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Jüdische Wochenschau · 1965-04-15 · 2112 (15.4.1965) · p. [Seite 9]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2112 (15.4.1965)
Date
1965-04-15
Page
[Seite 9] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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Sigo, del Estero 454, IX, of. 36 # ♦ _T. E. 38-5816 vr Afce XXVI. LA SEMANA ISRAELITA Jueves, 15 de Abril de 1965 Churchill — der Zionist Anlässlich der Dreihundert jahrfeier der Wiederansied lung von Juden in England fand im Jahre 1956 eine Ausstellung über englisch jüdische Kunst und Ge schichte" in London statt- Die Ausstellung wu< de von R. D. Barnett organisiert, und der Schreiber dieser Zei len war für den zionistischen Teil verantwortlich- Unter den zionistischen Dokumenten befand sich ein Telegramm von Winston Churchill an Chac-ham Dr- M-. Ga. ster vom 11- Mai 1908: „Sie dürfen immer auf mich als Freund des jüdischen Volkes rechnen“ Winston Churchill hat sein Versprechen gehalten- Er war und blieb ein Freund des jüdischen Volkes. Winston Churchill, Arthur James Balfour und David Lloyd George wurden von Theodor Herzl, dir ekt und in direkt, beeinflusst dass sie sich mit jüdischen Problemen beschäftigten. Im Jahre 1992 wurde eine „Royal Commission on Alien Immigration“ bestimmt, um Vorschläge über Beschränkungen der Fremden-Einwanderung zu entwerfen- Unter Fremden-Einwanderung verstand man damals Juden, insbesondere aus Russland, die nach England kamen. Herzl wurde nach London eingeladen, um als Präsident der Zionistischen Organisation vor der Royal Commission zu erscheinen Seine Erklärungen beeindruckten viele englische Staatsmänner- Die vorgeschlagenen Beschränkungen wurden im Unterhaus auch von Churchill bekämpft. Von nun ab 1 konnte man öfters seine Stimme hören, wenn es galt, jüdische Rechte zu verteidigen- Später unterstützte er :einen Gesetzentwurf, dass Personen ihre Geschäfte am Sonntag öffnen dürfen, wenn sie diese am Sonnabend geschlossen halten Sein ruhmreicher Kampf gegen Hitler gehört der Geschichte an Er besiegte die Nazis und rettete die Welt vor einem fin steren Untergang- Ohne Churchill wäre die Welt heute ein Konzentrationslager. Weil wir einen Churchill hatten, wurde Europa befreit- Als Joseph Chamberlain Ostafrika (Uganda) Theodor Herzl zur Kolonisierung der Juden im Jahre 1903 anbot, gehörte Churchill zu den Anhängern dieses Projekts- Die stürmische Debatte über Ostafrika bewegte viele Staats männer, darunter Churchill, die Judenfrage zu studieren. Fast alle erkannten die Notwendigkeit einer territorialen Lösung des Judenproblems. Herzl starb im Jahre 1904, und der VII Zionistenkongress in Basel (1905) lehnte jedwede Kolonisation ausserhalb Palästinas ab Deshalb trat Israel Zanewill aus der Zionistischen Orgavon JOSEF FRAENKEL Ehrung Winston Churchills Die diesjährige Theodor- Herzl-Medaille der Zionistischen Organisation Ameri kas ist dem ehemaligen britischen Ministerpräsidenten Sir Winston Churchill verliehen worden. Churchills Sohn Randolph hat kürzlich die Medaille in New Yotk in Bmpfang genommen (ITA) nisation aus und gründete die I-T.O- (Jewish Territorial Organisation), die jüdische Kolonien in Ostafrika und in anderen Lannern schaffen wollte- Winston Churchill erkläre öffentlich, dass er für eine jiid;sche Kolonie in Ostafrika unter „eigener Flagge und eigener Seele“ wäre. In den Jahren 1906—1906 war Winston Churcnill Kolonialsekretär, und in dieser Eigenschaft besuchte er auch Osfafrika- Hier kam er zur Ueberzeugung, dass dieses Gebiet für eine jüdische Ko. Ionisation ungeeignet wäre- Um diese Zeit war Cha- ’mmm gen, Palästina als ein blühendes Land wieder a ifzubauen, wo Juden und Araber Zusammenarbeiten, von Erfolg gekrönt werden mögen- Als Winston Churchill Kolonial - Minister (1921—1922 > wurde, wollte er im unruhigen Nahen Orient Ordnung schaffen. Er rief Herber* 1; Samuel und einige sogenannte Experten zusammen, verhandelte mit den Arabern und mit den Zionisten, und das Resultat w&r die Veröffentlichung des Churchill- Weissbuches- Transjordanien wurde aus dem biblischen Palästina und aus der Baifour-Deklaration herausgei Stimme überall hören. Auch ' vergass er nicht sein altes | Versprechen, als Freund des ( jüdischen Volkes aufzutre-! ten- Eir hatte Besprechungen mit