Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2213 (14.4.1967)
- Date
- 1967-04-14
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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m > T O? S ° FRANQUEO PAGADO í Concesión 908 5 TARIFA REDUCIDA O o Concesión 1629 Año xxvin. BUßNOS AIRES, VIERNES 14 DE A B. RTL Dß 1967 N1» *»13 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 2190 1® «q. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 IPer Mttptiiii/ii mit Syrien Tfberia*. — Am vergante neu Wochenende fand eine Luftschlacht zwischen israelischen und syrischen Flugzeu ¿eu statt. Der Kamp! wui le ats grösst« knegerisohe Aktion seit dem Sinai-Feldzug bezeichnet. Israel meldete, dass seine Mirage-Flugzeuge französischer Fabrikation 6 syrische Mig-Apparate sowjetischer Konstruktion absehossen und zeigte Filmaufnahmen, die während der Schlacht gemacht wurden. Um seine Behauptungen au belegen GutuiTterrichtete Beobachter sind der Ansicht, dass diese Verluste für die syrische Luft waffe ein schwerer Schlag sind. Die Luftwaffe Syriens verfügt nach ihren Aussagen Über etwa 80 Mig-Apparato älteren Modells während sie nur 20 moderne Mig-21 besitzt und dazu wenige Pilo ten. welche diese Maschinen au bedienen imstande sind und ferner das Vertrauen der Linksregiehung in Damaskus gemessen, so dass der Verlust von 6 Jagdflugzeugen und ihrer Mannschaft als besonders ernst zu betrachten ist. Israels Regierung bestritt die Meldung, dass fünf israelische Apparate von den Syrern abgesohossen worden seien. Gleichzeitig enriiüüte sie, dass ihre Piloten Auftrag hatten die gegnerischen Flugaeuge „bis zum Abschluss der Aktion zu verfolgen* Israel beklagte einen einzigen Toten bei den Zusammenstö ssen zu Land. Die israelischen Beobachter wiesen darauf hin, dass trotz der langen Dauer der Luftschlacht die ägyptische Luftwaffe nicht eingrtff, noch Konzentrationen ägyptischer Bodentruppen au beobachten waren, obwohl kürzlich zwi sohen Aegypten und Syrien ein militärisches Abkommen geschlossen wurde. SABOTAGE Tel Aviv. — In den 48 Stunden, die auf den Kampf in der Luft folgten, gaben die israelischen Sicherheitskräfte die Entdeckung zweier Sabo tageversuche bekannt. Eiine Landmine wurde in der Nähe von Majan Baruoh und Sprengkörper bei Margaliot gefunden. Die Mine vom Typ Mark n entdeckte eine Patrouille in einer Entfernung Von einem Kilometer von der Grenze. Sie konnte, bevor sie explodierte, von den Israels entschärft werden. Bei Margaliot, 600 Meter von der li. banesischen Grenze entfernt, waren 5 Kilo Sprengstoff versteckt. Obwohl die Israelis sich bei der libanesisch-israelischen gemischten Waffenstillstands - Kommission be sch werten, nimmt man mit Sicherheit au, dass diese Attentat« ebenso wie alle übri gen, von syrischen Saboteu reu verübt wurden. Beide Funde fielen zeitlich mit einer Ankündigung aus Damaskus zusammen, in der es hiess, dass „Syrien sich nicht zur Bewachung der israelischen Grenzen hereitzufinden gedenkt und keine neuen Terroristen.Ueberfälle auf Israel verhindern wird“. Hieraus schliesst man in Israel, dass Syrien sich durch verstärkte Sabotage gegen Israel zu rächen plant. ISRAELISCHE BESCHWERDE Tel Aviv. — Israel klagte seine arabischen Nachbarn an. durch wiederholten Terror und die Sabotage in der Nähe der Grenzen neue Zwischenfälle provozieren zu wollen. Die Regierung unterbreitete der Waffenstillstands- Kommission der Vereinter Nationen zwei Proteste gegen die Legung von Minen, In einem Schreiben an den Sicherheitsrat der U-N beschwerte sich Israel über ..die ernste Lage an der syrischisraelischen Grenze, welche durch die wiederholten An. griffe und Herausforderun gen der syrischeu Streitkräfte verursacht ist.