Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2067 (5.6.1964)
- Date
- 1964-06-05
- Page
- [Seite 12] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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O CÛ © 3 « «5 *2 m2 FRANQUEO PAGADO Concesión 908 ir © •** á S» a W U> < U TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 « Año XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 5 DE JUNIO DE 1961 No. 2067 EL EJEMPLAR Ift en toda la República PUEYRREDON 2190 1? teq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Johnson verspricht Hilfe Ein korrekter Mann Besuch Eshkols in den USA (Schluss von Seite 1) den Fortschritt und die Er. rungensehaften Israels“. Der Präsident fügte dem hinzu, dass Israel der Welt gezeigt habe, wie man die Fortschritte der Wissenschaft und der Technik anzuw'enden hat. Israel sei heute eine bliihede Nation und die Vereinigten Staaten seien stolz darauf, diesem Land in seiner Entwicklung geholfen zu haben und seien weiter bereit, ihm zu helfen, vor allem in sei. nen Bewässerungsprojekten. Johnson stellte fest, dass Israel bestrebt sei, an der Errichtung einer besseren Welt teilzunehmen, seine natürlichen Reichtümer in Frieden auszuwerten und seine Beziehungen zu anderen Völ. kern und Ländern zu festi. gen. Eshkol dankte für den herzlichen Empfang. Sichtlich bewegt, übermittelte er dem Präsidenten Johnson den Dank und die Anerkennung der Israelis für die nordamerikanische Hilfe.. „Diese Freundschaft“, sagte er, „verleiht meinem Volk Kraft und Zuversicht.“ Präsident Johnson und Le. vi Eshkol hatten dann eine gec.eim geführte Unterredung von etwa 20 Minuten. Die Ge- _samtdauer der Zusammenkunft der beiden Staatsmänner war eine Stunde und zwanzig Minuten. Die Teil, nehmer an dieser Zusammenkunft berichteten, dass : der nordamerikanische Präi sident grosse Sympathie und j Verständnis für die Problej me Israels gezeigt habe. Esh. j kohl hatte Gelegenheit, den! israelischen Standpunkt in j den internationalen Fragen i zu beleuchten und Johnson , horte im aufmerksam zu. i ARABER UNZUFRIEDEN | Washington. — Eine Erkläi rung. die dreizehn arabische | Botschafter gemeinsam in i den USA publizierten, besagt, j dass „der Besuch Levi Eshkols ernste Konsequenzen für; die nordamerikanisch-arabi. i sehen Beziehungen haben i könnte“. | „Die gegenwärtigen Bestrebungen, die darauf hinzielen,! die Beziehungen zwischen : Nordamerika und den arabii sehen Ländern, harmonisch j zu gestalten, werden ernst.! lieh durch die ständige, anti- | arabische Kampagne des isi rael.zionistischen und briti. | sehen Komplexes bedroht“ , heisst es in der Erklärung, j die abschliessend feststellt,; dass Eshkol die Absicht ha-; be, die Unterstützung der USA und die Unterzeichnung | eines gegenseitigen Sicher- | heits-Vertrages zu erwirken.! ERGEBNIS DER! BESPRECHUNGEN I Washington. — Das Com. , munique, das nach Abschluss Blick in die Welt von HAROLD SCHWARGZ Der sowjetische Premierminister Nikita Krutschew richtete einen neuen Appell an die Nordamerikaner, die Erkundungstlüge über Kuba einzustellen. — Im arabischen Teil von Jerusalem fand unter dem Vorsitz des transjordanischen Königs Hussein eine Tagung der „Nationalen Palästina-Konferenz“ statt, die unter dem Motto „Wir kehren wieder“ gestanden -hat. — Erstmalig in der Geschichte wird in den UN die Fra. gf. der Falklands-Inseln (Malvinas) diskutiert werden, über aeren nationale Unabhängigkeit gesprochen werden soll. Bekanntlich reklamiert Argentinien die Inseln als sein Hoheitsgebiet. — Zum ersten Mal seit 1936 besuchte ein französischer Aussenminister Spanien. Aus Protest hiergegen soll ein Terroristen-Attentat gegen den Aussenminister Maurice Couve de Murville gerichtet worden sein. — Bei den schweren Zwischenfällen in Lima, die ein Saldo von mehr als 300 Toten beim und nach einem Fussballspiel erbrachten, sollen — wie jetzt behauptet wird, — auch die Kommunisten ihre Hand im Spiel gehabt haben (?)