Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2103 (12.2.1965)
- Date
- 1965-02-12
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Dies sagte der i sehen Geiseln und etwa 25 „abgespritzt1worden seien j Bauingenieur Antoni Palitc- ■ verwundeten sowjetischen Haupt erklärte dazu, er haj Die israelische Landwirtki aus Stockholm als Zeuge Kriegsgefangenen beobachtet be die Spritzen zur Schmerz- Schaft kann mit den Ergebvor dem Tübinger Schwurhaben. linderung verordnet. : nissen des Jahre 1963/64 zu. gerioht. Den drei Angeklagj^,. jahre alte Giesseiei- Wilhelm Pasch erklärte, frieden sein, wenn auch die teil Otto Haupt. Otto Knott! hiltsarbeiter Heinz Ehmann dass si<h LUdtke aus Lange- Zitrusernbe weder mengen t.nd Bernhai-d Lüdtfce wer ■ aus ßergisch Gladbach, der : weile selbst zum Schiessen massig noch preismässig die als SS-Unterscharfü hrer in an der Messlatte angeboten Rekordziffern des Vorjahres Stutthof Sanitätsdienst tat batte. halten konnte. Der Export und Untergebener Haupts Mit Hilfe dieser Vorrlohwar, berichtete, dass Haupt tung wurden Häftlinge geiiber die Aufnahme von tötet. Pasch sagte, dass im Kranken willkürlich und lau- Krematorium des Lagers täg. nisoh entschieden habe. Bei lieh durchschnittlich etwa den Visiten habe der Ange- 40 Leichen zu verbrennen geklagte öfter zu Häftlingsärz- , wesen seien. Die Opfer seien ten bei hoffnungslosen Fälvor allem jüdische Frauen len gesagt: „Schreib mal auf, sowie jeweils kurz vorher , ... „ , , _ . _ . , gibt ihm eine Spritze-- oder : eingelieferte Polen und Rusktarte. nach der Typhus Epi. ähnliches. Er habe auf die von Dr. KURT 0TTENS00SER (Israti; den M a ssen tö r.uii gen von Häftlingen zur Last gelegt. Nach Palickis Angaben sind die meisten Häftlinge in den ersten sechs Wochen gestorben. Bei seinen mehrwöchigen Aufenthalten im Revier habe er gesehen, wie der Angeklagte Haupt Kranke misshandelt habe. Der Bildhauer Julius Schwarzbart aus Haifa er hen können als die anderen Wirtschaftszweige. 1963/63 dürften sich die Bruttoeinnahmen des Landwirts weiter nicht unbeträchtlich erhöht haben, nachdem sie bereits im Jahre 1962 63 um 12 Prozent gewachsen waren belief sich auf rund 11,5 Mil- | während die Produktionskolionen Kisten (gegenüber 12,6 i stien si°h nur um 9 Prozent Millionen Kisten im Vor-! erhöht haben. demi« 1942 seien Baracken mitsamt den Kranken „ausgeräuchert" worden. Einmal hätten gefangene katholische Pfarrer und ihr Bischof mit Besen in den Händen mit dem Sarg eines eigens zu diesem Zweck getöteten Juden an einer „Prozession“ durch das Lager teilnehmen müssen. Dev Oberkapo im Revier nabe auf Befehl Haupts Häftlinge in der Badewanne ertränkt, das „Abspritzen" Kranker sei von Raupt voige iommen worden, feinmal habe er Haupt allein im Zimmer mit der Spritze in der Han<j und kurz darauf einen Toten im Korridor lie gen sehen. Bei den „Abspritzungen“ im Krematorium hat nach den Aussagen des Zeugen Schwarzbart auch der Angeklagte Otto Knott mitgewirkt. Schwarzbart beschuldigte den Angeklagten Liidtke, an der Schiesserei auf 20 polnische Geiseln beteiligt gewesen zu sein, die auf dem Wege zur Gaskammer auszu brechen versuchten. Bis auf zwei hätten sich alle SS Leute des KZ Stutthof an Genickschuss-Aktionen beteiligt. Als den ..bösen Geist“ des Lagers bezeichnete der Ober, in.spektor a. D. Karl Bulwien aus Wuppertal den Angeklagten Haupt. Knott, bekannt wegen seiner Trunksucht, habe an Selektionen meistens betrunken teilgenommen. Buwien und der technische Zeichner Kuert aus Wuppertal schilderten den Angeklagten Lüdtke als „Mann hinter den