Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2196 (2.12.1966)
- Date
- 1966-12-02
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616703-9615320-9615747--4631-9615755- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
FRANQUEO PAGADO Concesión 908 EL EJEMPLAR en toda la República TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 PUEYRREDON 2190 1* izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Afio XXVII. N? 2196 BUENOS AIRiES, VIERNES 2 DE DICIEMBRE DE 1966 Die Unruhe im Orient Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ FRANCO verkündete im Parlament eine neue Verfassung, über die ein Plebiszit entscheiden soll _ BKr DEN WAHLEN in Bayern siegte zwar die Partei des bekannten Politikers Frans Josef, ätrauss die Neo, nazis erhielten aber 15 Mandate. — ' ‘ ' IN TOGO wurde die Rebellion eines kleinen Teiles der Armee niedergeschlagen. — IN HOLLAND wurde die Regierungskrise nach 33 Tagen Dauer beigelegt. —. WBSTiviORELAND, der kommandierende USA-General in Vietnam, verlangte neue TruppenVerstärkungen ._ BDMONDE CHARLES-ROUX, die bekannte französische Schriftstellerin, erhielt den Goncourt-Preis. — DES DRITTEN Todestages des ermordeteten amerikanischen Präsdienten John F. Kennedy, wurde allerorts in Feierstunden gedacht. — DAS PARLAMENT Brasiliens wurde nach längerer Zwaugsschliessung wieder eröffnet. — JENS OTTO KRAG, Dänemarks Ministerpräsident, will seine Regierung auf eine breitere Basis stellen. — GEORGE BROWN, Englands Aussenminister, weilte 7iu wichtigen Besprechungen in Moskau. — NEUE SCHWERE Regenfälle in Italien führten m weiteren Unwetterkatastrophen. — SEAN T. O’KELLY, der frühere irische Präsident, starb im Alter von 84 Jahren. Die SOWJETUNION verstärkt den Verteidigungsgürtel, der jede russische Stadt umgeben wird, — MICHEL DEBRE, Frankreichs Wirtschaftsminister kehrte von einer „Reise des guten Willens“ aus der Sowjetunion zurück. — DIE ERSTARKUNG der neonazistischen Partei NDP. in der Bundesrepublik hat Aufregung und Proteste in der ganzen Welt hervorgerufen. — DIE ROTE GARDE, die> wieder ln Aktion getreten ist, demonstrierte in Peking gegen Ungarn und Bulgarien. — Y. JEVTUSHENKO, der berühmte russische Dichter, richtete einen Appell zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion. — EIN AMERIKANISCHER Forscher soll von Guerilla- Kriegern in Guatemala zu Tode gequält worden sein. — IN KOLUMBIEN fanden militärische Aktionen gegen kommunistiscne Banden statt. — MAO TSE TUNG, der „rote Kaiser von China“, stosst auf zunehmende innere Opposition. — EINE VON antic-astristischen Elementen versuchte Invasion in Haiti wurde vereitelt. — JESUITENGENERAL Padre Arrupe erklärte unbedingte Gefolgschaft des Ordens gegenüber den Anordnungen des Papstes. . TERROR-ATTENTATE waren in Caracas zu verzeichnen. — , , , PEKING wandte sich gegen den Plan der Zulassung der „beiden Chinas“ als Mitgliedstaaten der UN. — Tel Aviv. — Ministerpräsi dent Itevi Eshkoi machte vor einigen Tagen die Grossmächte für di« Spannung im Mifteloscen dnd den Mangel an Friedenswillen verantwortlich. Br sprach auf dem traditionellen Pressebankett, das am Jahrestag des UN- Beschlusses über die Teilung von Palästina und die Gründung Israels stattfand. Eshkoi erklärte, dass die Grossmächte die Waffen lieferten die „später gegen Israel gebraucht werden- Er betonte dass solange kein Frieden in der Region einkehren werde, solange die Grossmächte nicht einen .objektiven Standpunkt einnehmen würden „Wenn die Grossmächte Übereinkommen würden dem Terrorismus und der Infiltration Einhalt zu gebieten. *> wie sie sich vor J9 Jahren einigen konnten, dann würcb" es eine Lockerung der Spannung und vielleicht sogar Frieden geben“, fügte er hinzu. Eshkoi versicherte mit Nachdruck, dass die Strafex pedition nicht die Grundlagen der Politik Israels darsteiien sondern „eine uns aufgezwungene Notwendigkeit smd um die Infiltranten. Terroristen und