Friedens-Initiativen und erklärte das Einverständnis Israels zum Vorschlag des Papstes, den ersten Januar als Friedenstag der Welt zu bezeichnet!. gion den israelischen Angriff erwartet haben, den sie aber trotz ihrer Propaganda-Meldungen nicht abwehren konnten: ihre Mannschaften und ihr Waffenar senal wurden zerstört. Nach der Niederlage, die Israel seinen Feinden im Sechstagekrieg beigebracht hat. mussten die Araber ihre Taktik erneut ändern was ihnen nicht schwer fiel, da sie auf allen Gebieten der Bekämpfung des jüdischen Aufbauwerkes über eine Erfahrung von mehr als 50 Jahren verfügen. Die Methoden haben sich nicht wesentlich geändert. Sabotage und Terror sind die Hauptwaffen, die immer dann angewandt werden, wenn ein offener Kampf von ihnen nicht gewagt wird. Eine Bombe in der Finsternis zu werfen, auf Frauen und Kinder aus dem Hinterhalt zu schiessen, Minen zu legen oder die Fel der anzuzünden, das sind die Mittel ihres „Kampfes“, durch welchen sie tatsächlich neben den verschiedenen Mordtaten auch materiellen Schaden anrichten und die Bevölkerung Israel« nicht zur Ruhe kommen lassen. Nach einem Bericht der zuständigen israelischen Stelle wurden in der Zeit vom 16. Februar dieses Jahres bis zum 19. März, also im Verlauf von weniger als fünf Wochen, 37 Sabotageakte im Jordangebiet durchgeführt. Sechs Tote und 44 Verwundete waren zu beklagen. Am 18. März wurde ein Anschlag auf einen Omnibus verübt in welchem Schulkinder fuhren. Ein Arzt und eine Auf Sichtsperson fanden den Tod, 28 Schulkinder wurden verletzt. Das war da»; Zeichen für die Gegenaktion Israels. Was haben die UN bis dahin getan, um diese permanenten Angriffshandlungen der arabischen Freischärler zu rügen? Was haben sie ge tan, um die arabischen Machthaber aufzufordern, diese ständigen Einfälle auf israelisches Gebiet gegen israelische Soldaten, gegen is raelische Bauern, deren Frauen und gegen Kinder abzustellen oder zu verhindern? Sie haben nichts getan Sie haben übersehen, wa> im Nahen Osten geschah, obwohl dort ein ständiger Repräsentant der UN, der General Odd Bull, ein ver steckter oder offener Feind der jüdischen Sache, und jetzt sogar noch ein weite rer, wie man sagt: gutwilliger Beobachter stationiert sind. Aber soweit ging weder Bulls Pflichterfüllung noch Jarrings Gutwilligkeit, den Araberländern eine energische Warnung wegen der Ueberfälle und Morde zugehen zu lassen... Jetzt erhebt sich schon wieder das verlogene Ge schwätz, Israel habe angegriffen! Wo ist das Recht, wo die Wahrheit, wo die Moral jener Leute, die den ein fachen und bequemen Weg zu gehen beabsichtigen. Alle diese „bedeutenden“ Staatsmänner, die da glauben, nur sie haben ein Recht, ihre Landesgrenzen und das Leben ihrer Frauen und Kin der zu verteidigen, sind gewollt und bewusst, oder aber ungewollt und unbewusst, weiter nichts als simple Handlanger der kommunist1schen Politik, die sich jetzt durch einen schroffen antiisraelischen Kure aus ihrem eigenen Dilemma zu befrei en hofft. Mit welchem Recht wendet sich die britische Regie rung an Israel, es solle seine Exkursionen in arabisches Gebiet unterlassen? Hätten die Engländer nicht im Jahre 1947 und 1948 alle wichtigen Positionen im damaligen Palästina den Ara bern in die Hände gespielt, die Lage wäre heute eine andere. Mit welchem Recht spielen sich diejenigen zu Richtern über Israel auf die ihren eigenen Krieg gegen die jüdischen Flüchtlinge und ihre Barkassen geführt haben... Der nordamerikanische Delegierte Goldberg meinte, derartige Massnahmen Israels seien nicht geeignet, den Sieg oder den Frieden zu bringen. Das weiss Israel auch. Goldberg vergass hin zuzufügen, was Israel tun sollte, um sich vor den Terrorakten und Attentaten zu schützen. Was haben die Amerikaner unternommen, um Hussein zu einem energischen Einschreiten gegen die auf seinem Territorium tätigen Verbrecher zu veranlassen und deren kriminelles Treiben zu unterbinden? Statt Israels Verteidigungsmassnahmen zu diskutieren, sollten die Amerikaner lieber ihre Waffen- und Materiallieferungen zugunsten Nassers und Husseins einstellen, durch welche die se Aggressionspolitiker