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Jüdische Wochenschau · 1964-04-17 · 2060 (17.4.1964) · p. [Seite 16]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2060 (17.4.1964)
Date
1964-04-17
Page
[Seite 16] (sequence 16)
Language
German, Spanish
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'i O» O b - £ b 2 FRANQUEO PAGADO Concesión 908 <§ ta a w U «J TARIFA REDUCIDA Conces'on 1629 MANA ISRAELITA Año XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 17 DE ABRIL DE 1964 No. 2060 EL EJEMPLAR en toé« la RepúMtea 10.- PUETRREDON 21M 1* fcq. T E. 83 2613 Buenos Aires Gedenk-Jahr der „Illegalen“ Ot'uzLü uiul feierlich wer- , ien die staatlichen Behörf Jen Israelis das Jahr der ,.ili egalen" Einwanderung be.; gehen, ln der kürzlich ver- . öft'enUiciflen Erklärung hiess : es, dass nun. dreissig Jahre; nach dem Eintreffen des er- ■ sten Schiffes ..illegaler” Ein- | wandeier, diejenigen ge. 1 feiert werden sollen, die diese Einwanderung organi- ' siert haben und die durch sie; ins Land gebracht wurden, j Der anderen, die der britischen Blockade zum Opfer; gefallen sind, und die ihr i Streben nach der Heimat \ mit dem Leben bezahlen , mussten, wird in Traueifei- 1 ern gedacht werden. Die ..illegale“ Einwande. i reung, die ..Alija Bet”, war ein integraler Teil des heroischen Ringens des vielge- : prüften Volkes um seine Heimat. Es ist auch notwendig, dass der jüngeren Generation klar gemacht wer- , de. welche Geburtswehen ' das Volk bei der Gründung des Staates durchzumachen : hatte, und dass auch die! später gekommenen Einwan-; derer erfahren, unter welch! schwierigen Verhältnissen man damals ins Land kam,; wo eine feindselige Verw« 1. 1 tung herrschte und nicht, i wie jetzt, eine Regierung; denen primäre Aufgabe die Einordnung der Einwandeier ist.5 Angesichts der riicksichtß- ' losen Durchführung der Vori Schriften eine« „Weissbu. ' ches“, das die Einwande-; rung und Ar.siedlung von . Juden scharfen Begrenzungen unterwarf, begannen die zionistischen teil, der Mandatsverwaltung die Gefolgschaft zu versa. i gen und unterstützten die il-! legalen Bemühungen, die Beschränkungen zu umge- . hen. | Die illegale Einwanderung j nahm die verschiedemssten Wege. Juden, die als Touri-, sten kamen, blieben ohne! Aufenthaltsbewilligung im . Lande. Für mittellose Ein. I von MFAR FAEHBEix ein „Zertifikat“ bekamen, schlossen eine fiktive Ehe, um ein Mädchen auf ihr Zertifikat mitbringen zu können. Ueber die Landesgrenzen durch den Libanon, durch Syrien, sogar durch Transjordanien wurden Einwanderer eingeschmuggelt. Das erste Schiff, das „ille¬ Erklaerung Ludwig Erhards Bonn. — Der deutsche Bundeskanzler Ludwig Erhard erklärte, er lege sich Rechenschaft ab, dass die Prozesse gegen die nazistischen Kriegsverbrecher „als Propaganda gegen urs ausgebeutet werden können, aber wir müssen auf dem eingeschlagenen Wege weilerschreiten, denn der Gerechtigkeit genüge zu tun, ist das wichtigste Gebot.“ Erhards Erklärung wurde an die deutsche Botschaft in London geschickt und stellt eine Antwort an einer, in London publizierten Brief dar, in dem es hiesis, dass diese Prozesse „einen Aspekt des Krieges wieder aufleben lassen." Hierauf entgegnete Erhard, dass ein jeder, „der Mer.ocUen tötete oder folterte, raubte erpresste oder irgendein anderes Verbrechen beging, gerichtet werden soll.