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Jüdische Wochenschau · 1965-06-18 · 2121 (18.6.1965) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2121 (18.6.1965)
Date
1965-06-18
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Die Beisetzung erfolgte in Gegenwart des Staatspräsidenten, Salman Shazar, des Ministerpräsidenten Levi Eshkol, der Mitglieder des Kabinetts, des Knesset-Präsidenten, Kadisch Luz, und zahlreicher Abgeordneter, Richter des Obersten Gerichtshofes, hohe jüdische und nichtjüdische Würdenträger, Professoren, Schriftsteller und Studenten erwiesen dem grossen Toten die letzte Ehre. Levi Eshkol nannte Buber in seiner Trauerrede einen „Giganten des Geistes“, den die ganze Menschheit beweint. Eir erinnerte daran, dass der Verstorbene sich der Zionistischen Bewegung seit ihren Anfängen anschloss und seit je betont hatte, dass die Erziehung die Grundlage der staatlichen Wiedergeburt sei. Er hob hervor, dass der Verstorbene zwar ein Mann des Geistes war, sich jedoch nie mals von der Welt der Tatsachen entfernte; wenn seine Meinungen auch nicht immer geteilt werden konnten so hätten all» gewusst, dass sie der völligen Identifizierung mit den Wurzeln des Volkes und seinen wahren Interessen entsprangen. Prof. Hugo Bergman von der Hebräischen Universität sagte in seiner Rede, er nehme von Buber nach einer 63jährigen Freundschaft Abschied. Rektor Nathan Rottenstreich und sein Vorgänger Joel Rokach gehörten ebenfalls zu den Trauerrednern. Den Sarg trugen Präsident Shazar, Premierminister Eshkol, Arbeitsminister Jigal Alon, Jaakow Tsur u. a- Er wurde von der Universität nach dein Friedhof getragen, wo die Professoren Gerschon Shalom und Emst Simon das Wort ergriffen. Der Sohn Martin Bubers sprach das Kaddisch. New York- — In einer in der „New York Times“ erschienenen Würdigung der Persönlichkeit Martin Bubers heisst es: „Der grösste jüdische religiöse Denker war zu gleicher Zeit auch einer der einflussreichsten Philosophen. Er baute religiöse Brücken, lange bevor das Kirchenkonzil sich dieser Aufgabe unterzog. Er diente sozusagen als „Schutzheiliger“ für so hervorragende christliche Denker wie Paul TJllich, Reinhold Niebuhr, Jacques Maritain und Gabriel Marcel. Wenn heute der Kalte Krieg zwischen den Religionen durch den Dialog ersetzt wird, so geschieht dies dank Martin Buber“. DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY X. yP »V & SP & SP « 0 « STAMPS CENTER 94 AUenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 ALFREDO STERN MALERARBEITEN DEPARTAMENTOS — BÜEROS — HAEUSER Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit NEUE ADRESSE: VIDAL 1575 last Ecke PINO TeL: 76-7281 y 76-9088 Depósito: V. DEL PINO 2639 und V. DE LA PLAZA 1779 lieber 45 Millionen Kriegsopfer Vor mir liegt eine londoner Zeitung mit dem Datum vom 8. Mai 1945 und der die erste Seite beherrschenden Meldung: ‘Heute nacht um 2.41 zeichnete Generaloberst Jodl, der deutsche Stabschef, die bedingungslose Uebergabe Deutschlands in dem kleinen roten Schulhaus bei Reims, dem Hauptquartier General Eisenhowers. Für Grossbritannien und die Vereinigten Staaten zeichnete Gen. Bedell-Smith: für die Sowjetunion Gen. Iwan Suslaparow und für Frankreich Gen. Francois Sevez ...” “Szenen im Westend nahmen fantastische Ausmasse an”, fügte der Lokalreporter hinzu. ‘‘Mit Einbruch der Dunkelheit sandten Hunderte von'Freudenfeuern ihren roten Schein in dem Himmel, der die Bombenangriffe auf London von 1940/41 in die Erinnerung zurückrief.” “New York geriet ausser sich unter einem Schneesturm von Konfetti”, telegrafiert« ein Korrespondent. Der Tag des Jubels fand die Juden in zwiespältiger Stimmung. Dankbarkeit für die Erlösung, für den Sieg über den Feind der Menschheit wechselte mit dem furchtbaren Wissen um die jüdische Tragödie, deren Umfang sich in den vorangehenden Monaten bereits abgezeichnet hatte. Wer kann jene Stunden vergessen, da Kinder nach ihren Eltern suchten und Eltern nach ihren Kindern, die die Listen mit dem Namen der Ueberlebenden sehen wollten, hoffend und betend, dass die Ihren darunter sind ... Der 1. Weltkrieg hat 9.700.000 Menschenleben gekostet — der 2. Weltkrieg die horrende Zahl von 54.800.000. Während im 1. Weltkrieg eine halbe Million Zivilisten getötet wurden, waren die Verluste der Zivilbevölkerung im 2. Weltkrieg kaum geringer als die von Herbert Freeden der kämpfenden Truppe auf allen Fronten. 