Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2258 (8.3.1968)
- Date
- 1968-03-08
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Concesión 908 O n% C FRANQUEO PAGADO O - _ t £ ” O ¿ t <o TARIFA REDUCIDA I Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Ano XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 8 DE MARZO DE 1968 B<r 2258 el ejempla en toda la República :3Q.- PUEYRREDON 2190 1» ízq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 MPajan steitte sich Verteidigungs- und Sicherheitsminister Mosche Dajan bleibt dem Ruf, der ihm vorangeht, treu. Er stellt sich. Er stellte sich nicht nur der Knesset zu einer Aussprache über die wieder prekär gewordene Sicherheitslage, sondern er scheut auch die direkte Konfrontation mit arabischen Notabein nicht Er weicht ihren Fra- Hebron beherrschte. Die Tatsache, dass der Bürgermeister, der zwar zu den gemässigten gehört, aber dennoch kein arabischer .,Quisling“ ist, den Sicherheitsminister Israels zu einem Essen in sein Haus ein laden kann, dass der Minimster dieser Einladung Folge leistet, und dass er bei aller Achtung vor und al- Dajan im Gespräch mit arabischen Notabein gen nicht aus. ja, er fordert sie geradezu heraus, und diese unerschrockene Haltung dürfte ihren Eindruck auf die Araber in den besetzten Gebieten sowohl wie jenseits der Grenzen nicht verfehlen. Terror war denn auch das Thema, das einzige, das die kürzliche Zusammenkunft des Sicherheitsministers mit arabischen Notabein im Hause des Bürgermeisters von lern Respekt für die Regele orientalischer ■ Gastfreundschaft kein Blatt vor den Mund nimmt, ist an sich ein erfreuliches Zeichen und könnte als Silberstreifen am Horizont friedlicher Koexistenz gedeutet werden. Gäbe es dazu nur nicht die dröhnende ,,Begleitmusik“ von der Jordangrenze, an der die Mörser und Kanonen eingesetzt wurden, um den Saboteuren Feuerschutz Nach Auschwitz und Israel von Dr. ROBERT M. W. KEMPNER Amtsgerichtsrat Hans Neher, Beisitzer im Dritten Auschwitz-Prozess in Frankfurt, ist als Beauftragter des Schwurgerichts zusammen mit zwei Staatsanwälten und drei Verteidigern kürzlich nach Polen geflo- 1 gen. In diesem Prozess gegen die ehemaligen Auschwitz-Kapos Windeck und Bonitz sollen in Polen Zeugen vernommen werden, die aus Krankheits- und anderen Gründen nicht nach Frankfurt reisen können. Bereits im Ersten Auschwitzprozess war Amtsgerichtsdirektor Hotz zusammen mit anderen Gerichtspersonen nach Auschwitz zu einem Lokaltermin nach Genehmigung durch die polnische Regierung gefahren. In dem frankfurter Schwurgerichtsprozess gegen den ehemaligen Hitler-Gesandten in Sofia und früheren frankfurter Polizeipräsidenten Hein Beckerle und den Legationsrat Fritz von Hahn (aus Ribbentrops Auswärtigen Amt) fliegen ein beauftragter Richter sowie der Verteidiger nach Israel. Dort sollen mehrere Zeugen vernommen werden, die die Judenvernichtung in Saloniki und Thrazien sowie anderen Balkangegenden überlebt haben. Bisher hat der angeklagte ehemalige hohe SA-Fiihrer Beckerle seine Beteiligung an den Deportierungen vom Balkan zur Vernichtung nach Auschwitz und anderen Plätzen abgestritten. Eine sehr belastende Aussage hat in dem Prozess der frühere Handelsattache der schwedischen Gesandtschaft in Sofia, Erland Uddgen, aus Stockholm, gemacht. Er hat unter Eid erklärt, in Bulgarien sei es allgemein bekannt gewesen, dass über 11.000 Juden aus Mazedonien und Thrazien zur Vernichtung deportiert worden seien. Er könne eirifach nicht begreifen, wie Beckerle, der