“ Israels Bevölkerung, die seit 19 Jahren an derartige Zusammenstösse gewöhnt ist. nahm die Ereignisse mit Ruhe auf und verbrachte den Schabbat nach der Luftschlacht, an dem seit langer Zeit zum ersten Mal wieder die Sonne schien, um sich auf dem Land oder am Mee. resstrand zu erholen '¡Längs der syrisch-israelischen Grenze herrschte Ruhe. SYRIEN ZIEHT KLAGE ZURUEC’K Jerusalem. — Ganz unerwartet zog Syrien die zwei Tage zuvor bei der syrisch-is raelischen Waffenstillstands- Kommission erhobene Klage zurück, in der es gegen das Ueberfliegen von Damaskus durch israelische Flugzeuge protestiert hatte. Obwohl keine offizielle Erklärung Syriens hierzu erfolgte, so glaubt man, dass Syrien die erdrückende Ueberlegenheit der israelischen Luftwaffe und seine eigene Scnwäche nicht zugeben will, die es den israelischen Piloten ermöglichte. den Kampf über sy rischem Bo’den ähszuträgen. Es besteht auch die Möglichkeit, den Grund für das Verhalten der Syrer in den Erklärungen des syrischen Präsidenten Nuri Fddin El Atassi zu suchen, welcher in seiner Rede bei der Feier de« 20jährigen Jubiläums der KEINE WAFFEN FÜR PORTUGAL Jerusalem. — Ein Sprecher des Aussenministerlums stellte entschieden die Behauptung in Abrede, dass Israel Maschinengewehre an Portugal verkauft habe. Die „Usis“, die zu den besten Maschinengewehren gehören und von einem israelischen Konstrukteur stammen, werden in Israel erzeugt. Der Sprecher fügte seinem Dementi hinzu dass teraei noch niemals einer imperialistischen Macht Waffen verkauft hat, noch zu verkaufen gedenkt, denn es hat seit je den afrikanischen Befreiungsbewegungen geholfen. Diese Ankündigung erfolgte, nachdem verschiedene Presseagenturen diese Nachricht aus Angola veröffentlicht hatten, (ITA) Baat-Partei bemerkte Syrien habe schon vor den Vereinten Nationen wegen der israelischen Aggression Klage erhoben. Atassi erklärte bei dieser Gelegenheit: „Wir stehen bereit, um die Aggression abzuwehren und werden die Basen und Quellen der Angriffe zerstören.“ Er wurde verschiedentlich durch die Zurufe des Pöbels unterbrochen. und Schreie wie „Wir wollen Rache, wir wollen Blut“ waren zu hören. JOHNSON BESORGT Washington. — Präsident Johnson verfolgt aufmerksam die Ereignisse an der syrisch israelischen Grenze, wie ein Sprecher des Weissen Hauses mitteilt«. Hohe nordamerikanische Funktionäre sind der Ansicht, dass Israel zur Abschreckung Luftangriffe durchführt, wie dies die USA im Jahre 1964 taten. Die israelischen Strategen seien dem Anschein nach der Meinung, dass Bodenoperationen zu kostspielig sind und die Besetzung syrischen Territoriums keinen Sinn habe. Dagegen könnten die Angriffe aus der Luft der syrischen Bevölkerung die Schwäche ihres Regimes und die Nutzlosigkeit der Ueberfälle an den Grenzen vor Augen führen. Laut. Berichten aus Syrien sollen israelische Flugzeuge Damaskus überflogen haben. Dies wurde jedocr in israelischen Quellen nicht bestätigt. Israel gibt an, sechs syrische Flugzeuge sowjetischer Fabrikation abgeschossen zu haben, und versichert, dass alle israelischen Flugzeuge heil und ganz in ihre Basen zurückgekehrt sind. Der Sprecher des State De partment. Robert MoCloskey, äusserte, seine Regierung habe keine diplomatischen Schritte unternommen. Aus anderen Kreisen des Aussenministeriums verlautete, dass die USA den sofortigen Zusammentritt der gemischten Waffenstillstands - Kommission zu verlangen gedenken und beide Parteien zur Zusammenarbeit mit den UN aufzufordem beabsichtigen DIE SYRISCHE KLAGE Vereinte Nationen. — Syrien erhob vor dem Sicherheitsrat der UN Beschwerde wegen der Aktionen zu Land und in der Luft, welche Israel in Verteidigung seiner Landbevölkerung, die bei der friedlichen Bestellung ihrer eigenen Felder in der an Syrien angrenzenden entmilitarisierten Zone von den Sy rern mit Kanonenfeuer angegriffen worden waren. Dieses Schreiben richtete der syrische Botschafter George Tomeh an den in diesem Monat ernannten Präsi. deuten des Sicherheitsrates, den Kanadier George Igna- Tatsache, dass israelische tieff. Tomeh klagt Israel der Aggression an, „die mit der Planung und Brutalität erfolgte die für die israelischen Kriegsverbrechen traditionell sind“ Er erwähnt nicht die Flugzeuge, die Israel gegen die syrischen Luftangriffe verteidigten, sechs syrische Mig-21 absohossen, sondern beschwert sich nur, dass die israelischen Piloten die Waf fenstillstandslinien „erheblich weit überflogen“, und behauptet, die syrisonen Flugzeuge hätten sie „abweh ren und diesen Versuch ver. eiteln können“.