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Jüdische Wochenschau · 1964-05-02 · 2062 (2.5.1964) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2062 (2.5.1964)
Date
1964-05-02
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO e ® £0 i Concesión 908 ♦* *é3 fc 2-— £¿ 5 i TARIFA REDUCIDA I Conces ón 1629 Año XXV. BUENOS AIRES, SABADO 2 DE MAYO DE 1964 No. 2062 EL EJEMPLAR in^ en toda (a República PUEYRREDON 2190 1? tzq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Nasser droht schon wieder BIlck in die Welt Der -ägyptische Staatschef Gamal Abdel Nasser hat, — wie es heisst — überraschend (der jemenitischen Hauptstadt Sana einen Besuch ab. gestattet, der den Hintergrund neuer grosser politi scher Kundgebungen des Diktators bildete. Wie die meisten Nasserscheu Aktio. nen dadurch begünstigt werden, dass die überwiegende Mehrheit der nichtarabischen Politiker und Journalisten als der Träger der öffentli ehen Weltmeinung keine Möglichkeit der Kontrol’e über die in den arabischen Ländern herrschenden Zustände haben, so steht auch seine Rede in Sana völlig iso liert. unkonlroliier., unkontrollierbar inmitten der undurchdringlichen Wüste, die Sana umgeben. Von einer selbst gelenkten Presse verbreitet, werden die Nasserschen Ausführungen \ in gespreizter Selbstgefälligkeit von ihm allein in alle Länder getragen, eine seltsa | me Mischung von Minderwertigkeitsgefühl mit einem Hochwertigkeitskomplex, von Arroganz und Schwäche, von , Aggressivität und Feigheit. Die Jemeniten kommen nir gends iJ Worte, sie treten bei diesem Nasserschen Besuch nicht weiter in Er : scheinung, noch nicht ein- . mal als Kulisse lür den ägyptischen Meister, der es W'ie kein zweiter Araber ver. steht, sich in Position zu setzen und die Weitaufmerk samkeit auf seine Husarenritte sowie auf seine politi. sehen und militärischen Niederlagen zu lenken. Die durch nichts zu recht fertigende Intervention Nassers im Jemen wurde zwar von den Amerikanern gedeckt, die sich — ähnlich von tí. B. SAMUEL von HAROLD SCHWAR6Z nicht sonderlich interessant, diese Ausführungen zu ana lysieren. Immerhin soll man nicht vergessen, dass die permanente Hetze der Arabischen Liga und ihres Auftraggebers auf die Dauer nicht ohne Folgen teercen kann. Die Entfaehung der Leiden : schäften verwandelt die araj bischen Massen in einen ■ ständigen Unruheherd, wo es i beinahe täglich zu Explosio- ' 1 nen, Revolten, Krisen und Demonstrationen kommt. Heute ist es Syrien oder der i Irak, dann wieder Transjor. | danien. das nächste Mal fin- . den wir blutige Auseinandersetzungen im Jemen, einen; Thronsturz in Saudi Arabien und viele andere bedenkliche Entwicklungen in den iibri gen arabischen Ländern, vor allem auch in Nordafrika. Mitunter muss man den Eindruck gewönnen, Nasser; lege Feuer an alle Ecken der Arabischen Welt; die von ■, ihm angezündete Flamme wird sich langsam zum Zeni trum dieser Staatengruppe ' bewegen und Aegypten erlas-; sen. dessen hölzerner Ueber- I bau. jene nicht.existente und! doch operierende Arabische Liga, eines Tages ins Nic.its , versinken wird. Nasser seibst unterhöhlt die Krait und : normale Entwicklung der arabischen Staaten, die über | Aegypten zusammenbrechen werden, wenn sie arm genug i sind, um die Fehler zu erkennen, die von ihrer saturierten Führerclique begangen worden sind. Wenn erst einmal diese Massen wirklich in Bewegung geraten dann wird sie kein Nasser oder Bet; Bella, kein sauditischer Scheich und kein irakischer Die in New York sorgfältig vorbereitete Weltausstellung wurde vom nordamerikanischen Präsidenten Johnson leierlich eröffnet. — [ den der Halbinsel aufge.! ben...