...— Der Tod des indischen Ministerpräsidenten Nehru lö. ste in der ganzen Welt Trauer aus. An den Bestattungsfeierlichkeiten nahmen bedeutende Persönlichkeiten aus vielen Ländern teil. — Wie die Amerikaner bekannt gaben, wird der Inselstaat Formosa ab 1965 keine wirtschaftliche Hilfe der USA mehr erhalten. — Neue Hinrichtungen werden aus Kuba gemeldet, wo vier junge Menschen, die dort zu landen versuchten, standrechtlich erschossen worden sind, wie Zeitungsmeldungen behaupten. — Die Nordamerikaner haben ein 8,5 t schweres Raum, schiff versuchsweise „abgeschossen“. Ein ähnliches Raumschiff soll dann später mit einer Besatzung von drei Mann zum Mond fliegen. — In den folgenden siidamerikanischen Ländern sind während der letzten Woche erhebliche Schwierigkeiten aufgetreten: Perú iAusnahmezustand als Folge eines Fussballspiels), Bolivien (Arbeiterprobleme in den Minen), Kolum. inen (Meinungsverschiedenheiten zwischen Präsidenten und Kriegsminister), Uruguay (Kabinettskrise), Brasilien (Spannungen nach Revolution). Die übrigen Republiken quälen Eich mit ihren alten Sorgen. — In Süd-Vietnam konnte der kommunistische Vormarsch immer noch nicht aufgehalten werden. Die Amerikaner haben Verstärkungen geschickt. Die Kämpfe sind grausam.blutig. — Der Präsident der zentralamerikanischen Republik Haiti Francois Duvalier. wurde durch die Nationalversammlung zum lebenslänglichen Präsidenten gewählt. der Verhandlungen zwischen Levi Eshkol und dem Präsidenten Johnson veröffentlicht wurde, weist eindeutig darauf hin, dass Nordamerika Israel unterstützen will. Die Vereinigten Staaten sind fest entschlossen, die territo. riale Integrität und die Unabhängigkeit aller Staaten im Mittleren Orient zu sichern und sich jedem Angriff auf einen dieser Staa. ten zu widersetzen. Im Verlauf der Konferenz gaben beide Staatsmänner dem Wunsch Ausdruck, die bereits bestehenden, guten Beziehungen zwischen den USA und Israel noch zu vertiefen. Der vom Weissen Haus der Presse übermittelte Text ist das Resultat der ausführlichen Gespräche, die der israelische Premier mit dem nordamerikanischen Staats. Chef und massgeblichen Vertretern geführt hat. Das Communiqué erwähnt auch, dass die Vereinigten 1 Staaten bereit sind, Israel auch weiterhin zu unterstützen und ihm bei der Lösung der wirtschaftlichen Probleme behilflich zu sein, vor al. lern aber bei' der Durchführung des grossen Bewässerungsprojektes. Beide Länder halten dieses Problem in Hinsicht auf die Kosten der Wasserbe. Schaffung für besonders wichtig und sehen darin einen Anlass zur gemeinsamen Anspannung der Kräfte. Damit, so hoffen beide Teile, wird man in Israel schnelle Fortschritte zur Lösung des Bewässerungsproblems erzielen. HERZLICHER EMPFANG Präsident Johnson und Gattin gaben im Weissen Haus zu Ehren Levi Eshkols und seiner Gattin ein gro. sses Gala-Bankett, zu dem hervorragende Persönlichkeiten der Oeffentlichkeit der USA geladen waren. In seinem Trinkspruch pries Präsident Johnson die israelische - amerikanische Freundschaft und hob sein Glas auf eine Zukunft des Friedens für Israel. Die Ver. einigten Staaten, so sagte er, würden alles tun, um diesen Frieden zu sichern. Anschliessend wiederholte er ein Versprechen, das er in seiner Ansprache beim Empfang Esh. kols bereits gegeben hatte, nämlich die Unterstützung des israelischen Projekts zur Destillierung des Meerwassers. Eshkol dankte dem nord, amerikanischen Präsidenten für seine Worte und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Zusammenarbeit zwischen Nordamerika und Israel sich in den kommenden Jahren noch intensiver gestalten werde. Das Vertrauen, das die Vereinigten Staaten in Israel setzten, würde gerechtfertigt sein. An dem offiziellen Bankett nahmen unter anderen der Staatssekretär des inne ren, George Ball, mehrere Kongressmitglieder, hohe Staatsbeamte, Universitäts. Professoren, Leiter jüdischer 