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Jüdische Wochenschau · 1964-08-07 · 2076 (7.8.1964) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2076 (7.8.1964)
Date
1964-08-07
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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* — Viernes, 7 de Agosto de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N» 2076 i'eignisse der ANTISEMITISMUS IN ARGENTINIEN In der vergangenen Woche veröffentlichten wir ein Spez.iaLInterview. das der argentinische Aussenminister, Dr. Miguel Angel Zavala Ortiz, einem Korrespondenten der ITA, der Jüdischen Telegraphen-Agentur in New York oder Washington gewährt hat. nachdem Argentiniens Aussenminister an der Interamerikanischen Konferenz teilgenommen hatte. In die. sem Interview erklärte Dr. Zavala Ortiz, dass es in Argentinien keinen Antisemitismus geben würde. Wir haben diese Meldung hingenommen and veröffentlicht, ohne sie zu kommentieren, sind jedoch der Meinung, dass die. se kategorische Leugnung der Existenz eines Antisemitis mus in Argentinien sehr wohl einer ernsten Stellungnahme bedarf. Allein die Tatsache, dass ein Aussenminister gezwungen ist, überhaupt sich zu dieser Frage zu äussern, ist ein Indiz, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Vor 20 oder 30 Jahren wäre es sinn, los gewesen, einen argentini. sehen Aussenminister im Ausland hierüber zu befragen, denn niemand konnte GUI POMO« £J' < íf ISIC1AH0« JCAJA POPULAR I I DE BELGRANO | O^ptraiiva dt Crédito ¡.ida. P SEIT 1932 ■ R VERTRAUENSWÜRDIG» USl « Fondo de Accionistas Descuentos Créditos Valores al Cobro AMENABAR 2968/72 Tel. 70 9755/5025 Agencia N' 1 CABILDO 3102 esq. Iberá Tel. 701-9907 BUENOS AIRES ESCUELA HEBREA DE EDUCACION INTEGRAL DAVID W0LFS0HN AMENABAR 2972 Buenos Aires auf die Idee kommen, dass eine akute Gefahr für die bür. | gerliche Existenz der Juden in Argentinien besteht. | Natürlich ist man im Aus. ‘ land über die internen Probleme Argentiniens genau informiert, sodass die an Dr. j Zavala Ortiz gerichtete Frage lediglich einen Kommen. I tar des Aussenministers erforderlich gemacht haben würde. Dass der Aussenminister aber die Existenz des Antisemitismus und ernster antisemitischer Strömungen in Abrede stellte, musste Ue. berraschung hervorrufen. zu. mal er gesagt hat, dass es in . Argentinien eine ernste or-! ganisierte Kampagne von irt gendeiner Bedeutung nicht j geben würde.; Hierzu veröfientlichte un. j ser Kollege „Mundo Israeli- ' I ta“, eine seit mehr als 41 Jahren erscheinende Wochenzei. ' I tung in spanischer Sprache, 1 einen ausführlichen, beach. tenswerten Kommentar. Mun- 1 do Israelita stellt fest, dass; es im Gegensatz zu den Darj Stellungen des Aussenminii sters in Argentinien eine an. | tisemitische Hetze gibt. Die : antisemitischen Attentate, I die es in Argentinien wäh- I rend der letzten Jahre gege-; ben habe, seien durchaus nicht .zufällig“ oder vereinzelt gewesen. Es sei auch nicht zutreffend, dass die an. tisemitischen Zwischenfälle im Ausland .vergrössert“ oder übertrieben worden seien. Erst vor kurzem habe die bonaerenser Polizei über 140 (einhundertvierzig) antisemitische Attentate informiert: nach dem Polizeibericht seien hierfür zwei Jugendliche verantwortlich... Araber und Juder Der Aussenminister