Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2114 (30.4.1965)
- Date
- 1965-04-30
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO o CÙ o B Concesión 908 t a * £ « -0 <5 ï g < O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 EL EJEMPLAR en toda (a República PUEYRREDON 2190 19 j*q. T. E. S3 2613 Buenos Aires Ano XXVI. BUENOS AIRES VIERNES 30 DE ABRIL DE 1965 N» 2114 KEINE EINWAENDE Washington: — Senator Fulbi ight, Präsident der Seijatskommission für auswärtige Angelegenheiten, wurde vom State Department informiert. das die Regierung nichts mehr gegen den von Ribicoff eingebrachten Antrag zur Verurteilung der Unterdrückung der Juden in der Sowjetunion einzuwenden hat. Aufgrund des im vergangenen Jahr geäusserten Wunsches des State Department, das sich auf den Standpunkt stellte, eine solche Resolution könnte der Sache der russischen Juden eher schaden als nützen, hatte Fulbright diesen Beschluss verhindert. obwohl ihn viele Senatoren begünstigten. In diesem Jahr hat ihn der demokratische Senator für Connecticut. Abraham Ribicoff. mit Unterstützung von 67 Senatoren beider Parteien erneut zur Debatte gestellt. Da das State Department nunmehr seine Meinung anscheinend geändert hat. dürfte die Resolution in dieser Sitzungsperiode wahrscheinlich angenommen werden. RESOLUTION IN GENF MSB MEbBSsEmMSMsE || Noch ungeklaerte Fragen Genf: — Die UN-Kommission für die Menschenrechte nahm als Teil einer vorgeschlagenen Konvention gegen die religiöse Intoleranz eine Resolution an, die dazu auffordert, die freie Ausübung der religiösen Rechte zu garantieren. Art. 3 der Resolution verlangt di« Freiheitreligiöse Riten, Speisegesetze sowie andere Vorschriften zu beobachten, sowie die Erlaubnis zur Herstellung oder Einfuhr religiöser Gegenstände und Speisen. Der Gewährung dieser Rechte widersetzten sich heftigst Russland, die Ukraine und Irak. Der irakische Delegierte schlug mehrere Aenderungen vor und verlangte u. a. das Fehlen jeglicher Erwähnung von Speisen oder des Rechtes zu ihrer Einfuhr. Der irakische Vorschlag wurde mit 13 zu 4 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen abgelehnt. Der Absatz über die Freiheit. religiöse Pilgerfahrten zu unternehmen, wurde mit 12 zu 2 Stimmen und drei Stimmenthaltungen gebilligt. Ein anderer Absatz, der die Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ AUS ANGST VOR TSCHGMBE liess Nasser erklären, dass er neue Waffenlieferungen an die Kongo-Rebelien vorgenommen habe. — GUILLERMO LEON VALENCIA, der Präsident Ko lumbiens, teilte mit, dass Agenten Fidel Castros ihn nach Plänen einer internationalen Konspiration ermorden wollten. — PRAE3IDENT FREI in Chile stösst auf eine wachsende Opposition, vor allem von sozialistischer Seite. — FUMIHICO KAI. Japans Sonderbotschafter, bemüht sich um die Herstellung des Friedens zwischen Indonesien und Malasien. — Das BOMBEN-ATTENTAT gegen die in San Paolo erscheinende Zeitung „O Estado de San Paolo“ wird auf kommunistische Terroristen zurückgeführt. — Die KAEMPFE IN VIETNAM, wo grosse Truppenkontingente und Bombengeschwader eingesetzt werden, haben in den letzten Tagen an Heftigkeit zugenommen. — Aus KARACHI, PAKISTAN, meldet die Regierung, einen indischen Angriff zurückgeschlagen zu haben. — ANDREJ GROMYKO stattete der französischen Regierung einen offiziellen Staatsbesuch ab, um die sowjetischfranzösischen Beziehungen weiter zu stärken. — SEAN F. LEMASS, der Premier Irlands, trug bei den Wahlen e'nen knappen Wahlsieg davon. — Der SCHAH VON PERSIEN erwägt die Schaffung eines Kronrats, der das Land regieren soll, falls eines der vielen gegen den Schah gerichteten Attentate