Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2125 (16.7.1965)
- Date
- 1965-07-16
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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O m 9.B_ FRANQUEO PAGADO Concesión 908 h C « *r 4- ¿ S Sg¡ TARIFA REDUCIDA *e o Concesión 1629 MANA ISRAELITA Ano XXVI. BUENOS AIRES, VIERNES 16 DE JULIO DE 1965 N* 2125 EL EJEjIPLAR 1J] „ en toda la República PUEVRREDON 2190 19 |*q. T. E. 83 2613 Buenos Airea Uneinigkeit unter Arabern „ Der Komlikt zwischen den Arabern und Israel ist kein Rassenproblem, ebensowenig' handelt es sich um ein reliligiöses oder ideologisches Problem, es geht auch nicht um eine Grenzfrage Das Probien bezieht sich ledig lieh darauf, ob das Territorium, auf dem der Staat Israel errichtet wurde, den Israelis oder den Arabern gehört" — hatte der „Führer" des „Befreiungsrates" der Araber Palästinas Ahmed Sehukeiri einem westlichen Korrespondenten erklärt und hinzugefiigt: „Das Land Palästina gehört den Arabern, und Israel hat aus dem Mittleren Osten zu verschwinden." Da der radikale Ahmed Sehukeiri derartige Anschauungen vertritt, wird er sich auf Kompromiss-Pläne, wie | Sie der tunesische Präsident I Bourguiba empfohlen hatte, j nicht einlassen. Sehukeiri w-ar der schärfste Kritiker! Bourguibas in der Arabischen j Liga, und er hatte dringend i die ausdrückliche Verurteij lung des tunesischen Aussen- | seiters gefordert Sehukeiri! war sehr unzufrieden, dass j im Ergebnis eine Resolution , ohne Nennung des Namens! von Bourguiba angenommen , London. — Der neue Generalsekretär der syrischen Regierungspartei, Munif Razaz, äusserte sich in einem Interview mit dem Korrespondenten des Daily Tele graph über die ägyptischen Anschläge zum Sturz der syrischen Regierung. „Jeden Monat entdecken wir ein Komplott und finden Leute, die Waffen und Geld aus Aegypten besitzen" erklärte Razaz. Zu der Meinungsverschiedenheit zwischen Aegypten und Syrien über Israel bemerkte Dr. Razaz: „Nasser plant, die israelische Frage langsam zu behandeln, doch wir möchten sie schnell erledigen. Syrien wäre bereit, Nassers Vorschlag zur Errichtung einer ägyptischen Flugbasis mit ägyptischer Bodenmannschaft auf syrischen Territorium zu akzeptieren. Ich befürchte aber, dass dieses Angebot nur ein Vorwand für die We gerung der Aegypter war, Syrien militärische Hilfe gegen Israel zu leisten.“ (ITA) wurde, und nach seiner Meinung war diese Entscheidung völlig unzureichend Die Sitzung der Liga ging unter Ausschluss der Oefientlichkeit vor sich, aber durch die bekannten Indiskretionen wurde später bekannt, dass es stürmische Auseinandersetzungen gegeben hatte. Saudi Arabien, Marokko und Libyen hatten gefordert, den Namen Bourguioas und Tunesiens nicht zu erwäh nen, und die Vertreter de« Irak, Transjordaniens und von Kuweit sollen auch mit grosser Zurückhaltung ge sprochen haben. Sehukeiri war zeitweise so erbittert, dass er mit Demission drohte, und nur mit Mühe konnte der Generalsekretär der Arabischen Liga Hassouna ihn von dieser Absicht abbringen. Besonders empört war Sehukeiri über den Delegierten von Marokko weil dieser ihm das Recht absprach, ei nen Resolutions - Vorschlag j einzubringen. Der Marokka- | ner erklärte, Sehukeiri nehme l nur mit Beratungsrecht an j den Sitzungen der Liga teil. I und daher könne er nicht Die Konferenz in Strassburg Strassburg. — Dr, Nachum Goldmann erklärte, er glaube, dass sich die Lage der Juden in Russland bald bessern werde, doch „es wäre eine historische Tragödie, den Eindruck zu erwecken, dass das jüdische Volk sowjetfeindlich sei". Goldmann sprach