Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1967-10-13 · 2239 (13.10.1967) · p. [Seite 5]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2239 (13.10.1967)
Date
1967-10-13
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616703-9615794-9616157--5038-9616162
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Viernes, »3 de Oetnbre de 19«7 SEMANA S R A E L I T A AÄo XXVHL — N’ 2239 — 5 Im Elul auf dem Oelberg von SCHALOM BE1S CHORUS Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ OSTDEUTSCHLAND hat den wesldeuterhen Vorschlag abgelehnt, den eisernen Vorhang zwischen den beiden Deutschlands zu beseitigen. — DER MOND besteht aus den eieichen Geisleins- und Wasserformationen wie die Erde, stellten die Wissenschaftler fest. — KOENIG HUSSEIN besuchte Kairo, Moskau und westliche Politiker auf seiner letzten Reise. — DTE SCHWERE Krise, die Uruguay mit ihren ständigen Streikbewegungen erschüttert, halt an. HAROLD WILSON. Englands Ministerpräsident, ha te bei seinem Kampf um den Eintritt in die EWG einen beachtlichen Teilerfolg zu verbuchen, — BEI DER EROBERUNG des Weltraums wollen Amerikaner und Ruesen Zusammenarbeiten. — TERRORISTEN verübten in Panama BombenanschLge. — DIE KAEMPFE in Vietnam nahmen an Heftigkeit DER PAPST wies auf die grosse Bedeutung der Synode hin, die zur Zeit abgehalten wird. — NIGERISCHE Truppen sollen Enugu, die Hauptstadt des Rebellenstaates Biafra, umzingelt haben. — GAMAL NASSER hat Aly Sabry, einen seiner Vize- Präsidenten, zum Gouverneur der Suez-'Zone ernannt. DIE WAHLEN in Südvietnam, die umstritten waren und einen Sieg des Generale Nguyen Van Thieu erbracht hatten, wurden von der Nationalversammlung bestätigt HEFTIGE Zusammenstösse zwischen chinesischen und indischen Truppen waren nördlich von Nepal zu verzeichnen. — DIE PRAGER Regierung hat neue Massnahmen ergriffen, um die ,rebelliechen“ Schriftsteller zu .beruhigen1, die in letzter Zeit starke Kritiken an der kommunistischen Politik geübt hatten. — INS OBERSTE Gericht der USA wurde erstmalig ein Neger, Enkel eines Sklaven, gewählt und in Anwesenheit Johnsons eingeführt. — IN CHILE kam es zu Zusammenstössen mit Studenten der Universität in Concepciön, wobei 50 junge Leute verhaftet wurden. — NORDVIETNAM lehnte erneut einen nordamerikanischen Friedensvorschlag ab. — VOR ZEHN Jahren durchbrachen die Russen mit ihrem Sputnik I. als erste die Erdatmosphäre und leiteten den Wettlauf in den Kosmos ein. — DIE INTERNATIONALE Organisation für Atomenergie wählte in Wien den Argentinier. Kontraadmiral Oscar A. Quihillalt zum Präsidenten. — IN FRANKREICH richteten sich ernste Bauernunruhen gegen die Agrarpolitik des Präeidenten de Gaulle. — ALDO MORO, der italienische Ministerpräsident, musste zur Vermeidung einer Regierungskrise versprechen. den vor 38 Jahren mit dem Vatikan geschlossenen Lateranischen Vertrag zu revidieren. — DER INSELSTAAT Barbados wird in die Organisation der Amerikanischen Länder aufgenommen werden. AUS DEM YEMEN wurden neue Kämpfe gemeldet. GENERAL STROESSNER, der Präsident Paraguays, erklärte sich bereit, bei den nächsten Präsidentenwahlen wieder zu kandidieren — HOLLAND verlangte von Jugoslawien die Auslieferung des früheren Eichmann-Adjutanten Erich Rajakovic, der zwar von der Polizei in Belgien vernommen, aber nicht verhaftet wurde, und inzwischen entflohen ist. IM KONGO sollen sich Rebellengruppen ergeben haben. — INDONESISCHE Studenten verlangten den Abbruch der Beziehungen zu China. — HITLERS Stellvertreter Martin Bormann soll sich r.ach einer UP Meldung aus Paris im Grenzgebiet zwischen Paraguay und