Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2160 (18.3.1966)
- Date
- 1966-03-18
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9615320-9615411--4293-9615416- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viertle«, 18 de Marnt de 1966 SEMAN4 ISRAELITA Año XXVII. — Nt- 2160 U Bonn und Jerusalem Portraet der Woche Bonn. Die erste Phase der deutsch - israelischen Verhandlungen über Wirtschafts- : hilfe tiir Israel wurde mit einem Communiqué beendet, I in dem es heisst, dass die - Unterhändler eine Basis gefunden haben, auf der ein solches Abkommen geschlos- ' sen werden könnte. Die Gespräche die im bonner Aussenminisferium statt- ' fanden, begannen vor nunmehr zwei Wochen. Das Communiqué besagt, dass die Aussprache „freimütig und offen“ geführt wurde und dass die Partner den jetzigen Stand der ökonomischen Beziehungen zwischen beiden Lä ndern einer eingehenden Prüfung unterzogen. Einzelheiten über Mengen und Fristen der Israel von Westdeutschland versprochenen Hilfe sollen in einer späteren Etappe der Verhandlungen festgesetzt werden, wie in diesem Communiqué abschliessend bekannt gegeben wurde. KOMMENTAR AUS PARIS Paris. — Der bonner Korrespondent der Zeitung „Le Monde“ berichtete über die W'irtschafts - Verhandlungen, die die Deutschen und Israelis in Bonn aufgenommen haben. Seiner Ansicht schlossen und wünscht, Israel ebenso wie andere in der Entwicklung befindliche Län. der zu behandeln. „Daher soll nach Auffassung Schröders die Israel zu gewährende Hilfe nicht ein Maximum übersteigen, das mit seiner Bevölkerungszahl und seinen Naturschätzen im Einklang steht. Es wurde von einer Summe von 70 bis 80 Millionen Mark gesprochen. Dieser Betrag erschien der israelischen Delegation, an deren Spitze Botschafter Ascher Ben Nathan steht als ungenügend. Die Israelis hat, ten zumindest 200 Millionen Mark erwartet. Aus diesem Grunde hat es Israel vorgezogen, die Fortsetzung der Verhandlungen aufzuschieben, weil es von seinem Recht überzeugt ist, auf die deutsche Bundesregierung einen moralischen Druck ausüben zu dürfen.“ (ITA) „NEW YORK TIMES“ SCHREIBT New York. — Die „New York Times“ veröffentlichte einen Bericht ihres bonner Korrespondenten, der schreibt, dass die kürzlich zwischen der Bundesrepublik und Israel hergestellten diplomatischen Beziehungen mit der Unterbrechung der Ver- Fruchfbare Gespraeche i Paris. — Zwi Dinstein, Israels Vizeminister für Verteidigung, konferierte mit dem französischen Heeresminister Pierre Messmer. Die Unterhaltung währe 90 Minuten und zwar äusserst freundschaftlich. Dinstein, der von Admiral Limon einem Vertreter des israelischen Verteidigungsministeriums begleitet war, traf auch mit mehreren Direktoren der französischen Flugzeugfabriken zusammen (ITA) Israels Bevölkerung Jerusalem. — Gegen Ende Dezember des vergangenen Jahres betrug die Bevölke. rungsziffer Israels 2.599 000. Davon waren 2.299.000 Juden und 300.000 Nichtjuden. _ Die israelische Bevölkerung nahm 1965 um 2.9 Prozent zu, also um ein Prozent weniger als in 1964. (ITA) Israels Landwirtschaft Jerusalem. — Nach Aussagen israelischer Fachleute kann die Landwirtschaft Israels, die vor 12 Jahren noch vieler lebensnotwendiger Agrarprolukte ermangelte heute mehr Lebensmittel nerstellen als für den Konsum im Lande notwendig sind. Würde inan die natürliche Entwicklung der israelischen Landwirtschaft gestatten, so urteilen diese Experten, dann würde das Land in naher Zukunft einige Millionen mehr Konsumenten für die Erzeugnisse seiner Landwirtschaft benötigen. Da jedoch diese Millionen nicht in Sicht sind so wird man die Agrarproduktion einschränken müssen. (ITA > nach hat der bundesdeutsche! handlungen über die zukünf- Aussenminister Schröder die Unterbrechung der Unterhandlungen als eine pause hinzustellen versucht, während es sich in Wirklichkeit um einen vorläufigen Abbruch der Verhandlungen handelt, wie „Le Monde“ be. hauptet. „Tatsächlich haben nach der Anerkennung Israels zehn arabische Länder ihre diplomatischen Beziehungen mit der Deutschen Bundesrepublik gekündigt“, schreibt der Korrespondent, „und Deutschland fürchtet neue derartige Manifestationen. Schröder kämpft darum, eine Norm für die Beziehungen mit dem Staat Israel zu finden. Nachdem die Bundesrepublik aufgrund des Reparationsabkommens dreienhalb Milliarden Mark gezahlt hat und nach dem geheimen militärischen Uebereinkommen zwischen Adenauer und Ben Gurion im Jahre 1960 lehnt Schröder es ab. eine | deutsche Schuld anzuerkentige deutsche Wirtschaftshilfe für Israel an einem Schei. dewege angelaugt sind. Ein erfolgreicher Abschluss könnte viel dazu beitragen, alte Wunden in den Beziehungen zwischen beiden Ländern zu schliessen. Ein Scheitern würde einen schweren Schatten auf ihre diplomatischen Beziehungen werfen, so meint er. Er vermeldet, dass die Gespräche in einer leicht von Animosität gefärbten Atmosphäre stattfanden und es den Parteien nicht gelang, sich über eine Basis für Form und Inhalt der deutsehen Hilfe für Israel zu einigen, so dass die Verhandlungen einen Monat vertagt wurden. „Aber können die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland überhaupt normal sein?