Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2214 (21.4.1967)
- Date
- 1967-04-21
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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' - '#s FRANQUEO PAGADO o “ “ Concesión 908 4> ♦-* — J- C í» O a «■» O ic ü TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año XXVIII. BUENOS AIRES, VIERNES 21 DE ABRIL DE 1969 N* »U4 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREOON 2190 1» fcq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Frühling im Heiligen Lande Seiten ist so auffallend, ds.ss Erez Israel das Heilige »Land meht nur einer Religion ist. wie im Frühlings iMuii! Nissan. Alle die religiösen Fest«, die mit dom Ft ühlingserwaehen in der Natur Zusammenhängen, die in der Ueberlieferung die Befreiung aus einem Joch und die Auferstehung symbolisieren. konzentrieren sich in diesem Monat, da die Bergabhänge Galiläas und die Ge filde des Landes in Blütenpracht prangen und duften. Da wir ein Schaltjahr haben. so dass der Monat Nis san im Verhältnis zu den anderen Kalendern etwa um vier Wochen später beginnt als sonst, finden in diesem Jahie die Feste der anderen Religionen früher statt, wäh rend sie im allgemeinen ebenso wie Pessach in den Monat Nissan fallen. Gilt der Monat Adar als Zeit der Freude und Unterhaltung. so beherrschen den Monat Nissan die religiös-bejinnlichen Festtage. Heute kuliminiert das Pessachfest in der Sedermahlzeit. dem Lesen der Haggada und den Gebeten in der Synagogefrüher aber war Pessach vor allem eines der drei jährlichen Wallfahrtsfeste, zu denen die Pilger nach Jerusalem kamen. Die Hauptattraktion des Pessachfestes im Lande war bis zur staatsgriindung der Besuch der Jerusalemer Altstadt und das Gebet an der Klagemauer vtm MEIR EAERBER | Seit 1948 ist für Israelis die i Altstadt unzugänglich In den - ersten vier Jahren dei Staats gründung versuchte man. in irgendeiner Form einen Ersatz für das Wallfahrfcsziel zu schaffen. Am 3. und 4. Pessachtag wurde in Jerusalem der „Tag des Korridors“ gefeiert. der der Annäherung der Dörfer der Umgebung an die Hauptstadt und dem Dank für die Befreiung der Stadt aus der Gefahr der Isolierung und der Vernichtung gewidmet war. Damals sprach man noch viel von der .Operation Nachschon“, in der der Zugang zur belagerten Stadt erkämpft wurde; vom „Kwisch Hagwura“, der Strasse des Heldentums, die tief ins judäische 3ergland einschnitt; von den Kämpfen zwischen Bab el - Wad. schaar Hagai. und dem Araberdorf Abu Gosch, als deren Zeugen auch heute noch die Wracks von 7 Lastautos, 15 Panzerwagen und einem Personenauto auf der Strecke liegen. Den Opfern des Kampfes um die Befreiung Jerusalems und den Ein wohnern dieses Gebietes sollte der ..Tag des Korridors“ gewidmet sein, aber er wurde vernachlässigt und ist der Vergessenneit anneimgetallen. Statt dessen kam der Viertagemarsch nach Jerusalem auf, der sich grosser Popularität erfreut und eine Art Ersatz fiir die traditionel¬ Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ PAPST PAUL VI. sandte eine Botschaft an die Gipfelkonferenz amerikanischer Präsidenten in Punta del Este. — BLUTIGE Kämpfe zwischen den verschiedenen kommunistischen Gruppen werden aus Hong Kong gemeldet. — MARSCH ALL ANDREI A. Greschko, Kommandant der Truppen der Warschau-Pakt-Staaten, wurde zum neuen sowjetischen Verteidigungsminister anstelle des verstorbenen Marschalls Malinowsky ernannt. — DIE OPPOSITION in Ohina setzte die Verminderung der Rechte des Präsidenten Liu Shao Shi durch. — DER BISCHOF einer nicht genannten Stadt Nordbrasiliens warnte den Präsidenten Costa e Silva vor der Gefahr. dass die hungernden Landarbeiter in die Stadt eindringen und sie plündern würden. — LIBERALE KATHOLIKEN wurden in Lissabon