auf der Eröffnungssitzung der Exekutive des Jüdischen Weltkongresses, der im Gebäude des Europarates in Anwesenheit von 100 Delegierten aus 30 Ländern stattfand. Der Präsident des JWK forderte alle Juden und ihre Freunde in der Welt auf, weiter für die gleichen Rechte der jüdischen Gemeinschaft in der Sowjetunion als religiöse und nationale Minderheit einzutreten und su versuchen, die sowjetischen Behörden zu einem Wechsel ihrer Jetzigen Politik zu veranlassen. Er warnte jedoch gleichzeitig vor „Entstellungen und Uebertreibungen“, um zu vermeiden, dass „wir in die Polemik des kalten Krieges hineingezogen werden und der Eindruck entstehen könnte, dass das jüdische Volk als solches antisowjetisch sei. In diesem Zusammenhang gab Goldmann seiner Ansicht Ausdruck, dass die antijüdischen Diskriminierungen in Russland „nicht eine Folge der kommunistischen Lehre sondern eine spezifisch russische Erscheinung ist, die aus Jahrhunderten der Tradition in vielen Schichten der Bevölkerung herrührt.Als positive Seite bezeichnete er die hervorragende Rolle, die Juden in Kunst und Wissenschaft spielen, und die Gleichheit der Rechte, die sie auf anderen Gebieten gemessen. Ein weiterer positiver Faktor, „den wir begrüssen“, sei die Tatsache, dass die russischen Juden als nationale Minorität anerkannt sind und dies in ihren Pässen vermerkt ist. „Die Juden Russlands sind nicht von physischer Vernichtung bedroht", sagte er, „sondexn von der erzwungenen Assimilation, die in der Politik dar USSR zu suchen ist." Seine Hoffnung auf eine Besserung, die heute stärker als je sei, gründe sich, wie Goldmann fortfuhr, auf den Prozess der Liberalisierung in Sowjetrussland, der durch den Fall Krutschews nicht unterbrochen wurde sondern grössere Fortschritte macht. Diese Ausführungen Goldmanns dürften in der politischen Debatte zu stürmischen Diskussionen führen. APPELL AN DIE ARABER Dr. Goldmann appellierte auch an die arabischen Führer, „den Ratschlägen Bourguibas ihr Ohr zu leihen und von ihren Versuchen, Israel zu vernichten, Abstand zu nehmen, und vor allem den Konflikt nicht zu verschärfen und ihn zu einem Kampf mit dem jüdischen Volk in der Welt zu erweitern“, weil eine Ausdehnung der Streitigkeiten mit Israel zu einem allgemeinen arabisch-jüdischen Konflikt „ein tragisches Problem“ sein würde. Der politische Bericht, dessen Veröffentlichung bevorsteht, erbringt den Beweis, dass die arabischen Repräsentanten, vor allem in Lateinamerika und Schweden, mit Geld und anderen Mitteln die Akiivität neonazistischer und antisemitischer Gruppen fördern. Der Bericht und die Rede Goldmanns bedauern diesen Umstand, der das Ende einer tausendjährigen Koexistenz und Zusammenarbeit zwischen beiden Völkern bedeutet. Goldmann appellierte an dearabische Volk, seine Tradition zu wahren und bezeichnete die arabisch-israelische Frage als „vorwiegend psychologisch", wobei er unterstrich, dass die Lösung der realen Ziele, wie die Grenzen, die Flüchtlinge u. a., nicht so schwierig sei, wenn guter Will,.n vorherrschen würde. Die der europäischen Einheit drohenden Schwierigkeiten können nach Goldmanns Dafürhalten ernste Gefahren für das jüdische Volk bergen, denn „eine unsichere Welt bedroht alle schwachen Völker und besonders die Minoritäten, in erster Reihe jedoch die klassische Minorität, die wir darsteilen, und die soziale Unsicherheit ist eine Gefahr für die jüdischen Gemeinden in vielen Teilen der Welt. Die nationalistische Einstellung, die eine einzige Loyalität der Bürger zum Staat und seiner Majorität fordert, muss notwendigerweise die Existenz der nichtkonformistischen Minderheiten und vor allem unser eigenes jüdisches Leben erschüttern.