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Jüdische Wochenschau · 1966-07-22 · 2177 (22.7.1966) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2177 (22.7.1966)
Date
1966-07-22
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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o 00 FRANQUEO PAGADO o .£ _ 4> #- 5- C U Concesión 908 ° rae O a> < O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 22 DE JULIO DE 1966 N* 2177 ISRAELITA EL EjEMPLARjr on toda (a República | J-1*" PUEYRREDON 2190 1» fzq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Mahnung zum Frieden (Fortsetzung von Seite 1) dass „unsere Politik richtig ';t, und wir sind datier entschlossen. sie fortzusetzen.*4 Die syrische Zeitung ,A1 Thawra“. das Sprachrohr der Regierung, schrieb, der Angriff Israels sei Teil einer imperialistischen Verschwörung gegen die syrische Revolution. Arabische Führer äusserten, ein .Befreiungskrieg des Volkes“ wie der Kampf der Vietcong in V*et, nam wäre das beste Mittel, um „Palästina wieder unter die Kontrolle der Araber“ zu bringen. Das arabische „El Fatach. Kommando“ gab eine Erklärung ab, in der es heisst, dass seine Abteilungen fünf Sabotageakte, darunter die Legung von Minen, in Israel durchführten. Radio Amman gab bekannt. dass König Hussein den Einsatz der transjordanischen Luftwaffe angeboten habe um Syrien bei der Abwehr „der israelischen Aggression“ zu helfen. SYRIEN KONZENTRIERT TRUPPEN Jerusalem. — Konzentrationen syrischer Truppen wurden von israelischen Einheiten längs der Grenze wahre, enommen, während die Lage weiter ' gespannt blieb. Man beobachtete, wie syrische Soldaten mit Lastwagen zur Grenze gebracht wurden, um gegenüber den israelischen Kolonien Almagor und El Katzir Positionen zu beziehen. Ebenso sah man syrische Flugzeug« die ganze Nacht über in der Nähe dei israelischen Grenze den Himmel durchstreifen. Während Israel am vergangenen Freitag ohne Zögern einem Ersuchen des Generalstabschefs der UN-Organisation für die Ueberwachung der Waffenstillstände, General Odd Bull, zustimmte. sich über die Einstellung der Feindseligkeiten zu einigen, hatte sich Damaskus bisher nicht zu diesem Vorschlag geäussert. Inzwischen haben Ministerpräsident Eshkol und Generalstabschef Rabin das Kabinett über die jüngsten Ereignisse an der syrischen Grenze informiert, während Aussenminister Abba Eban die internationalen Aspekte der Situation auseinandersetzte. Die hiesigen Beobachter urteilten dass die restlichen arabischen Nachbarn Israels sieh darauf beschränkt haben, ihre Solidarität mit Syrien zu erklären, ohne weitere Massnahmen wie z. B Verstärkungen an den Grenzen vorzunehmen. Dies scheine anzuzeigen, so wird betont, dass die Israel benachbarten Araberstaaten sich darüber im klaren sind dass Israels Luftangriff nur eine Repressalie gegen die Sabotage der Ei Fatach-Banden und keine Kriegshandlung darstellte. ERKLAERUNG ABBA EBANS In einem Radio-Interview gab Aussenminister Eban der Hoffnung Ausdruck, dass die Grossmächte ihren Einfluss auf die Regierung von Damaskus geltend machen werden, um die Spannung an der Grenze zu lockern und den Frieden zu bewahren. Er drückte ferner die Hoffnung aus, dass der Zustand des Gleichgewichts* ‘ der durch die zusammenstösse an der Grenze erreicht wurde, von einem „Gleichgewicht des Friedens“ abgelöst werden würde. Eban versicherte, er sei überzeugt, dass die israelische Reaktion auf die syrischen Sabotageakte gegen Israel den Erfolg des erneuten Aufrufs zum Frieden des tunesischen Präsidenten Bourguiba nicht beeinträchtigen würden, dem sich, wie er hoffe, möglicherweise andere arabische Staaten anschliessen dürften. Eine in Jerusalem abgehörte Sendung von Radio Damaskus bezichtigte in erster Reihe den „nordamerikanischen Imperialismus“ der Schuld an dem israelischen Luftangriff und forderte alle übrigen arabischen Staaten auf, ihre Beziehungen mit Washington abzubrechen. ESHKOL