besohuldigt, kommunistische Propaganda zu verbreiten. — GESPANNT bleibt die innenpolitische Lage Griechenlands. — DIE BRITSCHE Regierung stellte energisch in Abrede, der UN-Kommission in Aden Schwierigkeiten gemacht zu haben- — . DIE KIRCHENFÜEHRUNG Spaniens verlangte die Herstellung einer „authentischen Demokratie“ in einer klaren und energischen Form, wie man sie seit dem Bürgerkrieg nicht mehr gehört hat. — U THANT, Generalsekretär der UN. unterstützt einer Friedenspian für Vietnam der von Ceylon vorgeschlagen worden ist. — NICHT ALLEIN Bolivien, auch Brasilien hat ordeutli che Streitkräfte gegen die Guerilla-Krieger eingesetzt. — AUCH IN BEI GIEN kam es zu antiamerikanischen Demonstrationen beim Besuch des Vizepräsidenten Humphrey IN JUGOSLAWIEN wurden Parlamentswahlen durc.bgefiihrt, bei denen jedoch nur unter verschiedenen Kandidaten derselben Partei gewählt werden durfte. — IN MONTEVIDEO kam es zu schweren Zusammensiössen zwischen Studenten und Polizei, die alle antiamerikanisohen Kundgebungen unterdrücken wollte. — IN KOREA kam es zu blutigen militärischen zusammenstössen. — DIE LABOURPARTY erlitt bei den letzten Wahlen empfindliche Niederlagen. — - LUIS SOMOZA, Expräsident Nicaraguas, starb nur 43 Jahre alt. — ALLE EXILIERTEN können zurückkehren, wie es Expräsident Kubitsohek bereits getan hat, erklärte der Justizminister Brasiliens. DIE PRAE3IDENTENKONFERENZ in Punta del Este wurde mit relativem Erfolg abgeschlossen. —• le Pilgerfahrt der Vorzeit bildet. DAS PESSACHOPFER DER SAMARITANER Im allgemeinen fällt auch das Pessachfest der Samaritaner in den Monat Nissan. Die etwas über 300 Seelen zählende Samaritanergemeinde, die in Nablus, Sichern, in einem eigenen Stadtviertel lebt und sich im Alltag von ihrer arabischen Umwelt kaum unterscheidet, zieht am Vorabend des Pessach tages auf den Berg Gerisim. wo sie unter Führung ihres Priesters an geheiligter Stätte das Pessachopfer darbringt, genau so wie vor vielen Jahrhunderten. Der samai'itanische Priester führt seine Abkunft auf Pinchas, also auf den Hohepriester Ahron, zurück.. Von unseren heiligen Schriften halten die Samaritaner nur die fünf Bücher Mosis und das Buch Josua heilig. Auf dem Berge Gerisim stand seinerzeit ihr Tempel. An der Pessachwallfahrt nehmen auch die Samaritaner teil, die in Israel leben, und die hier ebensowenig von den Juden zu unterscheiden sind, wie in Transjordamen ihre Verwandten vor. den Arabern. Das, Qjjie^ an dem. .ihnen heiligen" Ält-ar, das an Ort und Stelle über offenem Feuer gebraten wird, wobei die Flammen die nächtliche Szene rot und romantisch beleuchten, einigt sie alle im Gedanken an ihre gemeinsame Geschichte, obwohl sie jetzt durch eine politische Staat.engrenze getrennt voneinander leben. AL ID-ALK ABER Das mohammedanische Jahr hat — abgesehen vom Freitag — eigentlich nur zwei Feiertage. Der eine ist „das grosse Fest“, Al-Id alkabir, am 10. Tag des 12 Monats des letzten Monats des Jahres, der Su al Chidja Monat der Mekka-Wallfahrt, heisst. Da ein Schaf oder eine Ziege als Opfertier geschlachtet und gegessen wird, heisst der Feiertag auch Id al Adcha (Opferfest). In diesem Jahr fällt der Su al Chidja zum Teil mit dem Adar Bet und zum Teil mit Nissan zusammen. Das mohammedanische Jahr ist ein reines Mondjahr ohne Ausgleich durch Schalttage Daher verschieben sich die Monate alljährlich gegenüber dem Sonnenjahr um zehn bis elf Tage, so dass die Feste nicht an fixe Jahreszeiten gebunden sind. Der andere Feiertag, Id el Fittr, folgt dem Fasteumonat Ramadan am 1.