habe zugegeben, dass es eine ge. wisse anti-israelische und antijüdische Propaganda gäbe, die von arabischer Seite betrieben wird. Aber es gäbe auch eine anti.arabische Propaganda, die von Juden lanziert werde. Auch diese Mitteilung, so schreibt Mundo Israelita, sei irrtümlich. Denn es gibt in Argentinien keine anti-arabiscjie Propaganda. Agenten. Araber und Juden haben in Argentinien stets in normalen Beziehungen nebeneinander gelebt. Keine jü. dische Propaganda hätte je.; mals eine Spannung zwischen diesen beiden Kollektivitäten verursacht. Hierfür sei unzweifelhaft nur die von der Arabischen Liga betriebene Hetze verantwortlich. Mundo Israelita sagt weiter, man müsse die „Konfusion unterstreichen, deren Opfer der Aussenminister ge. worden“ sei, wenn er erklärte, die argentinische Politik respektiert alle Bürger in gleicher Weise, auch alle Juden und Araber. Auf diese Weise stellte er die Angegrif. fenen auf die gleiche Stufe wie die Angreifer. Kürzlich habe in Rosario eine Veran. sialtung der extremistischen, antisemitischen Gruppe Ta- LUACH - (KALENDER) Freitag, den 7. August 29. Av Sonnabend, den 8. August 30. Av Parschat RETSH 5. B. M. XI 26 — XVI 17 Haftara Yeschayahu LXVI 1 — 24 Schabbat Rosch Chodesch Elul Sonntag, den 9. August 1. Elul 2. Tag Rosch Chodesch Elul Mi.ntag, den 10. August 2. Elul Dienstag, den 11. August 3. Elul Mittwoch den 12. August 4. Esul Donnerstag, den 13. August 5. Elul Freitag, den 14. August 6. Elul Sonnabend, den 15. August 7. Elul Parschat SCHOFTIM 5. B. M. XVI 18 — XXI 9 Haftara .. eschayahu LI 12 — LI3 12 Sonntag, den 16. August 8. Elul Montag, den 17. August 9. Elul Dienstag, den 18. August 10. naui cuara stattgefunden, deren antisemitischer Charakter! auch vom Aussenminister an- | erkannt wurde. An dieser , Veranstaltung hat der Reprä. I sentant der Arabischen Staa. ten (oder der Arabischen Lii ga) in Argentinien teilgenom- ’ men. Entweder benutzt die- I ser die Täcuara oder die Ta. I cuara ihn für ihre antijiidij sehen Kampagnen. | Alle diese und viele Tatsaj chen mehr, so sagt Mundo Israelita, und wir wiederho- | len es, Snd allgemein be. j kannt. Es sei überraschend, I dass der Aussenminister, der selbst ein gerecht denkender; und von antisemitischen Ge- ' fühlen freier Mensch sei, sich : über die Realitäten hinweg- 1 gesetzt und ein unrichtiges Bild von der wirklichen Lage gegeben hat. Diese Fakten können doch nicht versehwie. gen oder ausser Acht gelassen werden, denn hier geht es doch nicht um die Juden allein, sondern um die demokratische Struktur des Landes, die allen Argentiniern am Herzen liegt. Die Wahrheit ist, so stellt j Mundo Israelita fest, dass es I eine organisierte Bande von Angreifern gibt, die von der Arabischen Liga dirigiert wird, und dass es eine angegriffene Kollektivität gibt, nämlich die Juden in Argentinien. Diese beiden Gruppen auf dieselbe Stufe zu stellen, sei ein schwerer Irrtum. Gibt es Antisemitismus? Die klare Stellungnahme des Mundo Israelita wie der übrigen jüdischen Presse in dieser Frage ist leider berechtigt. Noch niemals haben die Juden Antisemitismus herbeigesehnt — auch nicht in Argentinien. Die vielen Anschläge, die im Laufe der letzten Jahre gegen einzelne Juden, jüdische Institutionen i und Grundstücke verübt wor- I den sind, wären