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Jüdische Wochenschau · 1964-04-24 · 2061 (24.4.1964) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2061 (24.4.1964)
Date
1964-04-24
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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■4*«- /' Ott giU fc ° 2 FRANQUEO PAGADO Concesión 908 Q b* B <U TARIFA REDUCIDA Conces'óo 1629 Afio XXV. ISRAELITA BUENOS AIRES, VIERNES 24 DE ABRIL DE 1964 No. 2061 *10- ¡/•n IV« EL E J EM P L A en toda ta República PUEYRREDON 2190 1? Izq. T. E. 83 2613 Boenos Aires USA-Kritik an Hussein Verbrechen im Yemen Blick in die Welt Washington. — Im USA- Kongress wurde der drohen, de und kriegerische Ton, I den Hussein wegen deß isj raelischen Bewässerungs! Projekts ansehlägt, ener-! gisch kritisiert. j Senator Grüning aus Alas. | ka. der im vergangenen! Jahr Berichterstatter über i den Mittleren Orient und j Afrika für Auslandshilfe [ war, bezeichnete Husseins! Erklärungen als die „papaj geienhafte Wiederholung der Anti Israel-Hetze Nassers.“ Der Senator empfahl dem | König, ..seine Nase in «eine J die die Flüchtlinge zu diesem Zustand der Armut und des Müssiggangs zwingen, um solcherart eine ständige Agitationsmöglichkeit gegen Israel zu haben. Die Warnungen des Sena tors Gruening sind von besonderer Bedeutung, wenn man bedenkt, dass er für Nasser keine Sympathie hegt und dass bisher er es war, der die Unterstützung Transjordaniens durch die Vereinigten Staaten energisch befürwortete. In einer Rede, die er anbeschränkte Untersuchung durchführen zu lassen, die dann unter ägyptischer „Kontrolle“ vor sich ging. Unter solchen Umständen Koenig Hussein zum Jordanplan Washington. — König Hussein von Transjordanien eiklärte in einer Pressekonferenz, dass „es viel zu spät sei“, den Johnston.Plan aus dem Jahre 1955 zur Anleitung des Jordanwaraers auf einem Geibiet zwischen Israel und den arabischen Staaten zu akzeptieren. Hussein besuchte auf Einladung des Präsidenten Johnson die Vereinigten Staaten. Nach einer Audienz beim USA Präsidenten sagte er den Pressevertretern, dass keine Möglichkeit einer Einigung in dieser Angelegenheit zwischen den Ara. be -n und Israel bestehe. Er erklärte, dass der israe lische Plan einen Teil des Flusses für das Riesen-Proje*e der Negew.Bewässerung abzuleiten, „eine Verletzung der internationalen Gesetze darstelle“. Er fügte hinzu, dass die arabischen Landwirte durch die von den Israelis verursachte Verringerung der Wassermengen geschädigt wären und dass dieser Zustand sich erst bessern könnte, wenn „es uns gelingt, das Wasser, das uns verlorengeht, zurückzubekommen. Aur die Frage, wie die Araber es anstellen wollten, den angeblichen Schaden gutzumachen, entgegnete er nur: „Die Araber verlangen die Sicherheit, dass das Wasser, das ihnen verweigert wird, zurückkommt.“ (ITA) Tel Aviv. — Ein Offizier der ägyptischen Luftwaffe, der vor zwei Monaten nach Israel geflohen war, erzählte die Gründe dieser Flucht. Mit gedämpfter, aber er. regter Stimme berichtete Leutnant Majmud Abaß Hil. , mo über seine Tätigkeit im i Yemen, wo seit mehr als ei- . nem Jahr fast 40.000 Mann der „Elite“-Truppen Nasj konnten die Vertreter des , sers einen ßtändigen Krieg \ Roten Kreuzes keine Gas- : gegen die Bevölkerung fühj bombenangriffe festetellen, ren, die die ägyptische wohl aber die Folgen der j Herrschaft nicht anerkennen! Brandbombenangrife. : will. | Wir sahen einige Fotoaufj Dreimal pro Tag, — so j nahmen von den Opfern die berichtete der Offizier. — ser Bomben. Die Zeitungen! musste sein aus sowjeti. 