VOR DEM KABINETT Jerusalem. — Premierminister Levi Eshol informierte das Kabinett über die Vorfälle an der syrischen Grenze. Er betonte, dass Israel sich niemals in die inneren Angelegenheiten seiner Nachbarländer ebenso wenig wie in ihre Beziehungen mit irgendeiner anderen Macht eingemischt hat. Man glaubt allgemein, dass Eshkol mit seiner Erklärung eventuellen sowjetischen Erklärungen zu Gunsten Syriens zuvorkommen wollte Anscheinend oezweckte er Stabilisierung der Wirtschaft Jerusalem. _ In einer Sondersitzung des Kabinetts nach der an jedem Wochenende stattfindenden Sitzung wurde über einen Dreijahresplan beraten, den Finanzminister Sapir für eine Politik der ,,starken Hand“ gegenüber Unternehmern. Angestellten und Arbeitern vorlegte. Sapir ersuchte das Kabinett, sein Projekt in allen punkten anzunehmen, weil sich sonst die Situation verschlechtern werde und die Zahl der Arbeitslosen in Israel innerhalb von drei Jahren auf 100.000 steigen könne. Die drei wichtigsten Punkte des von Sapir dem Kabinett unterbreiteten Plans sind die folgenden: i. ln den nächsten drei Jahren sollen die Gehälter nicht erhöht werden, wenn sie nicht mit einer Steigerung der Produktion Hand in Hand gehen. 2. Die Zulage fiir Erhöhung der Lebenshaltungskosten wird nur ein Mal im Jahr bezahlt, um die Stabilität dei Preise zu sichern. 3. Die Regierung wird Sondergesetze erlassen, um gewisse Streiks zu verhindern, die den Export und lebenswichtige Industrien lahmlegen. (ITA) Eine Annonce in der N. Y. Times In der reichen und manchmal überraschenden Geschichte der Reklame hat Morihio Matsuda aus Tokio. Japan einen Markstein gesetzt, der, wenn er Schule macht, neue Wege des Meinungs - Austausches weisen könnte. Matsuda ist ein Fischer, ein „keiner Bürger* des einstigen Kaiserreiches Japan, „ungebildet“ der bis zum Tage des Erscheinens einer zweiseitigen Annonce mit 16 Spalten (etwa 25 000 Worte), mit graphischem Bild eines Paradieses auf Er. den, in völliger Anonymität gelebt hat, aber diese, wie die Tagesberichte in New York an Fernseh- und 'Radiostationen bezeugen, wohl zumindest vorübergehend aufgeben muss Matsuda, der Fischermann, sagte von sieh selbst dass er nichts weiter will, als seinen Namen bekannt zu machen und dass er keine grossen entscheidenden Reaktionen von einer Annonce erwarte, die nicht nur 11.000 Dollar für die Veröffentlichung in der „Times4*, sondern weitere Tausende für Uebersetzung rcostet.. Wenn Matsuda seine Angel ins Wasser wirft und geduldig wartet, bis endlich ein Fisch anbeisst denkt er über die V/elt, die Men sehen und wie sie alles falsch machen, nach. Wenn er mit dem kleinen oder grossen Fang erfrischt nach Hause kommt, setzt er sich hin und schreibt Briefe darüber, die er zum Beispiel an fünft.au send Leute schickte, aber — als einzigen Erfolg erhielt er nur eine Bestätigung auf einem halben Blatt Papier von einem der Eimnfänger, Da Matsuda jedoch besessen ist, seine Ideen der Welt zu künferner, der Sowjetunion zu versichern, dass Israel nicht beabsichtigt, etwa die engen Beziehungen, welch« die Russen mit der Linksregierung Syriens unterhalten, zu stören. Eshkol richtete auch eine Warnung an Syrien, als er hervorhob, dass die Syrer ihr Land nicht wegen seiner topographischen Vorteile für unverwundbar nalten sollten Trotz dieser Begünstigung so führte er aus. werde Israel stets Mitei und Wege finden, sich gegen die syrischen Angriffe zu wehien. Er fügte hinzu dass die Operation aus der Luft nur eine der Israel zur Verfügung stehenden Abwehrmassnahmen gewesen sei. Israels Regierung, so fuhr Eshkol fort, habe erwartet dass das neue syrische Regi me sein Versprechen halten werde, das es dem Chef der UN-Kontroilkommission für die Waffenstillstände, General Odd Bull, im Monat Juni abgab. nämlich unter allen Umständen vom Beschuss irgendwelcher Ziele auf israelischem Territorium Abstand zu nehmen. Er fügte hinzu dass nach der angen