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Jüdische Wochenschau · 1966-10-07 · 2188 (7.10.1966) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2188 (7.10.1966)
Date
1966-10-07
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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45 «“Wo** w, Hen ON AM meinden und rbzuW.en da mg sle\ü. ÎSRAELITA EL - CEN- >E BELGRA. )TH HAKOL 1 die ASOeinem grossen praktischen bemerket» iur die Durci •eter Arbeiten ihrem Chart tantasie garn: tben. Aut t aber Mi an sich m gibt ihr ei thalt und tii wirkt üben egend zuglei ng wurde h ng bedauert. Bundespolm res, General in der verdie Freilasjüdischer Stuim Zusamlen Vorfällen Ltäten verhaf- ¡n. Den Grund tuassung bildete Versohnungstades Generals allgemein einen Eindruck hervor- Israel“- des 11 in der der Ereignisse Seite 5) DA von 17.30 * , A/int? 2166,1. dto. flHMH, 9 de Octobre de 196« Ti SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N' 21*8 — S Der Engel mit der Fahne Ein altes jüdishes Sprichwort sagt, dass man erst dann weiss, ob man einem Engel ine Gesicht gesehen hat, wenn er wieder gegangen ist. Von einer solchen Begegnung mit einem Malach (Engel) habe ich zu berichten, und es war kein gewöhnlicher Engel, sondern ein ganz besonderer: ein Engel mit einer Fahne. Ja, das liegt nun über zwanzig Jahre zurück, und mein Sohn war damals noch ein kleiner Junge, der sich im Kindergarten spielend und bastelnd auf die Schule vorbereitete. Das Sukkot-Fest ging seinem Ende entgegen, und der kleine Tovia hatte zur Ausschmückung seiner ßukka entsprechend durch bunte Ketten und allerlei Klebe ■ Arbeiten beigetragen. Nun winkte als Belohnung eine schöne Fahne zu Simchat- Thora. Es gab damals vielleicht noch nicht ganz so prächtige Fahnen, wie sie jetzt hergestellt werden; das Staatswappen Israels war noch nicht geboren, aber immerhin gab es Fahnen, auf denen Moses und Aharon abgebildet wa. ren: Der eine mit den Gesetzestafeln, der andere mit dem blühenden Stab seiner Priesterwürde. Die unsterblichen Amram-Söhne flankierten eine Heilige Lade, die man offnen konnte, und dann fand sich in dieser Nische eine herrliche Thora-Rolle, und fromme Sprüche waren ringsumher angebracht, auch ein Adler und ein Löwe fehlten nicht — es war eine Pracht. Es gab auch billigere Fahnen, die nur mit Sprüchen und Emblemen geschmückt waren. Wir aber hatten uns bereits für eine erstklassige Fahne mit zu öffnender Lade entschlossen. Es war von mir versprochen — aber der Ankauf des Prunkstückes sollte aus pädagogischen Gründen noch verschoben werden, war ich doch sicher, dass der Junge sonst die Fahne bis zum Augenblick des feierlichen Umzuges in der Synagoge längst verbogen haben würde. I Hoschana-Rabba-Tag, und I ich hatte noch keine Fahne I gekauft. Der Vormittag ver- ' von SCHALOM BETS CHORUS ging mit allerlei geschäftlichen Erledigungen, und so vergass ich im Drange solcher Obliegenheiten die Fahne. Als wir mittags zum letzten Mal in der Sukka assen, fragt« der Junge erwartungsvoll nach der Fahne, und da fiel es mir ein, dass sie noch nicht besorgt war. Wo aber W'Ure der Vater, der den Mut hätte, einem Fünfjährigen zu antworten; „Ach, die Fahne habe ich ganz vergessen — wir werden schon noch eine bekommen!“ Ich sagte es nicht. Ich gab mir den An. schein der treusorgenden Zuverlässigkeit und bemerkte: „Heute Abend wirst du deine Fahne haben — eine sehr schöne Fahne.