1 der ganzen Welt veröffentschen Yak 11 Bombern be- , lichten diese Aufnahmen 1 stehendes Geschwader yej von verkohlten Frauen und menitistbe Dörfer überflie- < von HAROLD SCHWARCZ eigenen Angelegenheiten zu stecken und die Zustände in Transjordanien sehn, anstatt mit zu rasseln.” Er warnte sein, dessen Land schon 400.000 Dollar als Entwicklungshilfe von den USA erhalten hat, diese Unterst iitzung für Aggressionszwecke zu verwenden. Der Kongress habe sich in entschiedener Weise gegen einen solchen Missbrauch ausgesprochen. Es sei sehr traurig, dass Hussein die Einstellung des nordamerikanischen Volkes so schlecht interpretiere und anschei. nend glaube, daß Spiel Nassers nachahmen zu können und die USA-Dollars für Waffenkauf und Angriffsvorbereitungen zu verwenden. Er bezeichnete Husseins Schilderungen über die Lei. den der arabischen Flüchtlinge als „Krokodilßtränen“, da es die Araber selbst sind, lässlich des 16. Jahrestages der Staatsgründung von Is I gen und sie in Schutt und Asche verwandeln, j „Wir pflegten aus sehr niedriger Höhe mit 80 mm. ) Raketen und Maschinengei wehren anzugreifen und unsere Mission galt erst dann a’ß beendet, wenn die Siedi lungen vollständig verwü- : stet waren.“ i Ausser seinem Geschwa. der habe es viele andere mit „Iljußchin“ - Bombern 1 gegeben, die sogenannte „Napalm“ (Brandbomben)! abwarfen, die nicht nur die j Häuser zerstörten, sondern | den Einwohnern auch grässliche Brandverletzungen zu- ' fügten. j Er ha"be das nicht mehr länger ertragen können. Ais er vernahm, dass man ihn neuerdings nach Yemen schicken würde, um diese Zerstörungstätigkeit fortzu- 1 getragen wird und der Freinale Untersuchung. Aegypten wehrte eich energisch dagegen und leugnete allee j Die Welt wurde in der vergangenen Woche von der ab. Endlich gelang es dem | Nachricht überrascht, dass Nikita Knitschew plötzlich Internationalen Roten Kreuz, j verstorben sei. Kurz darauf wurde die Meldung dem£n- Nasser zu überreden, eine , lieri. Der Vertreter der deutschen Nachrichtenagentur, die diese Nachricht durchgegeben hatte, wurde ausge. wiesen. — Daß Interessante an dieser Meldung war deren Wirkung. Plötzlich war Nikita Krutschew zu einem Sicherheitsfaktor geworden, deseen Verschwinden man ängstlich und mit Bedauern entgegennahm. Was sollte nun werden?:.., fragten sich viele. Der be^e Mann, als der Krutschew angesehen wurde, war plötzlich doch nicht so bcse, da die Unsicherheit über seinen Nachfolger die Fehle- Krustchewß vergessen liess. — Die brasilianischen Militärs, die soeben eine erfolgreiche Revolution durchführten, verlangten als erste Massnahme der neuen Regierung die Erhöhung ihrer Gehälter. Das Volk Braeiliens wird hierüber glücklich sein. — Auf dem Bankett anlässlich seines 70. Geburtstage» wurde Krutschew zum „Helden der Sowjetunion“ ernannt Eß wurden ihm weitere hohe Auszeichnungen zu. teil. — Bei der Gelegenheit dießes Banketts plädierte Krutschew für eine Annäherung zu denen, mit denen man im Augenblick keine volle Verständigung herbeiführen konnte (gemeint die Roten Chinesen). Hierin erblickt man im allgemeinen eine Möglichkeit, einen Bruch mit Peking zu vermeiden. — In diesem Zusammenhang kt bemerkenswert, das« die rotchinesische Regierung herzliche Glückwunschworte für Krutßchew gefunden hat. Sowohl Mao Tse.Tung wie Chou En Lai gratulierten ihrem russischen Freund- Feh .Kollegen. Die Nordamerikaner haben neue Schritte zur Pia. nung eines neuen Kanals unternommen, der den Atlantik mit dem Pazifik verbinden soll. — Die Unruhen auf der Insel Cypem konnten noch immer nicht beigelegt werden. Die UN bemühen eich weiterhin um die Herstellung der Ordnung und eines Frieden« — Während Venezuela seine Beziehungen zu Brasilien susperdiert hat, weil dieses Land als Demokratie sieh weigert, Gewaltregime, au« welchen Gründen sie auch zur Macht gekommen sind, anzuerkennen, haben die Amerikaner die neue Regierung Brasiliens längst be. grösst. — Kindern. Die Informationen des Leutnants Hilmi gaben der Oeffentlichkeit nur die Ausmaßse der Verbrechen bekannt, die Nasser immer noch ungestraft weiter be. geht. Dennoch scheint niemand von dieser Massenschlächterei tiefer beeindruckt zu sein. Und niemand fragt ’ danach, was die ägyptischen | Truppen noch immer im Ye- . men suchen. Viele Monate j