nur er muntert werden, ihr Treiben fortzusetzen. Hätten nicht die 37 uner hörten Uebergriffe und Gewaltakte der arabischen Terroristenorganisation Fatah einen ausreichenden Anlass für ein Einschreiten der israelischen Streitkräfte zur Verteidigung der Rechte, des Lebens und des Eigen tums der Bürger Israels gegeben, so kamen noch die Informationen hinzu, die aus zuverlässiger Quelle kamen und davon berichteten, dass die Terroristen, konzentriert an bestimmten Punkten längs der Jordan Grenze, eine umfangreiche Aktion planen würden, deren Einzelheiten Israel be kannt waren und deren Folgen als gefährlich angese hen wurden. Unter diesen Umstünden entschloss sich Israel zu einer präventiven Verteidigungs - Massnahme, durch welche die drohenden Gefahren eliminiert worden sind. Dass die Tansjordanter, die Iraker und die Fatah- Verbände angreifen wollten zeigte deren Widerstand gegen die israelische Aktion. Ein Ueberraschungsmoment gab es dieses Mal nicht. Wenige Stunden später hätten die Araber versucht, den Kampf auf israelischem Gebiet auszutragen, was Israel verhindern konnte. Die wieder einmal unter Beweis gestellte Ueberlegenheit Israels ist die Garantie für seine Sicherheit, aber auch die Voraussetzung für einen Frieden, der nicht ausserhalb der Möglichkeiten des politischen Augenblicks liegt. POLITISCHE ERKLAERUKG ESHKOLS Einige Tage bevor Israel zur Selbstwehr schritt und die auf transjordanischem Gebiet gelegenen Stützpunkte der El-Fatach-Terroriiäten zu zerstören unternahm, hielt Ministerpräsident Levi Eshkol in der Knesset eine Rede, in der er u. a. folgendes ausführte: „Die arabischen Staaten sind nicht geneigt, von ihrer völlig negativen Einstellung gegen Israel Abstand zu nehmen und ihre Kriegsbereitschaft abzubrechen. Dies gelangte in den beiden arabischen Staaten zum Av*>- druck, welche mit dem Sonderemissär der UN den Kontakt unterhalten. Aegypten hat mit seiner Weigerung, in irgendeiner Weise in eine Diskussion mit Israel einzutreten, alle Bemühungen und Versuche von Botschafter Jarring, beide Parteien zu Unterhaltungen zusammenzuführen, zunichte gemacht. Gleich welche Erwägungen Aegypten zu dieser Haltung veranlagst haben mögen, ihre Folgen bedeu teil die Hinauszögerung oder das Schwinden aller Aussichten auf einen Frieden „Das grundsätzliche politische Ziel der Regierung Israels ist die Förderung des Friedens und die Stärkung der Sicherheit im Mit telosten. „Es ist offensichtlich, dass wir nur durch Verhandlungen und ein Uebereinkommen aus der Nachkriegssituation der Feuereinstellung zum Frieden gelangen können. Die Weigerung, Verhandlungen aufzunehmen kann nur die Weigerung Frieden zu schliessen, bedeuten. Ich hege den Wunsch, ten. dass ets dem UN-Emissär noch gelingen möge, Israel mit einem jeden seiner Nachbarn zu freien Verhandlungen von Angesicht zu Angesicht zusammenzuführen. Unsererseits arbei ten wir zu diesem Zweck ständig Hand in Hand mit ihm zusammen. Auch werden wir weiter die Prüfung jedweder anderen vernünftigen Möglichkeit fortsetzen, die dem Abschluss eines Friedens dienen kann, welcher durch Verhandlungen erreicht und in bindenden Verträgen zwischen den souveränen Staaten unseres Raums ausgedrückt werden kann. „An unserer Oätgrenze mit Wie wir in unserer letzten Ausgabe angekündigt ben, veröffentlichen wir nachstehend in deutscher Uebersetzung den Inhalt des interessanten Leitartikels, der in der bonaerenser Tageszeitung „La Prensa“ am 2L März 1968 unter obigem Titel erschienen ist: „Die antijüdische Politik des Nazismus, die in noch nie dagewesenen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg gipfelte, hat bei vielen einen anderen Feldzug angestaeheit, der stiller und zweideutiger, doch nicht ungefährlicher ist und auch schon seit einer Reihe von Jahren geführt wird. Dies ist der vom Kommunismus unternommene Feldzug. In der Sowjetunion fand die antisemitische Politik ihren stärksten Ausdruck in der Zeit der stalinistische« Tyrannei, doch als Stalin starb und man an eine Abnahme dieser Strömung glauben durfte, nahm die Willkür ihren Fortgang. Juden und jüdische Institutionen, eine nach der