Sabotlurre au;s den Nachbarländern aufzuhalten“ Der Minist,ei-präsident wies daiauf nm. dass Sowjetrussland sein Interesse am Frieden und dem Nachlassen der Spannungen im Mittelosten bekundet habe. doch, so fuhr « fort, „unsere Erklärung für die Spannungen im Mittelostraum ist eine andere als die der Sowjetunion“. Er unterstrich, dass Israel verschiedentlich versucht habe, seine Beziehungen mit Sowjetrussland zu verbessern aber „unsere Bemühungen wurden nicht belohnt“. ANTWORT AN SHAZAR New York. — Auf ein Ersuchen des israelischen Prä- I sidenten Salman Shazar um .irgendeine Aufklärung“ über den Beschluss des Sicherheitsrates. der die israelische Aktion vom 13. November ge gen Transjordanien verur* teilt hat. reagierte der amerikanische Gewerkschaftsrat des israelischen Arbeitercomites mit der Annahme einer Resolution, in der die Haltung des Sicherheitsrates kritisiert wird. Dies geschah aut der gegenwärtig tagenden 43 Jahreskonvencion ct°s Nationalcomites. Die Resolution bezeichnet den Beschluss des Sicherheitsräte« als unilateral und bemängelt, dass er nicht die Wurzel der im Mittelosten herrschenden Spannung berühre, welche durch die VOn Guerillabanen gegen Israel verübten Attentate hervorgerufen wur- , Die„ Resolution erachtet, dass der letzte Beschluss des Sicnerheitsrates jn keiner Weise zur Lösung der seit drei Monaten in diesem Fobehra deba^.i€rten Probleme beitragen durfte. Er betont dass der Beschluss scheitern muss, weil er nicht in Betracht zieht, dass ein Staat und nur ein einziger, sich der Weigerung seiner Nachbarn gegenübersieht, ihn in Ruhe leben zu lassen. Es wird betont, dass die israelische Politik auch heute noch durch die Achtung vor dem Status quo der Unverletzt »lichkeit der jetzigen Grenzen gekennzeichnet ist. Die Resolution bringt schliesslich die! Hoffnung zum Ausdruck, dass der Sicherheitsrat die arabischen Regierungen ernsthaft von der Notwendigkeit überzeugen kann, ihre Drohungen einzustellen und von Anwendung der Gewalt gegen Israel abzusehen, indem sie unverzüglich den Ueberfällen ein Ende setzen und sich zur friedlichen Koexistenz bereit finden. ISRAELS DILEMMA Jerusalem. — Die israelischen Beobachter verfolgen aufmerksam die in Transjor danien durch die israelische Massnahme vom 13 November verursachte Unruhe. Dem Aussenministerium nahestehende Kreise gaben ihrer Enttäuschung über die Verurteilung Israels durch den Sicherheitsrat Ausdruck Sie betonten, es sei noch nie dagewesen, dass ein solcher Beschluss gefasst wurde, ohne die Gründe zu erwähnen, die zu der Strafexpedition geführt haben. Die Abwälzung der Schuld allein auf Israel und die Androhung möglicher Sanktionen, so erklärten sie. bringt Israel in eine besonders schwierige Lage, die durch die Unruhe in Transjordanien noch komplizierter wird. Es stellt sich die Frage, wie Israel sich verhalten solle, wenn die Regierung Husseins unter dem Druck der palästinensischen Araber fällt und durch eine Militärjunta ersetzt wird, die dem Baath-Regime in Syrien oder der N-asser-Diktatur in Aegypten ähnlich wäre. Die Position Israels in einem solchen Fall basiert auf einer Erklärung, die der seinerzeitige Premierminister David Ben Gurion vor sechs Jahren in der Knesset abgab Ben Gurion erklärte, dass Israel im Falle eines entscheidenden Wandels in der transjordanischen Regierung che Folgen ziehen und seine Interessen schützen werde. Nunmehr hat jedoch der Beschluss des Sicherheitsrates Israels Dilemma vergrössert. Ein Eingreifen Israels in eine mögliche transjordanische Krise würde das Land in eine unbequeme Situation im internationalen Forum stellen. Wenn Israel dagegen untätig verharrt, so wird betont, würde dies bedeuten, die längste und am schwersten zu verteidigende Landesgrenze in eine ständige Front zu verwandeln Israels schwierigstes Problem bietet nach Ansicht der Beobachter heute der Entschluss, was die Regierung tun oder lassen soll, um das j Regime