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Jüdische Wochenschau · 1966-01-21 · 2152 (21.1.1966) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2152 (21.1.1966)
Date
1966-01-21
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Vtarne*«, 21 * E"«*© * 8EMAN4 ISRAELI TA Die Stadt Jerusalem Solange Jerusalem besteht hat es in dieser Gebirgsstadt ein Wasserproblem gegeben _ viele Jahrtausende hindurch — bis Anfang der sechziger Jahre des gegenwärtigen Jahrhunderts, als endlich die jüdische Stadtverwaltung mit diesem ewigen Problem fertig geworden ist. Während der letzten Jahre nimmt Jerusalem eine geradezu beneidenswerte Stellung unter den Städten Israels ein, in allem was die Wasserversorgung anbetrifft. Während es in Tel Aviv und Haifa gelegentlich während der schweren Sommerchamsine zu einem Wassermangel kommt, wissen die Einwohner Jerusalems schon seit über vier Jahren nicht, was Wassermangel ist. Bürgermeister Mordechai Iseh Schalom, der auf diese Tatsache kürzlich im Rahmen eines Vortrages hinwies den er im neu erbauten jerusalemer „Bet Hamehandes“ unter der Aegide des Ingenieurs- und Architekten- Klubs hielt, betonte, dass von allen städtischen elementaren Dienstleistungen dem Wasserproblem gleich von Anfang an das grösste Augenmerk zugewandt wurde. SIE WASCHEN SICH MEHR Die Einwohner der Hauptstadt haben sich im Laufe der Zeit nicht nur zahlenmässig vermehrt, und zwar mit einer Zuwachsrate von ca. 6.000 Personen pro Jahr, sondern sie haben sich auch dank des steigenden Lebensstandards Hygiene fördernde Lebensgewohnheiten zugeeignet. Sie verbrauchen für körperliche Reinlichkeit, Wäschewaschen und Gartenkultur mehr Wasser. Im Jahre 1950 verbrauchten sie nur 1,5 Millionen cbm, 1956 waren es bereits 6 Millionen cbm, und nunmehr hat sich dieser Bedarf auf 12 Millionen cbm pro Jahr verdoppelt. Diese Errungenschaft verdanken sie unter anderem auch dem Zu einem aktuellen Thema: Soeben erschienen im Editorial Candelabro DAGOBERT RUNES: EL JUDIO y LA CRUZ Erhältlich in allen gu. ten Buchhandlungen von HA IM MASS Umstand, dass sowohl im Jerusalemer Korridor wie auch innerhalb des Stadtgebiets selbst neue Wasserquellen erschlossen werden konnten Die früheren, unzulänglichen Rohrleitungen wurden grösstenteils durch neue und grössere ersetzt. Das Wasserproblem ist jedoch trotzdem noch nicht endgültig gelöst. Da die Wasserexperten jeweils vorplanen müssen, stehen sie jetzt vor der Notwendigkeit, für einen Jahresbedarf von 15 bis 18 cbm vorzusorgen, während schon jetzt die Zufuhrquellen erschöpft zu sein scheinen. Wenn dies nicht technisch durchführbar sein sollte, mag sich in absehbarer Zukunft wieder ein gewisser Wassermangel bemerkbar machen, so warnte der Bürgermeister ARMSELIGES ERBE Jerusalem zählte bis vor kurzem 190.000 Einwohner, und diese Zahl dürfte sich heute auf 200.000 gesteigert haben. Den zweiten Platz auf der Prioritätsliste der Dienstlei. stungen nimmt das Erziehungswesen ein. Als die Stadtverwaltung unmittelbar nach der Staatsgründung das bestehende Schulnetz der Stockholm ehrte Tucholsky Es ist über dreissig Jahre her, dass Kurt Tucholsky, erst 45 Jahre alt, in Schweden freiwillig aus dem Leben ging. Der Todestag des Schriftstellers, der, 30 Jahre nach seinem tragischen Ende, fast populärer als zu Lebenszeiten ist und dessen Werke in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, ist leider fastunbeachtet geblieben, abgesehen von der rühmlichen Ausnahme, die Stockholm, Hauptstadt seiner Wahlheimat der letzten Lebensjahre, der Welt geboten hat. Die königliche Bibliothek in Stockholm hat in einer mit Liebe zusammengestellten Ausstellung Gegenstände aus dem Besitz des ,,tragischen Humoristen“ gezeigt, sowie eine grosse Amzahl von Uebersetzungen seiner Werke ins Schwedische. Besonders interessant in dieser Erinnerungsausstellung an einen Dichter „mit Schnauze und Herz“ waren eine Kollektion von Manuskripten Tucholskys, sowie eine grosse Anzahl von handschriftlichen Briefen des zu früh