Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2216 (5.5.1967)
- Date
- 1967-05-05
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Oóncesión 1629 ISRAELITA Año xxvin. BUENOS AIRES, VIERNES 5 I>E MAYO DE 1967 N“ **1« CU EJEMPLA en toda la República PUEYRREDON 2190 1* izg. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Neue syrische Provokationen Blick in die Welt Nachdem die direkten Au gr«(e .1er Syrer auf Israeli ädttos Territorium von der israelischen Luft waffe erfolgreich zuriickgeschtagea worden sind, ziehen sie, von einigen arabischen Ländern un. fcecscützt nunmehr alle Register der internationalen Diplomatie um durch Deklarationen und Einschüchterungen die militärische Niederlage zu vertuschen. Hierbei be dienen sie sich der alten Methoden. die sich infolge der internationalen Konstellation und der hieraus resultierenden Schwächen der westlichen Grossmächte schon des öfteren bewährt haben: sie behaupten. Israel habe sie angegriffen und stellen damit die Tatsachen auf den Kopf. Der syrische Delegierte bei den UN klagte in einem Do kument, das allen Mitglied- Staaten zugesteilt wurde, die Israelis an, sie hätten die Syrer zu einer grossen Schlacht provoziert... Gepanzerte Traktoren seien in arabisches Gebiet eingedrungen und mitten Land- und Luftschlachten entfesselt. Israel habe dadurch einmal mehr den Wal feilst instand gebrochen, der vor vielen Jahren geschlossen WM-den ist Wenige Tage zuvor gaben Aegypten und Syrien ein Communiqué heraus, sie würden gemeinsam die Angriffe Israels niederschlagen; das war das Ergebnis einer langen Besprechung, die der ägyptische Ministerpräsident Sidqi soliman mit der Regierung in Damaskus gehabt hat. Gleichzeitig werden die Amerikaner beschuldigt ihre Sechste Flotte würde die israelischen Angriffe fördern, indem man auf diese Weise Israel schütze. Aber nicht nur die Amerikaner werden des, sen verdächtigt, mit Israel in einem Komplott gegen Svrien und Aegypten zu stehen. Sogar Trans jordanien, Persien Und Saudi Arabien werden angeklagt, mit Israel zu konspirieren, um die Schaffung der Arabischen Einheit und einer neuen Föderation der arabischen Länder zu vereiteln. Die drei zitierten Länder, Trans jordanien. Saudi Arabien rnd Persien (Iran) hät teil, so heisst es in dieser Erklärung, grosse Waffenmengen von «restlichen Staaten erhalten nicht etwa um gegen Israel Front zu machen, sondern zu dem einzige von B. B. SAMUEL 2 veck, im .»« ier Versieh wonnig der Imperialisten gegen die ,,progressiven" arabischen Regierungen" teilzunehmeti Atle diese Manöver werden durch die Sechste amerikanische Flotte abgeschirmc. fin übrigen hätten der König Hussein von Transjordai ien. der König Feisal von Saudi Arabien, der Schah Mohammed Reza Pahlevi von Persien, und Israel Pläne zum Sturz des republikanischen Regimes im Yemen geschmiedet ... Die syrisch - ägyptischen Woher der Wind weht, zeigte eine sowjetische Note in weloher Israel vom Kreml gewarnt wurde, keine Angriffshandlungen gegen Syrien vorzunehmen. Israel sollte seine wiederholten militärischen Angriffe gegen Syrien einstellen, so heisst es dort. Die Luftangriffe Israels auf Syrien seien gefährlich, denn sie vollziehen sich ..in der Nähe der sowjetischen Grenzen". Das dürfte eine klare Drohung sein, die auf diese eigenartige Weise* ausgesprochen worden ist. Denn die teil, die sich als ..progressiv“ bezeicunen, ihre Verbindung zu deu kommunistischen Staaten, vor allem zur Sowjetunion, aufgeben