‘ Tomeh wiederholt auch nicht die falschen Meldungen, dass Syrien israelische Flugzeuge aogeschossen hat. Seine Darstellung des Zwischenfalls gipfelt in der Feststellung, dass Israel durch diese Aktion „nichts anderes vollbracht hat, als seinen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein neues Kapitel hinzuzufügen.“ BESCHUSS VON TEL KATZIR Tiberias. — Syrische Einheiten eröffneten Mörserfeuer auf den Kibbuz Tel Katzir, der noch die Spuren der letzten Kämpfe in der Luft und zu Lande trägt. Tel Katzir liegt am äussersten Südzipfel des Tiberiassees. Wie ein israelischer Sprecher bekannt gab, waren bei diesem Angriff weder Menschenleben noch Materialschäden zu beklagen. Die Israelis nahmen die Bearbeitung ihrer Felder wieder auf, wie der Sprecher hinzufügte, nachdem „entsprechende Sicherheitsmassnahmen'“ getroffen wurden. Welcher Art diese Massnahmen waren, enthüllt« er nicht,. Der neue Zwischenfall ereignete sich, während syrische Funktionäre und Repräsentanten der Vereinigten Arabischen Republik (VAR) in Damaskus Beratungen pflegten, welche sich mutmasslich auf eine gemeinsame Strategie gegen Israel bezogen. Wie Radio Damaskus meldete, beschossen die syri sehen Stellungen den Kibbuz, als ein israelischer Traktor in die umstrittene Grenzzone zwischen beiden Ländern einzudringen versuchte. SCHUTZMASSNAHMEN Tel Aviv. ■— Israelische Traktorfahrer begannen das Brachen eines Feldes bei Tel Katzir, welches durch syrische Bombeneinschläge zerstört worden war. Die Streitkräfte schritten auch zu besonderen Sicherheitsmassnahmen, die nach dem letz ten Angriff der Syrer notwendig erschienen. Die betroffenen Felder sind von den Israelis regelmässig bebaut worden, und bisher hatten die Syrer in ihren Beschwerden niemals bestritten, dass die Israelis ein Recht, sie zu bestellen, besitzen. In israe lisohen Kreisen hegt man die Auffassung, dass die Syrer beabsichtigen, weiter nach Westen vorzudringen, um ihre Ackerböden zu vermehren. Kairo und DDR Kairo. — Der ägyptische Minister für Wirtschaft und Aussenhandei, Saki, und der stellvertretende Ministerpräsident der DDR, Dr. Gerhard Weiss, haben in Kairo ein Wirtschaftsabkommen unterzeichnet. Wie aus einem in Kairo kürzlich veröffentlichten Communiqué hervorgeht soll künftig die gegenseitige Zusammenarbeit zwischen der DDR und Aegypten auf dem Gebiet der Landwirtschaft der Textilindustrie, der Technik, der Oel- und Chemieindustrie sowie des Handels verstärkt werden. — Die Juden in Ungarn Budapest. — Die Delegation des Jüdischen Weltkongresses, die mit Dr. Nachum Gold mann au ihrer Spitze gegenwärtig verschiedene Länder Osteuropas besucht, wohnte einer feierlichen Sitzung bei, die der Rat ungarischer jüdischer Gemeinden am 26. Jahrestag der Befreiung Ungarn« vom Nazijoch Veranstalter«. nyr Goldmann erklärte vor den anwesenden 300 Ratsmitgliedern, dass er sich dem Tribut anschliesse, welcher bei dieser Gelegenheit der Roten Armee gezollt wurde. Er appellierte an die ungarische Judenheit, der durch die Naziveifolgungen so verheerende Verluste zugefügt wurden, den Fortbestand ihrer Gemeinde zu sichern. Die Delegation besuchte verschiedene jüdische Institutionen und auch das Haus, in dem Dr. Theodor Herzl im Jahre 1960 geboren wurde. Der Delegation gehören Dr. Gerhart Riegner, Generalsekretär des JWK, sowie Armand Kaplan, Direktor für internationale Angelegenheiten. und Dr. S. J. Roth, der amtierende Di rektor der Abteilung Europa, an. (ITA) EINE ERKLAERUNG LEVI ESHKOIS Washington. — Israel fühlt ¡ Aegypten Israel naturgemäss sich „sehr sicher“ hinsichtlich möglicher Angriffe irgendeine« arabischen Staates und glaubt daran, dass es „in den nächsten Jahren keinen Krieg in grossem Masßtab geben wird“, erklärte Mini, sterpräsident Levi Eshkol in einem Interview, das in dem Blatt US News & World Report veröffentlicht wurde. Weiter sagte Eshkol: „Wii bereiten uns natürlich auf eine solche Möglichkeit vor, und dies erkläre ich offen vor sieren, obwohl wir kein grosses stehendes Heer besitzen.