Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2224 (30.6.1967)
- Date
- 1967-06-30
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO Concesión 903 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Ano XXVIII. BUENOS AIRES, VIERNES 30 DE JUNIO DE 1967 N* 2224 EL EJEMPLAR en toda la República 20.- PUEYRREDON 2190 1» izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Die UN-Debatte wird fortgesetzt Freitag, den 23. Juni Washington. — Per Presse - Sekretär des Weissen Hauses gab bekannt, dass der sowjetische Premierminister die Einladung de XJPA-Präsidenien angenommen hat. und Kosygin und Johnson zu einer Konferenz an einem kleinen Ort in New Jersey unweit von New York Zusammentreffen werden. UN. — Israels Aussenminlster Abba Eban erklärte, dass Israel im Rahmen ein-s Friedensvertrages sich bereit finden würde, den internationa len Charakter der den verschiedenen Religionen heiligen Stätten in Jerusalem anzuerkennen, London. — Premier Wilson bestritt im Parlament die von Deputierten alle, Parteien er. tiobenen Vorwürfe, dass Aussenminister George Brown in seiner politischen Erklärung vor der UN-Generalversammlung entgegen der englischen Neutralität im arabich-israelischen Konflikt eine Israel feindliche Position bezogen habe. UN — Der französische Aussenminister Couve de Murvüle wiederholte in seiner Rede vor der Generalversammlung die von Präsident de Gaulle tags zuvor in Pars »ugesprochene Warnung, dass es solange keinen Flieden ini Mittelosten geben wird, bis die USA nicht den Krieg in ¡Vietnam beenden. Kairo. — Die Arabische Liga schickte eine Botschaft an Generalsekretär U Thant, in der sie Israels Besatzungstruppen der ,,schrecklichsten Grausamkeiten“ beschuldigt lind um Intervention ersucht. El Arisch. — In Sinai wurden drei Güterzüge gefunden, in denen sich bakteriologisches und chemisches Material zur Herstellung von Giftgasen und Atombomben befand. Beirut. — Aus unterrichteten Quellen verlautete, dass •trotz der von den arabischen ‘tändern erklärten Sperre auf ‘indirekten Wegen weiter arabisches Petroleum an Amerika und England geliefert ■Wird. Bonn. — Der frühere israelische Vize-Premierminister ©chimon Peres, der als Repräsentant Eshkols die europäischen Hauptstädte besucht, richtete bei seinem Aufenthalt in Bonn an Amerika und England das Ersuchen, angesichts der weiteren Bewaffnung der Araber durch ßowjetrussland das über die Waffenlieferungen an Israel verhängte Embargo wieder aufzu heben. Sonnabend, den 24. Juni Glasboro, New Jersey. — USA-Präsident Johnson teilt? der Presse mit, dass di* mehr als ästiindige Unterhaltung, die er am Tage zuvor mit dem sowjetischen Ministerpräsidenten Kosygin über befde' Länder betreffende Pro- *ne führte, so „gut und nützlieh“ gewesen sei, dass die beiden Staatsmänner beabsichtigen, sie am Sonntag fortzusetzen. , Der Pressesekrptär des Wei- 6sen Hauses tei.te mit, dass Johnson und Kosyg.n sich zumindest über einen Punkt des von Johnson vorgeschlagenen Programm iür die Lösung des Mittelostkonflikts einigen waren, nämlich dass Israels Existenz als Staaf nicht angezweifelt werden darf. Kairo. — Podgorny, der Präsident der Sowjetunion, beendete seinen Besuch in der VAR, nachdem er Nasser versprochen haben soll, ihn weiter durch die Lieferung von Flugzeugen Waf fen, Nahrungsmitteln und Medikamenten zu unterstützen. UN. — Rumänien durchbrach die einheitliche politische Linie der kommunistischen Staaten und machte den Vorschlag, dass der Frieden im Mittetosten durch Verhandlungen zwischen Israelis und Arabern ohne fremde Einmischung geschlossen werden müsse Der rumänische Aussenminister überging in seiner Rede die voo dem kommunistischen Block aufgestellte Forderung nach Israels Verurteilung als An greifer und Rückzug der israelischen Truppen aus den von ihnen besetzten arab' sehen Gebieten. Zu gleicher Zeit