Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2080 (4.9.1964)
- Date
- 1964-09-04
- Page
- [Seite 21] (sequence 21)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 4 de Septiembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2680 — 21 „Tanger ist zu einer Ville morte, einer toten Stadt geworden", sagte der alte schwedische Geschäftsmann und schlürfte seinen glühend heissen Pfefferminztee. „Früher, unter der Acht.Mächte- Verwaltung, war noch was los. Aber heute, nach Erlöschen des internationalen Status? Rien ne va plus, das Spiel ist aus. Was hat Sie hierhergeführt? Was wollen Sie hier . noch erleben?" Der Schwede sprach mit dem resignierenden Tonfall eines Mannes, der nur die sogenannte gute alte Zeit gel. ten lässt. Wir sassen auf einer Café-Terrasse am Zocco CSiico, dem winzigen Platz Wo Moslems Juden die Hand schütteln im Herzen der Medina von Tanger. Um uns herum quirl, te das bunte Leben dieser kosmopolitischen Stadt im äussersten Nordwesten Marokkos, Araber und Berber, Spanier und Portugiesen, Neger und Inder, hängengebliebene Glücksritter und Touristen. * * * Mein Gesprächspartner gehörte zu den „Hängengeblie. benen“. Jahrzehntelang hatte er im internationalen Tanger seine Geschäfte gemacht. Als es zwischen 1956 und 1960 Segen des Oberrabbiners von Israel Der israelische Oberrabbiner Jizchak Nissim sandte den folgenden Gruss an die Juden in der Welt: Die Einzigartigkeit der Hohen Feiertage liegt in der Atmosphäre der Heiligkeit und Reinheit, die sie umgibt und die dem Einzelnen die beste Gelegenheit bietet, Einkehr zu halten und den beschrittenen Weg zu prüfen, seine Tage in dem verflossenen Jahr zu wägen und sich auf ein Leben voller Inhalt und Hoffnung vorzubereiten. Dem entstammen das tiefe Gefühl der Andacht an den Hohen Feiertagen, das im Geist eines jeden Juden so fest verwurzelt ist, die Gefühle der heiligen Bereitschaft, ein neues Leben zu beginnen, die auch die Herzen jener unserer Brüder erheben, die aus dem einen oder anderen Grunde die täglichen Gebote vernachlässigt haben. Diese sorgfältige Einkehr soll nicht nur der Einzelne üben, sondern auch die jüdische Gesellschaft, das ganze | „Haus Israel" soll in sich gehen. Lasst uns der Grösse unserer Verantwortung bewusst sein, lasst uns für das Fortleben unseres Volkes Sorge tragen und die Traditionen Iraels erfüllen, indem wir den Staat Israel und uns mit ihm stärken. Wir müssen über die Gemeinsamkeit des {Schicksals unseres Volkes an allen Orten der Zerstreu, rung wachen, für die unermesslichen Bedürfnisse des Staates Israel. Uns liegt es ob, den Boden für die Ankunft von Zehntausenden von Brüdern in Israel vorzubereiten, die binnen kurzem von den vier Enden der Welt in das Land kommen werden. Die Juden der Diaspora, die soviel für das Wohl der Medinat getan haben und tun, müssen ihre Kräfte vereinen, um mit noch grösserem Eifer zu arbeiten, und den finanziellen Organismen ihre Unterstützung leihen, zu denen als einer der wichtigsten der Keren Kayemeth zählt, der für die Verbesserung des Bodens Israels Sorge trägt j und Zentren für die Absorption der Einwanderer vorbe-1 reitet. An der Schwelle des Neuen Jahres, das sich zum Gu. ten nähert, entsende ich von Zion an alle Juden in der ganzen Welt meinen Segen und meine Wünsche, dass dieses Jahr ein Jahr der grossen geistigen Erhebung, ein .Jahr des Glücks und der Freude für unser Volk sein möge- Möge uns der Himmel die Gnade zuteil werden lassen, fei unseren Tagen den Wiederaufbau und die völlige Befreiung Jerusalems zu sehen. Amen. » JIZCHAK NISSIM „Rischon Lezion“ Oberrabbiner von Israel DIE KEHILLA VON BUENOS AIRES ZUM NEUEN JAHR Wir nähern uns dem Neuen Jahr 5725 mit dem Gefühl der Hoffnung und Erwartung, dass das Neue Jahr ein Jahr des Wohlergehens für alle unsere Mitglieder, für das Land, in dem wir leben, für Medinat Israel und für die Juden in der Welt sei. Diese Hoffnung basiert auf dem ewig jüdischen Glauben an die Zukunft; sie spiegelt sich in der Vision der Propheten wider, welche die Zeit der gegenseitigen Liebe der Menschen zueinander, des Völkerfriedens und der Gerechtigkeit vorausgesehen haben, die in der Welt herrschen werden. Gerade in der heutigen Zeit, in der schlechte Elemente auf gestanden sind, um Völkerhass und Hass gegen die Juden zu predigen, sind wir voller Glauben, mit dem wir unsere Arbeit verstärken. Wir glauben, dass dieser Hass, der im Dienst fremder politischer Interessen verbreitet wird, keinen festen Bestand auf dem Boden der argentiniohen Republik haben wird, die in ihrer Geschichte soviele Blätter von Toleranz und Gleichberechtigung geschrieben hat. Wir glauben an den gesunden Menschenverstand des argentinischen Volkes, der sich allen Versuchen, einen Teil der Bürger gegen den anderen aufzuhetzen, entgegenstellen wird. Wir sind voller Glauben