‘‘ Und: „Wir schwören, berhaften Einfluss ausiiben j wir nicht früher Ruhe und denen sie alle zugäng- NnHnn! .. Der Austausch vo« Komplimenten und schweren gegenlich sind... trotz ihrer dro- , seme aiaciscne Nationalität | seitigen Beschuldigungen zwischen Rotchina und der wiedererlangt hat, befreit , Sowjetunion hat zu einer Desorientierung geführt, die mög. von den Veieimgten Staaten, - licherweise von einem oder von beiden kommunistischen henden Reden. Dass Nasser die Engländer vertreiben will, mag seme Sa che sein. Eigentlich hat er kein Mandat über den Jemen Grossbritannien und Israel* Aegyptens innere Situation soll äusserst gespannt sein oder ein anderes arabisches | Unzufriedenheit wächst. Land. Er ist ein gernegrosser Machtpolitiker, der seine.i Einfluss auf andere Länder ausdehnen möchte, wobei es unerheblich ist, dass es sich um arabische Bruderländer handelt. De facto ist und bleibt es eine Intervention in souveräne Staaten und eine Bemühung, die im interna tionalen Rechtssinn eine imperialistische Handlung ist. Das stört Nasser nicht ande- Ländern gewollt war. Yuri Andropov, Sekretär des russischer Zentralcomités, nannte Mao Tse-Tung einen sich selbst installierenden Gott, einen lebenden Buddha._ Die Liebesaffäre einer holländischen Prinzessin, die ih- Diese Schwierigkeiten im ei- ¡ ren Glauben wechselte, offenbarte den Anachronismus des genen Haus zwingen Nasser j monarchischen Prinzips europäischer Prägung. — zu aussenpolitischer Aktivi- ¡ An der Grenze zwischen Perú und Ecuador kam es zu; tat, zu Angriffen gegen die! „Imperialisten“, gegen die; Amerikaner, die Engländer und gegen Israel. Die Massen ' sollen abgelenkt werden. Dieses in Diktaturen übliche : Spiel ist gefährlich, weil aus dem Treiber ein Getriebener, I aus dem Hetzer ein Gehetz ter werden kann. Dann gibt! es kein Halten mehr. re des Imperialismus zu zeihen: USA, England und Is-! Das britische Aussenmini rael! 1 sterium erklärte, dass die Also sprach Nasser: „Wir : Aufmerksamkeit der UN auf werden der Aggression mit | diese Nasser-Rede gelenkt Gewalt entgegentreten und! werden würde. Es wäre schon nicht zulassen, dass der Im- J längst die Zeit gekommen, perialismus weiterhin irgend- 1 um diesen Kriegsdrohungen wo in Arabien verbleibt 1 ein Ende zu bereiten und Grossbritannien muss seine dem Mittleren Osten Frieden Koffer packen und den Süzu gewähren. einem schweren Feuerwechsel, der zu diplomatischen Dis. kussionen führte, zumal ein peruanischer Soldat erschossse« und weitere verletzt wurden. — Kuba protestierte gegen die nordamerikanisclien Erkuridungsflüge über kubanischem Territorium. Präsident Johnson erwiderte, dass diese Flüge aus Sicherheitsgründen trotz der Proteste fortgesetzt werden würden.— Beobachter nannten das neue brasilianische Kabinett konservativ, aber nicht reaktionär. Allerdings sind die Meinungen hierüber nicht einstimmig. — Der frühere Präsident Venezuelas, Rómulo Betancourt, gab seinen Befürchtungen über die zunehmende Anzahl von Mktaturen auf dem lateinamerikanischen Kontinent Ausdruck; die Entwicklung erinnere an die Zeit, die mit dem Jahre 1940 begonnen habe. — Der Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Dr. h. c. Heinrich Lübke, befindet sich auf einer Reise durch vier südamerikanische Länder; er wird in wenigen Tagen in Argentinien eintreffen. Anschliessend wird er sich mit seinem Gefolge, dem der deutsche Aussenminister Dr. Ger. hard Schröder angehört, nach Uruguay begeben. — DER MORD AN DEN UNGARN beim späteren Sieg der Revo?f,e!\syrisfher alIihal _i ten können. Dann werden auch die amerikanische’! lution in Brasilien — zur all gemeinen Bestürzung der übrigen Länder beeilten, die von Nasser gestützten, autgepeitschten und dirigierten Rebellen anzuerkennen. Dabei sind die Kämpfe um die Macht zwischen den Truppen des gestürzten Imam und den nasseiistischen Rebellen noch keinesfalls erledigt. Man führt noch weiter den Dollar ihren Wert verlieren, die heute noch auf Nasser und seine Leute einen zau Drei Schwurgerichte tagen; in Frankfurt gleichzeitig, um; Massenmorde an Juden w’äh- 1 rend der schrecklichen