Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2172 (17.6.1966)
- Date
- 1966-06-17
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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-•f. Corr eo Argentino Centrnl B FRANQUEÓ PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 17 DE JUNIO DE 1966 N* 2172 EL EjEMPLArIC „ on toda la República | J, PUEYRREDON 2190 1* izq. T.E. 33 - 2613 Buenos Aire« Hauptstadt Jerusalem Jerusalem. — Das israelij sehe Kabinett nahm in seiner wöchentlichen Sitzung einen Vorschlag an, dass die Kontakte zwischen der Regierung und ausländischen Gesandten nur in Jerusalem stattfinden sollen. Den Vorschlag machte Aussenminister Abba Eban, der die Wichtigkeit den Status Jerusalems ,als Hauptstadt Israels zu wahren“. Die meisten Gesandtschaften der grossen Länder, einschliesslich der diplomatischen Vertretungen der Vereinigten Staaten, Englands und der Sowjetunion, haben ihren Sitz ausserhalb Jerusalems. Eban schlug ebenfalls vor, dass alle internationalen Kongresse und alle mitunter, nationalen Ereignissen zusammenhängenden Sitzungen in Jerusalem abgehalten werden. Er kündigte an, dass er auch die Knesset ersuchen werde, keine Sitzung parla mentarischer Kommissionen ausserhalb Jerusalems anzuberaumen. Das Kabinett billigte die Vorschläge des Aussenministers und beschloss gleichzeitig, eine Sonderkommission zur Ausarbeitung der Einzelheiten zu emenen, damit Jerusalems Stand als Hauptstadt erhalten bleibt. Ferner wurde beschlossen, Premierminister Levi Eshkol nach Rückkehr von seiner Reise durch verschiedene afrikanische Länder die Reaktivierung einer ministeriellen Kommission zu übertragen, welche die Aufgabe haben soll, alle Zweige der Regierung. die ihren Sitz noch ausserhalb Jerusalems haben, in die Hauptstadt zu verlegen. Ein weiterer Kabinettsbe Schluss bezog sich auf den Erlass von Bestimmungen für die Wiederbeisetzung der sterblichen Ueberreste von; im Ausland verstorbenen Personen in Israel, nachdem Gesundheitsminister Israel Barzilai berichtet hatte, dass die Zahl der Anträge auf sol che Ueberführungen in ,etzter Zeit zugenommen hat Die Regierung ernannte eine Kommission zur Ausarbeitung der betreffenden gesetzlichen Vorschriften, deren Mitglieder die Minister Barzilai (Gesundheit), Zorach Wahrhaftig (Religion) und x. S. Schapiro (Justiz) sind. Der Stellvertretende Mini sterpräsident Sapir informierte das Kabinett, dass der frühere Generalstabschef der Israel-Armee, General Mosche Dajan, der heute Mitglied der Knesset ist, keine Erlaubnis hat, auf seiner Reise nach Südvietnam, wohin er als Korrespondent des ,,Maa. riW‘‘ geht, die israelische Uniform zu tragen General Dajan ist israelischer Reserveoffizier. Wie Sapir in seiner Eigenschaft als Stellvertretender Verteidigungs-Minister hinzufügte, ist der Gebrauch der Uniform den Mitgliedern der Reserve nur mit der speziellen Erlaubnis des israelischen Generalstabes gestattet, und Dajan hat diese Bewilligug nicht eingeholt. Aussenminister Eban ergänzte diese Mitteilung durch den Hinweis, dass die Reise Dajans nach Südvietnam ohne Fühlungnahme mit dem Aussenministerium und ohne Anfrage bei der Regierung bewerkstelligt wurde. Daher müsse die Regie rung die Verantwortung für diese Reise oder irgendeine Sache, die in ihrem Verlauf geschrieben oder getan werde, im vorhinein ablehnen Voraussichtlich wird die Regierung in dieser Angelegen heit in der Knesset befragt werden, wo Eban wahrschein, lieh eine ähnliche Antwort I geben dürfte. (ITA) Bericht aus Lemberg London. — Vertrauenswürdige Touristen, die aus Sowjetrussland zurückkehrten, berichteten, dass der Antisemitismus in Lemberg