“ Goldmann schlug ein drei Punkte umfassendes Programm für das jüdische An träge zur Abstimmung stellen. Sehukeiri reagierte mit einem Wutanfall, und es kam zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen ihm und dem Marokkaner, das der Generalsekretär der Liga erst nach vielen Anstrengungen beenden konnte- Nach dieser Sitzung war Sehukeiri sehr deprimiert, und er trat später mit 150 Vertretern von Kreisen der palästinensischen Araber zusammen, um sie über seine Erlebnisse zu informieren. Auf dieser Sitzung erklärte er, er müsse offen sagen, dass einige Liga-Staaten mit dem Befreiungsrat nicht Zusammenarbeiten. Nach seiner Meinung sollte der Befreiungsrat daraus seine Konsequenzen ziehen. Wenn die arabischen Staaten unaufrichtig sind, so sollten die Araber Palästinas die Spitzenkonferenzen und die Tagungen. auf denen es nur Intrigen gebe und deren Beschlüsse nicht ausgeführt werden, offen boykottieren. „Wir wollen nur mit denjenigen Zusammenarbeiten, die uns unterstützen. Für uns ist es besser, einige wenige, aber ehrliche, Freunde zu haben, statt der sogenannten Freunde, die unserer Sache mehr schaden als ihr nützen“, führte Sehukeiri aus. Zu dieser Erklärung veranlassten ihn wohl die vielen Enttäuschungen, die er in den letzten Monaten erlebt hatte. Der Sitz des „Befreiungsrates“ befindet sich offiziell in der Jerusalemer Altstadt in unmittelbarer Nähe der Grenze. Damit hatte man den Anspruch der Araber auf das israelische Gebiet andeuten wollen Aber Sehukeiri und seine Mitarbeiter halten sich meistens in Kairo auf. weil sie in Transjordanien nicht die „richtige Atmosphäre" für ihre Tätigkeit finden. König Hussein und seine Regierung wachen eifersüchtig darüber, dass der Befreiungsrat seine Befugnisse nicht überschreitet und sich auf blosse Propaganda-Arbeit be- Volk vor: Erstens sollten wir aktiv an allen Bewegungen für die Erhaltung des Friedens teilnehmen und ein System der Koexistenz und des gegenseitigen Verständnisses zwischen den zwei Blöcken in der Welt finden; zweitens sollten wir uns kollektiv an den Bemühungen beteiligen, die wirtschaftliche Lage der „Nichtbesitzenden" zu verbessern und im Rahmen des Möglichen alle Versuche zur Hilfeleistung an in der Entwicklung befindliche Länder unterstützen. Drittens müssten wir mehr als bisher bestrebt sein, die Ideen der Vereinten Nationen zu verkünden, alles Mögliche zur Stärkung ihrer legalen und moralischen Autorität tun und im Verein mit vielen Gleichgesinnten unsere ganze Kraft für die Schaffung eines universell obligatorischen Systems zur Wahrung der Menschenrechte des Individuums und der Minderheitsgruppen einsetzen. Blick in die Welt von HAROLD SCHWAR6Z Botschafter in Südvietnam, ist zurückgetreten; Johnson nominierte an Taylors Stelle Henry Cabot Lodge einen der erfahrensten amerikanischen Diplomaten _ ’ ICHIRO KONO, Expremierminister Japans, verstarb m Tokio im Alter von 67 Jahren; Kono gehörte zu den einflussreichsten japanischen Staatsmännern. — Die LAGE IN SUBDV1ETNAM verschärft sich immer mehr; die Engländer drängen auf Einstellung der Kampfmassnahmen; die Verluste auf beiden Seiten steigen; die Amerikaner geben noch nicht nach. _ SECHS NEUE MINISTER leisteten auf Franco de« Eid. während die Lage der Wirtschaft und vor allem der Landwirtschaft in Spanien immer schwieriger wird. _ Die VEREINIGTEN STAATEN von Nordamerika erkannten das neue Regime in Algier an. — SCHWIERIGKEITEN tauchten beim Gemeinsamen Europäischen Markt auf, als die Franzosen Bedingungen für die