eines Tages doch .erfolgreich' sein sollte. — Dr. ALFREDO PALACIOS eine weit über Argentiniens Grenzen bekannte Persönlichkeit, verstarb in Buenos Aires 85 Jahie alt. — HASSAN EL AMRY, Ministerpräsident des Yemen. ist zurückgetreten. Präsident Abduila El Sallal beauftragte Ahmed Noman mit der Kabinettsbildung, der bereits ein mal eine hohe Position bekleidete, wegen des Bürgerkrieges aber zurücktrat. — IN BULGARIEN sollen weitere Todesurteile an Rebellen vollzogen worden sein, die mit den Rotchinesen sympathisierter, — ALEX) MORO, Italiens Ministerpräsident, wurde vom USA-Prasidenten Lyndon Johnson, empfangen, mit dem er wichtige Besprechungen führte. — HEFTIGE KRITIK an der amerikanischen Politik üb te der russische Premierminister Alexej Kosygin auf einer Massenkundgebung in Moskau — MIT EINEM SCHUSS aus einer 339 Jahre alten .schwedischen Kanone wurde die New Yorker Weltausstellung wiedereröffnet. — INDONESIENS PRAESIDENT Sukarno appellierte erneut an die USA, sie mögen ihre Truppen aus Vietnam und Korrea aurückziehen. — Freiheit betrifft, regionale ( und nationale Organisationen religiösen Charakters zu bilden und den Kontakt mit Glaubensgenossen im Ausland herzustellen, wurde auf Antrag des israelischen Delegierten dahingehend erweicert, dass das Recht gewährleistet werden soll, an internationalen Organisationen aktiv mitzuarbeiten und teilzunehmen. Dieser Zusatz gelaugte mit 14 gegen 7 Stimmen zur Annahme. APPELL AN U THANT New York: — UN-Generalsekretär U Thant wurde aufgefordert, bei der Regierung der Sowjetunion zu intervenieren und zu veranlassen, „die Härten ihrer Haltung zu der jüdischen Minorität zu mildern ’. In einer Petition, die dem USA-Delegierten vor den UN mit der Bitte um Weiterleitung an U Thant überreicht wurde, appellieren die Studenten, welche kurz zuvor einen “Marsch auf Jericho“ für die Rechte der sowjetischen Judenheit vor der Sowjetmission in den UN veranstaltet hatten, an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, “das Gewissen der öffentlichen Weitmeinung auf di« tragische Lage der Juden in Russland aufmerksam zu machen.’- In diesem Appell heisst es: ‘ Wir möchten, dass das Gewissen der Weltmeinung aufgeriittelt und auf diesen Versuch, das Wesen eines alten Volkes auszulöschen, hingewiesen wird, was einen klaren Fall von Völkermord darstellt.’ KEINE MAZZOT London: — Die jüdischen Gemeinden Litauens, 50 000 Seelen, und Uzbekistans, wo 100.000 Juden leben, durften in diesem Jahr keine Mazzot backen, wie aus der USSR erhaltene Nachrichten besagen. Den Juden in Kaukasien wurde das Backen von Mazzot gestattet. SCHMERZ UND TRAUER New York. — Die Amerikanische Jüdische Konferenz über die sowjetische Juaenheit beschloss die Abgabe einer Deklaration, in der dem Schmerz und tiefen Bedauern über die diskriminarorische Haltung der Sowjetunion gegen das Pessachfast Ausdruck verliehen wird. Dieser Konferenz gehören 24 jüdiche Organisationen an, welche die überwältigende Mehrheit der Juden im Lan de repräsentieren. Label Katz, ständiger Vorsitzender des Verbandes und Präsident der Bne Brit. gab aekannt, . dass „infolge der offiziellen sowjetischen Politik auch in diesem Jahr die russischen Juden gezwungen waren, der wichtigsten Voraussetzung für die Beobachtung des Pessachfestes zu entbehren, und erhob schärfsten Protest im Namen der nordamerikanischen Judenheit. In einem Ber’cht, der den Titel „Moskau erwürgt das jüdische Osterfest“ trägt, zählt er im einzelnen die Schwierigsten auf. denen die Juden in ihrem Bemühen, Mazzot zu erhallen. begegnen. Er stellt fest, dass die sowjetische Regierung das Verbot. Mazzot zu backen, „weniger lotal