Brasilien aufhalten. — DER RUSSISCHE Atomforscher Dotsenko ist nach d.em Westen geflüchtet und hat in Kanada Asyl gesucht. CLEMENT ATTLEE. lange Jahre britischer Ministerpräsident und Führer der engliechen Arbeiterpartei, ist im Alter von 84 Jahren verstorben. — Im Monat Elul besucht man die Gräber. Es ist nicht genau zu eruieren, woher dieser Brauch stammt, aber er entspricht dem ernsten Charakter dieses Monats, der den Hohen Feiertagen des Gerichtes und der Versöhnung vorausgeht. Vor Tag und Tau hören wir in den Synagogen Jerusalems, manchmal auch am Schabbat-Ausgang um Mitternacht, die getragenen Töne der Slichot-Bussgebete, und der Ton des Schofar weckt den Schläfer in früheeter Morgenstunde. Die ernste Stimmung des Herbstes liegt oft schon über Jerusalem, freilich auch wieder abgelöst von golden strahlenden Tagen. Es zieht einen in solcher Zeit der Besinnung auf den Gottesacker, der hebräisch auch ..Bet Hachajim“, das Haus des Lebens, genannt wird. Ein Euphemismus? Oder die Hoffnung auf die Auferstehung? Jahr um Jahr gingen wir auf den Haar Hamenuchot über Jerusalem, den sich weithin dehnenden Begrä'bnisberg im Westen der Stadt, aber unsere Gedanken flogen gen Oeten tum Oelberg... n diesem Jahr nach einer unfreiwilligen Pause von rund zwanzig Jahren, konnten wir zum erstenmal in diesem Monat Elul wieder den Oelberg besuchen, das uralte Bergäbnisfeld der Juden Jerusalems. Das ist wörtlich zu nehmen. Nur den Oelberg kann man besuchen, wähernd es «ehr schwierig ist, einzelne Gräber in dieser grausamen Wüstenei, diesem Symbol des sinnlosen Hasses, der Zerstörung, der Rache an den Toten aufzufinden. BEI SCHIMON HAZADIK Der Weg zum Oelberg führt vorbei an Scheich Jarrach, und rechts vom Weg liegt das erste Grab, dem Ich meine Elul-Visite abstatten wollte, das Höhlengrab des Schimon Hazadik. Wie oft weilte ich an dieser Stätte, und nun finde ich sie nicht mehr! Die Umgebung hat sich völlig verändert. Aus einem kleinen Häuschen am Wege winkt ein braunes Ara'bermädchen und zeigt mir den Weg. Rings um das Höhlengrab sind in diesen zwanzig Jahren Häuser und Gärten entstanden. Durch ein Gewirr von Höfen muss man sich hindurchfragen. Die männlichen Bewohner wirken fast wie uniformiert... Pyjama scheint die Uniform der Leibgarde des gerechten Simon zu sein. Ein Araber In Pyjama heisst mich französisch willkommen und erklärt mir, wie ich zu „Simeon le Juste“ gelange. Bei den Treppen, die hinabfüh ren zum Grab des Gerechten, erinnere ich mich an das Schriftwort: „Der Gerechte fällt des Tages siebenmal“. Da ich kein Gerechter bin, fiel ich auf dieser Treppe nur dreimal hin, wa<s mir genügte. Unmittelbar vor dem verlassenen Heiligtum wuchtef ein Bulldozer. Der Fahreweiss von nichts. Er ist. wie er entschuldigend versichert, aus Tel Aviv. Er ahnt nicht, dass er der Gerechtigkeit eine Straese bahnt... im Auftrag des Religionsministeriums. Durch Geröll und Gestein taste ich mich bis zur Höhle vor, angeführt durch die Zurufe kleiner Araberjungen. Und dann steht man im Eingang zur Grabhöhle des Gerechten, der als Hohepriester Alexander den Grossen von der Einnahme Jerusalems abgehalten haben soll. Ueber dem schlichten Grab stehen die unsterblichen Worte Simons des Gerechten: ,.Auf drei Dingen steht die Welt: auf der Thora, dem Gottesdienst und den guten Werken.