sind über den Termin hin. ' , aüß vergangen, zu dem sie ‘; sich hätten zurückziehen | müssen. Vor bereits neun! Monaten hat Nasser in Wa- ■ shington ein dießbezüglij I ches Versprechen gegeben. | ■ Seither befinden sich schät- | i zungsweise 40.000 sein - Sol- , daten im Yemen. Die Indif. I ferenz, die diesen Tatsai ^hen gegenüber zur Schau j Kräfte im Mittleren Orient er> „doch kann ich keine wird nicht von Israel ge-; wehrlosen Dörfer angreifen stört, sondern von jenen, die und^Frauen und Kinder tö- Israels Rechte an den Was > sern deß Jordan in Frage | Diese kurze Mitteilung j stellen. Sie täten gut daran, i des Leutnants Hilmi ist ei-1 sich der Misserfolge frühe.' ne Anklage, die wohl über rer Versuche zu erinnern . die Grenzen Israelß hinaus . und daran zu denken, was Widerhall finden wird. : geschehen kann, wenn Isra-1 Als vor einigen Monaten i el seinen Standpunkt ver- ' die Nachrichten aus Yemen ' teidigt.“ : über die Massaker Nassers j Der Abgeordnete Roose ' in die Welt drangen, war die velt war einer der 22 Kon. j Reaktion nur sehr schwach, gressmitglieder. die sich an , Den Berichten zufolge hatte zwei aufeinanderfolgenden Nasser ausser den Brandj ^agen erhoben hatten, um! bomben auch noch Giftgasj Israel an seinem Jahrestag; bomben verwendet; die ye mierenden Schlussfolgerun. | New York. — Einem Be- | kamen, ungefähr die Hälfte gen Anlass... Denn im Yerieht der Bne Brit zufolge der 90.000 Pfund sind, die men bewies Nasser, was er 1 liegen 20.000 Kilo Mazzot, j insgeßamt in die Sowjetuni- — selbst mit Arabern! — zu die für die Juden der Sowi on geschickt wurden und die tun imstande ist. | jetunion bestimmt gewesen! russischen Funktionäre er- Israel hat die Erzähiunwaren, immer noch im Zoll i klärt hätteff, die Sendungen amt von Moskau und wer. | wären erlaubt und würden den nicht ausgeliefert. Die , auch ausgeliefert werden. Mazzotpakete waren von j In Anbetracht der Tatsa. Juden aus westlichen Län- , chen scheint es nicht ausgedern gespendet worden und j schlossen, dass Mazzotpake gen des Leutnants Hilmi nicht unbedingt gebraucht, um sieh über Nasser im Klaren zu sein. Doch könnten sie vielleicht dazu dienen, jenen die^jiatten 100.000 Dollar gekozu ehren. Auch im Senat hielten sechs der bedeutendsten Senatoren beider Parteien ' Ansprachen in ähnlichem _.nne. (ITA) menitischen Berichterstatter verlangten eine internatio- Augen zu öffnen, die sieh bisher immer noch weigerten, die Realität zu erfassen und einzusehen, dass man sich nicht auf gut Glück auf die guten Intentionen Herrn Nassers verlassen kann .. (ITA) NACHUM GOLDMANN KLAGT AN Differenzen zwischen Israel und USA Washington. — Zwischen den Regierungen der Ver einigen Staaten und Israels bestehen Unstimmigkeiten, weil die Nordamerikaner die Forderung stellen, Isral möge eine internationale Kontrolle seines Projekts „Atome für d^n Frieden“ akzeptieren. Das Statedepartment verha ideit gegenwärtig über Erneuerung von neun ähnlichen Abkommen, die demnächst abgelaufen sind, mit den Staaten Argentinien, Brasilien, Nafional.China. Griechenland. Iran, Portugal, Thailand und Süd Vietnam. In jeden dieser Fälle stellen die USA die Bedingung, daes die Länder, die nordamerikanische Unterstützung für ihre Aton.forschungen erhalten, als Gegenleistung für dieee Hilfe eine internationale Kontrolle akzeptieren. Israel hat tVsi Bedingung nach mehreren Beratugen abge. lehnt, Das Abkommen mit den USA wird im Juli erlö scher. Die israelischen Funktionäre erklärten, dass sie bei vcIler Anerkennung der Prinzipien der internationalen Kontrolle «ich diskriminiert fühlten, w'eil sie in der A;on.Kommission nicht vertreten sind. Dieser für den Nahen Orient bestimmte Platz wurde bisher stets einem arabischen Staat überlassen. Das Statedepartment und eie K «mmieion für Atomenergie gaben der Hoffnung Ausdruck dass Israel noch vor der Erneuerung der al ten V'kommen eine „Schutzwache“ für seine