“, fragt der Artikelschreiber. „Dies ist der Punkt, an dem die Auffassungen der Unterhändler auseinander gehen. Westdeutschland hat anerkannt. NACHTJl GOLDMANN, Präsident der Zionistischen Weltorganisation und des Jüdischen Weltkongresses, berief für August die 5. Weltkonferenz des JWK nach Brüssel. Zusammenarbeit mit Bolivien nen. die moralisch wäre. Er t Israel gegenüber eine Verbetrachtet den Fall als abgepflichtung zu haben, und ist Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU“ in TEL AVIV. POB 3002, ISRAEL Dr. E. J. GOERLICH (Wien): RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener Roman aus der Nazizeit. — Kart. $ 5.—. Frof. Dr. HARRY ZOHN (Waltham>: Wiener Juden in der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen $ 3.50. ZEITSCHRIFT FUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. Abonnement nur ganzjährig $ 8.50. DEMNAECHST ERSCHEINT: HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Das Standardwerk der jüdischen Geschichte Wiens. Hunderte Illustrationen. Ermässigter Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 35.— IN VORBEREITUNG: „HISTORY OF THE JEWS IN AUSTRIA“ Ein Jahrbuch in deutscher und englischer Sprache. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. Er. scheint in zwei Bänden. I. Band Böhmen, Mähren und Schlesien. — Jl. Band Slowakei und Karpatorus. <*h* sf* . ,. Alle diese Publikationen erscheinen im Rahmen des im Entstehen begriffenen CHAJES-INSTITUTS Tel Aviv. — Joaquin Zenteno, der Aussenminister Boliviens, weilte fünf Tage in Israel zu Besuch und führte in dieser Zeit eingehende Gespräche mit hohen israelisehen Staatsbeamten. Bei seiner Abreise äusserte er: „Israel ist ein Land, in dem , oder hart gearbeitet aber auch et- 1 was geschafft wird. Dies ist eine Lektion, die die Bolivianer gern lernen würden.“ — GEMEINSAMES; COMMUNIQUE! Tel Aviv. — Die Bewegung zur Befreiung der Völker \ muss vorangetrieben wer. | den, die entwickelten Länder müssen den im Aufbau befindlichen Ländern grössere Hilfe leisten, und die Reicht ümer der Welt sollen gerechter verteilt werden, so heisst es in einem bolivia- : : nischisraelischen Commun- I que, das von dem boliviani-; sehen Aussenminister, Joaquin Zenteno Anaya und seinem israelischen Kollegen 1 Abba Eban gemeinsam herausgegeben wurde. Ferner wird hierin jedwede religiöse bereit, Wirtschaftshilfe zu leisten. Aber Bonn will auch seine Beziehungen mit Israel ...... .normalisieren“. Es will wirt-! drittens rassische Diskrimination streng verurteilt und die Forderung ausgesprochen, dass Konflikte zwischen einzelnen Ländern durch direkte friedlichen Verhandlungen, die die Unabhängigkeit und Souveränität aller Völker achten, gelöst werden sollen. In dem Communiqué wird auch erklärt, dass Bolivien seine Beziehungen zu Israel zu erweitern wünscht und dies hauptsächlich auf drei Gebieten. In erster Reihe möchte Bolivien grössere technische Hilfe von Israel erhalten. Zweitens sollen die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern enger gestaltet werden, und wird die Ankurbeschaftliche Hilfe geben, doch nur in dem Ranmen, in dem es andern Völkern hilft. Dieser Gesichtspunkt bedeutet eine Beschränkung der Höchstsumme, die die deutsche Regierung zu geben gewillt ist, und zugleich eine Begrenzung ihrer Hilfe für Sonderprojekte. Dieses Verlangen der Deutschen, so heisst es weiter, entspringt dem Wunsch, die lung der kommerziellen Beziehungen vorgesehen. KEINE ZEIT Tel Aviv. — Der bolivianische Aussenminister Joaquin Zenteno Anava empfing vor seiner Abreise aus Israel in Tel Aviv dig Pressvertreter. Er unterstrich in seinen Ausführungen die Wichtigkeit für sein Land, Nahal-Einheiten aufzustellen deren Araber nicht zu brüskieren, | Mitglieder gleichzeitig Land die behaupten, dass Israel die deutschen Gelder für Waffenkäufe benutzen will. Bonn hofft aber, in naher Zukunft