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Jüdische Wochenschau · 1966-04-15 · 2163 (15.4.1966) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2163 (15.4.1966)
Date
1966-04-15
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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o CO < o FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Ano XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 15 DE ABRIL DE I960 N<> 2163 EL EJEMPLAR en toda la República 15.- PUEVRREDON 2190 1* izq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Hussein und Schukeiri Der Führer des „Befreiungsrates der Araber Palästinas", Achmed Schukeiri. erleidet eine Niederlage nach der anderen. Nachdem die Spitzenkonferenz der arabischen Staatsoberhäupter in Casablanca den grössten Teil seiner Wünsche abgelehnt hatte, hatte Schukeiri seinen Rücktritt erklärt und behauptet die arabischen Staaten wollten zwar über Palästina viel reden, jedoch nichts für die Araber Palästinas tun. Mit vieler Mühe gelang es dem Generalsekrefät der Arabi. sehen Liga, Chassouna, Schukeiri von seinem Rück tritt abzjbringen, und au: dringendes Ersuchen Hassounas begab sich Schukeiri zu einem neuerlichen Vermittlungsbesuch nach Transjordanien. Der Hauptwiderstand gegen Schukeiris Pläne kommt nämlich von König Hussein, der vor allem nicht zulassen will, dass auf seinem Territorium Landeseinwohner fiir die Befreiungsermee Schukeiris mobilisiert werden. Nach den Unterredungen Schukeiris mit den führenden transjordanischen Politikern wurden zuerst nichtssagende Meldungen verbreitet. Nachdem jedoch Schukeiri die transjordanische Grenze überschritten hatte und in Beirut eingetroffen war, gab er offen den Fehlschlag seiner Mission in Amman zu. Er griff die dortige Regierung heftig an. weil sie seinen Forderungen nicht nachgekommen sei. Schukeiri war der Hauptredner auf einer kürzlichen Studenten - Versammlung in Beirut anlässlich des Jahres, tages der Teilungs-Abstimmung der UN-Generalversammlung. Vor den Studen teil berichtete er, das die ,,Machthaber in Amman alle Forderungen ablehnten die Palästinenser zu bewaffnen“ Sie hätten auch praktisch die Tätigkeit seines Befreiungscomites in Transjordanien nicht gestattet. Die transjordanische Regierung reagierte sofort heftig auf Schukeiris Angriffe, und der transjordanische Botschafter legte bei der Regierung des Libanon Protest gegen Schukeiris Auftreten ein. Er forderte, dass der Libanon weitere „Hetzreden“ gegen Transjordanien unterbinden solle Wie in früheren Fällen dieser Art besorgte sich die transjordanische Regierung fiir ihre Palästina-Politik beim Parlament die notwendige Rückendeckung. In Amman fand eine Geheimsitzung ‘-’des Parlaments statt die ausschliesslich der Palä- Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ HAROLD WILSON Englands Premier, versprach nach seinem überraschend hohen Wahlsieg die einstige Grösse Grossbritannens wiederherzustellen. — GENERAL ALFREDO Strössner erklärte die Beziehungen Paraguays zu Brasilien als äusserst gespannt, da der Grenzstreit noch nicht zufriedenstellend beigelegt werden konnte. — INDIRA GANDHI, indischer Ministerpräsident, zeigte sich über ihren Besuch bei Johnson sehr befriedigt — MARSCHALL MALINOWSKY, sowjetischer Verteidigungsminister, erklärte die Russen würden über eine völlig neue Waffe verfügen. — CLEMENTE YEROVI. nach dem Umsturz provisorischer Präsident von Ecuador, kündigte an, dass er eine konstituierende Nationalversammlung einberufen werde — DEM VATIKAN wurde von den polnischen Behörden mitgeteilt, dass ein Besuch des Papstes in Polen jetzt nicht für opportun gehalten werde. — GENERAL RENEE Barrientos, der seine Kandidatur zur Präsidentschaft Boliviens zurückgezogen hatte, soll es eich