Weizmann auch | mit Jabotinskv und im Unterhaus wehrte er heftige Angriffe gegen den Zionismus und gegen ein jüdisches Palästina ab. Im Jahre 1936 sprach er gegen den Vor schlag zur Bildung eines gesetzgebenden Rates m Palästina. Seine Rede — nicht die „einzige Hoffnung der Juden“ zu zei stören — begrub diesen gefährlichen An. I trag- Er betrachtete das; Weissbuch vom Jahre 1939; als eine Verletzung einer fei- 1 erlichen Verpflichtung und Israels Jugend besiedelt den Negeiv cham Dr- M- Gaster P' äsi dent der Zionistischen Föderation- Seine Bekanntschaft und Freundschaft mit Chur chill mag auch dazu beigetragen haben, dass Churchill erkannte, dass eine territoriale Lösung unter „eigener Flagge und eigener Seele“ nur in Palästina möglich wäre- Ausserdem las er die Bibel und interessierte sich für die Geschichte des jüdischen Volkes. Die Sehnsucht der Juden nach Palästina und die Rückkehr der Juden ins Gelobte Land standen im Einklang mit seinen Visionen- Nun schickte er ein Schreiben der Jahreskonferenz der Zionistischen Föderation, in dem er seine Stellung zum Zionismus in klaren Worten formulierte Er erklärte, dass er in voller Sympathie zu den historischen Bestrebungen der Juden mit Bezug auf Palä.tina wäre und drückte seine Hoffnung aus, dass die Anstrengungen der Zionisten zum Endziel führen würden. Einige Monate später erhielt Dr- M- Gaster das früher zitierte Telegramm Churchill betrachtete sich als Zionist und wollte dass die Zionisten wissen sollten, dass er jederzeit bereit wäre, dem jüdischen Volke zu helfen- Nach der Balfour Deklaration schrieb er, dass „ein Judenstaat mit 3—4 Millionen Juden unter dem Schutze Englands noch zu unseren Lebzeiten entstehen würde“. Zum XII Zionisten kongress in Karlsbad 0921) schickte er eine Begriissuogsdepesche. Er wünschte, dass die rionistisohen Bestrebun. I schnitten. In Palästina soll. I te die Schaffung eines jüdii sehen Heims international! garantiert werden- Churchill I sprach über die alte historische Verknüpfung des jiidi sehen Volkes mit Palästina, aber die jüdische Einwanderung müsste sich nach der jeweiligen wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes richten- Weizmann als Präsident der Zionistischen Organisation und die Zionistische Exekutive, darunter Vladimir Jabotinsky, mussten diese Interpretation, wenn auch nur widerwillig anerkennen. „Das Churchill - Weissbuch kann“ — erklärte dann Chaim Weizmann — ,;au einem Blau-Weissbuch ge macht werden, aber nur durch jüdische Arbeit im Lande “ Das Churchil—Weissbuch wurde als Grundlage der Mandatspolitik betrachtet, und obzwar es als Kom. promiss gedacht wurde um Ruhe und Frieden herzustel. len, sah man bald ein dass die Araber weder Versprechungen noch Verträge einhalten würden. Als dann die englische Regierung, unter dem Diuck der Araber, immer mehi die Rechte der Juden in Palästina einschränken wollte trat Winston Churchill dagegen in aller Schärfe auf Bald kam die Zeit, da Churchil allein und isoliert stand- Er stand in der Oppo sition gegen seine Partei, gegen seine Regierung, warnte vor Gefahren, vor den Na zis, vor Adolf Hitler und einem herannahenden Kr’eg. Trotzdem konnte man seine nannte es „ein zweites München“. Auch betrachtete er die Juden Palästinas von militärischer Bedeutung und von strategischem Wert. Als der Weltkrieg ansbrach und er dann Minister Präsident wurde. konzen. trierte er sich auf sein Hauptziel: die Befreiung der Weltvon den Nazis. Ueberall waren Quislinge Der Mufti aus Jerusalem weilte in Berlin und wartete auf den Sieg Hitlers- Am 21 Juli; 1921 schickte Churchill;ine Botschaft an Stephen S Wi se, den Präsidenten des Jii-! dischen Weltkongresses, der | in einer grossen Massendemonstration in Madison Square Garden in New York i sprach. Churchil schrieb | ihm: „Die Juden waren die ersten Opfers Hitlers und seit dieser Zeit stehen sie in der vordersten Reihe des Widerstandes gegen den Nazikrieg“. Er bestätigte dann, trotz vieler Schwierigkeiten, die Bildung der Jüdischen Brigade, die in Afrika, Asien und in Europa gegen die Nazisoldaten kämpfte. Mehrmals sah er Weizmann und versprach, dass er nach dem Krieg auf der Friedenskonferenz, Vorschläge über ein jüdisches Palästina bringen werde- Aber nach dem Weltkrieg wurde C- R. Aftlee Mi. nisterpräsident, und Ebnest Bevin wurde Aussenminister. Nach