alarmierende Ausmasse angenommen hat. Die Juden in dieser Stadt, so versichern sie, werden in keinem wichtigen Amt mehr an gestellt und geistig abgewürgt. Praktisch ist keinem jüdischen Schauspieler oder Ensemble mehr gestattet, in Lemberg aufzutreten. Die Gesuche jüdischer Schauspieler, m Czernowitz oder Kischinew spielen zu dürfen, sind ebenfalls nicht bewilligt worden. Die Gewährsleite berichteten ferner über ständige Gerüchte, dass die luden nicht an der Universität von Lemberg zugelassen werden. Einige der ukrainischen Bewohner der Stadt hätten ihnen anvertraut, dass nur ein Prozent der freien Plätze auf der HocnsChule Juden eingeräumt werden Sie erzählten auch, dass jüdische Eheschliessungen geheim stattfinden und in einem Falle der Rabbiner darauf bestand, die Trauung in de. Nacht und nur in Anwesenheit der Zeugen vorzunehmen. Die Einfahrt zu einer Garage in Lemberg, in der Lenin Strasse 23, ist mit Grabsteinen gepflastert die hebräische Inschriften tragen, und die lemberger Synagoge wurde im Jahre 1962 nach einer wütenden antisemitischen Kampagne in der lokalen Presse geschlossen. In der Stadt leben etwa 50.000 Juden. Wie weiters verlautete, sind die Juden in Czernowitz, die Visen zur Ausreise nach Israel beantragten, in den verschiedensten Formen belästigt worden. Mitglieder der Organisation Komsomol, deren Eltern ein solches Visum beantragten, wurden später peinlichen Ver hören unterworfen. Auch in Czernowitz bestellt an der Universität ein Numerus clausus. Dort leben rund 70.000 Juden. (ITA) i - -- Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 868.707 Konstruktive Vorschläge Genf. — oded Messer, Generaldirektor des israelischen Arbeitsministeriums, œtonte in einer Rede, die er in einer Sitzung der Internationalen Arbeits - Organisation hielt, wie wichtig es sei. der Kluft zwischen ,,den Besitzenden und den Besitzlosen“ vordringliche Aufmerksamkeit zuzuwenden. Er erwähnte auch das Problem der hochbefähigten Menschen, die die Entwicklungsländer verlassen, um in unterentwickelte Länder zu gehen. Obwohl diese Frage im Falle von Israel nicht entscheidend sei, fügte er hinzu, so habe sie doch besondere Bedeutung für die Entwicklungsländer Er regte an, diesen . Transfer von Gehirnen‘‘ durch die Schulung von Jugendlichen einzuschränken, Füi dieses Programm bot er die Dienste Israels an, das eines der Entwicklungsländer ist, welches auf vielen Gebieten eine solche Ausbildung vermitteln kann. Messer ersuchte um die Aufnahme neuer Themen in die Liste der Untersuchungen, deren Behandlung im Konferenz-Bericht empfohlen wurde. Diese Punkte betreffen die Automatisierung in den in der Entwicklung befindlichen Ländern, das Studium der Gründe für den „Transfer von Gehirnen“ Richtlinien für die Behandlung dieses Problems und die Heranziehung der Entwicklungsländer als Quelle des technischen Beistands. Er bedauerte, dass die entwickelten Länder die von ihnen vor fünf Jahren gemachte Zusage, ein Prozent ihres Nationalprodukts für Hilfeleistungen zu verwenden, nicht erfüllt haben. Leider könne man von diesen Regierungen wohl kaum direkte Hilfe erwarten, so bemerkte er, doch vielleicht werde es der Weltbank im Rahmen eines Plans, den der Gouverneur der Israel-Bank David Horowitz, dieser Institution unterbreitet hat, möglich sein, derartige Fonds bereitzu stellen. Ueber rassische Diskriminierung im allgemeinen und die „Apartheid“ im besonderen berichtete Messer, dass sich die Lage in der Welt seit dem vergangenen Jahr verschlechtert hat. Das Fehlen einer Besserung dieser Verhältnisse in Südafrika und die Krise in Rhodesien seien die Herde unermesslicher Gefahren. „Wir wissen aus bitterer Erfahrung“, setzte er hinzu „dass die Diskriminie. rung nicht uur ein Uebel sondern ein aktives Gilft ist.