Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2167 (13.5.1966)
- Date
- 1966-05-13
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Mentioned entities
- Joseph Wulf 2× ep/1027401
- Stefan Zweig 2× ep/1025800
- Arthur Schnitzler 1× ep/1025577
- Elsbeth Janda 1× ep/1024437
- Else Lasker-Schüler 1× ep/1004350
- Emil Ludwig 1× ep/1026446
- Felix Salten 1× ep/1026698
- Franz Kafka 1× ep/1025205
- Hermann Cohen 1× ep/1004894
- Hugo Zuckermann 1× ep/1033808
- Itzik Manger 1× ep/1011095
- Jacob M. Landau 1× ep/1009876
- Josef Fränkel 1× ep/2257538
- Leon Pinsker 1× ep/1011139
- Lion Feuchtwanger 1× ep/1005753
- Martin Buber 1× ep/1009258
- Max Brod 1× ep/1024844
- Nahum Goldmann 1× ep/1009262
- Nelly Sachs 1× ep/1006402
- Sammy Gronemann 1× ep/1026100
- Shmuel Yosef Agnon 1× ep/1007096
- Sigmund Freud 1× ep/1025006
- Theodor Herzl 1× ep/1007316
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Viera««, 13 de M»jo de 1966 SEMANA ISRAELITA An» XXVII-N* 2167 — 3 Jüdische Bücher in Deutschland „Es gibt wohl keine Wissenschaft, keine Kunst, keine Geistesrichtung, woran die Juden nicht mitgearbeitet, worin Juden nicht ihre Ebenbürtigkeit dargetan nätten“, schrieb Heinrich Grätz. Dieser Satz bezog sich auf die Juden des Ostens und des Westens, besonders aber aui die Juden in Deutschland. Einst war da6 deutsch-jüdische Buch stark verbreitet und man las es sogar in Moskau, Warschau und Lemberg. Leon Pinsker, der Sohn eines Gaiizianers, der in Moskau gelebt hatte, veröffentlichte seine Broschüre „Autoemanzipation“ in deutscher Sprache. Auf den ersten Zionistenkongressen bediente man sich hauptsächlich der deutschen Sprache. Auch streuten jüdische Studenten aus dem Osten, um an deutschen Universitäten zu studieren. Die deutsch-jüdische Literatur war reicher als die russisch-jüdische oder englischjüdische Literatur. Dann kam Hitler und mit ■ihm die Vernichtung des deutsch - jüdischen Buches. Zahllose Grabsteine von Autoren wurden zerstört und ihre Bücher verbrannt. Jüdische Bibliotheken, öffentliche und private, verschwanden und so auch Dokumente, Manuskripte und Sammlungen von historischen Urkunden. In den letzten Jahren erscheinen in Deutschland fortlaufend Bücher von jüdischen Autoren und Bücher von JOSEF FRAENKEL über jüdische Themen von Goldmann, Sigmund Freud deutschen Verfassern. Es ist möglich, dass da und dort ein jüdischer Dichter, Schriftsteller, Historiker, Wissenschaftler und Essayist von Format und Einfluss auftauchen wird, aber unmöglich, dass wieder eine unübersehbare Reihe von Geistesgrössen wie Beer-Hofmann, Emil Ludwig, Schnitzler, Lion Feuchtwanger, Beda. Hugo Zuckermann, Sammy Gronemann und Stefan Zweig, um nur einige zu nennen, entstehen werden. Trotzdem — das jüdische Buch ist da. Manche Bücher die man dem Feuer iugeworfen oder die man eingezogen hatte, werden wieder auferstehen. Andere werden nie aufwachen und man wird sie weder in den Bibliotheken finden noch in den Katalogen erwähnen. Sie, die namenlosen Bücher, sind auch die ewigen Opfer des Dritten Reiches. Es erscheinen Bücher, ins Deutsche übersetzt, die vorher in Amerika England oder Israel (Palästina) veröffentlicht wurden. Aber auch Bücher, zwar in deutscher Sprache geschrieben, aber in Uebersetzung in Israel oder in einem anderen Land herausgegeben, sind nun in Deutschland in der ursprünglichen Sprache erhältlich. Bücher von und über Hess, Weizmann, Bodenheimer, Ben Gurion, Nahum ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpiten Tep pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. 