werden, dürfte sehr zweifelhaft, wenn nicht ausgeschlossen sein, da ihre Abhängigkeit vom Kreml immer deutlicher wird. Dass die Deutsche Bundesrepublik bereit ist, den soge. i nannten Paliistina-Flüehtlin- | gen finanzielle Hilfe zu leisten. wird voraussichtlich das | einzig ,.Positive“ sein, was | Hassoüna berichten kann. I Aber das ist nichts Neues i Denn die bonner Regierung j leistet schon seit vielen Jah- \ ren einen nicht unerheblichen Beitrag für einen Sonderfonds der UN zugunsten dieser ..Flüchtlinge". Hassouna hat jetzt zwar verlangt diese Zahlungen sollen nicht mehr an die UN, sondern an die interessierten arabischen Länder direkt vorgenommen werden. Dafür, dass die deutsche Regierung auf dieses Verlangen eingehen wird, ' sind keine Anhaltspunkte! vorhanden. Den einzigen vernünftigen Weg, sich mit Israel zu ver. ständigen, ist Nasser nicht bereit einzuschlagen, obwohl : Israel seit Jahren seinen Vorschlag zu direkten Verhand- I Jungen immer wieder in seinen Erklärungen unterbreitet ' hat. Offensichtlich ist die Zeit einfach deswegen nicht reif hierzu, weil Nasser nicht stark genug ist, seine Hasspolitik gegen Israel aufzugeben und Frieden zu machen. von HAROLD SCHWARCZ GENERAL WBSTMOREI.AND. amerikanischer kommandierende! in Vietnam, verlangt* vom Korigrew» eine starkete Unterstützung des Krieges in Asien. — PAPST PAUL VI. verlangte eine stärkere Vereinheitlichung der verschiedenen chrisclichen Glaubensbekenntnisse. — UNDURCHSICHTIGE Verhältnisse herrschen in Griechenland. wo die neue Regierung bestreitet, Todesurteil« gegen politische Gegner erlassen zu haben, _ UN MONTREAL wurde die Welt-Ausstellung eröffnet. SEIT 116 JAHREN wurde jetzt der erste raärmliche Thronfolger dem Hause Otanien in Holland gebaren. — ZUM PART EI EN-SYSTEM werde Spanien nioht auruckkehren, erklärte der Generalísimo Franco. — DER NATIONALISMUS und nicht der Kommunismus ist die motorische Kraft, die den Widerstand in Vietnam anspornt. — I<N DI R KANSU-Provinz (China) soll es au blutigen Kämpfen gekommen sein, bei denen Hunderte ihr Lebeu einbüssten. — NEUE ZUSAMiMENSTOESSE zwiseheu Studenten und Polizei werden aus Rio de Janeiro gemeldet. _ KOENTG KONSTANTIN trat dafür ein. das parlamentarische System in Griechenland so schnell wie möglich wiederherzustelien. — KOSMONAUT Vladimir Komaro'w, Held der Sowjetunion. wurde in Moskau unter grossen Feierlichkeiten belgesetzt. — DIE KONFERENZ der kommunistischen Länder in Karlsbad trat für eine Verbesserung der Beziehungen mit den westlichen Ländern ein. — JOHNSON führte mit Bundeskanzler Kiesinger eine Reihe wichtiger Gespräche während seines letzten Besuchen in Deutschland. — WEGEN BELEIDIGUNG des Gouverneurs wurde ein Priester in Bübao zu 6 Monaten Halt verurteilt. — ä‘0Ütf ovliLAOiliJilii mit u wuaoiMft. aus Bolivien gemeldet. — GEGEN DEN PRABSIDENTEN von Togo, Oberstleutnant Etienne Eyadema. wurde ein Attentat verübt. — DIE INDONESISCHE Regierung hat rotchinesische Diplomaten eusgewiesen. — GUERILLA-Krieger griffen in Kolumbien Abteilungen der Armee an und töteten mehrere Soldaten. — DER KIBBUZ GADOY bat am schwersten unter den Angriffen der syrischen Artillerie gelitten. Bas Bild zeigt eines der zerstörten Häuser. Die Kolonisten haben den Wiederaufbau bereits aufgenommen, Wieder ein Vertagung beschlossen Ma».ner.b Machthaber versuchen durch solche Behauptungen, gleich mehrere ihrer unerbittlichen Gegner .auf einen Nenner“ zu bringen und der