persönlich Verhandlungen mit den Bulgaren geführt habe, davon angeblich nichts gewusst habe. Nachdem kürzlich Bundeskanzler Georg Kiesinger sich dafür ausgesprochen hatte, dass für die Massenmorde aus der Nazizeit keine Verjährung eintreten dürfe, hat jetzt Bundesjustizminister Dr. Gustav Heiriemann auf einem Vortrag erklärt, er werde sich gegen eine Verjährung einsetzen. zu gewähren, — in den vergangenen Wochen sogar darüber hinaus ein rein militärisches Artillerie-Duell. Terror, wie gesagt, war das vorherrschende Gesprächsthema Dajans mit den hebroner Notabein. Er verlangte von ihnen nicht, wie er bei anderer Gelegenheit. in Nablus und Tulkarem. den massgeblichen arabischen Persönlichkeiten des Westufer-Bezirks bereits erklärte, dass sie aktiv mit den Israel-Behörden kooperieren. um den Saboteuren das Handwerk zu legen. Dajan und die ihm unterstellten Behörden wissen nur, allzu gut, dass ein solches Verlangen unbillig wäre und letztlich undurchführbar. Die Israel-Behörden wollen die eingeborene arabische Bevölkerung gar nicht dem Risiko aussetzen, als Verräter an der arabischen Sache gebrandmarkt zu werden. Als einer der Muchtare beim Essen in Hebron sogar so weit ging zu erklären, dass sie, die Muchtare, für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in ihrem Amtsbereich zuständig und verantwortlich seien, wies Dajan ihn mit der Bemerkung zurecht, diese Aufgabe obliege den israelischen Sicherheitsbehörden. Er, Dajan, sei selbst einmal ein „Terrorist“ gewesen, er wisse also, wie sich Muchtare gegenüber einer Untergrundbewegung verhalten idamals waren es jüdische Ortsgewaltige), und wolle es also den Arabern gar nicht zumuten, eine Aufgabe zu übernehmen, der sie aus faktischen wie aus psychologischen Gründen doch nicht gewachsen wären. Ihnen Waffen zur Abwehr von Räuberbanden zu geben, erklärte er sich jedoch bereit, und die einzelnen Gouverneure werden sich mit dem Problem des Zivilschutzes der Dörfer gegen Ueberfälle befassen. Auch in seinei Knesset- Rede wies Sicherheitsminister Dajan auf die Gefahren hin. die sich aus der Haltung Transjordaniens ergeben. Sicher hat er recht, dass Terror nicht weniger schlimm als Krieg ist und grosse Risiken in sich birgt. Die deutlichen, unmissverständlichen Warnungen sowohl des Ministerpräsidenten wie des Sicherheitsministers an Hussein fruchteten Die diplomatische Intervention des USA-Botschafters in Amman hatte einen beruhigenden Effekt, aber es stellt sich die Frage, ob die Aussicht auf neue amerikanische Waffenlieferungen die Regierung Transjordaniens veranlassen wird, ihre Heissporne zu zügeln und den Kommandostellen an der Front entsprechende Anweisungen zu geben. Es ist ferner die Frage, ob das Regime noch über genügend Autorität im eigenen Lande verfügt, dass es politischen Erwägungen den Vorrang vor Prestige-Gesichtspunkten gibt. Es könnte sonst Israelische Soldaten auf Grenzwacht Wmm Englische Zeitungen zur Lage London. — Zwei londoner Zeitungen beurteilen die Aus sichten auf einen baldigen Frieden im Mittelosten ganz verschieden. „Sunday Obser“ schreibt in einem Kommentar zu einem Kabel aus Amman, trotz der negativen Einstellung Kairos und Ammans dürfe man allgemein annehmen, dass Aegypten und Transjordanien sich in absehbarer Zeit zu Gesprächen mit Israel in Zypern im Beisein eines UN-Vermittlers bereit finden würden. Diese Möglichkeit sei durch den kürzlichen Besuch des ägyptischen Aussenministers Machmud Riad in den arabischen Hauptstädten gewissermassen bestätigt worden. „Sunday