Verstorbenen, eines der Opfer der blutigen Tyrannei, das den Millionen seiner Leidensgenossen in den Tod vorausging. „Freiwillig“, gewiss, und doch, wie sehr gezwungen—! K. K. B. JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73 II48 BLANCO ENCALADA 1646 Mandats - Verwaltung übernahm, standen ihr nicht mehr als 300 Klassenräume in ihrem Zweck kaum entsprechenden Schulgebäuden zur Verfügung. Heute gibt es in der Hauptstadt 36.000 Volksschüler und Zöglinge städtischer Kindergärten, die vielen Tausende von Mittelschülern gar nicht hinzugerechnet. Die Hälfte der gegenwärtig vorhandenen 1.000 Klassenräume wurde im Laufe der letzten sechs Jahre errichtet. Der Bau eines Klassenzimmers kostet derzeit mit allen Zubehören 50.000 IL. Ein Faktor, der die Bauspesen besonders verteuert, ist der Umstand, dass Jerusalem — im Gegensatz zu Tel Aviv — fast gar keine Bauplätze von ihrer Vorgängerin zur Zeit des Mandats „geerbt“ hatte. Die Stadt Jerusalem muss oft für ein Terrain von einem Dunam, das für den Bau einer Schule erforderlich ist, nicht weniger als 150.000 IL bezahlen Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Stadt bei dem Erwerb von Baugeländen eine 25prozentige Ermässigung erhält, sind diese Auslagen für den Bau von Schulen eine unerträgliche Belastung. Schulen müssen nolens volens inmitten dichtbesiedelter Wohngegenden errichtet werden, da sie ja der Bevölkerung solcher Wohnbezirke dienen. Man kann also keine Schulen in der Stadtumgebung bauen, wo die Bodenpreise natürlich billiger wären. Dazu kommt noch, dass die Stadtverwaltung ihre eigenen Baugesetze respektieren muss, die vorschreiben, dass jeder Bau in der Innenstadt Aussenwände aus Natur¬ oder Kunststein haben soll Auch erfordert das kalte Gebirgsklima, jeden Neubau mit Zentralheizung auszustatien was die Baukosten ebenfalls verteuert. KEINE ABWANDERUNG Die Entwicklung Jerusalems war im Laufe der Jahre seit der Staatsgründung rascher und umfangreicher, als die von Tel Aviv und Haifa, trotzdem das wirtschaftliche Potential der Küstenstädte dem der Hauptstadt überlegen ist. Doch auch die Wirtschaftslage hat sich — besonders in den letzten 4 bis 5 Jahren — bedeutend gebessert. Zeugnis dafür ist die Tatsache, dass die früher ansehnliche Abwanderung aus Jerusalem in die Küstenstädte im Laufe der letzten zwei Jahre fast gänzlich aufgeibört hat. DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Mtafcy Rd. — TEL AVIV — P.O.B. 4444 Erhoehupgen Jerusalem. — Die Lebenskosten betrugen zu Ende des Monats Dezember 110,1 in Israel. Dies bedeutet einen Er. höbung der an alle in Israel organisierten Arbeiter gezahlten Löhne und Gehälter, die je nach Entlohnung zwischen 29 und 52 IL beträgt. — (ITA) Machtkampf ist ein Dauerzustand in Syrien. Politische Gruppen und Grüppc-.ben, Offizierskrei.se, religiöse Sekten. Familien-Clans — alle nehmen an dem Spiel um die Macht teil, paktieren miteinander oder konspirieren gegeneinander. Wer heute im Gefängnis sitzt, kann morgen Minister sein, und die Kandidaten für Botschafterposten rekrutieren sich aus Persönlichkeiten, die der jeweilige „starke Mann“ lieber ausserhalb der Landesgrenzen wissen möchte. Kürzlich war wieder eine Runde in dem syrischen Ringelspiel der Macht zu Ende. Staatschef General Hafez konnte seine Position in der Armee und der Baath- Partei wahren, während Akhram Hourani, der Führer des linken Baath-Flügels, mit seinen Anhängern ins Gefängnis wanderte. Hourani kennt die Salons der syrischen Machthaber genauso gut wie die Zellen der syrischen Gefängnisse. Einst war er mächtiger Baafh- Führer und Befürworter der Vereinigung Aegyptens und Syriens. Für seine Dienste belohnte ihn Nasser mit dem Posten des Vizepräsidenten der VAR Dann aber musste Hourani feststellen, dass Syrien zu einer ägyptischen Kolonie mit einem ägyptischen „Vizekönig“ in der Person Marschall Amrs wurde. nicht er sondern Geheimdienstchef Saradj Sy rien beherrschte, und von da an verwandelte er sich in einen Gegner Nassers und der VAR, bei deren