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Jüdische Wochenschau · 1964-11-27 · 2092 (27.11.1964) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2092 (27.11.1964)
Date
1964-11-27
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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Viernes, 27 de Noviembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — Ko 2092 Ereignisse der Woche■^Ilck i*1 die Welt w von HARRI R <kfíUWARP.7 Informationsabend der THG Auf einer gut besucnten Veranstaltung, die von der Theodor Herzl Gesellschaft unter Mitwirkung von Bet Israel durchgeführt worden ist, sprach Dr. Hardi Swarsensky zu einer Reihe aktueller Probleme. Einige Be. merkungen wurden vorangestellt: Man solle sich von einem schädlichen Sensationalismus freihalten und versuchen. sachliche und nicht persönliche Auseinandersetzungen zu führen. Einer Be. wegung wie der zionistischen gehe es nicht um die Auseinandersetzung mit einzelnen. sondern um die Zukunft des jüdischen Volkes, wobei man gewiss verschiedener Auffassung sein kann. Dies habe aber mit persönlichen Beziehungen oder Spannungen nichts zu tun. Alles was gesagt wird, sei nicht auf Einzelne anzuwenden, sondern — soweit es sich um kritische Bemerkungen handele — auf Entwick. lungen, Tendenzen und Gruppierungen. Wir leben in einer Zeit der Unsicherheit. Der lateiname-! rikanische Kontinent, auf! dem wir leben, ist von tiefgehenden Spannungen sozio-! logisches. wirtschaftlicher und politischer Art erfüllt, 1 die nach Klärung durch ei. | ne ständige Evolution oder . durch plötzliche Revolution I drängen. In dieses Spannungsfeld seien wir Juden j hineingeschleudert worden, I ob wir es wollen oder nicht, j und w’ir werden, einem alten j Gesetz - der Geschichte foli gend. immer die ersten Opfer derartiger Auseinander. I Setzungen sein. Hieran kann nichts durch noch so gut gej meinte Anbiederungsaktionen geändert werden, denn : es handelt sich um Erschei- I nungen des lateinamerikani. 1 sehen Lebens, die unabhänj grig vom Willen einzelner : odeT vom Willen aller Juden , sind. Von der Centra Schon auf der Centra-Tagung in San Paolo sei hier, über von Referenten gesprochen worden. Die aus Euroropa durch die nazistischen Verfolgungen nach Lateinamerika gekommenen Juden können nicht auf alle Zeiten als „Erben des deutschen Judentums“ leben, ganz ab. gesehen davon dass schon heute bereits die wenigsten sich unter dieser Formel allzu viel vorstellen können. Die nächste Generation will garnicht mehr diese, ihr im übrigen weitgehend unbekannte Tradition fortsetzen. Man kann nicht als Erbe in ' die Zukunft gehen. Vor uns stehen neue Aufgaben. Daraus erwächst nur eine Pflicht: Zusammenarbeit mit allen anderen Teilen der lateinamerikanischen Judenheit, Ueberwindung von Gegensätzlichkeiten und Koopera- ' tion. Mit dem in San Paolo ge-; fassten Beschluss, in Zukunft nur die Landessprache zu; sprechen, sei — abgesehen von dem daraus sprechenden guten Willen — natürlich; nichts erreicht. Entscheidend sei ein Führungswech- , sei. Neue, jüngere Menschen ' müssen in die Führung aller Gemeinden und Organisatio- I nen hineinwachsen, womit die Verdienste der Gründeri zeit keineswegs geschmälert j werden Die kontinuierliche Fortsetzung der Arbeiten I von Generation zu Genera. I tion W'erde besser durch freiwillige Ablösung als durch! ein natürliches Absterben i erreicht. I Nicht Erbe des deutschen ' Judentums ist das Ziel, sondern Miterbauer einer neuen und besseren jüdischen Zu- I kunft in Israel wie in der | Di "Spora. — Zur Lage hier Die Situation in Argentinien ist nach aussen hin etwas ruhiger geworden. Man solle sich jedoch nicht darüber täuschen, dass es sich