Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2166 (6.5.1966)
- Date
- 1966-05-06
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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O OQ o 5 «'*>■= fc 5 E FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 MANA ISRAELITA EL EJEMPLAR en toda la República 15.- Año XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES « BE MAYO DE 1966 N* 2166 PUEYRREDON 2190 1* Uq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Israel ergreift Repressalien SYRER EROEEFNEN FEUER Tel Aviv. — Syrische Artillerie beschoss am vergan genen Wochenende israelische Baumpflanzungen in der Nähe von Mischmar Hajarden. Von den vier Personen, die von den Kugeln getroffen wurden, war ein Mann schwer verwundet. Die Israelis erwiderten das Feuer. Der Schusswechsel dauerte 40 Minuten. ISRAELISCHE MASSNAHMEN Tel Aviv. — Zwei israelisehe Truppeneinheiten über, schritten am vergangenen Freitag nach Mitternacht die transjordanische Grenze und sprengten mehrere Häuser, die, wie man glaubt, als Ausgangspunkt für den kiirzlichen Angriff der El-Fatach- Leute auf israelische Kolonien dienten. Drei israelische Soldaten wurden bei dieser Operation leicht verwundet Die Aktion richtete sich gegen die Ortschaften Kalayat und Nirbeit, in denen die Kommandos der El Fatach Ouartier aufgeschlagen hatten. Die erste israelische Einheit kreuzte den Jordanfluss bei Beit Schaanan und zerstörte vier Häuser in Kalayat, darunter das Haus des Bürgermeisters. Die Truppen konzentrierten ihre Angriffe gegen die Häuser, von deren Bewohnern bekannt ist, dass sie den El-Fatach-Terroriaten geholfen haben. Die zweite Einheit wurde beim Betreten von Nirbeit von transjordanischen Polizisten beschossen, deren Feuer von israelischen Mörsern zum Schweigen gebracht wurde. Es wurde hervorgehoben, dass die Israelis in allen Häusern, gegen die die Strafkommandos vorgingen, zum Verlassen der Gebäude aufforderten, bevor sie diese in die Luft sprengten. In einer Pressekonferenz am darauffolgenden Tage teilte Generalstabschef Jizchak Ra bin mit, dass die Miliz in den Dörfern Widerstand leistete und bei dem Zusammenstoss Verluste zu beklagen hatte. Er fügte hinzu, dass sich die israelischen Soldaten „trotzdem strikt an die ihnen erteilten Anweisungen hielten, die Zivilbevölkerung zu evakuieren und an die Kinder Siissigkeiten zu verteilen-“. Er Detonte. dass Israel nicht den Wunsch hege, die Spannungen zu verschärfen, jedoch verlange, dass Transjordanien wirksame Schritte gegen die El - Fatach - Banden unter, nimmt. Er fügte hinzu, dass Syrien das einzige arabische Land sei, das diese Terrori sten offen unterstützt. Israel hingegen dem Prinzip folge, das Land verantworte h zu halten, von dem aus die Saboteure ihre Ueberfälle un-! ternehmen. Dies verringere! aber keineswegs die Verant- I Wörtlichkeit Syriens. I Das israelische Communi- | qué stellt fest, dass die El- | Fatach-Banden in den letz- I ten drei Wochen zwei Sabo I tageakte im Negew und am . Hebron-Berg verübten und i ausserdem Beit Schaanan im j Galil überfielen. i | ERKLAERUNG! LEVI ESHKOLS i! Tel Aviv. — Ministerpräsident Levi Eshkol erklärte dass die syrischen Behörden für die Sabotageakte der El. Fatach-Leute verantwortlich sind. Er erwähnte die Explosion einer Miné, auf die einige Tage zuvor ein israelischer Militärkraftwagen 10 Kilometer westlich von Massada auffuhr, und äusserte, dass sich zwar die zentrale Operationsbasis dieser rerrororgauisation in Syrien befinde, die Syrer jedoch An. gehörige anderer arabischer Nationen anwerben, um die Einfälle an Israels Grenzen im Norden wie im Süden durchzuführen. Eshkol fügte hinzu, das* Transjordanien, von dessen Territorium aus die Infil tränten in