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Jüdische Wochenschau · 1965-05-14 · 2116 (14.5.1965) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2116 (14.5.1965)
Date
1965-05-14
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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In Costa Rica gefiel man sich darin, in der „Semana Santa“ die alten Blutbeschuldigungen vom „Gottesmord der Juden“ eu wiederholen und den Kardinal Bea zu verleumden, der fiir den neuen Weg der Kirche eintritt. Beides geschehen in demokratischen Ländern. Es gibt, was wir niemals übersehen dürfen, so etwas wie eine „internationale, antisemitische Organisation“, noch heute oder heute wieder. Mit dem Wunsche für ein volles Verständnis aller Juden für die gigantischen Aufgaben der Zukunft schloss Mark Turkow seine mit enthusiastischem Applaus aufgenommenen Worte. Mit -dem Dank an die Damen der mitwirkenden Organisationen für die sehr gute Vorbereitung und Ausgestaltung dieses Festabends endete dieser in echter Jomtowstimmung. XI. Kinus der OSFA Im überfüllten Teatro Astral eröffnete die Argentinische Frauenorganisation (OSFA) ihren XI. Kongress mit einer würdigen und eindrucksvollen Veranstaltung. Nach dem Absingen der argentinischen und israelischen Nationalhymne erklärte die Präsidentin der argentinischen Wizo, Dra. Hadassa K. de Grinberg, den Kinus fiir eröffnet, und in Vertretung der Zweigstellen der OSFA verlas Frau Bella S. de Malenky, Präsidentin der „Regional“ Santa Fe eine kurze Ansprache. Hierauf begrüsste Ing. Jaime Israel Feldman, Vizepräsident der Argentinischen Zionistischen Organisation, die Anwesenden mit wenigen herzlichen Worten und wies auf die Bedeutung der WIZO und im besonderen die von der OS¬ FA geleistete Arbeti zum Wohle Israels hin. Der nächste Redner war der Kultur-Attaché der Israel-Botschaft in Argentinien Herr Arieh Bustan, der in einem gewählten, literarischen Spanisch — er selbst ist Journalist, Schriftsteller und Verfasser mehrerer Bü eher — den Anlass des Abends wahrnam. um über die Rolle zu sprechen, die die Frau seit den ältesten Zeiten in der Geschichte des jüdischen Volkes gespielt bat. Von den Frauen, die schon in der Bibel erwähnt werden, angefangen mit Miriam, zog er die Parallele zu jenen, die mithalfen, den Namen Israel zu verklären und den jüdischen Staat zu schaffen: Hanna Szenes, Kenrietta Szold und, als sichtbarste Exponentin der Gegenwart, Israels heutigen Aussenminister Golda Meir. Die jüdische Frau, so betonte er. habe sich stets dem Manne an die Seite gestellt und kann mit Stolz behaupten, dass sie ihr Teil zum Aufbau des neuen Staates beigetragen hat. Seine Worte rissen die Zuhörer mit, die ihm mit begeistertem Beifall dankten Die Aufgaben der WIZO Die Präsidentin der OSFA, Dra. Hadassa K. de Grinberg, erläuterte in einem interessanten Referat das Werk, das von den argentinischen Frauen als Beitrag für den Aufbau Israels bisher vollbracht wurde, und umriss die Aufgaben, die es noch zu erfüllen gilt. Ihre intelligenten und präzisen Ausführungen gipfelten in der Feststellung, dass Hachschara und Alija gefördert werden und die Wizo-Frauen durch Erziehung der Olim für ihr neues Leben die Arbeit der Jewish Agency mit ihrem persönlichen Einsatz und finanzieller Hilfe unterstützen müssen. Sie unterstrich, dass viel in diesem Sinne getan worden sei, doch noch mehr in Zukunft geleistet werden muss. Ehrengast aus Israel Die Hauptreferentin des Abends war Frau Hanna Levin, Präsidentin der israelischen WIZO, Mitglied der Exekutive der Welt-WIZO, im Weltkrieg Leutnant der britischen Armee und im israelischen Befreiungskrieg Offizier der Hagana, die auch heute noch an leitender Stelle im Staatsdienst steht. In