Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2172 (17.6.1966)
- Date
- 1966-06-17
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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«o X*Vli ■X«, 17 de Jrah de 1966 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N* RH — ~S k'”«n»o.r ^«tschland ri0esrepu- ^hen u’/611 »kanlnd **&£?■ »«- Jrzem ¡n^haben llropaisches “ ’'Kirch» , "‘fonal. D* ersteISlae1' dCs Comí '"" Auf. nscheStuden!Mdei> Ung Israel uber^fe ,un*«> d¿í.nd ü“- 6Ítin httEfcj* ei1' ÜtUfTispU ^°m' 8«n unri uh n An- Lehrbüchemkat*clle,i' 1 sin<L WeiW Vor* £hdwar- "0“'*Ä"C ■ laieratmander?n7% in Garx- & stammte h USJjcbHeb «• “ uber „Gerbart inn «nd Goethe'-. “"■Hot* in Rio schönsten stadt Bio de Ja. em Platz nach is- Präsidenten ^eizmann benannt ®ne Bronzebiiste nann wind auf der Platzes Aufstellung dem Platz befin- Palast des Gou- und die le. Annekenntmsse au«, d einer der be- Spezialisten auf f in Südamerika gleichzeitig Qualitäten betür diesen Pomachen. e des Hospitals-' rlich auch von sen grosse Symltgegengebra'.ht, entsprechenden en ausdrücken EICH hter 3SENTHAL labend, den 25. ge der Congre- DER) 29 Siwan 30. Siwan saja, Kap. 66 1, Tammuß faszinierend und in ihrer hohen Geistigkeit immer von peuem bewundernswert ist die Journalistik Heinrich Peines. Hat man ihn den Schöpfer und Lehrmeister der modernen deutschen Journalistik genannt, so beweist die Lektüre seiner Zeitungsaufsätze, wie recht man mit dieser Bezeichnung hatte. Der Einfallsreichtum und die Herstellung von Bezäe hungen zwischen z. T. entlegenen Gegenständen ist un übertrefflieh! Da hat uns jetzt Michael Mann — versehen mit einer fein deutenten Einleitung mit einem ausführlichen Kommentar — Heines „Zeitungsberichte Über Musik und Malerei“ erstmalig in ihrer Origihalgestalt zugänglich gemacht (Insel-Verlag, Frankfurt a.M 1864). Es ist ein ganz köstlicher Genuss, diese achtzehn, hi der Zeit von 1821—1847 entstandenen, Stücke im Zu. «am men hang zu lesen. Sie aind hauptsächlich in Paris und für die Allgemeine Zeitung in Augsburg, jedenfalls, für Cotta, geschrieben und zeigen ganz und gar. in jedem und allem den genialen Schriftsteller Heine, den scharfen, nicht selten bissigen Satiriker, den zuweilen sogar die Grenze überschreitenden Polemiker, den stets genau treffenden Formulieren den ergötzlichen Fabulieren der jeden Anlass und jedes Mittel aufgriff, dem keine Blösse entging, dessen Kunst oben — aber auch dessen Macht und Gewalt — sein Wort war. das so manchen erzittern liess. Heine ist ,in der Tat ein Virtuose des Wortes. Seine Phantasie und der Reichtum seiner Assoziotionen iiberra gen alles, was vor ihm unc: nach ihm als deutsche Tagesprosa Bestand hatte. Insofern hat er zwar Nachahmer, aber Schüler eigentlich nur im französischen Be reich gefunden Was er mit seiner Kunst des sprachlichen Ausdrucks vermag, was er manchmal lediglich durch Umstellung eines Wortes zustande bringt, das lässt nur die eine Bezeichnung zues ist meisterlich! So wenn er «einem Bericht über die ..Gemäldeausstellung in Paris“ (1831) von Jean Victor Schuetz sagt: ..Er malt gut ist aber nach meiner Ansicht kein guter Maler“, da ist in HEINES TAGESPROSA diesem einen Satz schon sei. ne Anerkennung und seine Kritik enthalten. Oder in seiner 1843 geschriebenen Besprechung der „Musikalischen Saison in Paris“ findet er folgende Charakterisierung des Pianisten und Komponisten Henri Herz (1803—1888): Er „glänzt nur noch