israelisches Gebiet eindringen, seine schon begonnenen Bemühungen zur Vermeidung dieser Zwischen, fälle an der Grenze verstärken muss. NEUER ANGRIFF Tel Aviv. — Syrische Batterien eröffneten wieder Feuer auf israelisches Gebiet im Landesnorden, das eine Fortsetzung der Gewaltakte war, mit denen die vier arabischen Nachbarn Israels seit einer Woche die israelischen Grenzen bedrohen. Die Israelis erwiderten das Feuer. Zuerst schassen die Syrer mit Maschinengewehren, um spä. ter Mörser zu verwenden Der Schusswechsel dauerte eine halbe Stunde. Dann gelang es den UN-Beobachtern, die Einstellung des Feuers zu erwirken. VERTEIDIGUNG DER GRENZEN Vereinte Nationen. — Israel antwortete auf die von Transjordanien dem Sicherheitsrat unterbreitete Be- Verhandlungen mit Bann Jerusalem. — Israel betrachtet das Hilfsangebot, das die westdeutsche Re.- gierung bei den Verhandlungen in Bonn gemacht hat, nicht für schlecht genug, um es abzulehnen, aber auch nicht für gut genug, um es anzunehmen. Dies verlautete jetzt aus sicheren Quellen. Die Frage ist nunmehr Premierminister Eshkol Fl. nanzminister Pincha* Sapir und Aussenminister Eban zur Prüfung vorgelegt worden. (ITA) schwerde, in der Israel der „Aggression“ angeklagt wird, dass in den letzten 17 Monaten 43 Ueberfälle von arabischen Terroristen gegen zivile Ziele in Israel und hier, von 33 Attacken von Transjordanien aus verübt wurden. Der israelische ständige Repräsentant vor den UN, Michael Comay, gab in seinem Schreiben an, dass Israel am vergangenen Freitag eine Strafexpedition gegen zwei arabische Dörfer unter, nahm und sprach sein Bedauern aus, dass seine Regierung zu dieser Massnahme greifen musste. Aber, so fügte er hinzu, „wenn alle Ersuchen und Warnungen nichts nützen, dann sieht sich Israels Regierung ge. zwungen, solche Wege zu beschreiten, um die Sicherheit seiner Bürger und seiner Grenzen zu schützen. (ITA) Gefaengnis für Massenmord... Drei ehemalige SS-Oxfiz!ere. der Hauptmann a. D. Tor. mann, der Hauptmann a. D. Matschke und der Ex-Leutnant Spengler, schuldig befunden im Jahre 1942 in Klinzy in der Sowjetunion an der Ermordung mehrerer hundert Juden — Männer. Frauen und Kinder — aktiv beteiligt gewesen zu sein, wurden von einem Essener Schwurgericht ’-,u Gefängnisstrafen von 3—5 Jahren verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde den Verurteilten angerechnet. Das Ausserordentliche an dieser Bestrafung für Betei. ligung an einem Massenmord an Frauen. Männern und Kindern — die gewiss alle unschuldig waren, vor allem diese Kinder, die Opfer der SS-Unholde wurden — ist nicht die geringfügige Gefängnisstrafe, die ungefähr den Normaltarif für eine mittlere Unterschlagung ausmacht. Das Ausserordentliche ist, dass man in aller Welt die Affäre in 20 Zeilen, und ohne Kommentar, abgehandelt hat In der deutschen Presse, gewiss. Das versteht sich schon eher. Aber ich nabe diese schreckliche Meldung mit ihrem revoltierenden Abschluss in mehr als 50 ausländischen Zeitungen in englischen, in französischen in belgischen. in schweizer und auch in amerikanischen gefunden. Das war eine dürre, sachlich, neutrale Reuter-Mel ¿ung. So wurde sie übernommen. Ohne ein Wort Kommentar. Ohne ein Wort der Kritik. Ohne einen Hinweis auf diese Ungeheuerlichkeit, diese Schreiende Diskrepanz zwischen Schuld und Sühne, zwischen der grauenhaften Tat und einem Richterspruch, der fast zu einer Beschimpfung dieser Kinder wird, die im Bezirk von Klinzy unter den Kugeln der SS gestorben sind und deren Grab niemand kennt... Uebrigens: in einer Nachbarstadt von Essen wurde am gleichen Tag ein Mann wegen Unterschlagungen und Fcheekbetriigereien zu 4% Jahren Zuchthaus verurteilt. Zu Zuchthaus, nicht zu Gefängnis... Sie ist schön, die