1 Vereinigungen und viele prominente Mitglieder des nordamerikanischen Lebens teil. Am Dienstag fand eine Konferenz zwischen nordamerikanischen Diplomaten und Experten für den Mitt von SEM FRANKENSTEIN Gerade in diesen Monaten haben wir immer wieder die schrecklichen Berichte über die Prozesse gegen die Kriegsverbrecher gelesen. Es ist kaum zu glauben, was durch Zeugen bekundet wird. Die Grausamkeit der Taten, csie den Angeklagten zur Last gelegt werden, übersteigt leren Orient statt, die über! cie menschliche Vorstellungskraft. Im grossen Auschwitz, eine Stunde dauerte und an ‘ Verfahren wurde von christlichen Zeugen ausgesagt, wozu der auch Unterstaatssekretär j andere Christen fähig waren. Die Henker und Schinder Averell Harriman, Hilfsse- ' waren nicht einzelne entartete, unglücklich veranlagte, kretär Philips Taibot und j grausame, minderwertige Charaktere: Die Zahl der Ver- Vizesekretär John Jernegan j brecher war Armee. teilnahmen. In einer zwei- Die meisten Kriegsverbrecher berufen sich immer wieten Konferenz hatte Eshkol j der auf Befehlsnotstand. Das ist die einzige Entschuldimit George Ball einen Mei- : gung, die sie heute daherstammeln können. Sie hätten nungsaustausch. Anschlie. | so handeln müssen, sonst wären sie selbst in die Hölle ge. ssend unterhielten sich der i kommen, die sie anderen bereitet haben. Dass dies eine j Verteidigungssekretär des ln- I jämmerliche .Entschuldigung“ ist, dessen sind sich wohl auch die meisten der Angeklagten bewusst. Aber nach aussen wird diese Formel nachgesprochen: ich musste solches tun, um mich zu retten... Und so mag es auch Menschen geben, die eine solche Erklärung verzeihend hin. nehmen. Was wollen denn die Ankläger, so fragen und so denken sehr viele, die .armen Menschen“ — gegieint sind die niederträchtigsten Mörder — konnten doch nicht anders, sie mussten!“ — Mussten sie wirklich? — Die Geschichte des Majors Johannes Waidow widerlegt alle derartige Behauptungen: „Ich habe ihm gesagt..., ich lasse keine Juden erschiessen, dazu gebe ich weder Munition noch Leute “ Die. een abschlägigen Bescheid erteilte im Sommer 1941 der damalige Major und Kommandant des 3. Bataillons im Infanterieregiment 354, Johannes Waidow, einem SS-Fiihrer. Hierüber wurde Waidow kürzlich als Zeuge vor dern Schwurgericht in Köln vernommen, das gegen den ehema. ligen SS-Führer Schönemann wegen dessen Beteiligung an Erschiessungen von Juden in .etwa“ 4.000 Fällen verhandelte. Waidow sagte weiter aus — und seine Aussage wurde von anderen Zeugen bestätigt, — er sei dann zu Absperrungsmassnahmen abkommandiert worden. -Er habe seine Leute angewiesen, keine ‘Häuser von Juaen zu betreteu und nicht zu schiessen. Aus der Ferne habe er aber beobachten können, wie Männer, Frauen und Kinder sich mit dem Gesicht nach unten in einen Graben legen mussten. „Dann schoss einer ihnen mit der Pistole 08 ins Genick“. Der ehemalige Major erklärte, er habe nach diesen Vorfällen bei der zuständigen Militärbehörde durchgesetzt, dass weder er noch seine Leute bei solchen Hilfsdiensten künftig mitwirken mussten. Major Waidow hat sich also erfolgreich geweigert, an irgendeiner Erschiessungsaktion teilzunehmen. Es ist ihm. nichts zugestossen. Er wurde weder gerügt noch gar versetzt. Als alle blindwütig und hemmungslos auf Juden schossen, verweigerte er das an ihn gerichtete Ansinnen. Dies war übrigens nicht der einzige Fall, wo sich Deutsche weigerten, an diesen Verbrechen mitzuwirken. Aber es waren sehr wenige; so wenige, dass man davon spricht, wenn einer das tat, was eigentlich selbstverständlich ist: nicht zu morden. Verteidigungssekretär des Innern, Silas Vance und mehrere Offiziere mit dem israelischen Premier. Während eines Lunchs in Blair House empfing Eshkol den Präsidenten der AFL. CIO, George Meany. Der Richter des Obersten Gerichtshofes Warren veranstaltete zu Ehren Eshkols ein Dinner an Bord des Zerstörers Sequia. Und