anderen, erlagen ihr, bis die heutige Situation eintrat, in der alle jüdischen Schulen, Verlage, Publikationen und künstlerischen Unternehmen unterdrückt sind, ee keine jüdischen Beamten gibt und das religiöse Leben der Juden auf ein Minimum reduziert worden ist. „Nach dem Krieg vom vergangenen Juni zwischen Arabern und Israelis erreichte der antisemitische Feldzug eine besondere und ungewöhnliche Heftigkeit, wozu sich der erschwerende Umstand gesellt, das.; er auf fast alle Länder hinter dem Eisernen Vorhang Übergriff. Alle staatlichen Mittel wurden in Betrieb gesetzt, um den Juden als „Lakaien des Yankee-Imperialismus“ und Angreifer der friedlichen arabischen Staaten hinzußtellen. Paradoxerweise wurden gleichzeitig die israelischen Führer. angeklagt, Hitlers Nacheiferer zu sein, während der Bewunderer des Nazi-Diktators gerade Nasser, der wahre, von der Sowjetunion unterstützte Angreifer war. So gedieh in ganz Osteuropa eine ausgesprochene diskrimi natorische Politik, besonders in Ostdeutschland, der Tschechoslowakei und Polen. „In diesem- Land nun sind die Verfolgungen seither gewachsen. Fast täglich meldet die Presse die Verurteilung eines Schriftstellers, die Schliessung einer Institution oder die Einkerkerung irgendeines jüdischen Diri genten. Verschiedene Stimmen haben sich seither gegen diesen Rassismus neuester Prägung in der Welt erhoben, selbst in vom Kommunismus kontrollierten Nationen. Weit entfernt von einer Abnahme hat sich diese Tendenz in den letzten Tagen verschärft. Die Kommunistische Partei selbst hat ausdrücklich und unmissverständlich die „strenge Bestrafung der Organisatoren der zionistischen Kampagne“ gefordert, die angeschuldigt wird, die Rebellion im Land, im besonderen in intellektuellen Kreisen. zu schüren. „Es muss erwähnt werden, dass die Zahl der heute in Polen lebenden Juden zwischen 20.000 und 30.000 geschätzt wird. Dies ist der letzte Rest der einst zahlreichen polnisch-jüdischen Bevölkerung von über drei Millionen vor der Besetzung durch die Nazis, die diese fast völlig in den Todeslagern von Auschwitz, Maidanek und Treblinka umbrachten. Gegen diese Minorität wurde jetzt die Verfolgung durch die rote Tyrannei entfesselt. „Alls dies kann nur einen oberflächlichen Beobachter verwundern. Eine eingehende Analyse enthüllt, dass im Wesen der totalitären Regime diese Art von Feldzügen gegen bestimmte Sektoren der Gesellschaft enthalten ißt Sie benötigen sie, um zu überleben, um einen ständigen Alarmzus^and zu unterhalten und um die Schuld ad ihren Irrtümern auf andere abwälzen »zu können. Es gibt kein einer Tyrannei unterworfenes Land, in dem nicht periodisch ein ähnliches Verhalten gegenüber einer religiösen, rassischen, kulturellen oder gleichwie anders gearteten Gruppierung bekannt wäre. Wichtig ist nur, auf den „hinterhältigen Feind“, den „Verräter“, den „Lakaien“ zu verweisen, die fremden Interessen gehör chen. Die Aufmerksamkeit des Volkes konzentriert sich dann auf diesen „Feind“ und wird von der Regierung, der wahren Urheberin der Uebel abgelenkt. —“ Transjordanien nehmen die (werden jeder positiven Ini-- Sabotage- und Terrorakte i tiative unsere Unterstützung ihren Fortgang, und die Re- | leihen, die in sich gierung Transjordaniens ge bietet ihnen keinen Einhalt. Diese Regierung trägt die Verantwortung für die Innehaltung des Abkommens über die Feuereinstellung in ihrer ganzen Bedeutung. „Unter diesen Umständen werden wir unsere Politik weiter nach den Prinzipien verfolgen, die wir gleich nach dem Sechstagekrieg festgelegt haben und die vom Parlament Israels gutgeheissen worden sind. Wir Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadayia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N* 947 231' den Zweck trägt, die Parteien zu einem Friedensvertrag zusammenzubringen, einem Friedensvertrag, der auf die Lösung der Probleme in unserer Region hinzielt. Zu gleicher Zeit werden wir für die Bewahrung der Sicherheit länge der Feuereinstellungs-Linien wachen. Wir werden weiter die grössten Bemühungen entfalten, um alle Sabotage- und Terrorakte zu verhindern und ihnen ein Ende zu setzen.“ -Xüà ,,