menschliche Gerechtigkeit! t>1„ KURT KAISER-BiLUETH Waffenembargo für Mittelost? Washington. — Ein hoher Beamter des State Department erklärte es als dringlich, die Lieferungen fortgeschrittener Waffen für den Mittelosten einzuschränken. Er enthüllte, dass die Vereinigten Staaten die Kontakte mit der Sowjetunion fortzusetzen gedenken, um zu einem Abkommen über die Beschränkung der Bewaffnung in diesem Raum zu gelangen. Douglas McArthur, Beigeordneter Staatssekretär für Beziehungen mit dem Parlament, schrieb in einem Brief an den republikanischen Deputierten für New York, Seymour Halpern, dass „trotz bisheriger Ermangelung einer positiven Antwort das State Department absolut die Ansicht teilt, dass wir die mit Sowjetrussland und den anderen interessierten Regierungen aufgenommenen Verbindungen fortsetzen müssen'“. Dem fügt er hinzu: „Ich kann Ihnen versichern, dass wir dies zu tun beabsichtigen. Das Waffenproblem figuriert weiter an er. ster Stelle auf der Liste unserer Sorgen in Nahost. und wir werden uns aller Möglichkeiten bedienen, um eine Lösung herbeizuführen.“ Im weiteren versichert Mc¬ Arthur, es sei das Ziel der USA-Politik, die Form ausfindig zu machen, in der eine Verringerung der Waffenkäufe durch mittelöstlidhe Länder erreicht werden kann, damit die beschränkten Mittel dieser Nationen für den wirtschaftlichen Aufbau verwendet werden können. „In dem Mass, in dem der Hunger nach Waffen wächst, erhöhen sich auch ständig die Kosten für den Bau von Waffenarsenalen und deren Unterhaltung Dieser Umstand macht zusammen mit der steigenden Bedrohung des Friedens durch fortgeschrittene Weifen das Problem immer dringlicher“, schreibt er und weist darauf hin, dass seine Regierung verschiedentlich Kontakte mit den interessierten Ländern aufgenommen hat, „um den Rüstungswettlauf in diesem Gebiet auf einer realen Basis einzuschränken. Ueber dieses Problem haben wir auch mit der Sowjetunion zu einem Ein. vernehmen zu kommen versucht.“ McArthur betonte, dass „das Verhalten der Sowjetunion den Ausschlag dafür gab. dass die USA in den letzten zehn Jahren für mehr als zwei Milliarden Dollar Waffen in den Mittelosten geliefert hat. Bisher hat Moskau leider nicht den echten Wunsch gezeigt, eine Verständigung über den Einhalt des Rüstungswettlaufs zu erzielen.“ Trotzdem erachtet es das State Department für unerlässlich, die Gespräche mit den Russen in dieser Angelegenheit fortzusetzen. (ITA) Hakenkreuze Paris. — Unbekannte Vandalen malten Hakenkreuze und antijüdische Slogans an die Mauern der Synagoge in Lille. Die Behörden ordneten Untersuchungen durch die Polizei an. Hunger und Ueberfluss von JOEL LIEBMAN FRANTZ Zu den üblichen Bildern, die man in der Stadt Kalkutta während der letzten Wochen in steigendem Masse sieht, gehören die Demonstrationen gegen den Hunger- Mehrere tausend Fabrikarbeiter, Angestellte und Hausfrauen protestierten in den Strassen, denn die Hungersnot in weiten Teilen Indiens wird grösser. Die Protestmärsche gegen die katastrophale Lage und die Untätigkeit der Regierung geben aber den Hungernden kein Brot. Allein im Haipur-Distrikt, der sogenannten Reis-Schüssel Indiens, hungern bereits mehr als eine Million fünfhunderttausend Menschen. In ihrer Verzweiflung essen sie Gras, Pflanzen und Abfälle. Aber die indische Regierung hat aus politischen oder sonstigen Gründen eine Hilfeleistung Israels abgelehnt... Zwei Drittel der Menschheit ist vom Hunger bedroht. Die Lage verschärft sich, zumal nichts Grundlegendes geschieht, um sie zu ändern. Dass immer noch genug Brot af Erden für alle Menschenkinder wächst, ist eine Wahrheit geblieben. Aber diejenigen, die eine Lösung des schrecklichen Problems Hunger in der Hand hätten, bleiben untätig; sie