Verfolgungszeit zu ahnden. Der i wichtigste Prozess wird be kanntlich gegen 22 Angeklag! te geführt, deren Grausamkeiten im Lager Auschwitz < das menschliche Vorstei-! lungsvermögen überschrei, i ten. Dieser grosse Auschwitz - Prozess sollte zur zwangswei- | sen Lektüre in Deutschland gemacht werden. Das wäre 1 der rechte Geschichtsunterricht für Erwachsene und von JAKOB KATZ-ROGASEN für alle jene, die sich heute bereits wieder darum bemii. hen, das, was in der Vergan genheit geschah, in einer provokativen Form zu bagatellisieren. Dass es grosse Kreise in der Bundesrepublik gibt, eie sich ernstlich um die .nicht über, wundene Vergangenheit' be der „Teufel von Birkenau“ bezeichnet. Was dieser so ist nicht bekannt. Vielleicht i mächtige Verbrecher für könnte man hierüber eine Schandtaten beging, ist un- Rundfrage veranstalten, da i erhört. Das Blut erstarrt in die Kenntnis dieser Einzel-; den Adern, wenn man hier, heiten sehr wichtig sein! Yon erfährt. Was für ein verkann, um sich ein Urteil über i ächtliehes Regime, in wel Hia DAnlrtt’AifiA unH croicHcro . Cn©ITl SO Män~ ner wie dieser Teufel Ent. Scheidung über Leben und die Denkweise und geistige Verfassung der Wählermas. sen zu machen. Ebenso ekelerregend wie ih- Neger als Antisemiten druck lautet, braucht man nicht zu bezweifeln. Dass es aber auch weite Kreise gibt, die sich darum bemühen, je. de Ueberwindung dieser Zeit zu verhindern, ist ebenfalls ausser Diskussion. Man kann nur noch darüber streiten, welche Kreise grösser sind. Denn zu denen, die nichts zu- New York. _ In Brooklvn : und Rasierklingen bewaffnet, trucen sich schwere antisemi. j Als einer der Professoren, j iernen wollen und auf ihre Wüstenkrieg, bei dem nach! tische Ausschreitungen zu so; Rabbiner Abraham Barnitz. Zeit warten, sind auch diejeden Feststellungen der UN Nasser sogar Giftgase ausprobiert raben soll <! >. Zunächst, .egte Nasser einen Eid ab. er werde Grossbritaunien von allen Plätzen der arabischen Welt vertreiben. Nach diesen bombastischen Worten sprach er von der englischen Aggression, dei er mit Gewalt entgegentreten wolle. Sicherlich ist es dass die Jeschiwa 'Polizei-! k>’- den Schülern zu Hilfe schute erhalten musste. Etwa i kam, wurde er niedergescnla 50 Negerjungen hatten die j>en- . ^r KamPf nahm bejüdischen Schüler verhöhnt I drohliehe Formen an; es gab und 15 Kinder geschlagen, i vlele Leiche- und Schwerver Schauplatz der Vorfälle war! letzte- Auch der Rabbiner Isi. die United Lubaviteher He- *>r Kolodny wurde verwun brew Granimaj- High. School, [ detwo etwa 125 Kinder im Alter : von 6 bis 11 Jahren Ierr.en. Die Negerhorde, die die Sehu le angr-iff. war mit Flaschen DAIA beim Praesidenten Präsident Illia empfing dieser Tage eine Delegation de- DAJA unter Führung ihres Präsidenten, des Herrn Dr. Isaac Goldenberg. Dit Besucher gaben ihrer Befriedigung über die Er klärungen und das Vorgehen der Regierung Ausdruck tie die demokratischen Prinzipien uno das harmonische Gleichgewicht des Landes zu bewahren sucht sowie über die projektierte neue Gesetzgebung. Sie brachten dann die erneute, judenfeindliche Kampagne zur Sprache, die von ausländischen Aufwieglern entfesselt wird, die sich dann den Terroristen zugesellen, tun solcherart ein gefährliches Klima sozia. ,e. Agitation zu schaffen. Die Delegation stellte fest, dass der Staatspräsi r e. . ihnen versprochen habe, energisch gegen die frem. oen Elemente vorzugehen, die gegen die demokraticher Prinzipien und das traditionelle, harmonisch? Zusammenleben im Lande verstossen. Der Zusammenstoss fand erst ein Ende, als der städtische Inspektor Leo Berkman vorbeifuhr und einen der Angreifer. den 15jährigen Ber. nard Lane, festnahm. Als Folge dieser Amtshandlung wurde der Inspektor Berkman telefonisch am Leber, bedroht, so dass er Polizeischutz für sein Haus ver’an gen musste. Auch vor dem Schulgebäude konnte nur ein