die Beziehungen mit den Arabern wieder aufzunehmen, die diese im Mai 1965 abgebrochen haben. Als wichtigsten Faktor für die Hartnäckigkeit der Deutschen bezeichnet dieser Be. obachter jedoch den Umstand, dass Deutschland nicht mehr zu Reparationszahlungen an Israel verpflichtet ist. (ITA) wirte und Soldaten sind und deren Ausbildung Israelis übernehmen müssten. Eh gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieses Programm in grösserem Masstab zur Verwirklichung kommen würde. Boliviens Aussenminister erklärte auch in dieser Pressekonferenz, dass er eingeladen worden sei, die Vereinigt Arabische Republik zu besuchen, es ihm aus Zeitmangel jedoch unmöglich wäre, dieser Aufforderung zu folgen. Oesterreichische Nazis psris _ vor kurzem wurde in Paris die folgende Resolution angenommen: „Die Europäische Exekutive des Jüdischen Weltkongresses ist über die antisemitischen Ausbrüche in Oe- ' sterreich besorgt die ein Beweis dafür sind, dass ein | erheblicher Teil der Bevölkerung noch immer von dem i Ungeist des Nazismus und Antisemitismus vergiftet ist. . Sie verweist daher mit ernstlicher Beunruhigung auf die 1 skandalösen antijüdischen Demonstrationen in einem kiirzlichen Prozess gegen zwei Naziverbrecher in Salz- 1 Vurg, deren Urheber der Verteidiger der Angeklagten war,; der sich des alten nazistischen Schlagwortes von der ,.jü- 1 disohen Verschwörung“ bediente und auf den vom Ge- : rieht ergangenen Freispruch der Angeklagten, obwohl eindeutige Beweise für ihre Teilnahme an der Fhmordung von Einzelpersonen und Massentötungen Vorlagen. Die Exekutive des JWK sieht ferner mit Schrecken den Gebrauch verleumderischer antisemitischer Behauptun- 1 gen, die in der Kampagne zu den österreichischen Parlamentswahlen aufgestellt werden, die Freisprüche und leichten Strafen für Naziverbrecher an österreichischen; Gerichten sowie die Verbreitung antisemitischer und na- , zistischer Lehren an den Universitäten. Diese Zustände sind nicht nur Gegenstand tiefer Besorgnis für die Juden in der ganzen Welt. Sie beunruhigen auch alle die Menj sehen, die sich der trüben Vergangenheit eines Teils des österreichischen Volkes in der Nazizeit und seiner nefoi rischen Anfälligkeit für das Gift des Antisemitismus er- I innern.“ Die österreichische Bundesregierung wird aufgefordert, in Erfüllung ihrer im Staatsvertrag vom 15. Mai 1 1955' eingegangenen Verpflichtungen energische und wirksame Massnahmen gegen die antisemitische Bedrohung zu ergreifen, um die Spuren des Nazismus aus dem politischen und kulturellen Leben Oesterreichs zu tilgen und jegliche nazistische und militaristische Propaganda und i ihre Verbreitung zu verhüten. Dieser Appell zur Unterdrückung des Antisemitismus besonders in Oesterre ch und Westdeutschland erging auf der Sitzung der Euro-; päischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses, die am 5 und 6. März in Paris tagte, und an der Delegierte aus Westdeutschland, der Schweiz Italien, Holland und England teilnahmen und über die Lage der Judenheiten in j ihren Länder berichteten. Lord Sieff, der Vorsitzende der Exekutive, warnte vor der Zunahme der antisemitischen Umtriebe. „Es sind Gründe vorhanden“, erklärte er, „zu galuben. dass der Antisemitismus von Agenten Nässere geschürt wird, der einen | Feldzug gegen Israel ins Werk setzt, bei dem er nicht de- . vor zurückschreckt, die Sicherheit und Ruhe der jüdischen j Gemeinden in aller Welt zu bedrohen.“! Die Worte Lord Sieffs wurden durch einen Bericht von Dr. Stephen Roth aus London, des amtierenden Direktors der Europääischen Sektion des JWk noch unterstrichen. Dr. Rotli verwies auf zahlreiche Beispiele antisemitischer i Zwüschenfälle in Westdeutschland und Oesterreich und die antijüdische Agitation der Araber in Lateinamerika. .Die | wahre Gefahr besteht darin“, fügte erhinzu, „dass die deutsche Einstellung sich wandelt. Das Bewusstsein der Ver- 1 gangenheit wird schwächer, und die Achtung vor den aus I der Hitlerzeit resultierenden Verpflichtungen geringer. Dies kommt in der gegenwärtigen Haltung der Deutschen bei den Verhandlungen mit Israel zum Ausdruck, in der Verlangsamung der Entschädigungszahlungen an die Naziopfer und der von grossen Teilen der deutschen Bevölkerung gezeigten Abneigung gegen die Kriegsverbrecherprozesse und die von den Gerichten gefällten Urteile.“ (ITA) JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 •»it*.-.** BLANCO ENCALADA 1646 DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenby Rd. — TEL AVIV — P.O.B. 4444