inzwischen schon wieder anders überlegt haben. — WAEHREND SUKÄ RNO eine Säuberungsaktion gegen Kommunisten anordnet, verlangten Studenten seinen endgültigen Rücktritt. — ENGLISCHE Trupjien werden nicht nach Vietnam geschickt werden. — GENERAL SUHARTO. Indonesiens starker Mann konnte seine Position .endgültig“ festigen. — GENERAL CEVDET SUNAY wurde von der türkischen Nationalversammlung zum Präsidenten des Landes als Nachfolger des im Sterben liegenden General Gurse' ernannt. — CHARLES DE GAULLE kündigte seinen Besuch in Polen an. — RASCHID AREF, Präsient des Irak, teilte die Absetzung von 12 hohen Offizieren mit, die in einen gescheiterten Staatsstreich verwickelt waren. — RUSSLAND lehnte einen neuen amerikanischen Verschlag zur Regelung der Atomwaffen-Abriistung ab. — LEONID BREZHNEV, kommunistischer Parteisekretär, schlug eine Konferenz mti Peking vor. — ANDREI GROMYKO, der russische Aussenminister verlangte, dass die nordamerikanischen Truppen Europa verlassen. — SEIT DEM JAHRE 1950 haben die Nordamerikaner den Betrag von 483,3 Millionen Dollar für „Militärhilfe“ an lateinamerikanische Staaten ausgegeben. — ZWISCHEN THAILAND und Kambodscha kam es m neuen blutigen Grenzstreitigkeiten, — . stinafrage und dem Besuch I Schukeiris gewidmet war. | Transjordanische Amtskreise sorgten dafür, dass Einzelheiten über diese geheime Parlamentssitzung in die i Oeffentlichkeit durchsicker -! ten, und man erfuhr, dass j Ministerpräsident Wasfi El I Tal erklärt hatte, dass „Der Weg zur Befreiung Palästinas lang und schwierig sein werde“. Zum „Trost“ der Radikalen fügte er hinzu, dass auf diesem Wege „viel Blut fliessen würde“ Wasfi El Tal wandte sich dann gegen alle Versuche, eine besondere Befreiungsarmee zu schaffen. Transjordanien gibt 60 Prozent seines Staatshaushalts für militärische Zwecke aus, und diese Tatsache solle von den arabischen Ländern berücksichtigt wer den. Wasfi El Tal rief die arabischen Staaten auf. sich nicht auf leere Schlagworte einzulassen, sondern lieber konkrete Massnahmen zur Entwicklung der arabischen Welt und zugunsten der Palästinenser zu ergreifen. Aufgrund dieser Entwicklung war eine weitere Verschärfung der Beziehungen zwischen Transjordanien und Schukeiri zu erwarten. Da dieses Land als Hauptbasis der Befreiungsorganisation Schukeiri entzogen ist, hat er keine Aussichten, seine. Organisation weiter zu entwickeln, und schon heute steht fest, dass die Meldungen über angebliche „Wahlen zu einer Nationalversammlung“ ein leeres Ge rücht sind. Die Arabische Liga gab sich inzwischen alle Mühe, Schukeiri zu trösten und i ihm in anderer Weise behilfj lieh zu sein. Die Arabische ' Liga beschloss, jedem arabi-! sehen Flüchtling über 18! Jahre eine jährliche Zahlung von 10—20 Cents zugusten des Fonds der Befreiungsorganisation Schukeiris „auf. zuerlegen“. Ferner sollen Kaufleute, Grundbesitzer und Beamte, die Palästinenser sind drei bis sechs Prozent ihres Einkommens hergeben, um die Tätigkeit der Befreiungsorganisation zu fi nanzieren. Jedes Jahr Mitte Mai (zum Andenken an den 14. Mai) soll eine „Palästina. Woche“ stattfinden, es sollen Briefmarken der .Befreiungsorganisation“ gedruckt werden, auf Kinokarten soll eine Sondersteuer erhoben werden. Schukeiri und seine Mitarbeiter akzeptierten natürlich diese Beschlüsse da sie jede Quelle gebrauchen können, aus der Mittel für ihre Organisation fliessen. Zugleich halten sie diese Entscheidungen jedoch für völlig ungenügend, und Schkeiri machte immer wieder deutlich, dass alles von der Aufstellung der Befreiungsarmme und der militärischen Ausbildung der Palästinenser abhänge. In dieser Beziehung stiess er bisher auf ein kon. sequentes „Nein“ seitens Transjordaniens, und unter diesen Umständen sieht er selbst