Kulissen“. Kuert. der wie Bulwien als Kommunist in das KZ Stutthof gekommen war, sollte nach seinen eigenen Anga ben als Kontaktmann der Roten Armee Näheres auskundsebaften Haupt und der Schutzhaftiagerfiihrer Voth seien stets zusammen an Se lektionen beteiligt gewesen. Unter Tränen Kuert die Selektionen jüdischer Frauen, an denen auch sen gewesen. jahr * und brachte nur 55 Millionen Dollar ein (gegen über 75 Millionen Dollar kn vorhergehenden Jahr) In den letzten Jahren hat sich die Landwirtschaft kräftig erholt. Sie hat ihre Bruttoeinnahmen stärker erhö- Das Unrecht vergessen Dieses gute Ergebnis ist in erster Linie der regen Nach frage am Binnenmarkt zu verdanken, der auch bereit war, gute Preise zu zahlen. GUTES WETTER — GUTE ERNTEN Die starken Regenfälle, die bis zum Beginn des Sommers tion das Preisniveau erschüttern könnte. Hier muss allerdings gesagt werden, dass die sehr energischen und weitgehenden Massnahmen des Landwirtschaftsminis ters Mosohe Da. an, die dazu dienen sollen, der Landwirtschaft gute Preise und ein hohes Ein. kommen zu sichern, nicht immer mit den Bedürfnissen des Städters in Einklang gebracht werden kön-nei DIE FUE I SCH V E RSORGUNG Ein besonderer Dorn kn Auge des Landwirtschaftsministers sind die Zwisohengewinne der Großhändler und Sofia Loren und der Boykott Tripolis. — Alle Filme von Sofia Loren sind in Libyen verboten worden, wie eine von Finanzminister Salim Lufti Qadi erlassene Verfügung besagt. Das Verbot erfolgte im Rahmen des Boykotts gegen Israel, denn die italienische Künstlerin spielte die Haupt rolle in dem kürzlich in Is rael gedrehten Film „Ju ditii“. Dr. W.: — Wie noch in allgemeiner Erinnerung sein dürfte, hat das Landgericht Stuttgart auf Grund von Zeugenaussagen, unter denen jene des vom Hitierreginie in Bukarest eingesetzten Judenreferenten Gustav Richter und des unter dem gleichen Regime in Czernowitz amtierenden Generalkunkuls Sehellhorn besondere Glaubwiirdigxeit fanden, im Jahre 1957 in einem Urteil ausgesprochen, dass die Verfolgungen in Rumänien von Berlin nicht veranlasst wurden. Dieses Urteil bot den zuständigen Entschädigungsbehörden eine Handhabe für die Erlassung einer Stop-Verfiigung, mit welcher die weitere Bearbeitung von Anträgen der Nazi-Opfer aus Rumänien si stiert wurde. Erst im Juni 1960 hat die Länderkonferenz, unter dem Eindruck des ihr unterbreiteten Dokumentenmaterials und unter Zugrundelegung der historisch erhärteten Tatsachfe. dass Rumänien während des Zweiten Weltkrieges kein souveräner Staat war, den Beschluss gefasst, die Stop-Verfügung aufzuheben. Nunmehr vertreten einzelne Entschädigungskammern seit einiger Zeit den Standpunkt, dass die deutsche Veranlassung als Grundlage der Ersatzpflicht nur für den Freiheitsschaden feststehen würde, bei den anderen Schadenstatbestänoen (Lebens-, Gesundheit«- und Berufsschäden) läge hingegen diese „Veranlassung“ nicht vor, weil die Regierungen der seinerzeitigen deuisehen Satellitenstaaten die Judenverfolgungen „aus eigenem Willen“ vorgenomrr.en hätten. Der Widersinn dieser Willkür liehen Unterscheidungen zwischen d«r im Paragraphen 2 BEG vorgesehenen .Veranlassung und Billigung“ durch Nazibehörden und der im Paragraphen 43 BEG für der. Frei hei tssohaden festgeiegfen wurde von jedem Standpunkt aus — aus historischen und moralisch»«! Gründen — von zahlreichen kompetenten Kreisen, Juri sfen und politischen Schriftstellern aofgezeigt und ad absurdum geführt. Die Hitachduth Olej Bukowina in Israel hat in einer ausführlichen. 