unternehmen nichts. Millionen Menschen sterben an Hunger. — Es geht nicht allein um die Frag«, dass ungezählte Millionen Dollar von allen Staaten zur Aufrüstung verwandt werden, also zu Zwecken des gegenseitigen Tötens, um es einmal klar zu sagen. Ja, würden diese Beträge statt dessen für die Einrichtung von Schulen, Krankenhäusern, Volksküchen und zur Bezwingung der Hungersnöte aufgewandt, dann würde vieles anders und besser sein. Aber das ist schon sehr häufig und von allen Seiten gesagt und gefordert worden. Trotzdem geht das Wettrüsten weiter. Jedoch handelt es sich nicht allein darum, dass die Gelder für die Vorbereitung von Kriegen statt für die Besserung der Lebensverhältnisse der Völker genommen werden. Selbst die vorhandenen Lebensmittel werden nicht an Arme und Bedürftige, an Kranke und Hungernde verteilt. Auf einer der nächsten Sitzungen des EWG-Wirtschaftsrates soll eine neue Marktordnung für Obst und Gemässe erörtert werden, die praktisch auf die Vernichtung wertvoller Lebensmittel hinausläuft. Wenn in einem EWG-Land ein festgelegter Richtpreis für Obst und Gemüse um 40 Prozent überschritten wird, soll die Regierung alles aufkaufen, bis der Preis wieder nach oben geht. Die staatlich aufgekauften Mengen von Obst und Gemüse sollen nicht etwa Bedürftigen zugute kommen, sondern vernichtet werden. Kommentare hierzu dürften sich erübrigen. Während Millionen hungern, werden Lebensmittel aus Preisgründen zerstört... Adenauer in Israel Jerusalem. — Der frühere westdeutsche Bundeskanzler, Dr. Konrad Adenauer, weilt zu einem achtägigen Besuch in Israel. Gleichzeitig wurde hier bekannt gegeben, dass die israelische Regierung ihren Unterhändlern in Bonn neue Instruktionen erteilte und sie anwies, mit einer gewissen „Festigkeit“' Israels Position zu wahren. Dr. Adenauer kam nach Israel als Gast der Regierung und des Weizmann-Instituts, das ihm einen Ehrentitel verliehen hat. Bei seiner Ankunft wurde er im Flughafen Ludd von Aussenminister Eban im Namen der Regierung, vom Direktor des 'Weizmann-Instituts Meyer Weisgal, dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Nachum Gold mann, von Dr. Shinnar, Chef der einstigen israelischen Einkaufsmission in Westdeutschland, und dem deutschen Botschaft in Israel, Dr. Rolf Pauls, begriisst. Nach der feierlichen Ueberreichung des Ehrentitels im Weizmann-Institut, bei der Aussenminister Eban, Dr. Goldmann und Meyer Weisgal das Wort ergriffen, legte Dr. Adenauer am Grabe Chaim Weizmanns in Rechowot eine Blumenspende nieder. Das Programm Adenauers in Jerusalem beinhaltete eine Unterredung mit Premierminister Levi Eshkol, eine Audienz beim Präsidenten Salman Shazar und einen Besuch in Jad Waschern zur Ehrung des Andenkens an die 6 Millionen Juden, die von den Nazis ermordet wurden. Ministerpräsident Eshkol veranstaltete ein Bankett zu Ehren Dr. Adenauers. Nach einer Konferenz mit Aussenminister Abba Eban suchte der Gast aus Deutschland die heiligen Stätten der Christen in Israel auf. Einen besonderen Besuch stattete er dem Kibbuz Sde Boker ab, um dort seinen alten Freund Ben Gurion zu sehen. Zwei der Koalition angehörenden Parteien ausser der C'herut boykottierten den Besuch Adenauers, nämlich Mapam und Achdut Awoda. Cherut publizierte in den Zeitungen eine Erklärung in der es hiess, dass Dr. Adenauer „nicht willkommen“ in Israel ist. Tausende von Flugblättern wurden von dem Verband der Ghettokämpfer verteilt, in denen gegen den Besuch protestiert und Dr. Adenauer aufgefordert wird, „zusammen mit dem Wehrmachts . Offizier Pauls und dem Exnazi Török das Land zu verlassen“. Török ist Botschaftsrat der deutschen Botschaft in Israel. (ITA) Impreso en. la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N* 868.707