Atomforsehunpe.. akzeptieren werde. (ITA) __ Rivadavia Impreso en la Imprenta POLIGLOTA 831 Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Paris. — Dr. Nachum Goldmann, Präsident das Jüdischen Weltkongresses, sprach in einer Gross Veranstaltung, die in Paris am 21. Jahrestag des Ghetto. Aufstandes stattfand. Er äusserte sich in erbitterten Worten über die Versäum- | nässe, die sowohl von den Juden der freien Welt, als | auch von den jüdischen , Führern begangen worden I seien, um wenigstens die ' Außmasße des Unglüel^ ein. i zuschränken. Er bezeicHie- I te die jüdischen Führer und l die Westmäehte als verantwortlich für die Abschlach. j tung der sechs Millionen jüdischer Männer, Frauen . und Kinder.! „Wenn es berechtigte Gründe gibt, Anklagen zu | erheben“, — sagte er — ■ „so müssen als erste die Ju-! den der freien Welt zur Zeit de« Zweiten Weltkrieges an- | geklagt werden. Wir alle, di« führenden Männer mit stet, eingerechnet die 20.000 Dollar, die. an russischen Zolltarifen zu entrichten waren. Wie Label Katz, Präsident der Bne Brit, weiter erklär j te, wurden auch die Mazzot. I Sendungen zurückgehalten, j die an die Juden von I Kiew, Taschkent, Kischinew j und Samarkand gingen, ' währen die vom Oberrabbi- ( ner von Dänemark nach eingeschlcssen, haben ver. : Odessa geschickten Mazzot sagt. Und auch die Haltung j beschlagnahmt wurden. Lader demokratischen Mächte j bei Katz erklärte, dass die in Europa und die der Verj Mazzot, die nicht über das einigten Staaten ergibt kein sowjetische Zollamt hinaus, glorreiches Kapitel für die ■ __ Geschichtsschreibung Dr. Goldmann führte weiter auß. dass die Reaktionen auf den erstarkenden Hit. lerismus und Antisemitismus nur aus einer Reihe kläglicher Niederlagen bestand und dass sowohl poli tisches Verständnis, a!ß auch Mut gefehlt haben. Die Ju. den der freien Welt hätten niemals den Mut aufgebracht, eine gewagte Aktion durchzuführen und sich auch _ nicht bemüht, unsei'e Bji damals nichts, schwerden den damals an; Mehrzahl der der Macht befindlichen, demokratischen Regierungen vorzutragen. Er gedachte eines Tele, gramms, das aus dem Ghetto von Warschau an den Rabbiner Stephen Wise gesandt worden war und in dem die /belagerten Juden die Frage stellten, warum die nordamerikanischen Juden nicht Tag und Nacht auf den Stufen des Weissen Hauses sässen, so lange, bis der Präsident der USA mehr Befehl gab, die Konzentrationslager und die Schienen, die zu ihnen führten, zu bombardieren? Goldmann schloss mit folgenden Worten: „Wir taten t« auch in den Zollämtern anderer russischer Städte auf gehäuft liegen. Katz erklärte, dass man nicht mit Gewissheit sagen könne, wie viele Mazzot tatsächlich auf die Tische jüdischer Familien in Russland gekommen seien. Einen schwachen Anhaltspunkt er gibt ein vor wenigen Tagen in London publizierter Bericht, wonach der Oberrabbiner Yehuda Leib Levin von Moskau geäußsert habe. 204 Mazzotpakete seien ihm zur Verteilung für seine Gemeinde zugestellt worden. Wie Katz feststellte, handeb j te es eich in Wirklichkeit um 1000 Pakete mit 10.000 Pfund Mazzot, die man an Rabbi Levin geschickt hat te. Der Grössten dieser Pakete stammte von Juden aus den Vereinigten Staa ten, Kanada, Grcßsbritan r.ien, Israel und anderen Ländern, und sie waren individuell für Familien in der Sowjetunion bestimmt Ihre Ueberßendung kostete ungefähr 250.000 Dollar, wo bei die russischen Zolltari. weil die! fe ca. einen halben Dollar jüdischen! für jedes Pfund Mazzot be- Führer die Ansicht vertrat. | trugen. Die sowjetische dass der Zeitpunkt nicht | Presse Kampagne schreckte günstig sei, die Generäle der Alliierten während ihrer gemeinsamen, angestrengten Kriegsführung mit solchen Protesten zu belästigen.“ (ITA) die Juden davon ab, die 6.000 Pfund Mazzot zu re klamieren, die in der einzigen. autorisierten Packerei in diesem Jahr hergestelii worden waren. (ITA)

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