17 Seiten umfassenden Broschüre das umfangreiche Material zusamimengetragen und den unsch Udert« widerlegbaren Nachweis erbracht, dass die Voraussetzungen des Paragraphen 2 BEG für sämtliche Schadenstatbestände des Pa. ragrapben 150 BEG bereits gegeben sind. Diese Broschüre wurde sämtlichen mit diesen Problemen befassten westdeutschen Stellen — den parlamentarischen Kommissionen, den zuständigen Ministern der Bundesregierung und der Länder, den zentralen und lokalen Wiedergutmachungsä'Titern, der Presse, u.s.f. — zugesandt Nur einige Fragen seien noch hinzugefiigt, aus denen sich die Unaufrichtigkeit dieser .Abwehrmethodengegen die Gerechtigkeit ergibt: 1) Wenn die Veranlassung der Freiheitsentziehung auch für die Satellitenstaaten zugestanden wird, was war das Ziel dieser Veranlassung? War es nicht nur eine der Methoden und barbarischen Mittel der „Endlösuug“, also eine adäquaanhielten und sehr gut ver- 1 des Kleinhandels, die das teilt waren, führten zu au-! F1eisch verteuern. Um dies | ssergewöhnlioh guten Ernten 211 vermeiden, wurden zwei von Getreide und Futtermit. ’ Gix>s*s - Schlachthäuser ge- I teln. Besonders der Negew 1 §T”nc*et> eines kn Norden te Ursache der während und zufolge der j wurde mit Regen reich be- und eines im Süden (Marveranlassten Freiheitsentziehung verurdacht, und da die Beduinen sachten weiteren Schäden, insbesondere ' dies bereits früh geahnt h&tdes Lebens- und Gesundheitsschadens? I ten — sie scheinen mit der Wäre dieser Gesundheitsschaden ohne die zifgestandene Freiheitsentziehung denn überhaupt entstanden? 2i War näht die Brigade des Einsatzkommandos Ollendorf zur Zeit der Deportationen aus Rumänien dort tätig, um diese Form der Judenvernichtung mit deutschen Kräften durchzuführen? 3) War nicht Rumänien und insbesondere die Bukowina und die Mioldau seit Anfang 1941 von deutschen Truppen — über 600.000 Mann mit allen Stäben usf. — besetzt, welche die Geisellager und Deportationen forderten und kontrollierten? 4) Gab es nicht, wie in allen Kriegsverbrecherprozessen festgestellt wurde, um die gleiche Zeit ein gewaltiges Netz aller Gestapo- und sonstigen Spitzel- und Geheimdienste des Naziregimes in den angeführten Gebieten, so dass die rumänischen Behörden ihnen zu Gebote stehen und ihre Befehle in allen Belangen ausführen mussten? Umso mehr selbstverständlich in der Judenfrage. 5) Gab es nicht seit Januar bzw. März 1941 einen mit der „Endlösung der Judenfrage in Rumänien betrauten Judenbera ter namens Richter (mit dem gesamten, hierfür nötigen Stab) in Burakest, der im Aufträge Hitlers nicht nur die Deportationen, sondern auch alle anderen Diskriminierungen und Verfolgungen der dortigen Juden — selbst gegen den erklärten Willen der rumänischen Quislinge — anordnete und durchftihrte? Judenberater Richter ordnete damals an und gab sein Zeugnis ab, das den. Landgericht —- neben anderen gleichwertigen nazistischen Bekundungen — genügte, um die Ansprüche der Opfer Richters und Genossen — Genossen, auch im Land- Natur doch enger verbunden zu sein als die neue Einwan derung —, so hatten sie grosse Flächen angebaut und entsprechend reiche Erträgnisse. Allerdings gab es ausser dem segenbringenden Regen bek). und zwar auf genossenschaftlicher Basis. Die Siedlungen, die Genossenschaftler bei dem Schlachthaus sind, liefern direkt das Schlachtvieh, und das ausge. schlachtete Fleisoh wird dann an die Metzgereien, Supermärkte usw. verkauft. Um diesen Gross-Schlächtereien die Belieferung des auch Fröste, die anderen ' Publikums m. billigen Frei- Pflanzungen schadeten. So litten darunter nicht nur die Zitrushaine, sondern besonders auch die Bananenpflanzungen, die an verschiedenen