26850.000 Manu fielen im Kampf zu Lande, zu Wasser und in der Luft — 25 Millionen Männer, Frauen und Kinder wurden “hinter der Front" getötet — 8.010.000 in Ost- und Südosteuropa ausserhalb Russlands; 6.000.000 im Fernen Osten; 3.350.000 in statt, sondern erst mehr als ein Jahr später, am 8. Juni 1946. als der psychologische Ausenblick dafür schon längst vorbei war. Die britische Regierung lud natürlich die Sowjetunion zur Teilnahme ein, aber die Einladung wurde nicht einmal einer Antwort für wert befunden. Erst nach mehrfachen diplomatischen Anfragen kam im letzten Augenblick. Ende Russland; 690.000 in Westeu-! *fai, die endgültige Absage Die Polen nahmen ebenfalls ropa: und 190.000 in Oesterreich und Italien. Die Zahl der Zivilbevölkerung schliesst die der Juden ein, die von den Nazis gemordet wurden; deshalb ist sie für Ost- und Südosteuropa achtmal so hoch wie die Anzahl der Soldaten, die dort in Kämpfen fielen. Wenn man vom Fernen Osten absieht, so beträgt die Anzahl der gemordeten Juden ein Drittel der Verluste der gesamten Zivilbevölkerung, — 78.4% der jüdischen Bevölkerung im besetzten Europa. 1.410.000 Juden kämpften auf seiten der Alliierten, unter ihnen Generale und Brigadeführer. 11.000 amerikanische Juden sind gefallen und 30.000 erhielten militärische Auszeichnungen. Die entsprechenden Zahlen für Grossbritannien sind 1329—568: für Südafrika 369—179; für Kanada 776— 122; für Australien und Neuseeland 117—37. Ueber 500 Palästinenser verloren ihr Leben auf besonderen Missionen. Der polnische Gensralstab gab bekannt, dass 32.216 jüdische Soldaten 1939 gefallen sind, was nicht die Zahl derer einschliesst, die später unter polnischer Flagge gekämpft haben. 101 russische Juden erhielten den höchsten Orden, “Held der Sowjetunion”, und weitere 63.000 andere militärische Auszeichnungen. Die historische Siegesparade in London fand nicht unmittelbar nach Kriegsende Wer hat Christus getoetet? Philadelphia: — Die Ansicht, dass das jüdische Volk die Schuld am Tode Jesu trage, ist “leider weit verbreitet und ein entscheidender Faktor für den Fortbestand des antisemitischen Vorurteils”, erklärte Rodney Stark vom Forschungszentrum der Universität von Kalifornien. Stark, der auf der 67. Jahreskonferenz des Jüdischen Gemeindedienstes sprach, berichtete von einer Studie dieser Universität unter dem Protektorat der Liga gegen Diffamierung der Bne Brith über die Haltung, welche “Christen, die die Messe besuchen”, zu den Juden innehmen. Er machte den Vorschlag. Protestanten und Katholiken sollten es unternehmen, die jahrhundertealte Ungerechtigkeit des Antisemitismus wieder gutzumachen.” Unter den Ergebnissen der Studie hob Stark die folgenden hervor: 1. Nahezu 80 Prozent der Mitglieder der “Christian Church” glauben, dass Pontius Pilatus Christus vor dem Kreuz retten wollte. Mehr als 47% der insgesamt Befragten glauben, dass dies nicht gelang, weil “eine Gruppe mächtiger Juden wünschten, dass Christus sterben solle.” 2. — 58 Prozent der Befragten erklärten, die Juden seien die Gruppe, die “die grösste Schuld am Tode Christi trägt.” 3. — 12% glauben, dass die Juden verfolgt wurden, well “Gott sie dafür straft, dass si§ Jesus verworfen haben”; 27% waren in dieser Frage unschlüssig. 4. — 29% waren sich einig, dass den Juden “niemals vergessen werden kann, was sie Christus angetan haben, bevor sie ihn nicht als den wahren Erlöser anerkennen“. Weitere 28% waren nicht sicher, ob man den Juden selbst in diesem Falle vergeben dürfe. 