als in früherem Jahren“ Gestaltet hat, da es in diesem Jahr in drei „Propaganda- Städten“. Moskau, Leningrad und Odessa, den Juden er laubt worden ist. Mazzot zu backen. Obwohl man dies in frommen Kreisen „begrüsst“ und in einigen jüdischen Gemeinden in der Welt mit einer gewissen Dankbarkeit anerkannt hat, so dürfe man die Bedeutung dieser Erlaubnis keineswegs „überschätzen“. Ausser in diesen ge nannten Städten sei das Verbot. Mazzot zu backen, in ganz Russland aufrecht erhalten worden und galt ausser für Odessa in der ganzen Ukraine wo u. .a das Er suchen der jüdischen Gemeinde von Kiew das 8akken von Mazzot zu gestatten abgelehnt wurde. Tn Minsk, ebenso wie in allen anderen Städten der Sowjet Republik, ist das Verbot aufrecht erhalten geblieben In keinem der baltischen Länder waren Anzeichen vorhanden, dass Mazzot gebacken werden. In Mähren mit einer zahlreichen jüdischen Bevölkerung, besonders in der Hauptstadt Kischinew. durften die Juden keine Mazzot backen OEFFENTI.ICHE GEBETE New York. — Mitglieder der Jugendbewegung des Synagogen verbandes United Synagogue, die dem konservativen Flügel das US4- Judentums angehört, beteten auf einer Kundgebung, um die Aufmerksamkeit der Welt auf die Verfolgung der rusischen Judenheit durch die Sowjet-Behörden zu lenken. Ungefähr 500 Jugendliche versammelten sich in der auf dem Sutto-Piatz gelegenen Synagoge in der Nähe des Sitzes der Vereinten Nationen, wo sie beteten und beschlossen, der Regierung der Vereinigten Staaten und den Völkern der Welt eine Resolution zuzuleiten, die sie ouffordert. der verfolgten russischen Judenheit ihre Hilfe zu leihen. Nach dem Gebet marschierten die jungen Leute zum Dag Hammarskjold- Plat-z. um ihrem Protest gegen che Sowjetunion und ihrer Forderung, das Verschwinden der sowjetischen Massnahmen zur Unterdriikkung der jüdischen Kultur und Religion durch aktives Eingreifen zu erreichen, grö sseres Gewicht zu geben Deutsches Dementi Bonn. — In einer Pressekonferenz widersprach der Vize - Presseminister Krüger den Meldungen aus Jerusalem, dass das gemeinsame deutsch-israelische Communiqué in diesen Tagen veröffentlicht werden soll Dagegen bestätigte er die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern. Krüger fügte hinzu, es seien noch einige kleinere Fragen mit den Vertretern Israels in Köln zu klären. Das für diese Aussprache mit der Israel-Mission festgesetzte Datum falle jedoch auf einen etwas späteren Termin als den von Israel für die Bekanntmachung des Communiqués angekündigten Tag. (ITA) Bonn. — Die formelle Anerkennung Israels durch Westdeutschland wird ausgesprochen werden, nachdem gewisse ungelöste Fragen, die die Israeel-Missiou in Köln betreffen, geklärt worden sind. Dies ausser te A. Krüger. Vize Pressesekretär der Bundesregierung in einer Pressekonferenz die kürzlich stattfand. Eine Auskunft, wann dies zu erwarten stehe, wollte er nicht erteilen. Die Journalisten fragten Krüger auch, ob die Reisen westdeutscher Gesandter in die arabischen Hauptstädte zur Abschwächung der Aufregung über die Auf nähme der diplomatischen Beziehungen zwischen Bonn und Israel, koordiniert und geplant worden seien. Der ITA-Ko> respondent. wollte wissen, ob die verschiedenen Westdeutschen, die von der ägyptischen Polizei unter der Anschuldigung, Spionage für Israel zu betreiben, inhaftiert sind, ihren konsularischen Vertreter sprechen konnten. Es handelt sich um mehrere Personen, die im Februar in Kairo verhaftet wurden und seither im Gefängnis sitzen. Der Sprecher bejahte diese Frage lehnte es jedoch auch hier ab, auf Einzelheiten einzugehen.. (ITA) VATIKAN UND JUDEN (Schluss von Seite 1) sehe Kongress gaben getrennte Erklärungen zu den aus Rom stammenden Meldungen von einer Abänderung der Deklaration über die Juden ab. die in der nächsten Konzilssitzung im September definitiv angenommen werden soll. Mit dem Ausdruck „des Bedauerns und der bitteren Enttäuschung“ über die Nachrichten von einer wachsenden Opposition gegen die Annahme dieses Dokuments erklärte Morris B. Abram. Präsident des AJC: .Das Eindringen eines politischen Faktors, der durch den arabischen Druck ausge.