—3. Tag des Monats Schaual, und er geht dem Su al Chidja um zwei Monate voran. NEBI MUSSA Zwischen Jerusalem und dem Toten Meer erhebt sich ein Berg, auf dessen Gipfel nach mohammedanische»- Tradition Moses begraben sein soll, der vom Islam als Nebi Mussa. Prophet Moses, verehrt wird. Es ist eine der Absurditäten unserer Zeit, dass die Mohammedaner unseren Moses verehren, der uns aus Aegypten aus unse rer Knechtschaft herausgeführt hat, damit wir unser Land in Besitz nehmen, das sie uns streitig machen. Am letzten Freitag vor Pessach zieht eine Piigerprozession von Mohammedanern aus der Jerusalemer Altstadt durch das Löwentor über den Oelberg auf den Dschebel Mussa. Dort findet am Grabmal des Nemi Mussa, das ein grosses, quadratisches Gebäude mit weissem, gewölbtem Dache ist, eine Art Volksfeier statt, die ans Beten, Essen, Unterhaltung und politischen Gesprächen besteht. Das Nebi-Mussa-Fest hat noch keine lange Geschichte. Ais moslemischer Wallfahrtsort finden sich Erwähnungen des Dschebel Mussa erst seit dem 13 Jahrhundert. Als Hadji Amin el Husseini Grossmufti war, pflegte er diese Feier besonders. In prächtigem Ornat ritt er hoch zu Ross an der Spitze des Zuges, wenn die Pilger dem Rufe des Mu'edzin der von der Höhe des Minaretts eintönig guttural über die I,andschaft hinaustönte, gefolgt waren und ihr Gebet verrichtet hatten, so hielt der Mufti seine grosse Hetzrede gegen die Juden und gegen den Zionismus. Heute sind die Verhält pisse derart, dass die trans jordanische Regierung dafür sorgt Gelegenheiten zu fanatisierenden Hetzreden tunliohst zu vermeiden, da sie zu leicht selbst ihr Opfer werden könnte. So hat die Nebi- Mussa-Feier jetzt bescheidenere Form, OSTERN Ostern, das christliche Auferstehungsfest, fiel in diesem Jahr bereits auf Purim. Ueber 1.500 christliche Pilger Um die Auslieferung Stangls Brasilia. Das Begehren auf Auslieferung des ehemaligen KZ-Kommandanten I“ranz Stangl, welches ni't dem Vermerk „äusserst dringend“ von der Regierung Oesterreichs erhoben wurde, gelangte nunmehr an das brasilianische Oberste Gericht, 43 Tage nacn der Verhaftung des Kriegsverbrechers. Es ist zweifelhaft, ob dieser Antrag Erfolg haben wird, wie ein Sprecher des Obersten Gerichtshofes aussagte. weil die Klage sich auf Vergehen bezieht, welche vor mehr als 20 Jahren begangen wurden, die nach den Gesetzen Brasiliens als verjährt betrachtet werden. Sollte das Verlangen Oesterreichs scheitern, so oeabslchtigen Westdeutschland, Polen, Israel und Holland die Auslieferung Stangls zu betreiben. Die Bearbeitung des Falles ist dem Richter Vitor Nunes Leal übertragen worden, der dem Plenum des Obergerichts einen Bericht zur Entscheidung unterbreiten wird. Alte und neue Nazis Washington. — Eine Liste mit den Namen von 450 europäischen Anhängern der nazistischen Weltbewegung des Amerikaners George Rockwell ist dem USA-Botschatter in Wien übergeben worden, wie der Qhef des jüdweilen iJokumenlationszemrums in der österreichischen Hauptstadt, Ing. Simon Wiesenthal, in einer Rede vor dem Klub der Presse enthüllte. Wlesenthal. der berichtete, wie er den kürzlich in Sao Pauk» verhafteten Nazi Franz Stangl aufgespürt Und angeaeigt hatte, enthüllte ferner, ihm sei berichtet wordeu, dass die Volkswagen-Werke, die Stangl angestellt hatten, ihm legalen Beistand leisten, um »eine Auslieferung zu verhindern. Er fügte hinzu, dass ein Anwachsen des Antisemitismus in Deutschland zu bemerken sei, und wies im besonderen auf die sioh ständig vergrössernde Auflage der National und Soldaten- Zeitung hin. Er nannte es auch unverständlich, dass Deutschland keinen anderen geeigneten Bundeskanzler finden könne als ausgerechnet einen Mann, der Mitglied der NSDAP gewesen ist. Ueber die Haltung des Vatikans zum Nazismus befragt liestätigte Wiesenthal, dass zahlreiche NS-Kriegs Verbrecher vom Vatikan Ausweispapiere bekommen hat ten, welche ihnen die Flucht nach dem Krieg ermöglichten. (ITA) meist Angehörige der Geistlichkeit, Personal der Botschaften