“ Und dann legte ich mich nieder zu einem kurzen Nachmittags- Schläfchen. Aber der Satan, der es nicht gern sieht, dass die Kinder Israels mit ihren herrlichen Fahnen zu Ehren der heiligen Thora umherzie. hen und so das Banner des Gesetzes hochh alten, liess mich glatt verschlafen. Ais ich erwachte, senkte sich der Abend schon über die ewige Stadt Jerusalem. Ich warf mich rasch in meinen Feiertagsanzug, nahm das Gebetbuch in die eine und meinen kleinen Jungen an die andere Hand, steckte auch noch die paar Piaster für die Fahne ein, und weg waren wir. „Abba, epho Hadegel?“ (Vater, wo ist die Fahne?) fragte mich mein Sohn und sah aus erwartungsvollen Augen zw mir auf. Es war mir ausgesprochen peinlich, aber ich wahrte meine Würde und bemerkte nur; „Die Fahne habe ich dir versprochen, und du wirst sie heute abend haben.“ Und wir gingen. Ausgestorben waren bereits die Strassen und verödet lagen die Verkaufsbuden von Machane-Jehuda, und ich rezitierte traurig den ,,Kalliope“ genannten Gesang aus „Hermann und Dorothea“, der ja so sinnvoll-bezüglich „Schicksal und Anteil“ überschrieben ist: „Hab ich den Markt und die Strasse doch nie so einsam gesehen! Ist doch die Stadt wie gekehrt, wie ausgestorben!... “ Diese Hexameter Umrissen genau die Situation. Und, ja — Schicksal und Anteil, auch sie waren hier tragisch gegeben; das Schicksal zog sich drohend über meinem Jungen zusammen — nirgends war eine Fahne zu sehen, und meines Anteils daran durfte er sicher sein. „Abba, epho Hadegel?“, mahnte eine piepsende, schon etwas mti den Tränen kämpfende Stimme. ,,Du bekommst die Fahne, eine sehr schöne sogar“, murmelte ich und es war mir nicht mehr sehr wohl zumute. Die Geschäfte, in denen es heute den ganzen Tag über Fahnen in allen Farben und Preislagen gegeben hatte, waren geschlossen, und sogar die kleinen Jemeniten-Jun Ereignisse der Woche (Fortsetzung der Ereignisse | von Seite 4) Barca 3073 zu Buenos Aires hat vor einigen Tagen laut Beschluss des „Consejo Nacional de Educación" den! Namen Estado de Israel er- I halten. Ein Vertreter der Schulbehörden. Prof Ricardo Juan Tasso. wohnte der feierlichen Namensgebung bei, auf der Israel-Botschaf- ¡ ter Mosche Alon, der Präsi- , dent des 17. „Consejo Esco- J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme. MURE 430 V. Of. 550 T.E.: 30-1474 CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 - 1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durchr STÄMPS CENTER 94 Aütnby Rd — TEL AVIV — P.O.B. 4444 lar“, Dr. Isaac Manulis, die Direktorin der Anstalt, Frau Argentina E. Schlossarcsik de Lo Cane und Vizedirektorin Frau Maria Isabel Irigoin de Springolo, sowie der Präsident der Kreditanstalt von Villa Real das Wort ergriffen. Die Schule erhielt eine israelische Fahne zum Geschenk, und es wurde eine Plakette angebracht. Die Schülerinnen der Anstalt führten am Ende dei Zeremonie gemeinsam mit Schülern der Schule Nr 16, die dem gleichen „Consejo Escolar“ untersteht, argentinische und israelische Volkstänze vor. DAIA dankt Die DAIA richtete ein Dankschreiben an den Präsidenten der Nation nach Empfang der Glückwünsche, die Generalleutnant Ongania den Juden in Argentinien zum Neuen Jahr übermiHelt hatte. Das Schreiben wurde vom Präsidenten und Vizepräsidenten der DAIA, den Her ren Dr. Goldenberg und Ing. Faigon, dem Sekretär des Präsidenten