Oeffent lichkeit vorzumachen, dass auch Israel zu den Angreifern im Yemen gehört, ob wohl auch in diesem Fall kein Zweifel daran bestehen kann, dass sich Aegypten — und kein anderes Land — in die inneren und blutigen Auseinandersetzungen eigemischt hat, die zwischen den „pro gressiven“ Elementen, d. hzwischen der Kommunisten freundlichen republikanischen Regierung, die von Nasser unterstützt und installiert worden ist. und dem alten Könighaus im Yemen ausgetragen werden Drohungen aus Aden Washington. — Die einflussreichste nationalistische Bewegung Südarabiens, Jie von Nasser unterstützte südarabische Befreiungsfront „Flosy" kündigte an. dass sie das Regime in Aden anstrebt und ^selbstverständlich die südhohe Einfahrt zum Roten Meer, die Strasse nach Elat. für die israelische Schiffahrt blockieren wird “ Laut in Washington erhaltenen Meldungen hat der Generalsekretär der genannten Bewegung, Abdul Mac Kawee einstiger Ministerpräsident des Protektorats Aden, vorausgesagt, dass nach dem Rückzug der Eng länder aus Aden eine ..sozialistische arabische Republik“ die Regierung antreten wird Aden beherrscht den engen Kanal zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden.. MacKawee erklärte: ..Unsere Politik wird glei cüermassen feindlich gegen England, die Vereinigten Staaten und Israel sein.“ Die Drohungen der ..Flosy“ waren für die Amerikaner eine Ueberraschung. die informelle Beziehungen mit dieser Bewegung in der Hoffnung unterhalten, die südarabischen Terroristen von einem Anschluss an einen e>:( rem antiwestlichen Kurs ahhalten zu können (ITA) sowjetischen Grenzen sind weit vom Schauplatz der Ereignisse entfernt... Die Verantwortung für diese gefährliche Politik trage allein die Regierung Israels, meint Moskau. Dass die Sowjets reagieren würden, ist nicht überraschend. denn bei den Luftkämpfen wurden nicht weniger als sechs, vielleicht sogar sieben russische Migs abgeschossen. Da auch die arabischen Verhandlungen in Bonn, die vom Generalsekretär der Arabischen Liga geführt wurden, bisher zu keinen konkreten Ergebnissen geführt haben, muss man mit weiteren diplomatischen Aktionen von dieser Seite rechnen. In diesen Tagen tritt die Arabische Liga in Kairo zusammen, ohne dass der Generalsekretär Abdel Khalek Hassouna sei nen Kollegen ausser allgemeinen Versprechungen und Zukunftsaussichten auch nur einen deutschen Vorschlag unteroreiten könnte Ohne vorher die diplomatischen Beziehungen ohne weitere Bedingungen wiederherzustellen, ist die Bundesrepublik nicht gewillt, irgendwelche finanziellen Leistungen zugunsten der arabischen Staaten zv machen, selbst nicht einmal dazu über die Umschul- Äung der von den Aegyptern zurückzuzahlenden 100 Millionen DM zu verhandeln. Im übrigen ist die Frage der Beziehungen der VAR und anderer arabischer Länder zur DDR der Deutschen Demokratischen Republik (Ostdeutschland), noch völlig ungeklärt. Dass die Araberstaa- Rio de Janeiro. — Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hat beschlossen, die Verhandlung über die drei Auslieferungs. begehren der Regierungen Polens, Westdeutschlands und Oestereichs im Fall des NS- Kriegsverbrechers Franz Paul Stangl zu vertagen. Stangl wird beschuldigt, für den Tod von etwa 70.000 Juden in den Ausrottungslagern von Sobi. bor und Treblinka, deren Kommandant er gewesen ist, verantwortlich zu sein. Die Vertagung wurde auf Antrag des Staatsanwalts verfügt, um dem Gericht mehr Zeit zu lassen, das von