wenig Chancen für die Tätigkeit der von ihm geführten Bewegung. BOYKOTT Washington. — Die Firma Coca Cola bestätigte, dass sie ihr Produkt nicht in Israel verkauft. Sie behauptete jedoch, dieser Entschluss sei nicht auf arabische Boykott - Drohungen sondern auf „kommerzielle“ Gründe zurückzuführen. Informierte Kreise vertreten die Auffassung, dass der enorme Absatz dieses Getränks in Aegypten Libanon und anderen arabischen Ländern die Firma veranlasst haben könnte, die Lieferung von Coca Cola nach Israel einzustellen, um das Risiko eines Verlustes die. ser lukrativen Märkte zu vermeiden. (ITA) Jüdische Kriegs. Veteranen beim Papst Rom. — Während einer Privataudienz, die der Papst dem Kommandanten der Jü. dischen Kriegs - Veteranen, Milton Waldor und dessen Gattin gewährte, betonte Paul VI., dass die Katholisehe Kirche um die Rechte aller Religionen besorgt sei. Er empfing seine Besucher aus Nordamerika in seiner Bibliothek und versicherte auch, dass er weiter um die Durchsetzung der Beschlüsse des Oekumenischen Konzils bemüht und sein Augenmerk auf das Verständnis und die Einigkeit unter den Religionen gerichtet sei. Waldor über brachte dem Papst die Grüsse seines Verbandes, welcher die päpstliche Sorge um den Frieden in der Welt zu würdigen wisse. Der Papst sprach den Wunsch aus, dass die Jüdischen Kriegs Veteranen ihrer, seits nicht erlahmen sollten für den Frieden zu wirken umsomehr als sie selbst die Schrecken des Krieges Kennengelernt hätten. Er erwähnte auch, dass er schon früher den Besuch zweier anderer Kommandanten Kein Problem Den Haag. — Der sowjetische Minister Teogarinow lehnte den Empfang einer Eingabe ab, die von 3.600 Professoren und Studenten unterschrieben war und eine menschlichere Behandlung der russischen Juden verlangte. Ein Sprecher der Sowjet-Botschaft erklärte der Delegation, dass es „kein Problem der russischen Juden gibt“. (ITA) PRO FRAU 17» MARK So steht es Schwarz auf Weiss in einem Brief, den der IG Farben-Konzern an den Kommandanten des KZ Auschwitz richtete: „Wir erhielten Ihre Antwort, jedoch erscheint uns der Preis von RM 200 pro Frau zu hoch Wusch lagen vor, nicht mehr als RM 170 pro Kopf zu zahlen Wenn Ihnen das annehmbar erscheint werden wir Besitz von den Frauen ergreifen. Wir brauchen ungefähr 150 Frauen.“ — Wozu brauchte der IG-Farben-Konzern die weiblichen Häftlinge des KZ? Auch darüber gibt ein Schreiben des Konzerns an den KZ-Kommandanten Auskunft: bezüglich des Vorhabens von Experimenten mit einem neuen Schlafmittel“. Und was wurde aus den Frauen? Hier eine weitere Korrespondenz: „Die Versuche wurden gemacht. Alle Personen starben. Wri werden uns bezüglich einer neuen Sendung bald mit Ihnen in Verbindung setzen.“ — Diese erschütternden Dokumente legte jetzt das Mitglied des Comités der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR, Bruno Baum, in Frankfurt/Main der Oeffentlichkeit vor. Baum war als Zeuge im zweiten Auschwitz-Prozess gelalen. Er war nämlich in jener schrecklichen Zeit KZ- Häftling in Auschwitz. — In seiner Zeugenaussage schon hatte Bruno Baum betont: Die Hintermänner der angeklagten SS-Verbrecher waren die Herren der IG Farben. In einer Pressekonferenz, in der Baum die oben zitierten Dokumente vorlegte, erhärtete er seine Vorwürfe. Das Erschreckende: In diesen Dokumenten finden sich immer wieder Namen von Per« sonen. die heute einflussreiche Positionen in unserer Chemiewirtschaft innehaben: Dr. Ambros — heute stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Süddeutschen Kalkstickstoffwerke AG; Dr. Eisfeld — heute Vorstandsmitglied der Dynamit AG Troisdorf; Max Faust — heute bei der Keram-Chemie im Westerwald; ter Meer — heute Ehrenvorsitzender des Vorstands der Bayer AG; Walther Dürrfeld — heute Vorstandsmitglied der bundeseigenen Scholven-Chemie AG, Gelsenkirchen-Buer. Auch der Budapester Historiker Oskar Bethlen, der im KZ Auschwitz-Monowitz Häftlingsschreiber war, sagte in Frankfurt aus, dass er Dürrfeld mehrmals auf dem Gelände des Buna-Werkes und in dem der SS vorbehaltenen Teil des Lagers Monowitz gesehen hat. Und Bruno Baum sagte aus: „Wenn Herr Dürrfeld im Lager erschien, dann I folgten immer Selektionen.