wurde die baldige Ankunft Königs Husseins von Transjo.danien angekündigt, der auf der Generalversammlung erscheinen wird. Sonntag, den 25. Juni UN. — Der englische Aussenminister George Brown kehrte nach London zurück, nachdem er vorher noch mit verschiedenen seiner Kölle, gen, darunter auch mit dem israelischen Ausenministei Abba Eban, über Wege zui Beilegung des arabisef-israe lischen Konflikts konferiert hatte. Paris. — Auf seinem Flug nach New York sah sich dei transjordanische König Hussein oei seinem kurzen Aufenthalt in Paris in seiner Hoffnung getäuscht, von Prä sident de Gaulle empfangen zu werden. UN. — Der ständige Beobachter des Vatikans bei den UN ersuchte die Delegationen Argentiniens und Brasiliens, die Position der Kirche über Jerusalem zu unter, stützen und sich für den in ternationalen Status der heiligen Stätter einzusetzen. Stambul. — Die sowjetischen Kriegsschiffe die kurz vor Ausbruch dei Feindseligkeiten zwischen den Arabern und Israel durch den Bospodus in das Mittelmeer aingefahren waren, kehrten zu ihren Stützpunkten im Schwarzen Meer zurück Algier. — Die algerische Regierung veröffentlichte eine „schwarze Liste“ von be. kannten Politikern Journalisten und Künstlern in aller Welt, die sich durch ihren Einsatz für Israel den Zorn der Araber zugezogen haben Jerusalem. — Beobachter vermuten, dass die israelische Regierung geheime Kontakte mit einem oder zwei der arabischen Länder aufgenommen hat, umsomehr als Ministerpräsident Eshkol n der Knesset ankiindigte, dass vorläufig keine Debatten über territoriale Abkommen geführt werden so’len Montag, den 26. Juni Glassboro. New Jersey. — Nach ihrer zweiten Aussprache, die wieder 5 Stunden währte, erklärten Johnson und Kosygin, dass diese „sehr nützlich“ für den Weltfrieden gewesen sei ohne dass von einer konkreten Uebereiukunft die Rede war. UN. — Der sowjetisihe Ministerpräsident Kosygin wiederholte nach seiner Unterhaltung mit USA-Präsident Johnson bei einer Pressekonferenz die Behauptung, dass Israel den Krieg im Mittelosten entfesselt habe Hong Kong. — Die rotclrnesische Presse beklagte sich bitter über die zwischen Kosygin und Johnson geführten Gespräche und klagte den sowjetischen Preniienrinister ala Verräter der kommunistischen Welt an, der gemein, same Sache mit dem amerikanischen Imperialismus mache. Moskau. — Podgorny. Präsident der Sowjetunion, kehr te von seiner Reise nach Aegypten und Jugoslawien nach Moskau zurück. Jericho. — ln den letzter fünf Tagen verliessen etwa 30.000 Arabtr das von israelischen Truppen besetzte transjordanische Territorium. New York. — Israels Aussenminister Abba Eban erklärte in einer Rundfunksendung, dass der bedingungslo. se Abzug der israe’ischen Streitkräfte aus den eroberten Gebieten für Israel unannehmbar ist, und verlangte erneut direkte Verhandlungen zwischen den Ländern der Mittelostzone zur Herstellung eines dauernden und gesicherten Friedens. Jerusalem. — In einer ausserordentlichen Kabir ettssitzung erhob Ministerpräsident Eshkol erneut die Forderung nach Verhandlungen mit den arabischen Nachbarstaaten als „einzige Lösung der Mittelostkrise“, sowie nach Anwendung der UN ■ Charter über die friedliche Belegung von Konflikten zwischen den Völkern. Jerusalem. — Israels Regierung dementierte die Behauptung, dass arabische Familien aus ihren Wohnungen in Jerusalem vertrieben wurden Es sei vielmehr wahr, dass 80 arabische Familien aus Gebäuden, die vor 1948 jüdische Tempel waren in andere Wohnungen überführt wur. den, Dienstag, den 27. Juni UN. — König Hussein von Transjordanien hielt eine schwungvolle Reue vor der Generalversammlung, in der er seine Niederlage in diesem den Arabern ..aufgezwungenen Krieg“ zugab und alle Mitglieder aer UN ersuchte, durch Spenden von Geld und Lebensmitteln die Not der Flüchtlinge zu lindern. Der israelische Aussenminister Abba