“ In Beantwortung anderer Fragen gab er zu, dass „die eventuelle Erzeugung von ferngelenkten Geschossen in Mazzot in Moskau London. — Die jüdische Gemeinde von Moskau wurde offiziell ermächtigt, für die Pessach-Feiertage Mazzot zu backen, wie eine Nachricht aus der sowjetischen Hauptstadt besagt. Es heisst, die Grosse Synagoge in Moskau habe die Erlaubnis erhalten, die moskauer Juden aufzufordern, Mehl in die Synagoge zu bringen, die für „geringes Entgelt“ Mazzot backen wird. In die sem Jahr ist Mehl leicht erhältlich, da die Ernte besonders gut war. Auch in anderen Städten wie Leningrad. Odessa und Tbilisi werden ähnliche Vorbereitungen getroffen. (ITA) Parade am Jom Haazmaut Tel Aviv. — Ein hoher Offizier des Generalstabs enthüllte, dass der Unabhängigkeitstag am 15. Mai in Jerusalem ohne Tanks und Flugzeuge gefeiert werden soll und nur eine kleine Parade stattfinden wird. Die Parade wird den Bestimmungen des transjordanisch - israelischen Waffenstillstands - Abkommens entsprechen, welcher schwere Panzer in Jerusalem verbietet. Allerdings wird der Aufmarsch der Infanterie durch Einheiten von Fallschirmtruppen, Soldatinnen und Polizisten verstärkt werden. Wie es heisst, werden 1.600 Soldaten teilnehmen, und 12 Mörser, 8 Luftabwehr Kanonen und 8 Stücke der Feldartillerie bei der Parade gezeigt werden. stark beunruhigt“, und das» „der Atomwettlauf nioht der Börse der Israelis entspricht“. Eshkol sieht „Hoffnungszeichen“ für bessere Beziehungen mit der arabischen Welt vor allem in der Haltung des tunesischen Präsidenten Bourguiba. Israel, so hob er hervor, habe stets geglaubt, dass Libanon und Transjördanien die ersten sein würden, die sich bereitfinden könnten, normalere Beziehungen mit dem jüdi. auszusagen, wieviel Zeit es dauern würde, bis Israel mit seinen Nachbarn in Frieden leben wird. Ueber- Nasser befragt, bemerkte er, er hoffe, dass dieser vernünftig genug sei, um zu verstehen, „dass Israel für immer existieren wird“. Der Ministerpräsident bestätigte, dass Sowjetrussland seine Position im Mittelosten zu verstärken sucht. Hier wies er darauf hin, dass die sowjetischen Waffen, die in Massen in die arabischen Länder strömen, eines Tages gegen Israel eingesetzt werden könnten. Er unterstrich, dass Israel „selbstverständlich“ Hilfe von den USA, England und Frankreich erwartet, jedoch im Falle eines Angriffes der arabisohen Staaten „in erster Linie auf die eigene Armee vertraut.“ Zu Fragen der Wirtschaft äusserte Eshkol, dass Israel zur Verringerung seines jährlichen Defizits, welches sich auf 400 bis 450 Millionen Dollar beläuft, die Zahl der heute im Lande vorhandenen Unternehmen zu reduzieren plant. Er bezeichnete die Diamantenindustrie, ebenso wie die Textilindustrie, den Fremdenverkehr. die elektronische und chemische Industrie als rentabel. „Es handelt sich heute um eine gesuude Re Zession“, fügte er hinzu „und diese wird sich in einer grösseren Produktivität auswirken.“ Schliesslich erklärte er noch: ..Die grösste potentiel le Quelle der Einwanderung stellt die Sowjetunion dar. Wenn man den russischen Juden erlauben wird auszuwandern, so werden sie zu vielen Tausenden nach Israel kommen. Unser Traum ist, dass Israel am finde unseres Jahrhunderts eine Bevölkerung von vier bis fünf Millionen zählen wird.“ (ITA) Impreso m> la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 DA/iiol-iWk ila TW_1a>.J MO OAQ