Reiht syrischer Terrorakte in Israel die israelischen Vergeltungsrnassnahmen unausweichlich waren um die Angriffslust der Syrer zu clämpfen. Hierbei wiederholte er, dass der israelische Generalstabsohef Befehl erhalten hatte, keine unnötigen Schäden anzurichten. von KURT R. GROSSMANN den, net ihm ein Freund, in der „New York Times“ seine Gedanken zu veröffentlichen, und obwohl seine Frau ihn für „verrückt“ erklärte, dafür elftausend Dollar hinauszuwerfen, liess er sich nicht beirren, und die einzige Beruhigung, die er seiner Frau gab, war das Versprechen, dass dies der letzte Versuch sei, den Menschen seine „beglückenden Ideen über Frieden und Wohlstand** mitzuteilen. Matsuda ist mit sich versöhnt, weil er weiss, dass ÜÄendel und Galilei ähnliche Erfahrungen, wie er hattenaber sie waren ja weit klüger. Er zitiert eines der weisen Sprichwort«, wonach einfältige Leute, und nicht gerissene. die Kultur bereichern Daher ist er ganz beruhigt, als ein , „närrischer Mann“ zumindest in die Tagesgeschiohte einzugehen. Wenn man es richtig nimmt so hat unser „närrischer Freund“ Matsuda eigentlich nur das getan, was die meisten von uns nicht tun, nämlich traditionelle Grenzen der Freiheit einfach nicht zu akzeptieren. Er hat in seinem Leben ungefähr zehn Artikel veröffentlicht, aber seine 25.000 Worte umfassen den Ideen, „Das Licht, das vom Orient kommt**, hat er nicht veröffentlichen kön nen. So ist diese Elftausend- Dollar-Annonce, die einmal Sammlerwert haben wird eir lebendiger Protest gegen den berühmten Rotstift des Re dakteurs oder seiner Macht, einen Artikel abzulehnen oder anzunehmen. Wer aber opfert elftausend Dollar, um seine Ideen, einen umfassenden Katechismus über Politik, Wirtschaft und Kultur, in einem Weltblatt zu annoncieren? Ich habe mich durch diese 25.000 Worte hindurchgefressen und muss sagen, dass ich begeistert von der Simplizität der Gedanken dieses Japaners bin und eigentlich finde, dass Matsuda gar kein so .grosser Narr“ ist, als den er sich so freigiebig bezeichnet Den ersten Teil seiner Ausführungen hat er „Neutralität“ benannt, aber de facto könnte dieser Titel auch „der Weg der goldenen Mitte“ heissen. Denn was Matsuda als neutralen Standpunkt bezeichnet, ist der Versuch, gerecht gegenüber Arbeitern und Angestellten und\ Kapitalisten zu sein. Er fragt z. B., warum sich Banken mit einem Zinssatz von 5 bis 6 Prozent begnügen, während die Gross grundbesitzer und Fabrikherren 30 und mehr Prozen4 Profit haben wollen. Er ist für eine allen nützliche wirtschaftliche Entwicklung, aber kritisch gegenüber den Marxisten und den soaenannten sozialistischen Ländern. Dann spricht er über menschliche Energien in Bezug auf das Leben in einem kommunistischen Lande, wie diese abgenutzt oder fehlge leitet werden, um sich dann mit lern Problem des Friedens zu beschäftigen, denn schliesslich erscheint die Annonce unter der Balkenüberschrift „Ideen für Frieden in Vietnam'* Auch hier wiederum zeigt der brave Fisehermann aus Tokio gesunden Menschenverstand, den man den führenden Politikern manchmal wünschte. Matsuda schreibt: „Es gibt keine andere Lösung, als gegenseitig Konzessionen zu machen.*‘ Eis ist natürlich ein reiner Zufall dass gerade jetzt Meinungsumfragen in USA veröffentlicht werden, die zeigen, dass Johnsons Popularität von 67 Prozent der befragten Bevölkerung im Januar auf 55 Prozent im Mai gesunken ist. Im mittleren Westen des Landes verlor er 17 Prozent, im Süden gewann er 1 Prozent, im Westen ist ein Verlust von 9 Prozent seiner Popularität .zu verzeichnen, und im Osten hat der Präsident 12 Prozent, wie im nationalen Durchschnitt, verloren. Nur noch 47 Prozent der nordamerikanischen Bevölkerung unterstützt den Krieg in Siidvietnam, wie ihn Johnson führt, 35 Prozent Sind dagegen und 18 Prozent unentschieden. Matsuda aus Tokio bestätigt eigentlich nur, was wir hier in USA erleben. Das ist ein Faktum von dem man wohl Notiz