und Gesandschaften und auch Touristen, zogen Freitag und Sonnabend an den beiden Tagen vor Ostersonntag, durchs Mandelbaumtor ins alte Jerusalem, um an den Feiern in der Altstadt, in der Grabeskirche und an der Prozession durch die Via Dolorosa teilzunehmen. Die Gebete dauerten die ganze Nacht über. Bekanntlich gibt es Kaleuderdifferenzen zwischen den einzelnen christlichen Bekenntnissen und Sekten, und so ziehen sich die Osterfeiem der christlichen Gemeinschaften über mehrere Wochen hin. In Jahren mit stärkerer Touristik ist der Fremdenverkehr zur Osterzeit fühlbarer als in diesem Jahre, da sich die Konjunktur - Dämpfung sichtlich nicht nur auf Israel beschränkt. Sie kam auch im Nachlassen des Pilgerstromes zum Ausdruck. DIE FEIERN DER DRUSEN Das Nationalfest der Drusen, Nebi Schu’ejb, fällt fast alljährlich in den Monat Nissan. In Scharen strömen die Drusen aus allen Teilen Galiläas in Kfar Chitin, unweit von Tiberias, zusammen, wo sich ihrer Ueberlieferung nach das Grab Jet-hros, des Schwiegervaters von Moses, befindet, den sie verehren. Die Ehrengäste, zu denen meist auch Minister gehören, werden bei ihrer Ankunft von der versammelten Drusengemeinde mit dem traditionellen Debka-Tanz und mit Salutschüssen begrüsst. In den Ansprachen pflegen Scheich Taarif und die offiziellen Gäste das freundschaftliche Verhältnis zwischen Juden und Drusen zu betonen. DAS FEST DER BAHAI-GEMEINDE Die Gemeinde der Bahai Gläubigen begeht ebenfalls im Frühlingsmonat ihr Neujahrsfest, das auf einen Fastenmonat folgt Dieses Fasten besteht — ähnlich dem Ramadan der Mohammedaner — darin, dass die Bahai zwisohen Sonnenaufgang und Dämmerung keine Speisen, Getränke und sonstigen Genussmittel zu sich nehmen, da sie sich in diesem Monat der religiösen Meditation widmen. Das Jahr der Bahai ist in Friedhof in Lublin London. — Aus Vertretern von jüdisch-religiösen Vereinen und Kuturgesellschaften wurde in London ein Comitö gebildet, um den 150 Jahre alten jüdischen Friedhof in Lublin instandzustellen. Nach dem Krieg wurde auf dem Friedhof ein Denkmal für die umgekommenen Juden der Stadt auf gestellt. Es ist beabsichtigt, den Friedhof neu zu umzäumen und Hin mit Baumen zu bepflanzen. Auf dem Friedhof befinden sich die Gräber von Raw Schapira, dem letzten Leiter der Jesehiwa, und einer ganzen Anzahl von Rabbinern, die aus dieser Jesehiwa hervorgegangen sind. Die polnische Regierung hat für diese Arbeiten 150.000 Zloty und die Stadtverwaltung Lublin 200.000 Zloty bestimmt; ferner liegt eine Subvention von 150.000 Zloty vonseiten de« „Märtyrerrates“ vor. In England soll nun ein weiterer Betrag aufgebracht werden. 19 Monate zu je 19 Tagen geteilt. Es beginnt stets am ersten Frühlingstag, dem 21- März. Die 4—5 Tage Differenz zwischen den 361 Tagen, die sich aus 19 x 19 ergeben, und den 365 Tagen des Sonnenjahres werden zwisohen die beiden letzten Monate eingeschaltet und festlich begangen. Der grösste Feiertag des Bahai-Jahres ist das Ridvan-Fest, der Jahrestag der ersten öffentlichen Deklaration von Baha’ullah, einem der beiden Gründer der Ba hai-Religion. Das Fest dauert zwölf Tage, die auf Ende April, Anfang Mai fallen. Das öffentliche Auftreten des Bahaüllah fand zwischen 21. April und 2. Mai 1863 statt. Die über zwei Millionen Bahai-Giäubigen der Welt pflegen am 21- April grosse religiöse Versammlungen abzuhalten. Abgesehen von Ridvan haben die Bahai noch weitere neun Feiertage, die sich über das ganze Jahr verteilen und au die Gedenktage der beiden Religionsgründer erinnern- In Israel befindet sich das Bahai-Zentruni am Karmel-Abhang, und die goldene Kup pel des Bahai-Tempels beherrscht das Stadtbild von Haifa, Impreso m> It Imprenta POLIGLOTA — Rivadavta 831 Registro do la Propiedad Intelectual W 909.491