Telegraph“ informiert zu einem Kabel aus Beirut, dass die ägyptischen Studenten - Kundgebungen „die Hoffnungen auf arabisch-israelische Friedensverhandlungen torpedieren“. Nach Ansicht der Zeitung, wäre Nasser, „müde und an Diabetis leidend“, zu einem Friedeu mit Israel bereit, doch der Augenblick sei wenig geeignet, dies seinem Volk zu erklären. Die Studenten demonstrieren für den Krieg und nicht für den Frieden. Sie wollen die Issein, dass man sich in Amman verrechnet und in falscher Einschätzung von Israels Friedensbemühungen und von Israels Wunsch, die Jarring-Mission nicht zu gefährden, glaubt, die Provokationen ungestraft fortsetzen zu können und damit die taktischen Grenzen überschreitet, die einem wirtschaftlich und politisch so unstabilen Land wie Transjordanien mit einem aufgeblasenen König auf einem wackligen Thron zwangsläufig gezogen sind. raelis mit Gewalt aus Sinai vertreiben und ihr Land „vor der Schande der vergangenen Niederlage durch einen neuen Angriff bewahren.“ RIESIGE HINDERNISSE London. — In einem Leitartikel über die Lage im Mittelosten schreibt der „Guardian“ u. a.: .immer noch sind die Schwierigkeiten riesengross. Die arabischen Führer sehen sich wie immer in ihrer Prüfung dgr Friedensangebote durch die nationalistischen Strömungen in ihren Ländern behindert, obwohl diese tum Teil durch ihre eigene Propaganda verursacht wurden. .. Der innere Druck auf Nasser ist gerade im Augenblick besonders stark. Die kürzlichen Studenten- und Arbeiterunruhen richteten sich nicht nur gegen die milden Urteile, die über diejenigen verhängt wurden, welche man für die Niederlage im vergangenen Juni als verantwortlich betrachtet. Das Regime mit seinen ständigen Beschränkungen der Freiheit, die vorhandene Korruption und im besonderen seine Unzulänglichkeit auf allen Gebieten sieht sich energischen Angriffen sowohl von links wie auch von recht« ausgesetzt Und beide Gruppen wetteifern in ihrem Hass gegen Israel.., „Zu diesen Hindernissen gesellt sich — teils als eine Folgeerscheinung — der wachsende Zweifel, ob die Israelis wirklich im Ernst von einem Rückzug aus den eroberten Gebieten sprechen. Nach ihrer anschei- Mithitf« 4«r Diasp*r* Jerusalem. — Finanzminister Pinchas Sapir kehrte von seiner einmonatigen Rundreise durch die USA, den Fernen Osten, nach Australien und Neuseeland zurück und brachte die Versiehe ong der dortigen Judentmiten mit, dass die Aufbringung von Fonds aus den verschiedenen Israel - Kampagnen und der Bonds-Aktion in diesem Jahr mit verstärkten Kräften durchgeführt werden soll, so dass mit einer erheblichen Erhöhung der Eingänge zu rechnen sei. (ITA) . Ein« Wahl London. — Prof. Boris Chain, Nobelpreisträger für Chemie, wurde durch Akklamation zum Mitglied der Exekutive der Britischen Sektion des Jüdischen Weltkongresses gewählt. nend klaren Position im Juni 1967, als sie versicherten, sie würden im Rahmen eines allgemeinen Friedensvertrages den Abzug ihrer Truppen berücksichtigen, sind ihre Verlautbarungen in letzter Zeit zweideutiger geworden. Allem Anschein nach sind die Meinungen in Israel geteilt. Eine Gruppe möchte auf jeden Fall die lür zum Frieden offen hal- len, ob dieser vielversprechend sei oder nicht. Eine andere befürwortet einen neuen Status quo. und es gibt auch Leute, die offen einen expansionistischen Standpunkt einnehmen. Es darf nicht überraschen, dass die arabischen Ohren für diese letzleren Töne ©mapfindlicher sind...** (ITA) Impreso so la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N* 947 238