nehmen muss. Eines der letzten Kapitel, das in seiner beinahe traumerisehgr. Naivität besonderes Aufsehen erregt, ist Matsudas plan eines Paradieses auf Erden. Hier wird man an Bellamys „Ein Rückblick aus dem Jahre 2000** erinnertdenn für dieses Paradies auf Erden, für das unser Freund sogar ein graphisches Bild beifügt, hat er von der Geburt bis zum Tode jede nur mögliche Lebensnotwendigkeit und Phase beschrieben. Der Orientale, der mehr ala der Europäer oder Amerikaner Leichenkult treibt, lässt sich in vielen tausend Worten Uber die Art der Bestattung, den Zustand des Sarges aus, als ob die Ereichung des Lebentendes das wünschenswerteste Element unseres Seins sei. In seinen Plänen für das Paradies auf Erden findet man eine Menge sozialistischer Ideen. Babies werden in Pflegeheimen bis zum Alter von fünf Jahren aufgezogen, von 6 bis 20 Jahren erhalten sie ihre Schulbildung. Frauen und Männer j arbeiten auf dem Felde der verschiedenen Wissenschaften usw. bis zum Alter von 40 Jahren; ihre Leistungen werden niemals zensiert, aber diese Elite muss auf jedem Gebiet Hervorragendes leisten. Sonst hört das Paradie* auf Erden eben auf. Morihiro Matsuda (Nr. 204t Nagashima-cho, Tokyo, Ja pan) hat versprochen, nia wieder solche extravaganten Eskapaden zur Verbesserung der Welt und der Menschheit zu unternehmen. Er schliessb sein reiches Elaborat etwa* elegisch: „Ich weiss. dass selbst wenn der Weltfrieden erreicht werden könnte, ich dafür keine Anerkennung erhalten werde, auch will ich keinen Preis dafür bekommen, noch Kritik oder Ermutigung, denn ich bin mein eigener Herr im Himmel und auf Erden.“ So gedruckt auf den Seiten 28 und 29 der N. Y. Times vom 23. Mai 1966. Arabischer Film - Boykott New York. — Nachrichten über eine arabische Film- Konferenz, die unter den Auspizien der UNESCO in Beirut stattfand, berichten von einer Debatte über den Boykett gegen Israel, wie der hiesigen Wochenschrift „Va riety“ zu entnehmen ist. Die Beschlüsse dieser Konferenz wurden von der Zentrale der arabischen Filmindustrie und durch Television bekannt gegeben. Es wurde beschlossen, den Boykott auf „alle israeli- Sehen Filme und alle ausländischen Filme, die Israels Existenz unterstützen*4 auszudehnen, ebenso wie auf alle Schauspieler, die in solchen Filmen auftreten (was „Variety4* als Gipfel der Lä cherlichkeit bezeichnet) oder sich im Interesse Israels verwandt haben. In dem Bericht werden di» Schauspieler und ander» „Schuldige“ aufgezählt. In dieser Liste figurieren u. a.: Harry Belafonte, Catherin» Berg, J. Benny, Elizabeth Taylor, Edward G. Robinson, Frank Sinatra, Maurice Sarfat, Dimtiri Staremis, de* verstorbene Jeff Chandler, Scott Finch, Jerry Lewis Viveca Lindfors, Mitsos Lighizou, Milkoso Kauko, Xenia Calougheropoulos, Danny Kaye, der verstorbene Eddy Cantor, Paul Newman, Da£- liah Lavi, Haya Haragreet. Oliver Hussenot, Shelly Winters und Amador Bin Dayan. Keine USA-Hilfe für Aegypten W-. shington. — Der Senat nahm einstimmig einen schon von der Repräsentantenkammer gebilligten Zusatz zum Gesetz der Auslandshilfe an, durch den verhütet werden soll, dass Aegypten die USA-Hilfe für aggressive Zwecke verwendet. Der Zusatz wurde von dem republikanischen Senator für New York Jacob Javits und dem demokratischen Senator für Alaska, Erlies4 Giuening, Angebracht. Der Zusatz lautet: „Keine Hilfe wird unter diesem Gesetz der Vereinigten Arabischen Republik geleistet wenn der Präsident nicht innerhalb von 30 Tagen dem Präsidenten der Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten und dem Präsidenten der Kammer mit ■ teilt, dass dieser Beistand für das nationale Interesse der Vereinigten Staaten lebenswichtig ist und im weiteren .n formiert, dass diese Hilfe weder direkt noch indirekt die aggressiven Aktivitäten der VAR unterstützt.“ (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N"? 868.707

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