Husseins zu stützen. In diesem Zusammenhang wurde der Entschluss des Königs, die Bevölkerung der an Israel grenzenden Siedlungen zu bewaffnen, mir gemischten Gefühlen aufgenommen. I Die durch die Strafexpedition vom 13. November heryorgerufenen Spannungen boten auch den Parteien der Opposition Anlass die Politik der Regierung anzugreifen. Dies taten sowohl Sprecher der RAFI als auch des j GACHAL. I Shimon Peres beschuldigte auf einer Versammlung in Ramat Gan die Regierung, | ^wohlgemeinter, doch «nzu-, länglicher Massnahmen“ Er nannte den Sturmangriff auf das Dorf Samua ..einen schweren politischen Irrtum“. Der Gachal forderte in einer Deklaration, in der die Regierung ebenfalls streng kritisiert wird, Israel müsse unumwunden erklären, dass keine Beschluss und keine Verurteilung Israels Recht auf Selbstverteidigung aufheben kann. Dieses Recht erfühl am I Vortage eine indirekte Bestä-! tigung, als General Odd Buli ' das Aussenministerium besuchte, um einen israelischen i Protest in Empfang zu nenmen, da die gemischte transjordanisch - israelische Waffenstillstands - Kommission Trati6jordanien nicht als schuldig an der Entgleisung eines Zuges am 27. Oktober in der Nähe von Jerusalem erkläre hatte. Der Bericht der Kommission verurteilte das Legen der Mine, machte jedoch Transjordanien trotz unwiderleglicher Beweise, dass die Minenleger aus Transjordanien gekommen waren, nicht verantwortlich. MOSCHE DAJAN UEBER DIE LAGE New York. — Generalmajor Mosche Dajan. ehemalioer Oberkommandant der israelischen Verteidigungsarmee widersetzte sich dem Gedanken, UN-Truppen als Dämpfer zwischen Israel und den arabischen Ländern zu stationieren. „Wir sollten vielmehr eine Normalisierung der Beziehungen mit unseren Nachbarn erstreben Dies durch fremde Truppen zu erreichen, ist eine Fiktion und verzögert nur den Abschluss des Friedens“ führte Dajan aus. Der Erklärung Dajans wird besondere Bedeutung beigemessen. Er sprach auf dem Jahresbankett der ZOA, der Zionistischen Organisation Nordamerikas, das anlassli h des 19. Jahrestages djs UN- Beschlusses zur Cir undun Israels stattfand und dem über tausend Personen Zio nisten und Gememdefuhrer, beiwohnten. w Dajan gab einen blick über die Lage mi M ttelosten, wie sie sich heute, zehn Jahre nach dem Sina - Feldzug, der von Israel Frankreich und England geführt wurde, gestaltet hat. Er machte den USA den Vorwurf, Israel zum Ruckzug seiner Truppen von der Sinai-Halbinsel gezwungen zu haben. Bei der Aufzahlung der Gewinne, die Israel dieser Feldzug gebracht habe, gab Dajan seiner Ueberzeueung Ausdruck, das* es besser gewesen wäre, wenn der Gazastreifen unter der Kontrolle Israels geblieben wäre Dann „hätte Israel irgendwann mit der Regierung Transjordaniens ein Leoer einkommen erzielen können, durch das ihm dieser Streifen übergeben worden wäre. In diesem Falle würde Transiordanien die Flüchtlinge auf seinem Territorium angesiedelt und den Hafen von Gaza ausgebaut haben. Dadurch hätte es einen Ausgang zum Mittelmeer gewonnen, der für dieses Land von höchster Wichtigkeit ist.“ Da iah verweilte bei diesem Punkt und bemerkte, dass ein solche« Abkommen drei grosse Vorteile gehabt hatte, I nämlich erstens zur Möglichkeit des Flüchtlingsproblems beizutragen, zweitens Aegypten zur Aufgabe eines in Gaza unterhaltenen administrativen und militärischen Brückenkopfes zu zwingen, so dass sich dieses Land auf seine nat ürlichen Grenzen zurückgezogen hätte, und drittens die transjordanische Regierung durch die Gewinnung eines eigenen Ausgangs zum Meer instand zu setzen, seine Unabhängigkeit von Syrien zu erlangen ur d sich politisch und wirtschaftlich zu konsolidieren. HUSSEIN GEGEN SCHUKAIRY Jerusalem. — König Hussein befahl den Sioherheitstruppen die Schliessung der Büros der Organisation iüi die Befreiung Palästinas in der Altstadt von Jerusalem, Amman, Hebron, Nablus und anderen Orten, In den hier eingelaufenen Meldungen heisst