hierbei um einen transitorischen Zustand handelt. ("Die unmittelbar darauf be. kannt gewordenen neuen antijüdischen Demonstrationen haben diese Auffassung leider bestätigt). Deswegen sei die innere Geschlossenheit und Einigkeit des argentinischen Judentums eine Voraussetzung im Kampf um unsere eigene Existenz als Juden wie als Gemeinschaft. Spa’tungstendenzen seien bemerkbar, die von aussen in die jüdische Kollektivität hineingetragen werden. Leider sind manche jüdischen Führer naiv genug, um auf diese plumpen Manöver hineinzufallen und sich zum Spielball ihnen fremder In. teressen machen zu lassen. In dem Augenblick, wo Juden selbst bereit sind, nicht mehr die ausschliessliche j Führung der DAIA an-zuer. I kennen — auch d&nnwenn . Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 44/45: WILHELM v. SCHRAMM, Aufstand der Qenerale (Der 20 Juli in Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Liebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tauwetter, Neueste Russische Erzählungen. v Nr. 49: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr. 50/51: RUMEiR GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun. Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr. 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval, Merkwürdi ge Rechtsfäll .e Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München man mit verschiedenen Meinungen oder dem Vorgehen! der DAIA in dem einen oder j anderen Fall nicht einver- | standen ist —, wenn also Ju. 1 den selbst sich als Instru-; ir.ent der anderen gebrauchen lassen, dann wird unsere Geschlossenheit einen schweren Schlag erhalten, aber nicht von aussen, son. dern von innen, und das ist gefährlich. | Die von der Arabischen Li- ' ga eingeführte Unterschei- , düng zwischen antijüdisch und antizionistisch ist doch nur eine Finte, weil hier- | durch die Spaltung, die in. nere Schwäche der jüdischen Kollektivität erreicht werden . soll um dann zunächst die | einen, dann die anderen Ju ' den zu eliminieren. j | Man wird stark an jene i bitteren Auseinandersetzun-; gen zwischen ,Ost'- und 1 , West-. Juden erinnert, die nach dem Ersten Krieg in j Deutschland zu Schamlosigj keiten wie öffentlichen An- , griffen von Naumann-Juden j gegen die ostjüdischen Ein. i Wanderer geführt haben. Nur 1 haben unsere Juden, die heu- | te noch ähnlich denken und j im Herzen die Trennung zwij sehen Zionisten und Nichtj Zionisten mitm^chen, verges. j sen, dass sie jetzt selbst und; hier die Ostjuden geworden I sind einfach deswegen, weil; das Gesetz der jüdischen I e: densgeschichte nicht gewillt war. Unterschiede zwischen Juden zu machen. — Dir soll vergeben werden Der Referent ging dann auf die Debatte über die Juden ein, die auf dem römi. sehen Konzil geführt worden ist. Es handele sich nieijt um ein jüdisches Problem, das dort erörtert wird, sondern um eine interne kirchliche Frage, deren Auswirkung auf die jüdische Welt gewiss nicht bestritten werden kann. Der Referent erläuterte die einzelnen Phasen, die erbitterten Diskussionen und die verschiedenen Aspekte des Problems. In dieser Frage ist auf der jüdischen Seite nach der einheitlichen Stellungnahme der zentralen jüdischen Körperschaften Zurückhaltung angebracht um zu wissen, welche Folgerungen die in Rom gefassten Beschlüsse haben werden. Einzelaktionen sollen unterbleiben. Der Kernpunkt der Resolution über die kirchliche Haltung den Juden gegenüber bildete die bisherige Anklage des Gottesmordes gegen das jüdische Volk. Ganz abgesehen, dass wir niemals akzeptieren werden, wenn man die heutigen Juden von dieser Schuld freispricht, uns also „vergibt“, wiederholen wir immer wieder dass wir auch nicht die Erben von