“ „Ich glaube, dass die Aufnahme Westdeutschlands in die Gemeinschaft der freien Nationen nur vervollständigt werden kann, wenn wir uns von diesen Schlak ken befreit haben, die durch die Prozesse wieder sichtbar werden“, schliesst der Bundeskanzler. „Welches auch immer der Grund für die verspätete Auf nähme dieser Prozeßse sein möge, so hegen wir nicht den Wunsch, das dunkle Kapitel der neuen deutschen Geschichte in der Vcrge.ssenheit versinken zu lassen.“ (ITA) Wanderer wurden von ihren; Bekannten Bankguthaben . fiktiv zur Verfügung gej stellt, damit sie als „Kapitalisten“ im Lande bleiben Körperschaf , dürften. Einzelpersonen, die Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ Nach einer abenteuerlichen Flucht ist der brasilianische Expräsldent Joao Goulart in Uruguay gut angekommen, wo ei nicht Asyl genommen hat, sondern als poli, tischor Flüchtling betrachtet werden will. — Die siegreiche brasilianische Revolution wird das L--,nc’ in wenigen Tagen in eine reaktionäre Militärdiktatur verwandeln, nachdem bereits jetzt die Grundrechte aufgehoben worden sind. — Durch „Beschluss“ wurden in Brasilien 40 Parlamentarier ih:-es Amtes enthoben, womit endgültig der Demokratie eine Absage erteilt worden ist. Die unsichere Lage ict keinesfallß überwunden. Mit Besorgnis muss man die weitme Entwicklung erwarten. — Die britische Labour-Partei konnte in den letzten Wochen weiter'? Wahlerfolge gegenüber ihren traditionellen Gegnern, der, Konservativer., erringen. Die unter der neuen Führung von Harold Wilson stehende englische Ar. beitepartei erhofft in den kommenden Wahlen die Parlarnentsmehrheit und damit die Regiemng zu erreichen. Die zwischen den USA und Panamá bestehenden Schwierigkeiten konnten — wenigsten.; vorübergehend — übeiwunder, werden. Ein Sonderdelegicrter des panames:schen Präsidenten Chiari ist nach Washington gerc-ißt, um di° iPtzten gütLehen Vereinbarungen zu treffen. — Frankreich schloss ein Abkommen mit Portugal üb!>r die Errichtung einer strategischen Basis auf den atlantischen Azoren.lnseln, womit De Gaulle einen weiteren Schritt ur.tern; hm, der nicht den nordamerikanischen Intentionen entspricht. — Im r ankfurter Auschwitz-Prozess legten einige Angekl gte elr Schuldbekenntnis ab. — Der imerikanische Staatssekretär (Aussenminister) D»an Rusk ist zu Verhand'ungen in den Fernen Osten gereist, dessen Lage durch die Kämpfe und anhaltenden Spannungen in verschiedenen Ländern als äusserst sc iwierig zu betrachten fct. — Die «eftigen Auseinandersetzungen zwischen der So. wjetunion und dem Roten China wurden durch scharfe Erklärungen Krutaehews bei seinem Aufenthalt in Ungarn vertieft, obwohl Krutschew mahnend darauf hinwdes, die Krse müsse überwunden werden, bevor * zu «pät sein würde. — gale“ Einwanderer ins Land brachte, wurde vom ,,Hechaluz" in Polen organisiert Es war die „Velßo“, die Im Jahre 1934 eintraf. Die Bewohner der Dörfer und der Kibbuzim, besonders in der Nähe der Grenzen, und nicht weniger auch die Städter und viele Juden, die in der palästinensischen Polizei dienten, halfen den „Illegalen“. Araber in den Dörfern und arabische und britische Polizisten in der Grenzwache wmrden bestochen. Man