Ueterfallauto der Polizei die Ruhe aufrechterhalten. Der von Berkman festgenommene Bernard Lane ti.i vielfach vorbestraftes Individuum. kam vor das Jugend 1 gericht und wurde trotz hartnäckigen Leugnens. von einem ebenfalls schwarzen Richter zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Registro de la Propiedad Intelectual mühen, wie der Fachaus-! re Verbrechen ist das Verhalten mancher Angeklagten Sie leugnen und meinen, dass sie sich hierdurch von der persönlichen Verantwortung befreien können. Für uns geht es im übrigen nicht darum, ob dieser oder jener Ver. brecher abgeurteilt und für einige Jahre eingesperrt wird. Es geht um die Wiederherstellung des geschändeten Rechtes. Es geht darum, die Sicherungen für die Zukunft zu treffen, damit sich solche Vorgänge niemals und nirgends wiederholen. Durch diese Prozesse und die Urteile kann man weder die Schandtaten der Nazis noch die Leiden ihrer Opfer ungeschehen machen. Eine Sühne gibt es für solche Verbrechen nicht. | Der Zynismus — oder die Hilflosigkeit? — einiger die ser Unholde ist erstaunlich.! Sie leugnen beharrlich, und zwar auch dann, wenn ihre 1 eigenen Leute sie belasten. Hierin liegt eine ihnen von : der Verteidigung vorgeschla- ■ gene Marschroute. Was die Verteidigung im Auschwitz - Prozess zeitweise auf führt, ist! höchst bedenklich, weü diese ' Methode, die keinem Schütz! ling dieser Verteidigung dienen oder nützen kann, ' zu einer weiteren Zerstörung des Rechtsbewusstseins und Rechtsempfindens, und da : mit zu einer weiteren Zerstörung der Rechtssicherheit ab. j gleiten muss. Einer der Angeklagten im Auschwitz-Prozess wird von den vielen Zeugen, die aus nigen zu zählen, die — wahr, scheinlich die meisten an ziffernmässiger Stärke — uninteressiert zwischen diesen beiden Lagern im Augenblick nur ihren Wohlstand, ihr Amüsement, Sorglosigkeit und gutbürgerliche Ruhe su. vhen. Wir haben genug von allem, sagen sie und wollen nicht bemerken, dass sie den negativen Elementen erneut Vorschub leisten, wie sie es unter Hitler getan haben. Die Vielfalt der Prozesse könnte, wie man einwenden mag, das Interesse des Pu blikums, der breiten Masse, abschw’ächen. Sie, das sind die Massen, w’erden abgestumpft. Es war zu schreck, lieh,* was da in den KZla gern geschehen ist. .Man“ kann das nicht ertragen. Und doch berichten einige grosse Zeitungen, Tag für Tag, über den Auschwitz.Prozess Ob die Leser das beachten ob sie es studieren oder über fliegen, ob sie nur die Uebersehrift ansehen und dann zum Sportbericht übergehen. Tod der ihnen schutzlos ausgelieferten Gefangenen gehabt hat. Und da gibt es wirklich noch Menschen in Deutschland, die sich nicht schämen und nicht scheuen, derartige Verbrechen oder ih. re Gewalttaten zu verteidigen, zu decken, zu vertuschen? Jetzt werden auch Verfah. ren gegen die ehemaligen Mitarbeiter Eichmanns, Krumey und Hunsche, durchgeführt. In diesem Prozess steht das ungeheuerliche i Verbrechen der Ermordung | der ungarischen Juden im i Mittelpunkt. Im Laufe des i Jahres 1944 war Eichmann | mit seinem Stab nach Uni garn gekommen und mit ihm ' Tod, Schrecken und Verfol. : gung. Viele der inzwischen . bekannten Vorgänge werden I erneut zur Erörterung gelangen. In mancher Hinsicht l wird der Jerusalemer Prozess neu aufgelegt werden. Uzi-Export Rivadavia 831 Tel Aviv. — Der Vize Verteidigungsminister Shimon Peres teilte in einer Pressekonferenz mit, dass die israelische Militärindustrie 50 Prozent ihrer Produktion exportiere, davon vorwie. gend Uzi-Maschinengeweh_ re. Bisher sind 250 000 Uzi an das Ausland verkauft worden. Peres erwähnte auch, dass in 14 afrikanischen Ländern israelische Militärmissionen fungieren und vorwiegend bei der Auf. Ba No. Stellung jugendlicher ,_ _ ( taillonen und Einheiten vom T35 104 sagen, übereinstimmend. als Typ Nachal behilflich sind.^

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