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Nach 25 Jahren wurde es in Deutschland in der „Muttersprache“ gedruckt. Samuel Josef Agnon, Soholem Alejchem, J. L. Perez, Isaak Bashevis Singer und sogar Itzig Manger wurden in Deutsche übersetzt „Yiddish-Gedichte aus den Ghettos 1939—1945“ von Joseph Wulf (Arani Verlag, Berlin, 1946, Seiten: 64) bringt Gedichte von elf jiddischen Dichtern, die in Ghettis umgekommen sind. Die Einleitung über „Yiddish“ und über die Kulturarbeit in den Ghettis von Wulf verdient hervorgehoben zu werden Die Gedichte sind wie Kaddischgebete, bewegend und ergreifend. „Lieder aus dem Ghetto“ wurde von Elsbeth Janda und Max M Sprecher zusammengestellt (Franz Ehren wirth Verlag, München, 1962, Seiten: 188) und im Vorwort erzählt Fritz Noetzoldt über die Entstehung dieser Sammlung von fünfzig Liedern, jiddisch und deutsch, begleitet mit Noten. Noetzoldt hörte zum ersten Male jiddische Volkslieder in einem evangelischen Pfarrhof in Litauen. Dort waren ,,zwei Kinder mit grossen dunklen Augen und ängstlichen Blicken, ein Junge und ein Mädchen“. Der Hausherr — wahrscheinlich der Pfarrer — schwiege „über deren Herkunft und Schicksal.“ Da hörte Noetzoldt sie singen „an einem Sommernachmittag auf der Bank hinter dem Hause“. Die Sammlung ist eine ausgezeichnete und besteht aus den besten Liedern, die man im „Städtel“ und überall, wo Jiddisch lebendig war, zu singen pflegte. Etwa zwei zwei Millionen sprechen heute Jiddisch, und man kann diese Lieder auch heute noch hören. Bücher von Arthur Schnitzler, Felix Salten, Stefan Zweig, Else Lasker-Schüler, Franz Kafka Max Brod und Nelly Sachs werden wieder in Deutschland gelesen. „Der Jude und sein Judentum“ von Martin Buber (Joseph Melzer Verlag. Köln. 1963, Seiten: 837) ist eine reiche Krupp nicht erwaehnt Essen. — Das Auschwitz- Oratorium „Die Ermittlung* wurde auch in Hessen aufgeführt. Bei dieser Aufführung wurde eine bezeichnende kleine Streichung im Text vorgenommen: Bei der Aufzählung der deutschen Industrieuntemehm ungen die die Auschwitz-Häftlinge als Ar. beitssklaven beschäftigt haben, wurde der Name der essener Firma Krupp gestrichen. Subventionen Hochschulen für Jerusalem. — Im Budgetjahr 1966—67 werden die israelischen Hochschulen grössere Subventionen als in früheren Jahren erhalten Die Hebräische Universität in Jerusalem bekommt 28.7 Mio Pfund, die Universität von Tel Aviv 4 Mio IL und die Bar Il&n-Universftät einen Zuschuss von 2 Mio IL. <ITA> Auswahl von frühen Arbeiten, Reden und Aufsätzen' „von sechs Jahrzehnten“. In Deutschland herrscht Interesse für Israel. Zeitungen bringen Artikel und ausführliche Berichte über den jungen Staat. Deutsche Jugendliche verstehen nicht die Tragödie und suchen in den Schriften über Juden und Israel eine Antwort. „Vom alten zum neuen Israel. Ein Beitrag zur Genese der Judenfrage und des Antisemitismus“ von Dr. Max Klesse (Ner-Tamid Verlag, Frank, furt am Main, 1965, Seiten: 567; DM 32) ist vor allem für die deutsche Jugend bestimmt. Klesses Geschichte des jüdischen Volkes behandelt auch die Katastrophe und die arabisch-israelischen Konflikte, wobei er bestrebt ist, Wege zu zeigen, um einen Schritt näher zur Lösung