“ (ITA) Bearbeitung von Gesundheits- Schaeden bei den Áemtem Augenblicklich geht die Be. arbeitung der Gesundheitsschäden-Anträge bei den Entschädigungsbehörden ausserordentlich langsam vor sich Dies ist nicht die Schuld der bearbeitenden Beamten, sondern oft darauf zurückzuführen, dass zu wenig Beamte eingesetzt sind. Das Schlimmste ist aber die Ueberlastung der ärztlichen Gutachter, die nach Eingang des Prüfungsberich, tes des Vertrauensarztes die An der syrischisraelischen Grenze Jerusalem. — Generalmajor Odd Bull, der Chef der UN-Organisation für die Ueberwachung der Waffenstillstände in Palästina,, wird dem UN-Generalsekretär U Thant einen Sonderbericht vorlegen, den er über den Befund .on Untersuchungen auf der israelischen Seite der Grenze mit Syrien vorbereitet. Wie ein UN-Sprecher mitteilte, führten Beobachter 14 Besichtigungen durch nachdem Syrien sich bei den Vereinten Nationen beschwert hatte, dass Israel an dieser Grenze Truppen zu sammenzieht. Die militärischen UN-Beobachter wurden von israelischen Offizieren begleitet, mit denen sie gemeinsam jeden Grenzpunko von Tel Dan bis Tel Katzir untersuchten und ebenfalls die entmilitarisierten Gebiete und Vertei. digungszonen in Augenschein nahmen. Syrien hat zugesagt, dass es eine ähnliche Untersuchung der auf seinem Territorium gelegenen Grenz orte gestatten wird. (ITA) Fälle noch einmal nachprüfen. Die Zahl dieser „Amtsärzte“ ist nicht allzugross. Es gibt Aerzte, die gegenwärtig mehr als 70 Akten in ihrer Hand haben, z. B. bei einem der Aemter in Rheinland- Pfalz. Die Aemter wagen manchmal garnicht, ihre Aerzte zu mahnen, da sie sonst möglicherweise die Akten unerledigt zuriiekbekommen. Aehnliche Zustände herrschen bei Universitätskliniken, die Obergutachten abzugeben haben. Bevor ein Gutachten erstattet wird, vergehen oft 6 bis 12 Monate. Auch bei einzelnen Gerichten sind nicht genügend Entsohädigungskammem vorhanden, um die Arbeit in einem einigermassen angemessenen Zeitraum durchzuführen. So werden Termine auf Klagen, die Anfang dieses Jahres eingegangen sind, mindestens bei einigen Gerichten erst für den Oktober angesetzt. Dabei könnte in klaren Fällen, in denen die Einholung eines Obergutach. tens notwendig erscheint, ein solches schon im Wege der prozessleitenden Verfügung angefordert werden. Einige Gerichte machen dies auch, andere entscheiden darüber erst im Verhandlungstermin, der erst für Jahresende angesetzt ist. So vergeht mehr als ein halbes Jahr. Zu einem immer dunkleren Kapitel entwickelt sich die Behandlung der Heilkostenanträge. Wie soll ein Verfolgter, der im Jahre 196-5 oder 1966 einen Bescheid bekommen hat, seine Heilkosten aus dem Jahr 1949 bis 1964 nachweisen? Er hat nur eine Möglichkeit, nämlich zu Blick in die Welt v«n HAROLD SCHWARCZ MARSCH ALL OSVALDO Cordeiro de Fariaa, Mitglied des brasilianischen Kabinetts, ist zurückgetreten. — SCHWERE SCHLACHTEN wurden in der zentralen Zone von Südvietnam geschlagen. — DER AUSNAHMEZUSTAND in Guatemala wurde uip weitere 30 Tage verlängert. — IN PANAMA ist es zu neuen schweren Zusammenstössen mit Studenten gekommen. — RENE SCHICK, Präsident Nikaraguas, besuchte Johnson, dessen Politik in Vietnam er lobte. — ADHEMAR DE BARROS, Bxgouverneur von San Paolo, erklärte in Madrid, er werde bald nach Brasilien zurückkehren (?). — HUBERT H. HUMPHREY, Vizepräsident der USA, erklärte, die Staaten wollen für den Rest dieses Jahrhunderts Verbindungen mit dem Roten China unterhalten. — HUNGERNDE Massen protestierten erneut in Pakistan gegen die