Gottesmördern sein wollen. Im übrigen aber haben nicht Konzil und Kir-! che uns zu vergeben, sondern j es sollte eher die Frage aufgeworfen werden, ob wir bevon HAROLD SCHWARCZ LEON-ID I. BRBSHNEV, der neue Generalsekretär der Kommunistischen Partei m der Sowjet Union, rühmte die Segnungen der .friedlichen Koexistenz1, die von Kru tschew als erstem propagiert wurde. _ MIT EINEM UEBERHASCHENDEN ERFOLG der konservativen Richtung wurde die diesjährige Sitzung des Oekumenischen Konzils in Rom abgeschlossen. — NICHT einigen konnten sich die Mitglieder des Atlantik-Paktes über die nordamerikanischen Pläne eines multilateralen Abkommens über die Aufstellung einer gemeinsamen Atomkraft-Truppe. — SCHRECKLICHE GRAUSAMKEITEN sind im Kampf um den Kongo zu beobachten, wo Regierungstruppen und Belgier versuchen, etwa 1.000 gefangene Weisse zu retten. AUFSEHEN ERREGTE der von VAR-Diplomaten versuchte Menschenraub, eines ägyptischen Spions, dessen Herkommen mysteriös ist, und der in Israel ansässig war. SOWJETGENERAL NIKOLAI KRYLOW lenkte die Aufmerksamkeit des Westens auf die grosse Macht der Russen auf dem Gebiet der atomaren und nuklearen Waffen. — EIN AMERIKANISCHES FLUGZEUG wurde über Laos — offensichtlich von rotohinesischen Jagdflugzeugen — abgeschlossen. — FELDMARSCHALL MONTGOMBRY, der Sieger über Rommel in Afrika, musste sich 77 Jahre alt einer Opera tion unterziehen. — DIPLOMATISCHE KREISE Englands erklärten, die roten Chinesen werden viel schneller als Russen und Amerikaner vermuten, im Besitz der Wasserstoffbombe sein. — Innerhalb der SOWJETISCHEN HIERARCHIE kam es zu weiteren Umgruppierungen. Unter anderem wurde Alexei Adzhubei, der Schwiegersohn Krutschews, seines Amtes als Direktor der offiziellen Zeitung „Izvestia“ enthoben. KOENIQ HUSSEIN von Transjordanien besuchte den französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle, von dem er mit grossen Ehren empfangen wurde. U. a. wollte der König französische Jagdflugzeuge kaufen, über die Is. rael verfügt. — Die Länder des GEMEINSAMEM EUROPAEISCHEN MARKTES verständigten sich über eine einheitliche Linie gegenüber der amerikanischen Politik. — Eine NEUE REGIERUNG wurde im Irak gebildet. Der neue Ministerpräsident versprach die Wiedereinführung des Parlamentarismus. — General IBRAHAM ABBOUD, Präsident des Sudan, ist von seinem Amt zurückgetreten. — Der Mann im Koffer Tel Aviv. — Mordechai Luk, der .Mann im Kof fer“, ist mit einem Fugzeuge aus Rom in Tel •Aviv eingetroffen. Es wur. de ihm weder gestattet, mit seiner Familie noch mit den Journalisten zu sprechen. Bei seiner Ankunft wurde er sofort in Haft genommen und einem polizeilichen Verhöunterworfen. Wie aius Bonn gemeldet wurde, hat Luk vor Besteigen des Flugzeugs Pressveretretem, die ihn interviewten, versichert, dass er weder den Aegvp tern noch den Israelis jemals Informationen geliefert habe. reit sein werden, denen zu vergeben, die beinahe zwei- 1 tausend Jahre hindurch unj ser Volk unter der Anklage | des Gottesmordes verfolgt! haben. Mit Verbrüderungen sollten wir — und vor allein einzelne von uns vorsichtig sein! Merkwürdig sei es aber, dass es Leute unter uns gibt, die bereit sind, sich mit den Nichtjuden zu verbrüdern während sie sich von den Aktionen der jüdischen Kollektivität absondern ... Nazis sollen vergeben Auch die Deutschen versuchen unter der gleichen Um. drehung von Schuld und Sühne die Geschichte mit ihren schrecklichen Greueltaten zu korrigieren oder zu ignorieren oder zu entstellen, wenn wir auch hier den guten Willen einzelner nicht leugnen. So hat der deutsche Botschafter in Argentinien jüngst die deutschen Vereinigungen oder deren Reprä. sentanten au/gefordert, einig