öst wurde, erstaunt uns. denn erst im vergangenen Mai hat Papst Paul VI. eine Delegation unserer Organisation freundlich empfangen, und a’ sdriicklich versichert, dass die Sorge über die christlich - jiidichen Beziehungen eine rein religiöse Angelegenheit ist. Die prinzipielle Billigung des Textes der Deklaraiion, die mit überwältigender Mehrheit stattfand, wurde von allen Menschen guten Willens ohne Unterschied des Glaubens beifällig begrüsst. Eine neue Aera des Verständnisses unter den Religionen schien anzubrechen. Wir wollen beten, dass die starken Kräfte der Auf klärung innerhalb der Katholischen Kirche den Sieg davontragen und der er-hbessliche Beschluss des Kirchenkonzils ein unzerreissbares Band der menschlichen Brüderlichkeit schmieden möge, dessen die Menschen in dieser von Konflikten erschütterten Welt so verzweifelt bedürfen.“ Dr. Joachim Prinz. Pväsi dent des Nordamerikanierh-en Jüdischen Kongresses erklärte folgendes: ..Die Deklaration des Konzils über die Juden entsprang der Erkenntnis. dass die katholische Doktrin durch die Jahrhunderte eine verborgene doch lebendige Quelle des Antisemitismus gewesen ist. Der Entschhiss der katholischen Geistlichkeit, eine Erklärung über die Juden abzueeben. muss daher nicht als der Wunsch, die Juden von der Schuld des Gottesmordes freizusprechen, angesehen werden, sondern als eine Art von Freispruoh für die Kirche. die durch ihre Lehren den Antisemitismus genährt hat, der zu solchen Grausamkeiten führte Wenn die Kirche heute die Folgen prüft, die ihre Lehren auf die Geschichte des Antisemitismus gehabt haben, so hat das jüdische Volk hierbei keine Rolle zu übernehmen, sondern es muss mit Geduld und Würde dem Gewissenskonflikt der Katholiken zuschauen, der sich in der Deklaration widerspiegelt. ROM AEUSSERT SICH Rom. — Das vatikanische Sekretariat für die christliche Einheit, an dessen Spitze Kardinal Bea steht, erklärte durch den Mund eines Sprechers, dass diese Behörde einzig und allein für die Handhabung der Deklaration über die Beziehungen der Kirche mit den Nichtchristen zuständig ist. Diese Erklärung erfolgte auf die aus Rom stammendem Meldungen, dass eine ad hoc - Kommission von vier Prälaten drastische Aenderungen des vom vatikanischen Konzil im November angenommenen vorläufigen Textes ausgearbeitet hat. Der Sprecher teilte mit, dass eine aus 30 Bischöfen bestehende Plenarversammlung des Sekretariats am 9. Mai stattfinden wird, um die endgültige Fassung der Deklaration aufgrund der in der Novembersitzung in Vorschlag Gebrachten Aenderungen festzulegen. Der Text, der auf dieser Sitzung beschlossen werden soll, wird dem Konzil unterbreitet werden. das am 17. Seotember zusammentreten wird Der revidierte Text des Dokuments wird in das Pro gramm für die nächste Konzilssitzung aufgenommen. Der Sprecher fügte hinzu, da^s „keine Kommission leine offenscihtliche Anspielung auf die ,ad hoc- Kommision‘1. auf diese Richtlinien dos Sekretariats Finfluss ausüben und die für den 9. Mai anberaumte Plenarsitzung der 30 Bischöfe verhindern kann.“ (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 891 Registro de!• Propiedad Intelectual Vf> 886.206