5. — Stark berichtete, es habe sich herausgestellt, dass der Prozentsatz derer, die den Juden die Schuld am Tode von Jesus geben, in den grossen liberalen Gemeinden weitaus geringer ist. Er fügte noch hinzu, der Bericht erweise, dass alle Gruppen dazu neigen, Judas als einen Juden und nicht als einen Christen zu betrachten, und wies darauf hin, dass diese Vorstellung durch die Aehnlichkeit zwischen den Worten Judas und Jude verstärkt wird. (ITA) 12.000 Graeber ermittelt Athen; — Die Gräber von rund 12.000 griechischen Geiseln und KZ-Opfem hat eine Delegation aus Athen in Deutschland und Oesterreich ermittelt. Für die im Kriege ums Leben gekommenen Griechen sollen Gedenkstätten in Deutschland errichtet werden- Die sterblichen Ueberreste von etwa 100 der gefundenen Opfer sollen unter Erweisung offizieller Ehren als Symbol nach Griechenland übergeführt werden (AWZ) Literarische Notizen Der Spion im Koffer Malachem Golan. der israelische Filmproduzent, Hersteller des Films “Sallah”, verhandelte in Hollywood wegen Gemeinschaftsproduktion mit amerikanischen' Studios. Im Mai wollte er in Israel den Film “Trunk to Cairo” beginnen, die Geschichte des Spions im Koffer. 1 Kirk Douglas als Colonel Marcus nicht teil. Der neue Weltkonflikt warf bereits seine Schatten über die militärische Schau. Man vermisste auch die französischen Maquis, die italienischen Guerillas, die griechischen Partisanen. Millionen von Zuschauern in London applaudierten wild, wenn ein besonders na-! lerisches Kontingent von i Truppen vorbeidefilierte, ' Bibelausstellung gleichgültig, welche Rolle es j . DDR Der Filmstar Kirk Douglas spielt die führende Rolle im Film über das Leben von Colonel Marcus, des amerikanischen Offiziers, der 1948 getötet wurde, als er eine jüdische Einheit im Kampf um Jerusalem kommandierte. Zu der von den Adventisten in Erfurt veranstalteten Ausstellung “Die Bibel” hatte der Vorstand des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden ln Thüringen Leihgaben von Kultgegenständen beigesteuert. im Kriege gespielt hatte. So kam es, dass die bunt und exotisch aussehenden Einheiten von Aegypten, Irak und Transjordanien stürmischen Beifall erhielten. Nur wenige erinnerten sich ihrer schändlichen Haltung während der entscheidenden Jahre. Palästina hatte seinen Platz innerhalb des “Colonial Empire’’ — zwischen der Polizei von Nord-Borneo und dem Regiment von St. Helena —, war durch 16 Mann der transjordanischen Grenztruppe vertreten (einer von ihnen ein Jude), durch 15 Polizisten (7 Engländer, 4 Juden und 4 Araber) und eine Einheit des Palästinensischen Regiments, geführt von Leut. Y. Granowsky, mit einem jüdischen Sergeanten und 16 Mann — 8 Juden und 8 Araber. Sieben der Araber waren bereits demobilisiert worden und mussten noen einmal einberufen werden, um bei der Parade in gleicher Stärke wie die Juden vertreten zu sein. Der Höhepunkt, zumindest für uns, kam mit dem Vorbeimarsch der Jüdischen Brigade. Sie war ausgezeichnet plaziert und folgte unmittelbar den besten Truppen, den Fallschirmspringern und Kommandos. 24 Soldaten, geführt von Oberstleutnant Ephraim Ben Arzi und Capt. M. Saudinsky, marschierten in tadelloser Haltung und trugen stolz das blauweisse Banner mit dem Davidstern. Es war, als ob unsichtbar hinter ihnen alle jene schritten die ein Recht hatten, an diesem historischen Tag teilzunehmen: die Ghettokämpfer und j Partisanen, die Ueberlebenden von Auschwitz und der | Martin ~mi\ vielen”Verbinanderen Lager — das Heer i * I!! . der unbekannten jüdischen | düngen und Parkplatzen. Märtyrer. Ihr guter Freund an kalten Tagen der CARLTQN- MANTEL in moderner und klassischer Form. AQUATITE. der Gabordin Mantel für höchste Ansprüche, mit aus* wechselbarem Mohair. > Und wenn Sie Mass” kleidung wünschen, erst recht zu CARLTON. Grossauswahl in Fertig kleidung — Stabiloiorm Anzüge. Fachgeschaeft für Herrenkleidung ERNST KOPPEL Maipú 982, TE 31-784* 50 Meter von Plaza San Combine AHORRO í? con SEGURIDAD C0NFIAN7A i r I /G0CE DE IA Í ATENCION PERSONAL^ | . QUE LE BRINDA LA i 3E?i CAJA POPULAR f iMi DE BELGRAN0 |§ Cooperativa de Crédito Ltda. I DESDE 1937 MERECE SU CONFIANZA m AGENCIA N Io, p CABILDO 3102 e»q. 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