Untätigkeit der Regierung. „WIR WERDEN die Demokratien in die Zange nehmen“, diese und andere Parolen gab die Nachrichten- Agentur „Neues China“ in Peking heraus. — DIE KOMMUNISTEN seien an den Studentenunruhen in Panama schuldig, wurde von offizieller Seite versichert. — MALASIEN und Indonesien haben Frieden gesell los sen. — GEMINI6 9 war ein voller Erfolg der nordamerikanischen Astronautik und der kosmischen Wissenschaften. — LEON1D I. BREZHNEV, Sekretär der KP der Sowjetunion, erklärte, Russland werde seine Anstrengungen zur Unterstützung Nordvietnams vergrössem, um die nordamerikanische Aggression zu vernichten. — DEAN RUSK, USA-Aussenminister, versprach dem britischen Ministerpräsidenten Wilson nordamerikanische Hilte. — CHOU EN LAI, chinesischer Premierminister, wird einen Besuch in Rumänien abstatten, der für die weiters Entwicklung in der kommunistischen Welt von grosse*- Bedeutung sein kann. — KEINE SENSATIONEN soll es bei dem bevorstehenden Besuch de Gaulles im Kreml geben, wie der französische Aussenminister Maurice Couve de Murville verkündete. — BEI DEN WAHLEN der Universität Caracas (Venezuela) siegte die Liste der kommunistischen Studenten. — seinem Arzt und der Apotheke zu gehen und sich aus alten Unterlagen ungefähr die Kosten zusammenstellen lassen. Trotz des klaren Beweisnotstandes genügt dies aber den Aemtern nicht. In den meisten Fällen verlangen sie Originalrechnungen. Da aber kaum jemand daran dachte, solche Originalrechnungen aufzuheben, wird die bewillig, te Heilkostenerstattung für frühere Jahre illusorisch. Daß steht aber mit dem Gesetz nicht in Einklang; denn es sieht ausdrücklich die Erstattung von Heilkosten auch für Zeiten vor, die vor der Bescheiderteilung liegen Die Entschädigungsämter sollten genug Erfahrung haben, um aus den neuen Rechnungen schliessen zu können, wie hoch bei normaler Behandlung die früheren .Arzt¬ oder Medikamenten - Kosten gewesen sein können. Bei bestimmten Krankheiten, di» eine ständige Behandlung erfordern, braucht ein kenntnisreicher Beamter nicht einmal nachträglich Angaben des behandelten Arztes, um sich ein Bild über die Höhe der Kosten zu machen. Beim Presidenten Uruguays Montevideo. — Eine Delegation der 12. Plenarversammlung^ dev Südamerikanisohen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses wurde vom Präsidenten der uruguayischen Regierung, D. Alberto Heber, in Sonderaudienz empfangen. An der Spitze der Delegation standen der Präsident der Exekutive, Dr. Moisés Goldman, der Präsident des uruguayischen Jüdischen Zentralcomitésj, José Sasson, der brasilianische Bundessenator. Aaron Steinbrech, und Mark Turkow, Sekretär der Exekutive; die übrigen Delegierten waren Dr. León Wiesenfeld aus Venezuela, Ernesto Herzberg, Israel-Konsul in La Paz, Dr. Isaac Cegla aus Paraguay und Bernardo Olesker, Generalsekretär des Jüdischen Zentralcomités von Uruguay. Bei dieser Gelegenheit überreichte Dr. Goldman dem uruguayischen Präsidenten eine Abschrift der von der Plenarversammlung gefassten Resolutionen. Unter diesen befindet sich ein Beschluss, in dem die Exekutive Uruguay Dank für die entschiedenen Proteste gegen die antiisraelischen Kundgebungen auf der Trikontinentalen Konferenz ausspricht. Präsident Heber dankte für den Besuch und erklärte, er freue sich, dass die jüdischen Repräsentanten Uruguay als Sitz ihrer Beratungen gewählt hätten. Ei betonte gleichzeitig, dass er dem willkommenen Besuch des israelischen Staatspräsidenten entgegensehe, den er in wenigen Wochen in Uruguay zu begriissen hoffe, und versicherte, dass die Regierung und das Volk Uruguays diesem einen herzlichen Empfang zu bereiten gedenken. (ITA)