einem gepflegten Jiddisch gedachte sie eingangs der jüdischen Widerstandshelden gegen die Nazis, die als erste Kämpfer für die Errichtung der Medinat Israel angesehen werden müssen. Sie berichtete mit tiefer Bewegung von den Gedenkfeiern für die Märtyrer, die in ganz Israel erst kürzlich stattfanden, von dem Jubel des Volkes am Jom Haazmaut, und mit Stolz von der Parade der Verteidigungsarmee an diesem Freuden tag. Viel sei in den 17 Jahren seit Staatsgründung vollbracht worden, doch, so setzte sie hinzu, der Weg in die Zukunft sei noch sehr lang. Sie gab der festen Hoffnung Israels Ausdruck, diesen Weg mit der Hilfe aller Juden in der Welt erfolgreich weitei zuschreiten. Die Rednerin beschrieb die Aufgaben der jüdischen Frauen auf diesem langen Wege zum Ziel. Sie hob hervor, dass die WIZO keine parteiliche und keine politische Organisation ist, doch sei dies ihrer Ansicht nach keine Schwäche sondern vielmehr ihre Stärke. Die WIZO habe sich eine einzige Aufgabe gestellt: zu helfen. Sie wolle die Frauen erziehen, die die Grundlage und das Zentrum im Leben jeder Nation sind, als Gefährtinnen des Mannes mit gleichen Rechten und gleichen PL ich ten, die die Atmosphäre der Familie schaffen, und als Mütter der neuen Generation, deren Erziehung in ihren Händen liegt. Abschliessend würdigte Frau Levin mit sehr anerkennenden Worten die Arbeit und Mitarbeit der argentinischen WIZO und dankte dieser Organisation sichtlich bewegt fiir die Einladung, Argentinien zu besuchen und den persönlichen Kontakt mit den hiesigen WIZO- Frauen herzustellen. Nach den Reden folgte ein künstlerischer Teii, in dem die Erste Schauspielerin Rosa Rosen Gedichte von Miriam Kubovy, J. N. Bialik und Gabriel Mistral ergreifend rezitierte. CENTRA-Seminar für die zweite Generation M. J. L. — In den Räumen der NCI fand am Dienstag die Eröffnungs-Vorlesung des CENTRA - Seminars statt. Nach einleitenden Worten von Herrn Heinz Braun, der den Zweck dieses Seminars erläuterte, die Weiterbildung einer Generation, die heute im jüdischen Leben und in der jüdischen Arbeit noch nicht ihren verantwortlichen Platz gefunden hat, und daher noch immer dieselben Menschen die Arbeit in den Vorständen der Gemeinden und Organisationen leisten, obwohl schon eine weitere Generation längst hier ihr Aufgabengebiet gefunden haben müsste. In Worten, die die grossen Verdienste des Gelehrten und Geschicnts- Forschers, Prof. Boieslao Lewin von der National-Uni cersität hervorhoben, stellte er den Redner des ersten Abends den Zuhörern vor, die aus allen Institutionen des zentraleuropäischen Sek. tors gekommen waren. Prof. Lewin sprach Uber das Thema „Historia Dramática Judía en el Período Colonial Americano“ und behandelte die jüdische Geschichte seit der Entdeckung Amerikas bis zur Emanzipation der amerikanischen Staaten und ihrer Lösung von der Krone Spaniens, in einer brillanten Dissertation. Er unterstrich die abso’ute rassistische Tendenz der Inquisition und ihren Werdegang auf dem amerikanischen Kontinent, deren Grausamkeiten und Uebergriffe noch um vieles die spanische Inquisition übertrafen, Behauptungen, die der Vortragende aus der Sicht des Historikers und gestützt auf eine 30 jährige Forschung an den Quellen in den Archiven in Süd- und Mittelamerika, mit vollkommenen Angaben über Namen, Ort und Zelt des Geschehens dokumentierte. Dieser erste Vortrag, der von den Zuhörern mit grossem Beifall und ungeteilter Aufmerksamkeit aufgenommen ALFREDO STERN MALERARBEITEN DEPARTAMENTOS — BUEROS — HAEUSER Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit NEUE ADRESSE: VIDAL 1575 fast Ecke PINO Tel.: 76 7281 y 76-9088 Depósito: V. DEL PINO 2639 und V. DE LA PLAZA 1779 DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER 94 Allenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 wurde, gibt uns die Gewiss.; heit, dass dieses Seminar den Zweck der ihm zugrunde liegt, vollkommen erfüllen wird. Das hohe geistige Niveau der Referenten, sowie die gut abgestimmte Zusammensetzung der Themen verbürgt ein Seminar auf absoluter Universitätshöhe. Es wäre wichtig, dass sich sämtliche Gemeinden und Organisationen ernsthaft mit der Propagierung und Entendung ihres Nachwuchses gerade zu diesem Seminar be fassen, da es uns als Gemeinschaftswerk unseres Sektors die Möglichkeit bietet einen konkreten Beweis der Zusammenarbeit zu erbringen, ist doch dieses Seminar die Verwirklichung eines einstimmigen Beschlusses der CENTRA.Delegierten auf der Tagung in Sao Paulo im Jahre 1964. Gemeinde Bet El Als Anschluss an die Fest liebkeiten zum Jom Haazmaut veranstaltete die Gemeinde Bet El eine Feier im Automobil-Club, an der Repräsentanten der Israel-Botschaft und vieler Institutionen teilnahmen. Die Jugend von Bet El feiert dieses Fest mit einer Veranstaltung am morgigen Schabbat im Sitz der Gemeinde. Am 1. Mai hatte die Jugendgruppe Gelegenheit. eine interessante Rede des Geschäftsträgers der Israel-Botschaft. Dr. Aba Gefen. zu hören, der sich eine Debatte anschloss, nach we’cher Filme über den Aufbau des jüdischen Staates gezeigt wurden. Für den 20. Mai kündigt Bet El einen Vortrag von Rabbii Theodore Friedman von der Gemeinde Beth El aus South Orange. New Jersey. Expräsident der . Rabbinical Assembl.v of Ameri ca“ und Gastprofessor des Lateinamerikanischen Seminars. an. welcher im Gemeindehaus Sucre 3302 über das Thema .Die jüdische Haltung zum Oekumenischen Konzil“ sprechen wird. Einladung nach Israel In der vergangenen Woche reiste der Minister für Erziehung und Justiz Argentiniens Dr. Carlos R. S. Alconaöa Aramburü, nach Israel. wo er auf Einladung der israelischen Regierung an verschiedenen Hochschulen Vorlesungen halten wird. Dem Gast wird auch vonseiten der Behörden Gelegenheit geboten sein, die wichtigsten Lehranstalten im Lande zu besuchen, damit er sich eingehend über die Unterrichts. und Erziehungsmethoden in Israel informieren kann. Dr. Alconada Aramburü, der in Begleitung seiner Gattin reist, nahm auch an der Einweihung der „Museums- Stadt“ in Jerusalem teil. Jerusalem, Stadt der Museen Wie die Israel-Botschaft mitteilt, fanden sieh am 11. Mai in Jerusalem bekannte Persönlichkeiten darunter Minister verschiedener Länder und Vertreter der Kultur und Kunst von Weltruf in Jerusalem zusammen, um der Eröffnung der „Museums-Stadt“ beizuwohnen, die nach einem Plan errichtet wurde, um in verschiedenen Gebäuden die einzelnen Museen des Landes zu beherbergen. Hier werden die wertvollen Kultur werte des jüdischen Volkes aufbewahrt und ausgestellt, die von seiner tausendjährigen Geschichte Zeugnis ablegen. Das staatliche Bezalel-Museum wurde im Jahre 1906 von Prof. Boris Schatz gegründet und hat nunmehr seinen alten Sitz verlassen, um in dem neuen Komplex Platz zu finden, der ferner folgende Sammlungen enthält: Das Archäologische Bronfman - Museum. den Tempel des Buches, in dem die Toten-Meer-Rollen auf bewahrt werden, und den Billy Rosen - Garten mit Skulpturen. Die Einweihung wurde mit einer Ausstellung über bibische Themen geleiert, bei der Bilder von Cba gali und Bildhauerwerke bej rüh.nter jüdischer Künstler ] gezeigt wurden. Jüdischer Friedhof geschaendet Herr Luis Lerner, Präsident des Centro Social Israelita Argentino mit Sitz in Concepción del Uruguay benachrichtigte den Justizminister von Entre Ríos dass „unbekannte Täter Gräber und Denkmäler für die Mär t.vrer auf dem jüdischen Friedhof in Paraná schändeten und mit Farbe und beleidigenden