an den gerechten Willen des jüdischen Volkes, sein Heimatland in Israel aufzubauen, das von allen zivilisierten Völkern anerkannt wurde, und das alle Schweirigkeiten überwänden wird, die ihm von fanatischen Feinden gemacht werden. Wir wollen hoffen, dass das kommende Jahr uns den Aufbau eines dauernden Weltfriedens zwischen Is rael und seinen Nachbarn erleben lässt, einen Frieden, der Wohlstand für Israel und seine Nachbarn bringen wird. Wir sind 6icher, dass auch im kommenden Jahr der jüdische Jischuw seine geistige und kulturelle Tradition positiv fortsetzt und sich mit vereinten Kräften der jüdischen sozialen und gesellschaftlichen Arbeit widmet. Wir begrüssen unsere jüdischen Brüder hier und in der Welt und wünschen allen ein gutes Neues Jahr. ZVX FEINGERSCH Dr. LEON PODHORZER Präsident Generalsekretär zu Ende ging mit der Zoll, freiheit, mit dem freien Devisenmarkt, mit der goldenen Zeit des internationalen Status, war es für ihn zu spät gewesen, woanders etwas Neues anzufangen. Seither verdämmert er — wie Tausende seines Schlages — den Lebensabend auf dem Zocco Chico. Träumend von der Vergangenheit. Zu müde oder zu abgestumpft, um noch das wahrzunehmen, was der Tanger-Neuling als faszinierend empfindet. „Was ich hier erleben will?“, nahm ich seine Frage auf. „Nun, zum Beispiel möchte ich wissen, weshalb heute alle Banken Tangers und so viele Läden und Cafes geschlossen sind.“ „Rosch Haschana", sagte der alte Schwede. „Jüdisches Neujahrsfest. Warten Sie bis Sonnenuntergang." Als der Sonnenball rotglühend im Atlantik versank, stieg ich durch die. schmale und steile Rue des Siaghins aus der Altstadt hinauf in das Europäerviertel. Und da geschah es. Aus den Synago. gentoren strömten sie, die fast zehntausend jüdischen Bürger Tangers. * * # In schwarzen Anzügen mit Silberkrawatte und schwarzem Hut die Männer. In dunklen Seidenkleidern mit Pelzstolen die Frauen. Ebenso festlich gekleidet die Kin. der. Durch das Gewühl der Berber-Marktfrauen mit ihren rot.weiss gestreiften Umhängen und überdimensionalen Strohhüten, der Medina-Araber in langer Djellabah, der moderne Tanger - Bewohner marokkanischen oder europäischen Geblüts in Konfektionskleidung zogen sie hinauf zum Boulevard Pasteur, der traditionellen Bummelstrpsse des Europäerviertels. Kein böser, kein misstrauischer, kein missbilligender Blick traf sie. Im Gegenteil: immer wieder gratulierten Mohamedaner, Christen und andere ihren jüdischen Mitbürgern zum Rosch Haschana, zum Neujahrsfest. „Toleranz in jeder Beziehung gehört zum Wesen Tangers“, erklärte mir später auf der Terrasse der „Bar Zagora“ am Boulevard Pa. steur ein marokkanischer Stadtbeamter. „Das haben die Jahrzehnte des internationalen Status so mit sich gebracht. Wie soll es auch anders sein? Von den 200.000 Eiinwohnern sind 15.000 Spa. nier, 6.000 Franzosen, mindestens 3.000 Portugiesen, Engländer, Skandivanier und sonstige Europäer. Oder Inder. Sie bekennen sich zum Islam, zum Christentum, sind Juden oder Hindus“. Dann fuhr er fort: „Und was die Juden betrifft — wissen Sie, dass es im Innern Marokkos schon seit mehr als zweitausend Jahren jüdische Siedlungen gibt? Unsere Juden von Tanger sind vielfach Nachkommen der Einwanderer, die im 15. Jahrhundert aus Spanien und Portugal kamen. Entschuldigen Sie, dort kommt mein Nachbar mit seiner Familie. Ich möchte ihnen Glück zum Rosch Haschana wünschen.“ Wasser aus dem Jordan Tel Aviv. — Der israelische Aquädukt, der aus dem Tiberias-See mit Jordamvas. ser gespeist wird, steht ständig unter Aufsicht von Fachleuten. Nachdem die ersten Versuche zur Zufriedenneit durchgeführt wurden, sind zwei Pumpstationen in Betrieb genommen worden. Eine dritte Pumpstation wird erst in einigen Monaten zu funktionieren beginnen. — (ITA) Juristen protestieren Genf. — Die Sowjetunion stempele Juden zu Siinaen. bocken für Wirtschaftsvergehen, mache sie für „moralische Unpässlichkeiten“ im Lande verantwortlich und bezeichne sie als „Krebsgeschwür der kapitalistiscnen Korruption selbst innerhalb der Kommunistischen Partei". Diese Beschuldigung ist in einer periodischen Veröf. fentlichung der Internationalen Juristenkommission in Genf enthalten, in der antisemitische Strömungen in der Sowjetunion verurteilt werden. (AWZ) . 1 mit. BETEN ALLEIN GENUEGT NICHT! An den Feiertagen von Rosch Haschana und Jom Kippur erhebt das jüdische Volk seine Gebete für den Frieden und die Glückseligkeit aller Menschen guten Willens ■ ■a An den Feiertagen von Rosch Haschana und Jom Kippur betet das jüdische Volk zu Gott, dass die Noete tausender Brüder an verschiedenen Orten der Erde ein Ende nehmen moegen. An diesen Feiertagen wissen die bewussten Juden, dass Gebete ALLEIN NICHT GENUEGEH! f Hieran erinnert Sie KEREN HAJESSOD - E1NMEITSKAMPAGNE Sy i\§f 2% ä.V iS?:.-:* iÍT. $ tv" .Xi. V; àss?;‘