Auf- Einwanderer aus Brasilien Rio de Janeiro. — Mit dem ZIM-Schiff „Theodor Herzl“ fuhren 56 brasilianische Juden nach Israel, um sich dort nietierzulassen. Verschiedene dieser Einwanderer waren aus Israel nach Brasilien zurückgekehrt, weil sie Schwierigkeiten bei ihrer Eingliederung hatten. (ITA) Hungerstreik Tel Aviv. — Die Gefängnisleitung in Ramie verbrachte einen Mann in eine Einzelzelle, der einen Hungerstreik begonnen hatte, weil seine Strafe von den zuständigen Behörden nicht wegen seiner guten Führung aufgehoben wurde. Der Gefangene ist als der „dritte Mann“ in der Lavon-Affäre bekannt. Seine Identität ist ebenso ein Sicherheitsgeheimnis wie die Einzelheiten der sogen. Sicherheitstragödie aus dem Jahre 1954. die sich später zur Lavon-Affäre auswuchs. Der Häftling hatte seinerzeit Vorwürfe gegen La von erhoben, die er später zurücknahm. Er war 1957 zu zehn Jahren Gefängins verurteilt worden. <1TA) Arie XXVII. — N« 2152 in Ungnade lösung er eine wichtige Rolle spielte. Seit Syrien wieder ein selbständiger Staat ist, war Hourani abwechselnd vom Minister zum Häftling, Exulanten oder Gefangenen ucter Hausarrest. Nun befand er sich wieder einmal im Gefängnis, der „Konspiration mit einer fremden Macht“ beschuldigt, wobei die Ansichten der politischen Beobachter in Beirut darüber auseinandergehen, ob diese „fremde Macht“ Westdeutschland oder die Sowjetunion ist. Der eigentliche Grund für die Kaltstellung Houranis liegt aber darin, dass er als konsequenter Nasser-Feind mit einer Entschiedenheit die in Casablanca vorgenommene Versöhnung zwischen Hafez und Nasser bekämpfte, die in dem „Solidaritätsvertrag“ gipfelte, war ist Hafe weit davon entfernt, einer Wiedervereinigung Syriens mit Aegypten das Wort zu reden, aber er wünscht den Waffenstillstand mit Kairo, um ihn zur Festigung seiner Position in der Partei und der Armee zu nützen. Hafez fiel es umso leichter Hourani der Versöhnung mit Nasser zu opfern, als er sich auch aussenpolitisch für einen anderen Kurs einsetzte, als Hourani es tat. Der offizielle Kurs in Syrien geht auf Annäherung an Peking, während Hourani eher eine Zusammenarbeit mit Moskau empfahl. Aber Hafez ist seiner Herrschaft im Staate keineswegs sicher, seine Politik der Annäherung an Kairo ist in einflussreichen Kreisen hoher Offiziere und Politiker auf energischen Widerstand gestossen. Für die Politik der Freundschaft setzen sich der ehemalige Ministerpräsident Sallah el-Bitar und General Machmud Amran ein, der bis vor kur zem Syrien als Botschafter in Kairo vertrat. Hingegen lehnten der abgesetzte Generalstabschef Jedid sowie zahlreiche andere Offiziere zusammen mit Hourani den Flirt mit Nasser ab. Die Freunde Kairos in Syrien wittern Morgenluft. Am 28. September dm Jahrestag der Auflösung der VAR, richteten sie an Nasser ein Telegramm, in dem sie Krokodilstränen ob des missglückten Vereinigungs experiments vergossen. Doch diese Elemente werden von der syrischen Armee scharf unter Kontrolle gehalten. Angeblich soll ein Versuch, am 28. September gegen das Baath-Regime und für den Wiederanschluss an Aegypten zu putschen im Keime unterdrückt w’orden sein. Syrien ist weiter denn je von Stabilität fern. Hourani dürfte nicht das einzige Opfer dieses Machtkampfes sein. Sollte ihm tatsächlich ein Schauprozess gemacht werden, wird es in Damaskus stürmisch zugehen, denn Houranis Baath-Flügel verfügt noch über starke Reserven. Und ein solches Land mit einem solchen Regime wird von zivilisierten Staaten umworben! Monty Jacobs Alas Israelis Historia de los Pioneros de la Aviación Israelí Editorial Candelabro Buenos Aires HOTEL LAGO 1&2 RIO CEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Das einzige koschere Hotel in den Bergen. Auskunft in Buenos Airse von 8— 10 Uhr: 76-2009 - - - 12? : Hotel-Restaurant M. FLAMM CHASCDMUS — T. E. 2910 — Córdoba 38 unter Auisicht s. Ehrw., Rabb. Dr. J. Oppenheimer Reiten — Scv wImmen — Ausflüge auf den See Telef. Auskünfte in Bs. 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