es, dass ferner mehrere hundert Anhänger Schukair.vs einschliesslich eine Zahl von bekannten Terroristen verhaftet worden sind. Polizei und Armee versiegelten die Büros, beschlagnahmten alle Dokumente und stellten bewaffnete Wachen vor den Gebäuden auf Unter den Verhafteten befinden sich bekannte Persönlichkeiten wie z. B. der ehemalige Aussenminister Kadri Tukan. Die hiesigen Beobachter glauben, dass diese Massnahmen dazu dienen können, das Regime Husseins, das sich nach einigen Tagen der Unruhe gekräftigt zu haben scheint, noch stärker zu befestigen. LUFTKAMPF UEBER ISRAE Tel Aviv. — Der Pilot eines israelischen Jet - Flugzeuges schoss zwei ägyptische MIG- 19, die von den Russen fabriziert werden, in einem kurzen Luftkampf über Israel ab. Der Pilot, Kapitän A. Michael, gebrauchte zum ersten Mal eine Luft-Luft- Rakete, die das eine Flugzeug traf, während er auf das andere eine Kanonensalve abfeuerte. Es geschah auch zum ersten Mal, dass ein israelisches Jagdflugzeug einen MIG-19 zum Absturz brachte und der erste Zusammenstoss in der Luft zwischen israelischen und ägyptischen Apparaten seit 1961, als israelische Piloten einen MIG-17 abschossen. Der Kampf, der etwa zwei Minuten dauerte und sich in 5.000 Meter Höhe abspielte, begann damit, dass die zwei MIG-Flugzeuge einen israelischen Piper verfolgten, der einen Routine - Erkennung.?-- flug durchfiihrte. Der israelische Radardienst fing die Signale der MIG-Apparate auf, woraufhin Befehle an einen israelischen Luftstützpunkt gegeben wurden. Zwei israelische Mirage-Flugzeuge stiegen auf, um die Aegypter abzufangen. Anfangs waren die beiden ägyptischen Piloten bei der Verfolgung des Piper in israelischen Luftraum eingedrungen. Der Piper konnte jedoch verschwinden. ohne von den MIG gesehen zu werden, so dass diese sich über ägyptisches Territorium zurückzogen. Einige Minuten später erschienen zwei andere ägyptische MIG-Apparate, dieses Mal von einem moderneren Typ, MIG-19 (die ersten beiden Maschinen waren vom Typ MIG-17). Sie überflogen von Sinai herkommend in einer geraden Linie israelisches Gebiet, anscheinend um die Suche nach dem Piper fortzusetzen. Als die ägyptischen Piloten die israelischen Mirage-Apparate sichteten, versuchten sie, kehrtzumachen, doch der 26jährige israelische Kapitän verhinderte ihre Flucht. Er beschrieb später den Zusammenstoss und berichtete, dass er, als er den Befehl anzugreifen erhielt, sein Luft- Luft-Geschoss aus weniger als einer Meile Entfernung abfeuerte und beobachtete, wie der ägyptische Apparat getroffen wurde und gleich einem „Flammenpilz“ zu Boden stürzte. Hierauf habe er sein Flugzeug dem zweiten MIG genähert und aus seiner Kanone auf diesen eine Salve gefeuert, worauf auch dieser MIG abstürzte; er fiel in der Nähe der Grenze auf ägyptisches Territorium. Eine Stunde später patrouillierten dicht an der Grenze MIG - 21 - Flugzeuge der Aegypter den Luftraum, doch sie hielten sich von dem israelischen Piper entfernt. Die Luft-“Luft-Rakete „Matra“ gehört zur Standard- Bestückung in israelischen, australischen, französischen, südafrikanischen und schweizer Flugzeugen, doch noch niemals wurde sie bei einem wirklichen Kampf auf ein Ziel abgeschos6en. GRENZGEFECHTE Tel Aviv. — Bi»e transjordanische Polizeistation, die zu den Zielen der israeli sehen Strafexpedition vom 13. November gehört hatte war der Ausgangspunkt vor Schüssen auf israelische Arbeiter südlich des Berges Hebron in der Nähe von Chir bot Jatir. Die in Ruyum el Mafda stationierten Transjordanier eröffneten da> Feuer gegen die Israelis, die auf israelischem Territorium ihrer Arbeit nachgingen. Mitglieder der diesen beigegebenen Wachmannschaften erwiderten die Schüsse. Der Schusswechsel dauerte nur drei Minuten und erforderte keine Opfer. Israel beschwerte sich bei der gemischten transjordanisch - israelischen Waffenstillstands . Kommission, Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 909.491