weitere Arbeit gestellt haben. — IN PERU wurden die verfassungsmässigen Garantien aufgehoben; in Ecuador verstärkt sich der Widerstand gegen die Militärjunta; in Santo Domingo kam es zu neuem Feuerwechsel. — EDUARDO FREI, der Präsident Chiles, wurde vom Papst empfangen, nachdem er vorher wichtige Besprechungen mit dem italienischen Präsidenten geführt hatte; anschliessend besuchte er Frankreich. — Dr. U THANT, der Generalsekretär der UN, hielt in Genf eine viel beachtete Rede über die reichen und die erst in der Entwicklung befindlichen Länder. — HAROLD WILSON, englischer Premier, Chef der Arbeiterpartei, erhielt eine Wahlniederlage, erklärte jedoen, daraus keine Konsequenzen ziehen zu wollen. — Das Hinscheiden von MOSCHE SHARETT, der Israels erster Aussenminister und zeitweise auch Ministerpräsident gewesen war, löste in der ganzen Welt Trauer und Schmerz aus — LEONID BREZNEW. Chef der Kommunistischen Partei der Sowjet-Union, erklärte, Russland verfüge über das notwendige Raketenmaterial, um jeden Ort auf der Erde sofort unter Beschuss zu nehmen. — IN JAPAN kam es zu Zusammenstössen ziwischen Kommunisten und Buddhisten. — HAILE SELASSIE, Kaiser von Aethiopien, teilte mit, dass die neuen algerischen Machthaber das Leben seines Freundes Ben Bella schonen würden. — SUKARNO, Präsident Indonesiens, besuchte Paris, WO er eine lange Aussprache mit de Gaulle gehabt hat. — schränkt- Wirkliche Bemühungen zur Organisierung der Araber Palästinas und vor allem die Aktionen zur Bildung der „Befreiungsarmee" müssen ausserhalb der Grenzen Transjordaniens unternommen werden. Daher ist Sehukeiri weit häufiger in Kairo als in seinem „Amtssitz“ in Jerusalem zu finden. Der Aufbau der Organisation des Befreiungsrates steht unter diesen Umständen nicht am Anfang, und seine Wirksamkeit ist im Vorderen Orient kaum zu spüren. Sehukeiri hatte vor einiger Zeit angekündigt, dass die „Befreiungsarvnee“ an deren Spitze der Brigadier Majani berufen wurde, wenigstens 30.000 Mann zäh len würde- Mobilisierungsbefehle wurden in der Zone von Gaza verkündet, da die Zahl der Freiwilligen minimal war Aber vom Aufbau der Milita reinheiten und von tatsächlicher Einziehung von Dienstpflichtigen hat man bisher nichts gehört. Nur einmal wurde unlängst die „Mauer des Schweigens“ um die Befreiung« Armee durchbrochen. In Damaskus hielten der Staatschef General Hafez und Majani eine Parade mit einer „Kommando-Gruppe“ ab, die in Syrien ausgebildet und jetzt der „Befreiungs-Armee“ offiziell „übergeben“ wurde. Lieber die Zahl der ausgebildeten Soldaten wurde nichts gesagt, es handelt sich jedoch nach allen vorliegenden Meldungen nur um ein kleines Kontingent, und die Mitglieder der Einheit sollen wohl für Banden-Kampf (Faclayini eingesetzt werden. Sehukeiri, der im arabischen Lager nur ungenügende Unterstützung bekommt, hatte aus Moskau und aus China Geld und Waffen und damit Stärkung seines Prestiges erwartet. Nachdem Moskau ihn nicht eingeladen batte, war er nach Peking gereist. und er hatte durch seine Visite in China Moskau unter Druck setzen wollen Aber bis heute hat seine Reine nach dem Fernen Osten nicht die erwünschten Ergebnisse gezeitigt. Der Chef des „Befreiungsrates“ steht immer noch am Anfang seiner Arbeit. Mehrere arabische Staaten misstrauen ihm, denn sie fürchten seinen hemmungslosen Radikalismus, und unter den Umständen werden weitere scharfe Auseinandersetzungen zwischen ihm und den .zögernden“ arabischen Regierungen nicht verwunderlich sein. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavla 831 Registro de 1% Propiedad Intelectual N* 826.209