durch seinen schönen Concertsaal, er ist längst todt und hat kürzlich auch geheirathet. In seinem im gleichen Jah re verfassten Aufsatz „Indu strie und Kunst“ kommt, als ein Beispiel hier angeführt, nicht nur die stets wache soziale Einstellung Heines, sondern auch sein Vermögen der sprachlichen Anschaulichkeit zum Ausdruck, wenn er erzählt: „Die Eröffnung der beiden neuen Bisenbah-, nen, wovon die eine nach Orleans, die andere nach Rouen führt, verursacht hier eine Erschütterung, die jeder mitempfindet, wenn er nicht etwa auf einem sozialen Isolierungsschemel steht. Die ganze Bevölkerung' von Paris bildet in diesem Augenblick gleichsam eine Kette, wo einer dem andern den elektrischen Schlag mittheilt.“ An einer anderen Stelle sind es die Kostüme auf den Gemälden, „um Darstellungen aus der Zeitgeschichte und aus dem gewöhnlichen Leben zu begünstigen“, über die er seine Bemerkungen macht. Dabei lässt er. um eine hübsche Geschichte erzählen zu können, seinen Unmut über den modernen Frack aus Der „hat wirklich so etwas Grundprosaisches, dass er nur parodistisch in einem Gemälde zu gebrau chen wäre. Noch unlängst stritt ich deshalb mit einem Philosophen aus Berlin, einer Stadt in Preussen, welcher mir die mystische Bedeutsamkeit des Pracks und die naturhistorische Poesie seiner Form erklären wollte. Er erzählte mir nämlich folgenden Mythos: Der erste Mensch sey nicht unanständig kleidlos, sondern ganz eingenäht in einem Schlafrock erschaffen worden, und als nachher aus seiner Rip. pe das Weib entstand, sey J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bffle. MITRE 430 V. 01. 550 T.E.: 3 0-1474 (ATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenby Rd, — TEL AVIV — P.O.B. 4444 von HANS TRAMER auch vorn aus seinem Schlafrock ein grosses Stück geschnitten worden, welches dem Weibe als Schürze dienen musste, so dass der Schlafrock durch jenen Ausschnitt ein Frack wurde und dieser in der weiblichen Schürze seine natürliche Ergänzung fand. Trotz dieser schönen Entstehung des Fracks und seiner poetischen Bedeutung einer Ergänzung der Geschlechter, kann ich mich doch nicht mit seiner Form befreunden; auch die Maler theilen mit mir diese Abneigung, und sie haben sich nach malerischen Kostümen umgesehen.“ Das ist Heine! Unvergleichlich — als Spötter, als Fabulierer, als Kritiker seiner Zeit und der Zustände in „Berlin, einer Stadt in Preussen“! Keinen Zweifel lässt Heine aufkommen an seiner politischen Einstellung. Er ist ein Mann des Volkes und ein glühender Verehrer der Freiheit Delacroix’ Bild von der Julirevolution („Die Freiheit auf den Barrikaden“) veran lasst ihn, das Gespräch „einer kleinen Karlistin“ mit ihrem Vater wiederzugeben. Als die Kleine hört, die bi« zur Hüfte entblösste Frau mit der roten Mütze, der Flinte in der einen und einer dreifarbigen Fahne in der anderen Hand sei die Freiheitsgöttin, sagt sie: „Fapa sie hat auch nicht einma' ein Hemd an*, — worauf der Vater antwortet: „Eine wahre Freiheitsgöttin. liebes Kind, hat gewöhnlich kein Hemd, und ist daher sehr erbittert auf alle Leute, die weisse Wäsche tiagen.