für die Presse. Prof. Héctor Blas González, im Rahmen einer Audienz überreicht. Vom Jüdischen Krankenhaus Anlässlich des 75iährigen Jubiläums jüdischer Kolonisation in Argentinien hat das Jüdische Krankenhaus beschlossen, das Andenken der ersten Pioniere und ihres Wohltäters, Baron Moritz von Hirsch, durch die Errichtung einer neuen Station für Erste Hilfe zu ehren, die mit den neuesten wissenschaftlichen Elementen ausgestattet sein soll. Die Initiative geht auf Herrn Moisés Visfrit. zurück, der zu diesem Zweck eine Million Pesos gestiftet hat. Eine mit der Durchführung dieses Vorhabens betraute Ebrenkommissio i wurde ernannt. Wie verlautet betrügt die Höhe der Spenden inzwischen schon 4 Millionen Pesos. gen, die als fliegende Fahnenjunker ihre Ware auf der Strasse verkauft hatten, waren verschwunden. Aber andere Kinder gingen an der Hand ihrer Eltern an uns vorüber, und sie trugen ihre Fähnchen stolz vor sich her. Mir wurde recht unangenehm zumute, wenn ich den begehrlichen Blick meines Söhnchens sah, mit dem er nach den Fahnen der anderen blickte. Da kam’ ein hellblondes kleines Mädchen auf uns zu und schwenkte ein besonders prächtiges Exemplar von Fahne siegessicher im strahlenlen Herbstnachmittag. „Abba. bekomme ich auch so eine Fahne?“ fragte Tovia, und ich schluckte ein unveibindlicheg „Ja“ hinunter. Und dann erstrahlten vor uns die Lichter der Synagoge. Zögernd trat ich ein. Festlich wogte die Menge, und da der Gottesdienst noch nicht begonnen hatte, schnatterten die Kinder wie eine Schar junger Entlein. Alle Kinder Tratten Fahnen, und was für herrliche. Einige Vorzugsschüler hatten sogar Aepfei auf der Spitze ihrer Wimpel aufgespiesst und obenauf gar noch eine Kerze. Andere zeigten jene bereits von uns — im Prinzip — erwähnte Flagge mit Moses, Ahron, der Bundeslade und Adler und Löwe. Weniger wohlhabende Kinder hatten immerhin Fähnchen mit weisser und blauer Farbe und dem Stern Davids darauf. Nur mein Sohn war ganz und gar ohne Fahne, und seine grossen verwunderten Augen füllten sich mit Tränen, und er sah mich mit einem Blick abgrundtiefer Enttäuschung an. Wie machtvoll ist doch das Wort eines Vaters aufgenommen von einem Fünfjährigen; und nun sollte es trügen! Die Fahne war versprochen und das Versprechen gebrochen! Sagt nicht: ach, es ist doch nur eine Papierfahne, die fünf Piaster kostete. Sagt das nur nicht. Es war die Fahnp des Vertrauens und der Liebe. die die kleinen patschigen Bubenhände nicht hochhalten durften. Mir war nicht minder weh zumute als einem Fähnrich, dem die Fahne seines Regiments entrissen worden ist. Ich stand als ein Lügner und Versager vor meinem Kind — und die Fahnen der anderen Kinder erhoben sich gegen mich wie etwas Feindliches, dem ich nicht wehren konnte. Verzweifelt blickte ich um BEISETZUNG VERA WEiZHANNS Rechowot. — Vera Weizmann, die Witwe des ersten Präsidenten Israels, wurde neben dem Grabe ihres Gatten am Fuss des Hügels, auf dem das Weizmann-Haus steht, zur ewigen Ruhe beigesetzt. Nach ihrem letzten Wunsch wurden am Grabe keine Reden gehalten. Staatspräsident Shazar und Ministerpräsident Eshkol schritten an der Spitze des Trauerzuges, dem sich etwa 2.000 Personen anschlossen, darunter Mitglieder des Diplomatischen Korps, hohe Beamte der Regierung, Offiziere der Armee und zahlreiche Mitglieder der Fanvlie Ein Armeerabbiner sprach ein Gebet, das die Tugenden