“ — Selektion, das bedeutete,! dass die nicht mehr arbeitsfähigen Häftlinge für den Gasj tod ausgesondert wurden. In der Bundesrepublik lernt jeder Polizeischüler, dass nicht nur der gedungene Mörder, sondern auch sein Auftraggeber der Strafe nicht entgehen darf. Wann endlich kommen die Hintermänner von Auschwitz vor den Richter? (Aus einer deutschen Zeitung) Neue Spannungen INDIEN UND ISRAEL New Delhi. — Der indische Aussenminister Swaran Sing bestätigte im Parlament, dass Indien weiterhin seinen negativen Standpunkt behauptet und Israel nicht diplomatisch anerkennen wird Er erklärte, dass Indien die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel und Ostdeutschland nicht ins Auge fasst da kein Wandel eingetre. ten sei, der eine Ueberprüfung der indischen Haltung zu diesen beiden Ländern rechtfertigen würde. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 868.707 Jerusalem. — Während die Haltung der israelischen Regierung angesichts der Ankündigung aus Washington, moderne Jet-Flugzeuge an Transjordanien zu liefern, in der Mitteilung bestand, dass Israel weiterhin bemüht bleiben wird, das Rüstungsgleich, gewicht im Mittelosten zu wahren, drückten sich halboffizielle Kreise offener aus und gaben zu, dass ein neuer Spannungsfaktor im Nahostraum aufgetaucht ist. So schrieb die „Jerusalem Post“ in einem Leitartikel auf der ersten Seite, die Spannungen würden sich mehren, „obwohl die Flugzeuge noch nicht zur Uebergabe bereit sind und ihre Zahl nicht sehr erheblich ist, und obwohl Transjordanien noch keine bekannten Pläne zum Angriff gegen Israel besitzt und Israel sich gegen Luftangriffe zu verteidigen imstande ist und die israelische Regie rung wiederholt erklärt hat, sie werde sich gegen jedwede Erschütterung des Rüstungsgleichgewichts durch neue Waffenkäufe zu schützen wissen“. Der Leitartikler unterstreicht, dass „irgendeine Verstärkung der arabischen Kriegsmaschinerie die Lust zu einem Ueberfall auf Israel anfachen kann.“ Obzwar die offenen ägyptischen Drohun gen gegen Transjordanien in letzter Zeit nicht schwächer geworden sind, so verfüge Aegypten heute in so reichlichem Mass über sowjetische Waffen und eine so grosse Zahl von in den USA ausgebildeten Kampfpiloten, dass die ägyptischen „Starfighter“ bei einer eventuellen kriegerischen Aktion gegen Transjordanien auch die israelischen Grenzen bedrohen könnten, da Tel Aviv nur wenige Flugminuten entfernt liegt und keine „Barriere“ vorhanden ist wie z. B. die Sinai-Wüste, die zwischen Aegypten und Israel liegt. MELDUN« AUS BEIiWUl London. — Der USA-Vertrag mit Transjordanien steht die Lieferung „einer beschränkten Zahl von Kampfflugzeugen und zwar den Verkauf zweier Geschwader von 24 Apparaten der Ueberschall-Jets F-104“, vor wie „Financial Times“' aus Beirut meldete. Die vor kurzem erfolgte Bestätigung des Abkommens durch das nordamerikanische State Department hatte weder den Typ der Flugzeuge noch ihre Zahl verlautbart. Andere aus Kairo empfangene Nachrichten besagen, •lass die bestinformierte Zeitung Aegyptens „El Achram“ ihre „unwillige Ueberraschung“ über den von Washington angekündigten Vertrag mit Transjordanien ausdrückt und schreibt, dass dieser „nur einen Vorwand für einen amerikanischen Waffenpakt mit Israel darstellt“. (ITA)

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