allein wohl! schon ein — leider — überj zeugender Beweis dafür, dass! man über diese Frage über- I haupt nicht streiten kann. | Niemand hat behauptet, I dass die Regierung oder ihre! Organe irgendwelche antisemitischen Manifestationen oder Einstellungen gezeigt haben. Das ist auch stets von der jüdischen Gemeinschaft voll anerkannt worden. Aber . es fehlt des öfteren an der notwendigen Sorgfalt und Energie, um den antisemitischen Strömungen und Gruppen Halt zu gebieten. Wir Juden haben gelernt, dass wir unsere Augen vor unliebsamen Tatsachen nicht verschliessen dürfen. Mit einer verfehlten Schönfärberei wird eine bestehende Gefahr nur erhöht. Oder ist es nicht wahr, dass jüdische Gottes¬ und Gemeindehäuser an vielen Oi'ten Objekte feiger Ueberfälle waren? Ist es nicht wahr, dass gewisse antisemi. tische Publikationen erscheinen, die in Inhalt und Form dem „Stürmer“ ähneln und ihm nicht oder wenig nachstehen Ist es nicht wahr, dass „die Juden“ in einer schändliche Weise verleumdet und verdächtigt werden, ohne dass sie den selbstver. stündlichen Schutz der zuständigen Stellen erhalten? Der Staat, der dem Missbrauch seiner Freiheiten nicht steuert, wird selbst der eher Terror.Massnahmen erduldet. Mit den Juden fängt. es immer nur an, dann folgen Gewaltakte gegen die Freiheit aller anderen. Deswegen wäre es gut, wenn der vom Aussenminister eingenommene Standpunkt überprüft und den tat. sächlichen Verhältnissen entsprechend vorgegangen werden würde. — Denkschrift Wie in der Tagespresse mit j geteilt wurde, hat der Vor- , stand der Forfschrittlich-De- ' mokratischen Partei dem Präj sidenten der Nation eine aus- : fiihrliche Denkschrift über. ¡ reicht, in der sie die Unter.; drückung der antisemitischen Tätigkeit in unserem Lande 1 fordert. In den ersten Abschnitten dieser Denkschrift werden die . verschiedenen Attentate aufj gezählt, die in den letzten ¡ Jahren durch Nachlässigkeit und Passivität der Behörden \ aus rassischen Beweggründen I durchgeführt wurden. Im; Jahre 1960, 48 Attentate; im Jahre 1961. 85; im Jahre! 1963, 116 und in den sieben; Monaten des laufenden Jahres, 223. Während der zehn Monate der jetzigen Regierung wurden 303 rassistische Attentate verübt. , Die Denkschrift gibt ihrem Bedenken darüber Ausdruck, dass die Sicherheitsbehörden zwar mit Recht den Linksex. tremismus sehr scharf bekämpfen, dass jedoch der Rechtsextremismus seine Tätigkeit praktisch ungestraft ausüben kann. Es zirkulieren antisemitische Bücher ganz frei, und einige Buchhandlungen bieten sogar einen „antisemitischen Tisch“ an. Terroristengruppen und be. waffnete Banden treiben ihr Unwesen vollkommen unbehelligt und halten sogar Pressekonferenzen ab. Selbst Angehörige der Streitkräfte rufen offen zur Gewalttätigkeit auf, im Gegensatz zu der tra. ditionellen argentinischen Toleranz, die auch in der Verfassung verankert ist. Massnahmen gefordert | Die Denkschrift spricht | sich für die Auflösung der | „Tacuara“ und „Guardia Resj tauradora Nacionalista“ aus, sowie für die sofortige Aus. Weisung des Vertreters der Arabischen Liga, Hussein Triki, ebenso für das Verbot der Zeitschrift „Nación Arabe“, die von diesem geleitet ward. Ferner wird das Projekt der Reform des Strafgesetzbuches kritisiert, das die Regierung in diesem Jahre vor. gelegt