nimmt an, dass zwischen 1920 und 1937 in dieser Form illegal fast 50.000 Juden ins Land kamen. Während des Zweiten Weltkriege.. war ein grosser Teil der 60.000 jüdischen Einwanderer illegal Nach Ende des Weltkrieges urtd vor Ablauf des Mandats im Mai 1948 kamen 80.000. die meisten davon aus der Katastrophe gerettete Reste des Volkes aus Deutschland Oesterreich. der Tschechoslowakei etc. illegal. Ein Teil c!er Schiffe wurde von den Engländern aufgegriffen und die „Maapilim“ wurden ins Konzentrationslager teils nach Zypern, teils nach der britischen Insel Mauritius im Indi.schen Ozean deportiert. Gruppen, die au.s politischen Gründen nicht über See deportiert werden konn. ten. hielten die Engländer in einem Lager bei Atlit gefangen. Die Juden waren nicht die einzigen, die illegal nach Israel kamen. Gleichzeitig vollzog sich zur Zeit der britischen Verwaltung aus den arabischen Ländern eine illegale Einwanderung von mindestens 100.000 Arabern, die vom wirtschaftlichen Wohlstand angelockt wurden, aber gegen diese Einwanderer unternahmen die britischen Behörden nichts. Die Schiffe der illegalen Einwanderer, nach der über 1 das Ehren- und Gedenkjahr veröffentlichten Regie-! rungserklärung insgesamt | 96. kamen in dunklen Näch- I ten am offenen Meeresstrand an, und insgeheim wurden die Passagiere dieser Gespensterschiffe ausgebootet, ans Land und in sicheren Unterschlupf gebracht, da die britischen Truppen und Polizisten nach ihnen fahni deten. Fast die ganze jiidi- : sehe Bevölkerung des Lanj des in allen ihren Schichten I bewies grosses Solidaritäts- I gefühl. und die „Illegalen“ I wurden überall brüderlich aufgenommen. JEHUDA ARASI s. A. Eines der mutigsten und heldenhaftesten Kämpfers für die „illegale Alija“ sei hier besonders gedacht. Es war der 1959 im Alter von 51 Jahren verstorbene Jehuda Arasi s. A., der für die Hagana in aufopferungsvoller Weise viele Jahre lang als j Waffenkäufer, tätig war, der! im Jahre 1945 beauftragt wurde, nach Italien zu fahren, um den Juden im feindseligen Europa zur Flucht zu verhelfen (die Bewegung wurde „Bricha“ genannt) und ihre Ueberfahrt nach Erez Israel zu organisieren. Wegen des Waffenschmuggels für die Hagana war Arasi von der britischen Polizei steckbrieflich verfolgt und auf seine Ergreifung eine Kopfprämie au.sgesetzt. In der Uniform eines polnischen Fliegeroffiziers gelang es ihm, das Land zu verlassen, und er nahm seine Tätigkeit unter dramatischen Umständen in Italien unter den verschiedensten Decknamen auf. Die ersten Schiffe, die illegale Einwan derer ins Land brachten, die er organisiert und ausgerüstet hatte, waren „Dalio“, „Netuna“, die die Fahrt zwei Mal machte, „Petro“, di« auf ihrer siebenten Fahrt unter dem Namen „Alija“ von der britischen Flotte aufgegriffen wurde. Dann organisierte er die Schiffe „Chana Szenes“, „Enzo Szereni“, „Dov Hos „Elijahu Golomb“, „Wedgewood“, „4 Cherujot“ (4 Freiheiten), „Bracha Fuid“, „Sehabtaj Lusinski“, „Schear Jaschuw“, „Wingate“, „Ka. thriel Jaffe“, „Nun-Gimmel“ (53i, „Moledet“ und andere. Die Arbeit war ausserordentlich gefährlich, denn die brit’sche Spionage in den Ausgangshäfen war sehr aktiv und kooperierte mit der englischen Blockadeflotte. Stuatspraesident Salman Shazar mit Levi Eshkol. der nach dem