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Jüdische Wochenschau · 1966-09-14 · 2185 (14.9.1966) · p. [Seite 9]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2185 (14.9.1966)
Date
1966-09-14
Page
[Seite 9] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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Mill fl—t 14 d« Septiembre d« 1944 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N* 2185 — 9 Amsterdam Das neue Jerusalem Für den, der nach Israel reist, empfiehlt sich ein Zwischenaufenthalt in AMSTERDAM, denn in dieser jahrhundertealten Stadt sind viele jüdische Schätze und Sehenswürdigkeiten geborgen. Deswegen ist es durchaus berechtigt, der Stadt Amsterdam den Titel „Das neue Jerusalem4' zu verleihen, wie dies oft geschehen ist. Ausserdem gibt es die direkte Verbindung von Argentinien nach Israetl über Amsterdam, mit der Königlichen Holländischen Luft« linie KLM, eine der angesehensten Fluggesellschaften, die über einen weltweiten Dienst verfügt, — Einige der Sehenswürdigkeiten seien hier kurz erwähnt: DIE PORTUGIESISCHE SYNAGOGE Von allen historischen Sehenswürdigkeiten Amsterdams ist die Portugiesische Synagoge, die 1675 ihrem Bestimmungszweck übergeben wurde, die interessanteste und traditionsreichste. Ein wunderbares Zeichen der Kraft und Kultur der jüdischen Gemeinde stellt diese Synagoge auch heute noch eines der wichtigsten religiösen Bauwerke der Erde dar. Sie wurde von einem der grossen holländischen Baumeister, Elias Bauman, errichtet und von den berühmtesten Künstlern der damaligen Epoche ausgestattet. ~ Weltsehenswürdigkeit: Portugiesische Synagoge 9** JONAS DANIEL MEIJER PLATZ Dieser Platz, einst das Zentrum des jüdischen Lebens und damit das kommerzielle Herz der Stadt trägt den Namen eines der bedeutendsten Juristen und Gemeindeführers. - ANNE FRANK-HAUS Das Haus Prinsengracht 263, einst ein Geschäftshaus, ist heute das Ziel der Juden aus aller Welt, denn hier lebte in den Jahren 1940 bis 1942, schutzsuchend vor dem Zugriff der Nazis und abgeschlossen von der Welt die Familie Frank. Hier schrieb die junge Anne Frank ihr berühmt gewordenes Tagebuch, bevor die Familie verraten und deportiert worden ist. Heute ist in diesem Haus ein Museum auf den Namen der Anne Frank errichtet wor. den. — DAS REMBRANDT-HAUS Kein Besucher Amsterdams mit Interesse an holländischer r Kunst wird es unterlassen, das in der Jodenbreestraat gelegene Rembrandthaus zu besuchen, in welchem der Maler die mittleren Jahre seines Lebens verbrachte, und welches vor ca. 50 Jahren in ein Rembrandt.Museum umgewandelt wurde. Anlässlich des 300. jährigen Geburtstages des Meisters, im Jahre 1906, legte der jüdisch, holländische Maler Jozef Israels der Stadt nahe, das Haus zu er. werben, um es vor weiterem Verfall zu bewahren. Es wurde mög. liehst getreu seiner alten Farm wiederhergestallt und beherbergt heute, als seinen kostbarsten Besitz, eine fast vollständige Samm. lung der Radierungen Rembrandts, Als der junge, erfolgreiche Maler das schöne Gebäude im Jahre 1693 erwarb, konnte er in dem aufblühenden Amsterdam zweifellos unter vie'en stattlichen Häusern seine Auswahl treffen. Die Frage liegt nahe, warum Rembrandt sich gerade im Juden, viertel sein Haus kaufte. Als Zufälligkeit ist diese merkwürdige Wahl kaum zu bezeichnen; man muss annehmen, dass das jüau sehe Milieu für den Meister von besonderem Reiz war. Schon vor dem Kauf des Hauses war der Maler mit Juden befreundet. Im Jahre 1636 radierte er das Portrait des berühmten Gelehrten Manas. se Ben Israel, und aus den dreissiger Jahren stammen die Bildnisse von Rabbinern, welche aber kaum Auftragsportraits gewesen sein dürften. Ursprünglich war es wahrscheinlich das exotisch anmutende Aeussere der iberischen Einwanderer und der im calvinistu sehen Holland ungewohnte Prunk ihres religiösen Kults, welcher das Maierauge Rembrandts reizte. Später, während der Jahre gemeinsamen Zusammenlebens, lernte er das geistige Wesen seiner Nachbarn kennen, und mit der Zeit wurden sie ihm Modelle, welche die Zeichen ihrer alten Geschichte im Antlitz trugen. So waren es die Gesichter dieser spanischen und portugiesischen Juden, wel. che er in seinen ergreifendsten biblischen Darstellungen, wie in „Jacob segnet seine Enkel", im Museum in Kassel, und „Saul und David", im Mauritzhuis im Haag, verewigte. Achtzehn entscheidende Jahre hat der grösste Maler Hollands im jüdischen Viertel Amsterdams gewohnt. BIBLIOTHEK UND MUSEUM Die Bibliothek Etz Haim umfasst 20.000 Bände; viele Bücher behandeln die Geschichte der Juden in Holland und anderen Ländern der Diaspora, Dte Bibliothek, die auch wertvolle Manuskripte besitzt, liegt neben der portugiesiscehn Synagoge. Unter den vorhandenen Dokumenten befindet sich die Urkunde, aufgrund deren Spinoza, 1623 in Amsterdam geboren, aus der Gemeinde ausgestossen worden ist. — Nicht weit von dieser Bibliothek entfernt, befindet sich das Biblische Museum, das eine der grössten Sammlungen seltenster Kuhgegenstände und ausserordentlich reichhal. tige Kotllektionen enthält. — Rosch Haschana 5727 KLM Idyll Im alten Amsterdam Koniglich-niederländ LUFTVERKEHRSG Av. CORRIENTES 690 BUENOS AIRES ISCHE CHAFT T.E.45 0141

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