zu sein. Diese Einigkeit solle auch diejenigen umfassen, die in den dreissiger Jahren die Heimat verlassen mussten, wei' §ie von dem damaligen Regime in Deutschland wegen ihrer Rasse, wegen ihres Glaubens1 oder wegen ihrer Gesinnung verfolgt wurden. Viele hätten schon die Brücken geschla- ISRAEL - BRIEFMARKEN KA WIEDER VERKAEUFEH — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEM PREIS Agencia Filatélica oficia) del Estado de Israel, VT A MONTE 550, I/B — Bh«m« Aire*, Pep Argen ti»« EPHRAIM KJSH0N: ARCA DE NOE Ein geeignetes Geschenk für jeden Freund ist dieses neue Buch des anerkannten israelischen Humoristen. EDITORIAL CANDELABRO — PASTEUR 341 gen. Nun aber appelliere er, der Botschafter, an diejenigen die es noch nicht getan haben... Mit anderen Worten, der Botschafter appelliert an die Nazis von gestern, die noch heute Nazis sind, sie sollen sich mit den Auswanderern der dreissiger Jahre, also mit den Juden, an einen Tisch setzen. Also: die Nazis sollen den Juden vergeben! Wann? — 1964, genau 19 Jahre nach dem nazistischen Zusammenbruch und der Ermordung von sechs Millionen Juden'. So einfach liegen die Dinge nicht. Weder Rom noch Bonn können uns vergeben. Wenn jemand vergeben könnte, wären es nur wir. Die Darstellung des deutschen'Botschafters verkehrt nicht nur den gescnichUientn £,acnvemait ms Gegenteil, sie ist ausserordentlich ungiucxiicn. — in seinen weiteren Ausführungen benanaeite Dr. Harai öwaisensky weitere aktuelle Tragen, insbesondere den be vorsienencten Ziorn. stenkongress, der für das jüdische Leben von grosser Bedeutung werden durfte. Hier, über werden wir Einzelheiten zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen. Es sei nur bemerkt, dass anschliessend, eine Reihe interessanter Fragen gestellt wurden, die umfassend beantworten worden sind. Die vom Vizepräsidenten der THG, Herrn Enrique Braun, umsichtig geleitete Veranstaltung dürfte ihren Zweck der Orientierung erreicht haben. Der lang anhaltende Beifall der Zuhörer bestätigte dies. — Kongress gegen Antisemitismus Die ..Einheitsfront gegen den Antisemitismus“ <FU- CA) hielt ihren ersten nationalen, demokratischen Kongress in der vorigen Woche in Buenos Aires ab. Zum Präsidenten des Kongresses wurde Herr Alberto Rivas gewählt. An dem Kongress nahmen Delegierte vieler Or. ganisationen und Körperschaften des öffentlichen Lebens teil, unter ihnen Vertreter der Anwaltsvereinigung von Buenos Aires, der 32 demokratischen Gremien (Gewerkschaften) , der Vereini. gung demokratischer Journalisten, der Vereinigung demokratischer Spanier, der (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 8) Aus Israel erreichte uns die traurige Nachricht vom Tode unserer hochverehrten, langjährigen Präsidentin Frau Rabbiner Dr. KLEIN In Erfüllung der Aufgaben unserer Vereinigung war sie uns stete eine vorbildliche Leiterin. F rauengruppe der Chewro Schaumrei Mizwo der A.R.C.I. Buenos Aires, Kislew 5725 Moldes 2449 LUACH — (KALENDER Freitag, den 27. November 22 Sonnabend, den 28. November 23. Parschat WAYESCHEW 1. B. M. XXXVII 1 — Haftara Arnos II 6 — III 8 Neumondankündigung TEWETT Sonntag, den 29. November 24. Entzünden des 1. Chanukka-Lichtes Montag, den 30. November 25. 1. Tag CHANUKKA Dienstag, den 1. Dezember 26, 2. Tag CHANUKKA Mittwoch, den 2. Dezember 3. Tag CHANUKKA Donnerstag, den 3. Dezember 4. Tag CHANUKKA Freitag, den 4. Dezember 5. Tag CHANUKKA Sonnabend, den 5. Dezember Schabbat CHANUKKA Parsohat MIKETZ 1. B. M. XLI 1 — XUV Haftara Secharia II 14 — IV 7 1. Tag Rosch Chaudesch TEWET ) 27. 28 29 30. Kislew Kislew XL 23 Kislew Kislew Kislew Kislew Kislew Kislew Kislew 17

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