Rücktritt Ben Gurions als dessen Nachfolger zum Minist erpraesidenten Israels gewaehlt wurde. Einladung nach Israel Tel Aviv. — Alexei Ad. schubei. der Schwiegersohn Krutschews und Chefredakteur der „Istwestja“, wurde während seines Aufenhaltes in Paris zum Besuch Israels eingeladen. Diese Einladung, die auf Wunsch Adschubeis erfolgt sein soll, ist in einem Kabel enthalten, dessen Absender das Comité der Chefredakteure des israelischen Presseverbandes ist, Als an Bord der „Dov Hos“ im Hafen La Spezia der Hungenstreik erklärt wurde, weil die Italiener unter britischem Druck die Ausfahi't des Schiffes unterbinden wollten, hungerte Arasi zusammen mit den Flüchtlingen 75 Stunden lang, bis die Engländer nachgaben und das Schiff ausfahren durfte. Auf hoher See verliere Arasi das Schiff und kehrte in einem Boot nach Italien zurück, um seine Arbeit fortzusetzen. UNGLUECKS- TRANSPORTE Es gab auch viele unglückliche Transporte, ganz abgesehen davon, dass die Flüchtlinge auf alterstschwa. chen Booten unter den ärgsten Bedingungen zusammengepfercht lange Zeit ausharren mussten, bis sie ihre Heimat erreichen konnten. Im Herbst 1940 explodierte eine Sprengladung auf der „Patria“ im Hn.'ii Haifa, bevor das Schiff mit seiner Menschenfracht von den Engländern deportiert werden konnte. Dutzende kamen bei der Explosion ums Leben, und Hunderte ertranken. Den Ueberlebenden gestatteten die Engländer, den Boden der Heimat zu betreten. Von der „Atlantic“, die zwei Wochen später im haifaer Hafen eintraf, deportierten die Engländer die Flüchtlinge nach Mauritius, und erst nach Kriegsende konnten sie ins Land kommen. Im Jahre 1941 kamen 769 Flüchtlinge auf dem morschen Schiff „Struma“ vor Istanbul an. Die türkischen Behörden erlaubten ihnen auf Veranlassung der Engländer nicht, an Land zu gehen. da sie nach Erez Israel Weiterreisen wollten. So wurde die „Struniä" 1942 (vor 22 Jahren) wieder auf die hohe See hinausgewie. sen, und tagsdarauf wurde sie von einem deutschen Kriegsschiff versenkt. Nur ein einziger Passagier konnte sich retten. Im Jahre 1947 traf die „Exodus“ ein, aber die Engländer zwangen sie. nach Deutschland zurüekzukehren. Im Dezember 1947 brachte die britische Flotte die „Lo Tafchiduno“ (Ihr werdet uns nicht einschüchtern) auf, und ihre Passagiere wurden nach Zypern deportiert, wo sie in Lagern gehalten wurden, bis ihnen die Gründung des Staates Israel die Erlösung brachte. Es ist ein langes Kapitel des Heldentums einerseits und der Grausamkeit andererseits, der glücklichen Rettung aus grossen Gefahren ebenso wie des unglücklichen Schicksals der Opfer dieser Aktionen, — das dieses Gedenkjahr der illegalen Einwanderung in unserer Erinnerung wieder wachrufen wird. Meldung aus Brasilien Rio de Janeiro. — Der brasilianische Gesandte in Israel. Barreto Leite Filho befindet sich auch unter den Diplomaten, die von der neuen Regierung zurückberufen wurden. Samuel Wainer, ein Freund des Expräsiden, ten Goulart, ist einer je ner 58 linksradikalen Deputierten, die für zehn Jahre ihrer Bürgerrechte beraubt wurden. Er war Chefredakteur der Nachmittagszeitung „UL tima Hora“. (ITA) Registro de 1« Pro«*i«4ad Intelectual N<k 735 104 OLMtLQTA — Rtoad«Ti« SSI -'■•'J"#«#

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