abends fand zu Ehren des Ehepaars Eshkol im Mavflower Hotel ein Empfang statt, wo anschliessend auch Botschafter Abraham Harman einen Empfang für den israelischen Staatschef veranstaltete. VERWARNUNG AN ARABER Der Staatssekretär des Innern, Georges Ban, verwarnte auf Veranlassung des Präsidenten Johnson die Botschafter der 13 arabischen Länder, die wegen eines Presse-Communiqués mit beleidigendem Inhalt vom Statede. partment zitiert wurden. Das Statedepartment verwarnte die Araber wegen ihres Vorgehens während des offiziel. len Besuchs von Eshkol. In einer energischen Form, die bisher ohne Präzedenzfall dasteht, stehlen das Weisse Haus und das Statedepartment die arabischen Diplomaten wegen ihrer Verletzung des Protokolls zur Rede. Die arabischen Botschafter verliessen das Büro Balls mit erbosten und beschämten Mienen. (ITA) GESCHENKE JOHNSONS Präsident Johnson überreichte Eshkol ’ ein originelles Geschenk: das Modell einer modernen Anlage für Entsalzung von Meerwasser. Den Entwurf für das Modell hatte das Innenministerium anfertigen lassen. Ausserdem erhielt Eshkol noch zwei wertvolle, gerahmte Doku, mente. Das eine ist die handschriftliche Heiratsurkunde des jüdischen Patrioten der amerikanischen Revolution, Haym Salomon, aus dem Jahre 1777. Das zweite ist ein in hebräischer und englischer Sprache geschriebener Segensspruch, den ein Rabbiner aus Philadelphia im Jahre 1782 George Washington wid. mete. Der Gattin Eshkols schenkte der nordamerikanische Präsident ein in Leder gebundenes Buch und einen silbernen Löffel, der aus der Goldschmiedewerkstätte Meir Meiers in Philadelphia stammt und das Datum 1745 trägt. Eshkol schenkte Johnson einen bronzernen Briefbeschwerer aus den Minen des Königs Salomo. Er stammt aus der vorchristlichen Zeit, zu gewinnen, sondern ihn zu und ist mit Silber beschlagen. PRESSE-EMPFANG Auf der israelischen Botschaft fand eine Pressekonferenz statt, in der Eshkol erklärte dass sein Besuch zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und Israel beigetragen habe. Er zeigte sich sehr beeindruckt von der Haltung des Präsidenten Johnson und sagte, Israel könne wohl berechtigte Hoffnungen in den guten Willen und die ehrlichen Absichten Johnsons setzen. Man habe in den Vereinigten Staa. ten auch verstanden, dass das Bewässerungsprojekt Is. raels sehr kostspielig sei; deshalb sei weitgehende finanzielle Unterstützung versprochen worden. KRIEG VERHUETEN Dann sprach Eshkol von der Lage im Mittleren Orient und erklärte, dass man alles unternehmen müsste, um kontrollierbare Verträge zu erzielen, die dem Wettrüsten in diesem Gebiet ein Ende machen sollten „Die Vertei. digungspolitik Israels hat nicht den Zweck, einen Krieg Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavía 831 Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 verhüten“, sagte er. Man will in Israel die Gefahr einer Explosion abwehren und Zeit gewinnen, damit die Vernunft siege. Er äusserte sich dann in lobenden Worten über die Fest Stellung des Präsidenten Johnson, dass die nordamerikanische Unterstützung des Bewässerungsprojektes für die ganze Weit von vitalem Interesse sein könnte. Die technischen Erkenntnisse und Errungenschaften, die im Zusammenhang mit diesem Projekt in Israel erzielt werden, können allen anderen Nationen im Mittleren Orient und auch anderswo zu Studien- und Naehahmungszw'ecken dienen. „Ich möchte klarstellen“, schloss Eshkol seine Ausführungen, „dass die Entwicklung Israels sich nur innerhalb des eigenen Gebietes vollziehen wird, und wir nichts beanspruchen werden, was unseren Nachbarn gehört.“ Die arabisch-israelische Aus. einandersetzung sei künstlich übertrieben worden. Der Grund dafür sei, dass der Mittlere Orient der Brennpunkt aller internationalen Spannungen und des kalten Krieges ist. Die arabische Welt selbst leidet unter in. nerer Zersetzung und Rebellionen, die irgend eines „Ventils'“ bedürfen. (ITA)