“ Zehn Jahre später, in .lern Aufsatz über „Volks- und Kunstleben in Paris“ vom Dezember 1841 wird Heine noch deutlicher. Vor den Weihnachtsai.sstellungen der Kaufläden interessieren ihn nicht so sehr die ausgestellten Luxus- und Kunstsachen als vielmehr das Publikum. Dessen Gesichter aber findet er „so hässlich ernsthaft und leidend, so ungeduldig und drohend, dass sie einen unheimlichen Contrast bilden mit den Gegenständen, die sie begaffen, und uns die Angst anwandelt, diese Menschen möchten einmal mit ihren geballten Fäusten Literarische Preise New York. — Der Roman von Mever Levin „Mut“ wurde vom Jüdischen Nationalen Wohlfahrts-Ausschuss als bestes Buch von jüdischem Interesse in englischer Sprache für das Jahr 1965 mit einem Preis von 400 Dollar ausgezeichnet. Einen mit der gleichen Summe dotierten Preis für das beste englisch“ Euch über die Gedankenwelt des Judentums für sein Werk „Höchste Freiheit“ erhielt Rabbi David Polish. und den ebenfalls 400 Dollar betragenden Jugendpreis Bett Schlechter für sein Buch „Die Affäre Dreyfus“. Der Preis von 500 Dollar für das beste Buch über die Märt,yrei»-des Nazismus wurde Zosa Szajkowski für seine Analyse des deutsch-französischen Beziehungen in den Jahren 1939 bis 1945 zuge. sprochen. Weitere mit rund 250 Dollar bemessene Preise gelangten ferner zur Verteilung. (ITA) Graeberf unde Tel Aviv. — Bei Tiberias wurde bei Strassenbauten eine Reihe von Gräbern freigelegt, die aus der Zeit der Patriarchen stammen sollen Man fand Speere, Bogen und anderes Gerät, kann sich jedoch bisher nicht die Existenz der Gräber erklären, weil keine Siedlung an diesem Ort bekannt war. plötzlich dreinschlagen, und all das bunte, klirrende Spielzeug der vornehmen Welt mit sammt dieser vornehmen Welt selbst gar jämmerlich zertrümmern! Wer kein grosser Politiker ist, sondern ein gewöhnlicher Flaneur der sich wenig kümmert um die Nuance Dufaure und Passy, sondern um die Miene des Volkes auf den Gassen, dem wird es zur festen Ueberzeugung, dass früh oder spät die ganze Bürgerkomödie in Frankreich mit sammt ihren parlamentarischen Heldenspielern und Comparsen ein ausgezischt schreckliches Ende nimmt und ein Nachspiel aufgeführt wird, welches das Communistenregiment heisst!“ Einige Zeilen nachher fügt er dem noch hinzu: „Die Propaganda des Communismus besitzt eine Sprache, die jedes Volk ver steht: die Elemente dieser Universalsprache sind so einfach, wie der Hunger, wie der Neid, wie der Tod. Das lernt sich so leicht!“ Es ist hier nicht der Ort. auf Heines Kunsttheorie ein. zugehen. Michael Mann tut das in sehr eindringlicher und überzeugender Weise in seinem Einleitungsessay und in dem ausserordentlich sorg faltig gearbeiteten Kommentar (in dem wir nur einen Fehler — auf S. 238 — gefunden haben). Ueber Heines Kunstauffassung und seine persönliche. ja subjektive Haltung Künstlern gegenüber ist schon viel geschrie- ( ben worden. Festgehalten zu | werden verdient, dass Mi I chael Mann mit Nachdruck | zu beweisen sucht, dass Heij nes Urteile in Kunstdingen i jedenfalls frei von persönlichen Motiven waren und auf echten Ueberzeugungen beruhten. Für uns sind in dem hochinteressanten Buch noch ein paar andere Dinge von Reiz 1836 beschreibt Heine den Einweihungsball des neuer. ivothschildpalastes in Paris Da ist alles anwesend, was Rang und Namen hat, wobei „die Frauen aber mehr durch Schönheit und Putz“ impo nierten. Was den Palast mit seinen Dekorationen betrifft fährt er fort, „so ist hier alles vereinigt, was nur der Geist des 16. Jahrhunderts ersinnen und das Geld des 19. Jahrhunderts bezahlen konnte; hier wetteiferte der Genius ’ der bildenden Kunst mit dem Genius von Rothschild“. Ueberhaupt Rothschild, alle „Ca Paritäten weiss er um sich zu versammeln, „nur die Poesie, die französische wie die de: tsehe, ist durch keine lebende Grösse repräsentiert in der Gunst des Herrn von Rothschild; derselbe liebt nur Shakespeare, Racine, Goethe, lauter verstorbene Dichter, verklärte Geister, die aller irdischen Geldnoth ent. rückt sind.