der Frauen rühmt, und sang das El Male Rachamim. Eine Kompagnie Soldatinnen erwies der Verstorbenen militärische Ehren, und Polizistinnen und Krankenschw'estern des Magen David Adom legten Blumen auf dem Grabe nieder. Nach Absingen der Hatikwa zerstreute sich das Trauergefolge, (ITA) mich. Eine Fahne, dachte ich, ein Königreich für eine Simchat-Thora-Fahne. Und im Herzen betete ich. es möchte doch ein Engel mit einer Fahne kommen und meinem nun bereits bitterlich weinenden Kind eine Fahne geben, irgendeine, nur dass es nicht mit leeren Händen dastehen sollte. Und ich erhob meine Augen, und siehe: da stand ein freundlich lächelnder Herr und hatte ein kleines Mädchen an der Hand bei sich. Es war der Würde des Ortes nicht ganz angemessen, aber ich sprang geradezu auf den Mann los und stammelte verlegen: „Ach, entschuldigen Sie, ich sehe, Sie haben zwei Fahnen, könnten Sie mir nicht eine für meinen Jungen überlassen?“ Der Mann blickte ein wenig verwundert auf mich, aber dann reichte er mir die Fahne undmeinte: „Aber bitte, ich hatte noch ein zweites Kind mitnehmen wo!, len, aber es hat sich den Magen verdorben und konnte nicht kommen. Ich hielt die Fahne in meiner leicht zitternden Hand. Es war die Fahne mit Moses und Ahron. mit der Lade und dem Adler und dem Löwen! Ich reichte die Fahne meinem Jungen, der sie freudestrahlend entgegennahm und sich nun, ein Gleicher unter Gleichen, den anderen Kindern zugesellte. „Es ist noch nicht Nacht“ sagte ich zögernd, „darf ich Ihnen die Fahne bezahlen?“ „Nein, danke!“ sagte der Fremde, „geben Sie es in irgendeine Büchse“. Und schon begann der Die Rolle der Armee Jerusalem. — Seit der Gründung Israels lag die Lei- I tung der Staatsgeschäfte trotz der ständigen Drohung einer militärischen Aggression fast ausschliesslich in Händen einer Zivilregierung.! selbst an der Spitze des Ver- I teidigungs-Ministeriums steht ein Zivilist. So ist es nicht! verwunderlich, dass Minister- | Präsident Levi Eshkol ktirzj lieh die hohen Militärs streng ermahnte, sich politischer | Erklärungen zu enthalten.; Die Warnung galt dem Genet ralstabschef Jizchak Rabin, der Kommentare zur Lage an der syrischen Grenze ab. i gegeben hatte, und war auch! an dessen Kollegen gerichtet, um einer möglichen Einmi- : schung anderer hoher Offiziere in Fragen der Politik j vorzubeugen. I --* 1 Kantor das grosse, feierliche i ,Barechu“. und die Grossen ' beugten sich vor Gott, und die Kleinen winkten ihrem; Vater im Himmel mP ihren! Fähnchen, und ich — dankte dem Himmel für eine Fahne, i die fünf Fiaster kostete, aber ' mir in diesem Augenblick ’ wertvoller war als ein Banner aus Seide und Brokat | Dann aber zogen die Kin- | der hinter den Thora-Ro^en i her und schwenkten ihre j Fahnen im Takt der frohen Lieder — und mein Kind zog i mit und zeigte mir seine Fah- I ne. stolz und beglückt. I Den alten Herrn habe ich nie mehr getroffen. Ich bin sicher, dass er gar kein alter Herr war, sondern ein „Malach“. ein Engel — mit einer Kinderfahne. MALERARBEITEN JUAN JULIUSBURG 73-1148 BLANCO ENSALADA 1646 » ESTUDIO PASTEUR 254 - 2? y 5’ pisos TEL 46-7168 « 137J (UENOS AIRES & a confo Jortl puMIttiL (•nsulfomi^Tfiiipmiël ESPECIAÍISTASEN SOCIEDADES ANÓNIMAS WJliiHli'Öd Fiambres Finos U H.«. FRIGUINCIA >> MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD IGUINCIA

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