“ Simon der Gerechte war einer der Letzten des Synhedrion. Wer weiss, vielleicht werden sich ßeine späten Nachfolger bald hier versammeln, um das Werk fortzusetzen, das mit ihm endete? Einundsiebzig Synodale hätten allerdings in dieser bescheidenen Höhle kaum Platz. Bei meinem Eintritt sitzen nur zwei Frauen, offenbar Mutter und Tochter, in Gebet versunken vor de1- Grabstätte, und ein älterer Mann liest aue den Sprüchen der Väter die Worte Simons des Gerechten und flüstert mir zu, dass das Feuer nicht erloschen sei, solange Simon der Gerechte lebte. Der vom Religionsministerium bestellte Wächter berichtet, daes die Grabhöhle, einst ein populärer Wall fahrtsort, als Viehstall gedient habe und erst jetzt (wie jener berühmte Stall des Augias), gesäubert wer den musste. Wie sagte König Hussein von Tranejordanien?: Transjordanien sah und sieht seine Aufgabe darin, Schutzmacht heiliger Stätten zu sein. Durch Umwandlung heiliger Stätten in Viehställe wurde dieser Schutz praktiziert. Jetzt brennen wieder Ker zen frommer Beter wie ein Abglanz des Altarfeuers am Grabe des Gerechten. Natürlich fehlt auch die Sammelbüchse nicht. Merkwürdigerweise auch eine für Rabbi Meir Baal Haness der aber über Tiberiae den ewigen Schlaf schlummert. Hier gebe ich nur in die Si mons-Büchse. Weiter führt der Weg am Kriegerfriedhof auf dem Skopus vorbei, dem einzigen Friedhof, der gut in Stand gehalten ist, auch die jiidi sehen Gräber, die sich hier finden. Schutzmacht war hier aber nicht das moslemische Transjordanien, sondern das anglikanieche Britannien. GRAEBERFELD — TRUEMMERFELD Und dann stehe ich auf dem Oelberg, an einer Stelle, die laut neuer Aufschrift zu den Gräbern der Propheten führt: Unabsehbar ist das Gräberfeld, das Trümmerfeld. Ganz ungeniert springen kleine Araberjungen hier herum und offerieren Coca Cola und Tempo aus Eiskii beln. Mir scheint Tempo hier ganz unangebracht, wo die Zeit stillsteht und die Ewigkeit beginnt. Aber da« kann ich dem kleinen Verkäufer nicht erklären. Ein älterer Araber, beglei tet von zwei Arbeitern mit Zementkübeln, geht durch das Trümmerfeld zum gut erhaltenen moslemischen Teil des Friedhofs, um hier ein Familiengrab auszubauen. Wir benötigen eine ganze Armee von Freiwilligen, um diesen traurigen Sieg der Transjordanier über unsere Toten zu verwischen. Aber ein Feld sollte in der Verwüstung als Mahnmal beetehen bleiben. Diese Steine klagen an, ihr lautloser Schrei soll nicht verhallen. Die bange Frage des Pro pheten Ezechiel schleicht sich in das Herz: Werden diese Gebeine leben? und seine Antwort ist unser Gebet: „Du allein, Herr, weiss* es.“ Diese Frage und diese Antwort werden im Men schenherzen bleiben, solange es schlägt. Wir aber sind Arabische Schulen Tel Aviv. — Der erste Schultag im Gazastreifen begann ohne Zwischenfall. Das Schuljahr oegann mit etwa 42.000 Schülern in 65 Gemeindeschulen, 14 Se*uindarechulen und -wei Lehrereeminaren. Alle Lehrer fanden sich ein, während die Schülerzahl sich auf ungefähr die Hälfte des Besuches während der fahre belief, in denen der Gazastreifen unter ägyptischer Verwaltung stand. Die israelische Militär-Regieran % übergab den Lehranstalcen revid:erte Schulbücher und anderes Lehrmaterial. Auseer in den erwähnten Schulen begann der Unter rieht gleichzeitig in hundert anderen Anstalten, die von der UNRWA verwaltet werden, ohne dass Zwischenfälle verzeichnet wurden — Auf dem Herzl-Berg Jerusalem. — Anlässlich des 30. Tages nach Beginn des Krieges fand auf dem Herzl-Berg über Jerusa’em eine Krieger-Gedächtnisft 1er statt. Levi Eehkol würdigte das Andenken der Gefallenen. Militär-Obe rabir.er Goren leitete die Zeremonie. Namens der;e5dtragenden Eltern sprach Rubin Mass Kommandant A.uf Usi Narkis und andere hohe Offiziere nahmen an der Gedächtnisfeier teil. aufgerufen, wenigstens die Ruhestätte dieser Gebeine wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen. Zwei Kontraste umrahme: dieees Feld der Zerstörung Hinter mir erhebt sich das Luxushotel Intercontinental, über dem nun neben der Hotelfahne die Fahne Israels weht... und Fahnen aller Nationen, mit Ausnahme der arabischen und des Ostb’oeks. Sogar die türkische Fahne fehlt nicht. Man ist interkontinental eingestellt. Doch die Aussicht auf das Feld der Zerstörung passt nicht recht zum strahlenden Luxus dieses Touristenzentrums. Und vor mir geht das goldene Wunder der Kuppel des Felsendoms auf. Mit dem Antlitz zu dieeer heiligen Stätte des Tempels wurden die Toten auf dem Oelberg jahrhundertelang begraben. Und hier auf dem Oelberg standen oft und oft in vergangenen Zeiten jüdische Pilger und blickten sehn süchtig auf den Berg des Heiligtums, der ihnen unbetretbar war. DIE „HUETER" DER HEILIGKEIT Rechts erhebt sich im Garten Gethsemane eine ganz neue kleine französische Kapelle, nunmehr die dritte Kirche hier neben «lor grossen Franziskanerkirche der Beweinung Jerusalems und der russisch-orthodoxen Kirche mit ihren Zwiebeitürmen. — Mit Recht sagte Professor Joseph Joel Rivlin in seiner Radio - Sendung vom Oelberg, dass er dea Papst fragen möchte, wo seine Priester waren, als die Gräber auf dem Oelberg in blindem Hass zerstört wurden?! Und mir fällt das Gleich nis vom barmherzigen Samariter ein, das diesen Priestern so geläufig ist. Eo spielt ja gar nicht weit von hier, auf eben der Strasse, die von Jerusalem nach Jericho vorbeiführt. Da lag ein Mensch hilflos und übel zugerichtet am Wegesrand und ein Priester ging an ihm vorüber, liess ihn liegen und hatte «einer nicht acht. Wer aber lag verlassener und hilfloser am Wegesrana als diese Toten des Oe1bergs? Und wie viele Priester, die hier ihre Klöster und Kirchen haben, gingen achtlos daran vorüber und verrieten damit ihren Herrn und Meister? Auch das mues gesagt werden in einer Weltstunde, in der die Wortführer der kaholischen Kirche um der heiligen Stätten willen für die Internationalisierung Jerusalems eintreten. Das verlassene Gräberfeld ist heute wieder besucht. Zahlreiche Juden aus Jerusalem und dem übrigen Land und au« allen Teilen der Welt kommen jetzt hierher, um die Gräber ihrer Lieben aufzusuchen und aufzurichten. Beamte der Chewra Kadischa versuchen Auskunfte zu geben, so gut es geht. Manchmal findet man ein Grab, oft ist es verschwunden. etwa unter der breiten Autostrasse, die hier angelegt wurde. Ein einsamer Jeechiwa- Schüler mit einem Psalmenbüchlein in hochmoderner blauer Nylonhülle bahnt sich seinen Weg durch die Trümmer zu dem Grab eines chassidischen Rabbi, das bereits wiederhergestellt ist. Der erste Weg der getreuen Schüler führte hierher, und eigenhändig bauten «ie die Ruhestätte wieder auf. (Leider liessen sie die Zementsäcke ringsherum liegen). Aber nicht jeder hat so getreue Chassidim. Auch im Tode sind die Menschen offenbar nicht gleich. Die Mehrzahl wird Jahre warten müesen, bis ihre Gräber wieder aufgerichtet sind. Der Blick geht über die Gräber und Trümmer hinweg auf das Tal Josaphat, über dem die letzte Hoffnung weht, die Verheissung der Auferstehung, der Sieg des Lebens über den Tod. NOTEL LAGO RIO CEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 SUK0T GEOEFFNET Das einzige koschere Hotel in den Bergen Anmeldung in Buenos Aires; 70 2360 CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Airea T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma Fiambres Finos -, “FRIG UINCIA MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD yy FRIGUINCIA

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.