Inschriften beschmierten“. Er forderte eine strenge Untersuchung. Justizminister Dr. Stubrin brachte der Institution in Beantwortung dieser Mitteilung die Solidarität der Provinzregierung zum Ausdruck und kündigte an, dass er Anweisungen erteilt hat, um die Attentäter zu suchen und ihrer Bestrafung zuzuführen. Jugendbund „Ezra“ Mit grossem Erfolg veranstaltete diese religiöse Jugendgruppe im Sitz der Gemeinde „Achdus Israel“ einen Schachabend. Herr Bernardo Wexler, der im Jahre 1960 argentinischer Meister war und diesen Abend organisiert hatte, gab seiner Befriedigung über das Intereses an dieser Veranstaltung Ausdruck, das ein zahlreich erschienenes Publikum bekundete. Die Mitglieder des Snif Belgrano, die zu diesem Schachabend eingeladen hatten, halten schon seit Monaten die traditionellen ,Mesibet Shabat“ um 15 Uhr im 2. Stock des Gemeindehauses ab, bei denen eine ausgewählte Gruppe von Madrichim die Leitung der einzelnen Kwuzot übernommen hat. Mengele in Rio? Rio de Janeiro: — Der Kriegsverbrecher Mengele soll in dem Viertel Lerne von einer Ueberlebenden aus dem KZ Auschwitz gesehen worden sein. Dies berichtete die Zeitung “Diario Carioca“ auf der ersten Seite unter dem Titel “Ich sah in Lemle das Ungeheuer Mengele “ Eine Frau, Herminia Neu* haus, erzählte, dass sie an einem Nachmittag im November vorigen Jahres auf J ein Nachhauseweg einem Mann begegnete, in dem sie trotz des Bartes und des schütteren Haares das “Monster“ Mengele erkannt habe. Sie erlitt einen nervösen Anfall und konnte gerade noch “Mörder” schreien, bevor sie in Ohnmacht f ei. Da Frau Neuhaus. die auf ihrem Arm die Nummer 7659 eingebrannt trägt, einen Anschlag auf ihr Leben fürchtete, zog sie es damals vor, nichts über die unerwartete Begegnung zu sagen. Befehlsverweigerung Düsseldorf. — Im Treblinka Prozess bestätigten mehrere Zeugen, dass ihre Weigerung, an Erschiessungen von Juden teilzunehmen, keine nachteiligen Folgen für sie gehabt habe. Sein Kommandeur habe ihn sogar zu seiner Haltung beglückwünscht und seine Weigerung ausdrücklich gutgeheïssen, berichtete der ehemalige Gendarmeriehauptmann Walter Entrich aus Neuhaus (Kreis Paderborn). Auch der Zeuge Herbert Hofman aus Waldkirchen im Breisgau betonte, sein Einheitsführer habe Verständnis dafür gehabt, dass er sich weigerte, auf wehrlose Menschen zu schiej ssen. (AWZ) Internationale Kongresse Wie das staatliche israelische Touristenbüro bekanntgab, werden in Israel verschiedene internationale Kongresse stattfinden. Vom 13. bis 23. Juni wird unter den Auspizien der Internationalen Union für Geologie und Geophysik im Weizmann-Institut in Rechowot ein Internationales Symposium für Theorie, Geophysik und Elektronenhirne abgehalten, der sich ein zweiter Kongress über den Einfluss der Wissenschaft auf die moderne Heilkunde fÄ der Schule für Medizin der He* bräischen Universität in Jerusalem anschliesse« wird. Für den Monat August ist) ein Treffen der Boy Scouts angekündigt und Im Septem* ber soll ein Kongress übef die durch Viren verursachte Entstehung karzkiomatösef Geschwülste unter dem Patronat der Europäischen Gesellschaft für kre teerrege ride Viren tagen. Das Touristenbüro berichtete über verschiedene Kongresse, die im April in Israel abgehalten wurden. So ln Jerusalem ein internationaler Philosophie-Kongress, sowie eine französisch-israelische Konferenz über Frauenheilkunde und Geburtshilfe In den ersten Maitagen fand der Kongress der israelischen Kriegsveteranen statt. I JUAN JULIUSBURG I MALERARBEITEN J 73 1148 BLANCO ENCALADA 1646 | DM ■ vCBM 1 k BALANCEADORES! Compi ra y Venta D E GARAGES Y ESTACIONES DE SERVICIO j Sanabria 2501 - T.E. 50-7780-9767 j

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