“ Natürlich nimmt neben vielem, vielem anderen auch Felix Mendelssohn-Bartholdy seinen gebührenden Platz in diesen Aufsätzen über Musik und Malerei ein. In dem Artikel über „Kirche*- musik“ (18421 stellt er Rossinis „Stabat“ und Mendelssohn*, Oratorium „Paulus“ gegenüber. Mendelssohn kreidet er seinen politis'hen und reib giösen Konformismus wieder an. Bei dieser Gelegenheit aber wird er ganz deutlich. Er schreibt: „Der Himmel bewahre mich .gegen einen so verdienstvollen Mei ster wie der Verfasser des Faulvs hiedurch einen Tadel aussprechen zu wollen, und am allerwenigsten wird es dem Schreiber dieser Blätter in den Sinn kommen, an der Christlichkeit dee erwähnten Oratoriums zu mäkeln, weil Felix Mendels- SObn-Bartholdy von Geburt ein Jude ist Aber ich kann , doch nicht unlassen darauf 1 hinzudeuten, dass in dem AIi ter, wo Hr. Mendelssohn in i Berlin das Christenthum anfing (er wurde nämlich erst in seinem dreizehnten Jahr getauft), Rossini es bereits verlassen und sich ganz in die Weltlichkeit der Opern, musik gestürzt hatte.“ Was das Verhältnis Heine / Meyerbeer angeht, só wurde schon angedeutet, dass Michael Mann — mit guten Argumenten — versucht, die persönliche Note aus Heines Kritik an dem Schaffen Meyerbeers zu eliminieren. Er meint, „Heine hatte keine persönliche Ursa, chen, sondern er suchte nach, solchen, um seine Abkehr von Meyerbeer zu legitimieren.“ Er beweist das mit biographischen Zusammenhängen. Für ihn ist eindeutig, dass Heines scharfe (und schliesslich doch oft sehr persönlich gefärbte) Kritik an Meverbeer „jedenfalls nicht ais das Werk persönlicher Interes, sen, sondern gereifter Ueberzeugungen“ aufgefasst wer-« den darf Wie dem auch sei, Michael Mann hat sich mit der Her- 1 avsgabe dieser: Heineschen Tagesaufsätze ein ausserordentliches Verdienst erworben. Es ist ein köstliches Buch, das er uns geschenkt hat, voll Anregung. voll Witz, voll der tiefen Bedeut» tung, die der grosse Schriftsteller Heinrich Heine allem zu geben verstand, was seinfl Feder hervorbrachte. HOTEL LAGO Cas. Correo 34 Río CebalSos Córdoba PRECIO COMPLETO $ 750.- COMUNICADO DE MARCA 0 (OLDSTEm ^JttGISTRAOA - K' ‘Panificación Goldstein’ de Goldstein y Cía. A NUESTROS CLIENTES Y AMIGOS: Se está vendiendo, sorpresivamente, un pan con una etiqueta semejante a la difundida por la mar.a GOLilrTEIN, con el evidente propósito de confundir a los consumidores misíiíicando su autenticidad. Por lo tanto: ¡TENGAN CUIDADO! Cuando compren el exquisito pan GOLDSTEIN exijan únicamente ei que exhibe la etiqueta auténtica, con la palabra GOLDSTEIN impresa, como marca registrada. Sólo así tendrán la certeza de su genuinidad y de adquirir un pan de excelente calidad. Imitar etiquetas es fácil. LO QUE NADIE PUEDE HACER ES IMITAR EL DELICIOLO SABOR DEL PAN GOLDSTEIN. No permitan tampoco que los confundan así; con el argumento de que corresponde a nuestra marcadles ofrecen un pan sin etiqueta. FIJENSE BIEN. La etUuria d-be decir GOLDSTEIN. SI NO DICE GOLDSTEIN ES UNA BURDA IMITACION. Rechácenla! ESTADO DE ISRAEL 4339-41 (Antes Lavolle) — T. E. 86-2754 üüü imiuiiimninnmnmimiuiminiiiiin¡i¡nnininiinmnnmniiininiiiminimuinmim 11 LA - ----'«fc-v-TTg" R/E6JST. 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