Eban meldete sich anschliessend zum Wort, und richtete an die Anwesen den die Frage, was ihre Regierungen getan hätten, wenn an den Grenzen ,hrer Länder Armeen aufmarschiert wären, um Volk und Land zu vernichten. Albanien, das vor den UN als Vertreter der Interessen Pekings auftritt beschuldig, te durch seinen Aussenminister den Kreml nicht nur die Araber verraten zu ha ben, sondern den imperialistischen Zielen de.. Amerikaner Hilfestellung zu leisten Washington. — Präsident Johnson hatte eine längere Unterredung mit dem Aussenminister von Rumänien Ion George Maurer, der einige Tage zuvor in seiner Rede »or den UN von den Richtlinien des sowjetischen Blocks merklich abgewiohen war Einzelheiten über dieses Gespräch wurden von keiner Seite verlautbart Man nimmt jedoch an, dass Johnson diese Aussprache suchte, nachdem bekannt geworden war, dass Kosygin in den beiden Zusammenkünften m-t dem USA-Präsidenben nicht von seiner „harten Linie“ abwich und auf der Verurteilung Israels als .Angreifer“ bestand. Amman. — Die uransjordanischen Behörden schlossen die AUenby-Brücke über den Jordanfluss, um c.en auf diesem Weg aus dem von den Israelis besetzten Gebiet herbeiströmenden arabischen Flüchtlingen den Zutritt nach Transjordanien zu verwehren. Mittwoch, den 28. Juni Jerusalem. — In ein* m längeren Interview mit der United Press wiederholte Ministerpräsident Eshkol, dass Israel die eroberten arabischen Gebiete nicht Zurückgeber, wird, bis sich die Araber nicht an den Konferenztisch bemühen, um mit Israel direkt über den Frieden zu ver. handeln. UN. — Der Aussenminister Argentiniens, Dr. Nicanor Costa Mendez, hielt eine viel beachtete Rede vor der Generalversammlung, in der er u. a. erklärte, dass Argentinien aus Gründen der Gerechtigkeit nicht für die Ver urteilung Israels als Angrei, fer in dem arabisch-israelischen Krieg stimmen wird, weil keine ausreichenden Beweise nierfür vorliegen. Ebenso wenig unterstütz* sein Land die Forderung nach Abzug der israelischen Truppen aus den eroberten Gebieten, da diese Massnahme allein nicht das Auf hören des Kriegszustandes bedeute, der nur durch vorherige Friedensverhandlungen beendet werden könne. Dagegen werde Argentinien die Ratifizierung des Prinzips der freien Schifffahrt aller Nationen auf den internationalen Wasserstrassen durch die Generalversammlung befürworten. Jerusalem. — Die Knesset billigte drei Gesetzentwürfe, durch die das gesamte von der Verteidigungs-Armee Israels okkupierte palästinensische Territorium ui'ter israelische Verwaltung gestellt die beiden Teile der Stadt Jerusalem zu einer einzigen Stadt unter israe!lscher Juris diktion verfügt wird und drittens die heiligen Stätten al ler Religionen von Israel geschützt werden sollen. Washington. — Präsident Johnson erklärte sich bereit, den transjordanischen König Hussein zu empfangen, des. sen Land zu den wenigen arabischen Staaten gehörte, die bei Ausbruch der Feindseligkeiten mit Israel nicht ihre diplomatischen Beziehungen mit den USA abgebroohen haben. Kairo. — Aus autorisierten Quellen verlautete, dass die VAR schon vor sinigm Tagen die Alarmbereitschaft ihrer Truppen verfügt, hat und strenge Sioherheitsmassnaii- Blick in die Welt von HAROLD 5CHWARCZ ROT-CHINA soll, wie es heisst, in der Lage sein, noch vor Jahresende eine H-Bombe über Südvietnam Japan oder Thailand abzuwerfen... — IN INDIEN wurden heftige Demonstrationen gegen das Rote Ohina durehgeführt. — PROFESSOREN der Nationalen Universität 'n Bogota, beschwerten sich über Ausschreitungen der Polizei. —» DIE AMERIKANER meldeten einen Vormarsoh ihrer Truppen in Südvietnam. —. AUS ADEN wird die Zerstörung einer Oelleitung gemeldet. — DIE AUSSENMINISTER Argetii.iniens und Englands behandelten gemeinsame Probleme hrer Länder während der UN-Tagung. — EINE SONDERKOMMISSION der Vereinigung der amerikanischen Staaten