Stellen des Landes schwer heimgesucht wurden. GUTES OBST UN D G EMUE , Der erwähnte Frost verzögerte das Reifen der Gemüse, un<i in den ersten Monaten des Jahres 1964 waren diese knapp und teuer; besonders für Tomaten mussten eine Zeitlang hohe Preise gezahlt werden. Mit Beginn des Sommers aber änderte sich das Bild schnell. Nicht nur konnte die Nachfrage zu normalen sen zu ermöglichen, gewährt die Regierung hierfür sogar eine nicht unbeträchtliche Subvention. Dagegen erhob sich natürlich ein Sturm, Auf der einen Seite protestierten begreiflicherweise die Viehhändler, deren Geschäft grossenteils zerstört wurde. Auf der anderen Seite sind die religiösen Ortsrabbiner unzufrieden, die bisher das lokal vorgenommene Schächten überwacht und aus den da. für anfallenden Gebühren die religiösen Institutionen aufrecht erhalten hatten. Der Fleischkonsum stieg übrigens in den letzten Jahren stark und schnell an; im Landwirtschaftsjahr 1962 bis 1963 betrug diese Steige-?reisen befriedigt werden, es . fung 13 Prfvent. wenn sie ergaben sich sogar Ueber schussmengen, die Wohl. fahrts-Institutionen und Unterstützungs-Empfängern zu einem nominellen Preis überlassen wurden. Auch die Konservenindustrie konnte angesichts der verbilligten Preise grössere ■ jabr und stellte sich auf 466 genoht Stuttgart? - zu verhindern, zu . Quantitäten als sonst verar- . Millionen IL. Aber wenn wir oestreiten und zu komplizieren. Die ganze 1 beiten. Willkür der deutschen Entschädigung«! Besonders reichlich waren und Wiedergutmachung« . Gesetzgebung! die Obsternten, die um rund sich auch 1964 etwas verlangsamt hat. LANDWIRTSCHAFTLICHE PRODUKTION Das Landwirtschaf ts-ESn. kommen stieg um rund ein Dritte] gegenüber dem Vortritt an diesem Beispiel nur einmal mehr und sehr deutlich hervor. Aber das können die Deutschen sich schon wieder erlauben. Sie haben doch so viel Geld, finanzieren die ehemaligen Sie. gerstaaten, räumen den Arabern Millionen- oder Milliarden-Kredite ein, haben eine starke Armee, rüsten auf und biikken in die vorläufig noch rosa rote, bald aber düstere Zukunft... Warum zurück, blicken? Warum zahlen? Warum Gerechtigkeit üben? Wir leben doch 1965 und nicht zwanzig Jahre früher, damals als die Trümmer rauchten, und man um Gerechtigkeit und Mitleid winselte. Und die Juden? Sind sie wirklich so schwächlich und so schwach, dass man mit ihnen alles machen kann? Wir befinden uns in einer tragischen Situation: Die Deutschen haben nicht das Recht vergessen! Sie haben aber das Unrecht vergessen, das voj» ihnen begangen worden ist. 70 Prozent ergiebiger als im Vorjahr waren, in dem die Produktion schon bereits um 27 Prozent gestiegen war. Aber das Obst war nicht nur quantitativ sehr üppig — besonders die Pfirsichernte war erstaunlich —, sie war auch qualitativ ganz vorzüglich. Das schnelle Anwachsen der Obstproduktion veranlasst« das Landwirtschafts- Ministerium, strenge Vorschriften über die weitere Anlage von Ostplantagen zu erlassen, für die nunmehr Spezialerlaubsnis eingeholt werden muss. Man will verhüten, dass die Ueberprodukvon der Zitruwprodukt.ion abseh er.. so stieg die Gesamtproduktion der Landwirtschaft, die 1962/63 über t Milliarde IL betrug, etiwa» langsamer an als die Entwicklung in den anderen Zweigen der Wirtschaft. Bischeefe in Bergen.Belsen Hildesheim. — 52 sünau— rikanische Bischöfe, die am Vatikanischen Konzil in Rom teilgenommen hatten, besuchten auf Einladung des Hildesheimer Bischofs Jansen die Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen. (AWZ) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N") 826.205