den genannten Regierungen vorgelegte reichhaltige Beweismaterial eingehend zu prüfen. Aus einer glaubwürdigen Quelle in Bonn verlautete.! dass Stangl selbst hoffe, nicht in Brasilien auf freien Fuss gesetzt sondern an Oesterreich ausgeliefert zu werden. Eine Auslieferung an die Bundesregierung oder Polen wünsche er nicht, denn Oesterreich erhebi gegen ihn nur die Klage, dass er am Euthanasie - Programm der Nazis beteiligt war. ohne seine Stellung als Kommandant der beiden Todeslager zu erwähnen. Aus diesem Grunde hegt er die Hoffnung in Oe. sterreich mit einer leichten Strafe davonzukommen. Eine Freilassung in Brasilien fürchtet er aus Angst vor der „Rache der Juden“, die ver suchen könnten, ihn zu ermorden. Der neue Verteidiger von Stangl, Dr. Albuquerque, ein Professor der Universität Brasilia, wurde vom Gericht bestellt. Seine frühere« Anwälte, die auch sehr bekannt aber sehr teuer sind, haben sich von dem Fall zuriiekge zogen. Dr. Albuquerque erklärte er werde aufgrund der brasilianischen Gesetze, die die Verjährung von Verbrechen nach Ablauf von 20 Jahren vorsehen, auf den Freispruch seines Klienten plädieren. (ITA) APPELL DBS JWK Washington. — Der Direktor des Jüdischen Weltkongresses, Dr. Mauricio L. Perlzweig, leitete der hiesigen Botschaft Brasiliens im Namen von 65 dem JWK angeschlossenen jüdischen Gemeinden in aller Welt das Ersuchen zu dass Brasilien den dort verhafteten Kriegsverbrecher Franz stangl ausliefern soll. Dr. Perlzweig betonte, dass der Weltkongress „die schnelle Festnahme des Angeklagten sofort nach Erhalt des von Oesterreich ge stellten Auslieferungsbegehrens gebührend zu schätzen weiss“ Aber er warnte gleichzeitig vor der Möglichkeit, dass Stangl aufgrund des brasilianischen Verjährungsgesetzes straflos ausgehen könne. „Der Jüdische Weltkongress unterstützt entschieden die Stellungnahme, die vor zwei Jahren einstimmig von der Regierung Frankreichs eingenommen wurde, nämlich dass schon die Natur dieser ungeheuerlichen internationalen Verbrechen die Möglichkeit der Anwendung einer lokalen Verjährung oder ähn- I Baku. — 2.000 jüdische Op* i fer der Nazis, die aut einem! Feld vergraben worden waj ren. wurden exhumiert und; auf einem jüdischen Friedhof j beigesetzt. Fast alle waren ' polnische Juden, die nach i der Besetzung Polens durch die Deutschen nach Baku geflohen waren, liehe Rekurse ausschliesatf1, erklärte Dr. Perlzweig der Presse. „Wir hoffen, dass die Regierung Brasiliens diese Auffassung teilt. Wir grün, den unsere Erwartung auf den wichtigen Beitrag, den Brasilien als eine der verbündeten Nationen bei dem militärischen Bemühen zur schliesslichen Zerstörung des Naziregimes geleistet hat Wir stützen uns ferner auf die Vergangenheit Brasiliens, das sich stets als unbarmherziger Feind des Rassenhasses in ai. len seinen Formen sowohl im eigenen Land wie in anderen Ländern erwiesen hat “ Dr. Perlzweig erwähnte auch, dass ihm verschiede» f,- lich die Aufgabe zufiel, die Aufmerksamkeit der vereinten Nationen auf die bedauerliche Tatsache zu lenken dass traurig berühmte Krieg» Verbrecher sich öfters der Gerecntigkeit unter dem unangebrachten schütz von Gesetzen jener Ländern entziehen, die ihnen Asyl geboten haben. Diese Gesetze, so schloss er. dürften auf die. die sich solcher monstruöser Vergehen schuldig gemacht haben, keine Anwendung fin den. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Ráradarit 831 Registro lo la Propiedad Intelectual N? fW.491