hatte. Es wird eine erste sein, der die Folgen sol. Strafe von eines bis fünf Jahren für Rassenhass oder Diskriminierung von Personen wegen ihrer Religion, Haut- \ färbe, Nationalität oder Kias.! se gefordert. : Nach Beendigung ihrer Un-! terredung mit dem Staatsi chef wurden die Delegierten von Dr. Illia aufgefordert, den Innenminister aufzusuchen, dem sie dann auch das. selbe Problem vor Augen führten und die entsprechende Dokumentation übergaben. Dr. Palmero teilte ihnen mit, er werde die Untersuchung der in der Dokumenta. | tion enthaltenen Vorfälle veranlassen. I Fahne verbrannt ■ Am mde der vergangenen j Woche versammelte sich eine \ Gruppe Halbstarker an einem i zentralen Punkt der Innen. I stadt von Buenos Aires und I verbrannte unter wüsten Ge. schrei eine Fahne des Staa. tes Israel Der Verkehr wurde lahmgelegt und hunderte Personen hatten sich dort angesammelt, um dem seltsamen Treiben dieser Gruppe von etwa 50 Burschen zuzu. schauen. Von der Polizei war breit und weit nichts zu sehen. 4. Gesprochene Zeitung C. W. — Die diesmalige „Gesprochene Zeitung“ in „Bet Israel“ zeichnete sich durch besondere Vielseitig. keit aus. Nachdem Herr Rabbiner Dr. Rosenberg die Mitarbeiter vorgestellt hatte, las Alejandro Wohlgemuth, der Vertreter unseres Sprachkreises im Vorstand der DAIA. seinen politischen Leit, artikel vor, der einige Bemerkungen zu unserer Situation enthielt: Keine Frage, dass die Volksmehrheit, die uns umgibt, frei sei von antisemitischen Vorurteilen doch wirke sich die unheilvolle Tätigkeit der s. Z. ins Land gekommenen deutschen militärischen Instruktoren aus, die weite Kreise erfassen konnten. Der argentinische Jischuw, in religiösen Fragen zumeist gleichgültig, ist eine Gemienschaft, die ihre Aufgaben und Verpflichtungen kennt. Ihr sollten wir zentraleuropäischen Juden uns weitgehend assimilieren, um nach aussen ganz geschlossen auf. treten zu können. Die DAIA werde die Probleme allein lö. sen und die wohlmeinende Regierung immer wieder darauf hinweisen, dass Judenfeindschaft auch nicht vor den demokratischen Institu. tionen des Landes Halt mache, die es zu verteidigen gilt. Ein ganz anderes Thema behandelte Dr. Juan Klepetar, der in gedrängter Form (Fortsetzung der Ereignisse der Woche auf Seite 5) n" a Die BAR MIZWA unseres Sohnes GERMAN findet s. G. w. am Schabbat Schoftim. den 15. August um VM Uhr in der Synagoge Larrazabal 1264, Mataderos, statt. Kiddusch nach dem Gottesdienst in der Synagoge. HEINZ FRENKEL und Frau ANITA Ing. PEDRO P0LACEK SILVIA TAUSSIK de P0LACEK VERMAEHLTE z. Zt. aui Reisen Gaspar Campos 1099 Vicente López YEHUDA und MIRYAM ESKEL geh. SWARSENSKY laden auch ihre Freunde zu dem Empfang im Hause ihrer Eltern (Sucre 3063) ein, der am Sonntag, den 16. August, von 18—21 Uhr stattfindet. : JUEDISCHE BUCHHANDLUNG TALESSIM, MACHSO J RIM (span. Uebersetzg., LUACH 5725, Neujahrs. Glückwunschkarten : G. KAPLANSKY; Pueyrredón 451 J T. E. 89.3431 J1 [EPISCHES LEHRHAUS THG - BET ISRAEL - WIZO BIBELKURS (VIERZEHNTAEGIG) Leitung: Rabb. Dr. MEIR RQSENBERG 8. ABEND: MONTAG, den 10. August, um 20.30 Ehr HEBRAEISCHE KURSE ANMELDUNGEN UND INFORMATIONEN: CRAMER 2070 Tel.: 73-8922 (Bürozeit: Montag. Dienstag. Donnerstag von 15—19 Uhr) «in riW. *

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