der Entstehung des Staates Israel verlangte Churchill im Unterhaus (Dezember 1948), dass England Israel de facto anerkennen solle- Er kritisierte Aftlee und Bevin, die die Lage in Palästina falsch beurteilt SEKRETARIAT SANTIAGO DEL ESTERO 454 - 3. St. - Of. 36 TELEFON 38-5816 SPRECHSTUNDE. nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung, jeden MITTWOCH von 18 bis 20 Uhr. Nachrichten aus Israel AUSL A N-DSREISEN I Kürzlich wurde der Visumszwang liir Israel bei Reifen nach Belgien, Holland und Luxemburg aufgehoben. KINDERHEIM Ein neues Heim mit 200 Betten für geistig zurückgebliebene Kinder wurde in dem Malbendorf Schaar-Menasche eröffnet. ANTIKE MUENZBN In Ra mat Rachel bei Jerusalem wurden Bronzenmünzen aus der Zeit des 3. Jahrhunderts vor der gewöhnlichen Zeitrechnung gefunden. TOURISTEN In den Monaten Januar bis Fnde 1964 kamen ingesamt 220.000 Touristen ins Land, etwa 12 Prozent mehr als in der gleichen Periode des Jah res 1963. KONSUM Aus einer Veröffentlichung des Landwirtschaftsministeriums geht hervor, dass die Bewohner Israels pro Kopf mehr Fleisch essen als die Holländer, mehr Zucker verbrauchen als die Franzosen. Belgier und Deutschen, und zwei Mal so viel frisches Obst konsumieren wie die Bewohner der Vereinigten Staaten. BRIEFMARKEN- AUSSTELLUNG Kürzlich fand in Haifa die Israelische Briefmarken-Ausstellung TABAI statt, die im Zeichen der israelisch-afrikanischen Freundschaft stand und auf der etwa 30 neue afrikanische Staaten vertreten waren. SEMINAR Die UN-Organsation für wirtschafftliche Zusammenarbeit und Entwicklung veranstaltete ein internationales Landwirtschafts-Seminar in Israel, das 10 Tage dauerte. und das Land schlecht verwaltet hatten. England erkannte Israel de facto im Januar 1949 und de jure im April 1950 an. Dann kam die Zeit, da Churchill sich mehr und mehr von der Politik zurückzog. Er erschien zwar nier und da im Unterhaus, aber selten beteiligte er sich an der Debatte- Wenn aber Araber und Gegner im Osten den Zionismus und den Staat Israel attackierten, da hörte man plötzlich die Stimme Churchills: „Ich bin ein Zionist“ Und er hielt es für wichtig, der demokratischen Welt zu sagen, dass er immer den Zionismus unter stützt habe. Für die Juden waren seine Worte: „Ich bin ein Zionist“ — unvergess lieh. Winston Churchill wird der Menschheit insbesondere dem jüdischen Volke, fehlen. . Vertreter der internationalen | Arbeiterorganisationen der! UN und führende Staatebe- : amte aus Griechenland, Jugoslawien, Portugal, Spanien, i der Türkei und Israel nahmen daran teil. LEHRER AUS TANGANJIKA Im Kibbuz Gescher-Hasiw wurde ein dreimonatiges Seminar für zwanzig Volksschullehrer aus Tanganjika abgehalten. TELBFONE Die Postverwaltung bestellte bei der Firma Telrad in Lod Telefonzentralen und Telefonapparate im Betrage von 30 Millionen IL. TELEVISION Während im Jahre 1963 nur 901 Fernsehapparate eingeführt wurden, waren es im Jahre 1964 bereits 8.866 Ap parate, d. h. eine Steigerung von 884 Prozent; hingegen sank die Zahl der im Lande her gestell ten Apparate von 214 im Jahre 1963 auf 40 im Jahre 1964. TOURISTEN Während im Jahre 1963 mehr als 100.000 Israelis ins Ausland fuhren, waren es im Jahre 1964 nur 90.000. Im Jahre 1964 kamen etwa 250.000 Touristen naeh Israel, gegenüber 218.000 im vorhergehenden Jahr. MILITAER-AKADEMIE Die Regierung beschloss die Errichtung einer zweiten Militär-Akademie zur Heranbildung zukünftiger Offiziere. Während sich die bisher einzige Militär-Akademie an der Haifaer Realschule befindet, liegt die neue Akademie am Herzl Gymnasium in Tel Aviv. BERUFSSCHULEN Ein amerikanischer Philanthrop hat für die Errichtung von sechs religiösen Berufsschulen den Betrag von 1 Million Dollar beigesteuert; drei dieser Schulen befinden sich bereite in Jerusalem, Schafir und Nachaliir, im Bau, die anderen drei werden in Haifa, Asata und Kfar- Batja errichtet. 40 JAHRE TECHNION Kürzlich feierte das Haifaer Technion sein vierzigjähriges Bestehen. NEUE EL-AL-FILIALE Die israelische nationale Fluglinie EL AL eröifnete vor kurzem eine Filiale in West-Berlin. ZU S AETZL1 CHE STIFTUNG Mrs. James de Rothschild hat aus dem Vermächtnis ihres Mannes einen zustätzs lichen Beitrag für den Bau der Knesset in Jerusalem iE Höhe von 335.000 Pfund ge stiftet.

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