der schwierigen Fragen zu gelangen. Max Klesse, der zwei Jahre vor dem Erscheinen dieses wichtigen Werkes starb, glaubte, dass Deutschland einen Beitrag zur Verständigung leisten könnte. Die Zahl der deutschen Touristen, die Israel besuchen, wird immer eindrucksvoller. „Israel“, herausgegeben von Jacob M. Landau (Glock und Lutz, Nürnberg, 1963, Seiten: 381), ist ein Reiseführer durch das Land. Nahum Goldmann zitiert in seiner Einleitung eine amerikanische Anthropologin, die Israel mit einem „der interessantesten Laboratorien der heutigen Epoche“ ver. glich. Eine Menge von Büchern über die Geschichte des Nationalsozialismus, über Hitler und Eichmann, über Verbrechen in den Lagern und Ghettis, über die Endlösung, über Deportationen, Prozesse und Erlebnisse wurde in Deutschland veröffentlicht. Joseph Wulf gab allein 17 Dokumentarbücher über die Nazizeit heraus. Auch die jüdische Geschichtsforschung und Wissenschaft, einst ein rühriges Zentrum in Deutschland, ist wieder entstanden. Die zwei Bände „Monumenta Judaica“ über 2.000 Jahre Geschichte und Kultur der Ju¬ LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEY RREDON 2190, 1» izq. - T.E. 83-2613 23. Ijar 5726 13. Mal 1966 den am Rhein und über die Kölner Ausstellung der Dokumente 2M einer Geschichte der Juden in Deutschland sind Nachklänge des jüdischen Schaffens der Vergangenheit. Ferner sind Bücher da über die Bibel, den Talmud, Synagogen, Kunst deutsche Juden heute, über Berlin Nürnberg und andere Städte, wo einst blühende Judengemeinden waren. Ausgerechnet in Deutschland erschien jetzt ein Buch „Gründe für die Einbürgerung der Juden in Grossbritannien und Irland“ von John Toland <W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart, 1965; Seiten: 106) heraus. Johu Toland (1670—1722) hatte, anonym, im Jahre 1714 eine Schrift „Reasons for naturalizing the Jews in Great Britain and Ireland“ veröffentlicht. Er verlangte Toleranz für die Juden gleich „mit allen anderen Nationen“ und verteidigte die „Juden gegen alle vulgären Vorurteile“. Toland beschuldigte das Christentum der „Grausamkeit von Feiglingen“ und durch das Christentum wurden „die Annalen aller europäischer Nationen in übler Weise mit ihrem (jüdischen) Blut befleckt”. Grätz bezeichnete ihn als „einen mutigen Kämpfer gegen das verknöcherte Christentum*. Diese Schrift erschien vor 250 Jahren. Nur zwei Kopien, eine in Dublin (Trinity College) und die andere in New York (Jüdisch-Theologisches Seminar), sind geblieben. Herbert Mainusch auf Anregung vom Institutum Judaicum Delitzschianum, iibersetzte Tolands Arbeit zum ersten Mal ins Deutsche. Seine Einleitung und die 160 Bemerkungen erklären und ergänzen. Was besonders wichtig ist dass auch der englische Text, Seite für Seite, gebracht wird. Herbert Mainusch zitiert Josiah Tucker (1712—1799), Dean von Gloucester der sich für die Juden eingesetzt hatte: „. .. es gibt kein Mittelding zwischen Toleranz und Verfolgung“ Alles ist in Deutschland zu haben — Schriften für jnd gegen die Juden Manche anticemitischeh Bücher sind noch vorsichtig, zweideutig, andere schon offen, eindeutig. nazistisch. „Kein Mittelding zwischen Toleranz und Verfolgung“ — der Satz gilt auch heute. MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 GescEüf te mit der grössten AvswaM SARMiENTO I M7 T E 15 701? 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