traf in Car icas ein, um die gegen, Kuba erhobenen Anklagen zu überprüfen. — GROSSE Ueberschwemmungen werden aus Uruguay gemeldet. — USA-Seekräfte richteten schwere Angriffe gegen dkl nordvietnametisohe Küste. — DAS ZOELIBAT wird beibehalten, entschied der Papst. PEKING beschuldigte den frarzösischen Präsidenten de Gaulle der Unaufrichtigkeit wegen semer undurchsichtig gen Orient-Politik. — NAZI-STANGL wurde von Brasilien an die Bundesrepublik ausgeliefert, um wegen seiner grausamen Verbrechen abgeurteilt zu werdet«. — DIE ENGLAENDEiR schlugen eine neue Rebellion «tt Aden nieder, — PRAESIDENT PODGORNY der Sowjetunion besuchte seinen geschlagenen ägyptischen Kollegen, dessen gros*. sprecherische Reden langsam wieder auf Touren kommen. ROTCHINA will sein Programm zum Bau von Atombomben beschleunigen. — CHARLES DE GAULLE klagte Russen und Amerika» ner an, sie würden in Vietnam gemeinsame Sache machen. IN SYRIEN wurden jetzt Todesurteile an Offiziere^ vollstreckt, die an einem Staatsstreich im. vorigen Jahr teil genormten men durchführt, um, wie e« heisst, ihre durch den Krieg mit Israel dezimierten Verteidigungskräfte zu reorganisieren. Wie berichtet wird, wurde während der ganzen letzten Woche Kairo von Mili. tärflugzeuge überflogen. Auch der Flughafen der Hauptstadt blieb stundenweise für den internationalen Flugverkehr gesperrt. AUenby-Brücke (Transjordanien). — Nach lliägiger. Verhandlungen durch Vermittlung des Roten Kreuzes fand der Austausch ven zwei abgeschossenen israelischen Piloten gegen 425 transjorda nisehe Kriegsgefangene statt. Donnerstag, den 29. Juni Washington. — Präsident Johnson bedauerte die „Annexion“ der Jerusalemer Alt Stadt durch Israel und liess durch das State Department erklären, dass die USA keine einseitige Entscneidung über den „Status“ der heiligen Stadt anerkennen würden. UN. — Der Delegierte Brasiliens vor den UN bekräftigte die traditionelle Position seines Landes, dass der mllitärische Sieg kein Rei ht auf die Annexion eroberter Gebiete darstellt. G’eif hze’tig trat er für die Anerkennung Israels als souveräner Staat durch die Araber und die Ausübung Israels alle« seiner hiermit zusammenhängenden Rechte einschliesslich der ungehinderten Benutzung der internationalen Wasserwege ein. Beirut. — Die proägyptisohe .ibanesische Presse berichtete, dass die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen Arabern und Israelis unvermeidlich scheine UN. — Jugoslawien unter breitete zusammen mit 13 anderen blockfreien Ländern der Generalversammlung einen Resolutions-yirseiilag. in dem der sofortige Abzug der israelischen Truppen aus den eroberten arabischen Gebieten gefordert wird Kairo. — Das halboffizielle Blatt „Al Ahram“ berichtete, dass Nasser eine Botschaft an die Organisation für die Solidarität ler Völker Asiens und Afrikas richten will, welche in diesen Tagen in Kairo zu einer Konferenz über die „geheime imperialistische Verschwörung“ im Mittelof-ten zusammen!reten Wird. (Redaktionsschluss, Donnerstag, den 29. Juni, i5 Uhr) Verfolgungen in Libyen Rom. — Mindestens 18 Juden wurden in den letzten zwei Wochen von ara bischem Mob in Libyen erschlagen, und etwa 4.000 haoen sich in ihren Häusern in Tripoli verschanzt, so berichtet der Korrespondent des italienischen Blattes „La Starr*- pa“. Von den 6.000 jüdischen Bewohnern dieser Stadt „haben sich etwa tausend in die Garnison von Gargarescb in der Nähe von Tripoli retten können“. Andere hunderte Juden mit ausländischen Pässen werden von ihren dip. omatischen Vertretungen geschützt Der Birichterstatter fügte hinzu dass rund drei bis viertausend Juden sich in der Stadt „ver steckt“ haben die jedesmai „den Tod riskieren“, wenn sie sich hervorwagen, um Nahrungsmitte oder Arzneien einzukaufen. Impreso an lii Imprenta POLIGLOTA — Rlvadavla 831 Registro de la Propiedad Intelectual N» 009.4dl